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Karte von Radolfzell

Spuren der NS-Herrschaft in Radolfzell


Opfer rechter Gewalt

Todesopfer rechter Gewalt 1990-2010



Unterschiede

Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen gezeigt.

blog:22._oktober_1940 [2016/10/22 11:22]
mw
blog:22._oktober_1940 [2016/10/23 09:27] (aktuell)
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-====== 22. Oktober 1940 ======+====== Gedenken: 22. Oktober 1940 ======
-**Heute vor 76 Jahren:**+{{gallery>:blog:gurs-oktober_1940-intern.jpg?200x200&lightbox}}
-Am 22. Oktober 1940 werden mehr als 6500 Jüdinnen und Juden aus Baden und der Saarpfalz in das südfranzösische Internierungslager Gurs deportiert([[https://de.wikipedia.org/wiki/Wagner-B%C3%BCrckel-Aktion|Wagner-Bürckel-Aktion]]).+Am 22. Oktober 1940 werden mehr als 6500 jüdische Männer, Frauen und Kinder aus Baden und der Saarpfalz in das südfranzösische Internierungslager Gurs (siehe Abbildung) deportiert ([[https://de.wikipedia.org/wiki/Wagner-B%C3%BCrckel-Aktion|Wagner-Bürckel-Aktion]]).
-Im Landkreis Konstanz sind an diesem Tag neben lokaler Ordnungspolizei und Gestapo das SS-Totenkopf-Bataillon aus Radolfzell im Einsatz, das die jüdischen Einwohner von Wangen, Gailingen und Randegg zusammentreibt und in LKWs an die Bahnhöfe von Radolfzell und Singen fährt.  +Im Landkreis Konstanz ist an diesem Tag neben lokaler Ordnungspolizei und Gestapo das SS-Totenkopf-Bataillon aus Radolfzell im Einsatz, das die jüdischen Einwohner von Wangen, Gailingen und Randegg zusammentreibt und in LKWs an die Bahnhöfe von Radolfzell und Singen fährt.  
-Am Radolfzeller Bahnhof werden sieben jüdische Frauen und Männer aus Wangen und die seit April 1940 im „Bahnhofhotel Schiff“ logierende Alice Fleischel (1873–1941)  in den aus Konstanz-Petershausen eingefahrenen Sonderzug der Deutschen Reichsbahn verbracht, in dem sich bereits 108 Konstanzer Juden befinden. In Singen hält der Zug erneut und 178 jüdische Bürger von Gailingen, Randegg, Hilzingen und Bohlingen kommen dazu. +Am Radolfzeller Bahnhof werden sieben jüdische Frauen und Männer aus Wangen und die seit April 1940 im „Bahnhofhotel Schiff“ logierende Alice Fleischel (1873–1941)  in den aus Konstanz-Petershausen eingefahrenen Deportationszug der Deutschen Reichsbahn verbracht, in dem sich bereits 108 Konstanzer Jüdinnen und Juden befinden. In Singen hält der Zug erneut und 178 jüdische Bürgerinnen und Bürger von Gailingen, Randegg, Hilzingen und Bohlingen kommen dazu
 +Vier Tage und Nächte später erreicht der Zug das Lager Gurs.
**"Das Vergessen der Vernichtung ist Teil der Vernichtung selbst."** **"Das Vergessen der Vernichtung ist Teil der Vernichtung selbst."**
-{{gallery>:blog:gurs-oktober_1940-intern.jpg?200x200&lightbox}}+{{gallery>:blog:alice_fleischel-stolperstein.jpg?200x200&lightbox}} 
-Das Lager Gurs im Oktober 1940. 

Termine

4. Stolperstein-Verlegung in Radolfzell, 24. September 2020

Am 24. September des Gedenkjahres - 80 Jahre „Euthanasie“-„Aktion T4“ - kommt es zur Verlegung von fünf weiteren Stolpersteinen im Stadtgebiet von Radolfzell. Sie gelten Josefa Trost, geb. Klaus, Opfer der „Euthanasie“-„Aktion T4“ 1940, sowie Hermine Bauer und den |Geschwistern Josefine Fetzer, Anna Fetzer und Agnes Zimmermann, geb. Fetzer, die nach Maßgabe des „Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuches“ zwischen 1934 und 1939 zwangssterilisiert wurden.

Vgl.: Informationssystem des Radolfzeller Gemeinderats, Beschluss in der GR-Sitzung vom 5. Juni 2020.

Vgl.: Initiative Stolpersteine-Radolfzell

Ad personam: Josefine Fetzer

Screenshot von www.klepperle.de vom 17. Februar 2020; dort nach dem SK-Artikel vom 19. Februar 2020 gelöscht.

Radolfzeller „Brauchtumspflege“: Narrenvers „Dreschmaschine“. Er wird an der Fastnacht intoniert und verhöhnt ein Opfer des Nationalsozialismus - Josefine Fetzer (1910-1991) - bis heute; in diesem Jahr (2020) außerdem als Spottbild auf dem käuflich zu erwerbenden Narren-"Brettle" der "Narrizella Ratoldi" (Bild).

Vgl. weiterhin auf: "Heischeverse und Narrensprüche". Zit.: „Hier findest Du die wirklich wichtigen Dinge der alemannischen Fasnacht.“(!)

Vgl.: Dominique Hahn: Neue „Stolpersteine“ für Radolfzell, Wochenblatt, 16. September 2020; Online.

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Neuerscheinung

Markus Wolter: Die Radolfzeller Ärzteschaft im Nationalsozialismus. Das Fallbeispiel Dr. med. Hans Foerster (1894-1970).

In: Schriften des Vereins für Geschichte des Bodensees und seiner Umgebung, 138. Heft 2020, Thorbecke Verlag 2020, S. 157-192; hier u. a. zu den Zwangssterilisationen der Geschwister Fetzer, zur Verantwortung der Ärzteschaft, zum NS-Ärztebund und zur Rolle der staatlichen Gesundheitsämter.

2020/08/24 12:30 · Markus Wolter · 0 Kommentare

Vor 80 Jahren: "Aktion T4" - Zum Gedenken an die Opfer des NS-"Euthanasie"-Programms 1940

Im Rahmen der staatlich angeordneten und durchgeführten Massenmorde ("Aktion T4") an psychisch kranken und behinderten Menschen, die vor 80 Jahren in Deutschland begannen, wurden in den Monaten Mai bis November 1940 allein 214 Männer und 242 Frauen aus der „Heil- und Pflegeanstalt bei Konstanz“ (Reichenau) in die Tötungsanstalt Grafeneck gebracht und dort in einer Gaskammer ermordet. Im Dezember 1940 und Januar/Februar 1941 erfolgte in drei weiteren Transporten die „Verlegung“ von 69 Reichenauer Patient/inen in die als Zwischenanstalt fungierende Anstalt nach Wiesloch, von wo aus die meisten in die Tötungsanstalt Hadamar verbracht wurden. Die Reichenauer Anstalt wies damit eine „Tötungsrate“ von über 50 % ihres Krankenstandes (869 Patient/innen) von Anfang 1940 auf.

Insgesamt konnten 14 „T4“-Opfer aus Radolfzell und den Ortsteilen ermittelt werden; an ihr Leben erinnern in Radolfzell bislang sechs Stolpersteine, die 2015 und 2016 verlegt wurden. Die Frauen, Männer und Kinder waren Patient*innen der Heil- und Pflegeanstalten Reichenau, Emmendingen und Wiesloch, der Kreispflegeanstalt Geisingen, der Universitätsnervenklink Freiburg und/oder „Pfleglinge“ der St. Josefsanstalt Herten und davor in Kinderheimen in Freiburg, Konstanz und Sigmaringen untergebracht.

2020/06/10 14:59 · Markus Wolter

Kundgebung zum 8. Mai 2020 auf dem Luisenplatz

Anlässlich des 75. Jahrestages des Endes des deutschen Nationalsozialismus organisierte das Feministische Antifaschistische Kollektiv (FAK) auf dem Radolfzeller Luisenplatz eine Kundgebung unter dem Motto “Entnazifizierung – Heraus zum 8. Mai!”, die erst von der Radolfzeller Stadtverwaltung verboten, später dann doch noch mit Auflagen zugelassen wurde. Mehrere regionale Gruppen wie die Konstanzer Seebrücke, das OAT Konstanz, die VVN-BdA, die Linksjugend, das Rojava-Bündnis und die Singener Teestube riefen mit zur Kundgebung auf und hielten teils eigene Reden. Ca. 40 Personen waren gekommen und informierten sich anhand von Texttafeln z.B. über das unsägliche Gedenkmal das heute noch gefallene SS-Angehörige als „Opfer“ ehrt. Die Namen der SS-Angehörigen waren mit pinker Kreide hervorgehoben worden - auf den Stufen vor dem Denkmal stand „Deutsche Täter sind keine Opfer“. Das Kriegerdenkmal wurde mit VVN- und Antifafahnen verziert.

Bericht beim Feministischen Antifaschistischen Kollektiv

2020/05/09 15:34 · sw · 0 Kommentare

Der Vortrag entfällt aus bekannten Gründen- Verschoben auf Herbst 2020

Vortrag VHS Konstanz - "Dr. med. Ludwig Finckh und die NS-Rassenhygiene"

Gauschulungslager des NS-Lehrerbundes (NSLB), Gaienhofen. „5. Lehrgang, Sonderkurs in Erbbiologie und Rassenkunde“, 1935. Ansichtskarte eines Kursteilnehmers an seine Familie in Pforzheim

Über Dr. med. Ludwig Finckh (1876-1964) wäre vermutlich längst das letzte Wort gesprochen und der Autor vergessen worden, wenn es sich bei ihm nur um den sogenannten „Heimat-Dichter“, den „Rosendoktor“ von der Höri gehandelt hätte. Als virulenter Nationalsozialist gibt Finckh stattdessen heute noch Anlass, sich mit seinem Fall kritisch auseinanderzusetzen. Teils als Vordenker, teils als Vortragsredner in Sachen NS-„Rassenhygiene“, betätigte sich Finckh u.a. als „Weltanschauungslehrer“ des NS-Lehrerbundes am Gauschulungslager des NSLB in Gaienhofen und an der Waffen-SS-Unterführerschule in Radolfzell. Neueste Recherchen belegen die Teilnahme von Finckhs Gauschulungslagern an eugenischen Tagungen der Heil- und Pflegeanstalt Reichenau in den Jahren 1934-1938. (Text: Markus Wolter)

Referent: Markus Wolter, MA

Ort: VHS Konstanz-Singen e.V., Katzgasse 7, Astoria Saal

Datum: 24. März 2020

Zeit: 19.30 - 21.00 Uhr

Anmeldung: VHS-Konstanz

2020/01/30 12:15 · Markus Wolter · 2 Kommentare
 
blog/22._oktober_1940.1477128150.txt.gz · Zuletzt geändert: 2016/10/22 11:22 von mw
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