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Spuren der NS-Herrschaft in Radolfzell


Opfer rechter Gewalt

Todesopfer rechter Gewalt 1990-2010



Inhaltsverzeichnis

Chronologie

Historische Aufarbeitung der NS-Zeit, Erinnerungspolitik und Gedenken in Radolfzell seit dem Jahr 2005.

2018

  • 18.07.2018 „Gedenkstätte an der ehemaligen SS-Kaserne / KZ-Außenkommando Radolfzell“? Nein, geschützter Tagungsort für die AfD-Konstanz und Alice Weidel, mit Hausrecht und Ordnern mit Armbinden; ermöglicht von einem ahnungslos sich gebenden RIZ-Geschäftsführer, Bernhard Bihler.

Rund 100 Menschen demonstrierten mit einer Mahnwache gegen eine „interne Tagung“ der AfD Konstanz, Gastrednerin Alice Weidel, in der ehemaligen SS-Kaserne. Den Aufruf des SPD-Kreisverbands zur Protestveranstaltung unterstützten die SPD Radolfzell, FGL Radolfzell, Die Linke, Die Partei, das Bürgerbündnis Radolfzell für Demokratie (BRD), die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft sowie die Initiative Stolpersteine für Radolfzell. Die Mitglieder der „Alternative für Deutschland“ übten das ihnen vom Veranstalter des RIZ an diesem Tag zugesprochene „Hausrecht“ aus und verwiesen mit Armbindenträgern („Ordnung“) und tatkräftiger Unterstützung der Polizei die Demonstranten vom Gelände des RIZ-Grundstücks. Die Demo war nur an der Gedenkstele gestattet; nicht auf dem Gelände des RIZ, wie Radolfzells Polizeirevierleiter Willi Streit gerne bestätigte. Zu der Buchung der AfD im RIZ hatte sich der dafür verantwortliche Bernhard Bihler im Vorfeld nur zögerlich geäußert, er könne keine privaten Buchungen kommentieren und wisse nichts über den Inhalt der Veranstaltung.

Kurz nach 18.00 Uhr fuhr dann ein silberner Mercedes am Haupteingang des RIZ vor und Alice Weidel konnte ungestört am AfD-„Patenschaftstreffen“ teilnehmen.

Vgl.: Bericht im Seemoz, 19. Juli 2018.

Vgl.: Anna-Maria Schneider: Rund 100 Menschen demonstrieren gegen eine Tagung der AfD im Radolfzeller RIZ, Südkurier, 19. Juli 2018.

  • 15.06.2018 Karlheinz Hug: Vorschläge zum NS-Kriegerdenkmal in Radolfzell. Offener Brief an Oberbürgermeister Martin Staab, den Radolfzeller Gemeinderat, die Abteilung Stadtgeschichte, den Arbeitskreis Erinnerungskultur und an die Presse. Auf: Weblog von Karlheinz Hug, Hilzingen, 15. Juni 2018.
  • 27.05.2018 Karlheinz Hug: Fragen zum NS-Kriegerdenkmal in Radolfzell. Offener Brief an den Radolfzeller Kulturausschuss und an den Arbeitskreis Erinnerungskultur. Auf: Weblog von Karlheinz Hug, Hilzingen, 27. Mai 2018.
  • 15.05.2018 Der Kulturausschuss des Gemeinderats berät über die verbliebenen vier Vorschläge bzw. Prüfanträge zur „Umgestaltung des Luisenplatzes“ (vgl. 17. Oktober 2017):

1. Erläuterungstafel zu Großherzogin Luise von Baden; 2. Schaffung eines „Aufenthaltsortes“ mit zusätzlichen Sitzbänken; 3. Begrünung /Bewuchs des „Kriegerdenkmals“; 4. Versetzung des „Kriegerdenkmals“ an den Rand des Areals.

Verworfen werden die Erläuterungstafel und die Anbringung von Sitzbänken. Der neuerliche Vorschlag, die Namenstafeln auf den Waldfriedhof zu verlegen (Nina Breimaier) bzw. der Vorschlag von Norbert Lumbe, den Abriss des „Kriegerdenkmals“ und eine künstlerische Ausschreibung prüfen zu lassen, werden abgelehnt bzw. finden nicht die erforderliche Mehrheit. Eine dauerhafte „Verhüllung“ der Krieger-Skulptur, wie anlässlich des letzten „Friedensfests“, wird es wohl ebenfalls nicht geben. Breimaiers Anregung, die Volkstrauertage in Zukunft an einem anderen Ort in der Stadt zu begehen, werde man, so OB Staab, allerdings „mitnehmen“.

Beschluss als Empfehlung für den Gemeinderat: „Folgende Vorschläge zur Umgestaltung des Luisenplatzes werden von der Abteilung Stadtgeschichte in die Planung 2019 aufgenommen:

Das Gefallenendenkmal und die Namenstafeln auf dem Luisenplatz werden begrünt.

Das Gefallenendenkmal wird an einen anderen Standort auf dem Luisenplatz versetzt.“

Vgl.: Vorlage, Wortprotokoll und Beschluss der Kulturausschuss-Sitzung vom 15. Mai 2018.

Sprachregelung: Das sogenannte „Kriegerdenkmal“ sei, so Angelique Tracik, Fachbereichsleiterin Kultur, gar kein Kriegerdenkmal sondern ein „Gefallenendenkmal“ und auch als solches zu bezeichnen:

„Die aktuelle Literatur zu dem Thema, hier vor allem die Aufsätze von Martina Blaschka/Landesamt für Denkmalpflege, benutzen den Begriff „Gefallenendenkmal“, um Denkmale wie auf dem Lusienplatz zu definieren. Ein „Gefallenendenkmal“ erinnert in erster Linie an die Gefallenen und Vermissten eines Krieges, z.B. aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg. Das Gedenken gilt den Getöteten. Das trifft für den Luisenplatz in Radolfzell zu. Neben den beiden in den Kampf ziehenden Soldaten finden sich die Tafeln zu den Gefallenen und Vermissten.“

Vgl.: Isabelle Arndt: Zwischen Verhüllen und Verstecken. Radolfzell berät über Umgestaltung des Kriegerdenkmals, Südkurier, 18. Mai 2018.

  • 08.05.2018 Erneutes, extrem kurzfristiges Verbot einer seit Monaten angemeldeten Kundgebung zur „NS-Vergangenheit in Radolfzell“ auf dem Luisenplatz. Die Verbotsbegründung der Stadt Radolfzell: der Präventionsrat der Stadt und das Bürgerbündnis Radolfzell für Demokratie (BRD) würden dort ein Friedensfest veranstalten, das aber, wie FGL-Gemeinderätin Nina Breimaier zugab, später angemeldet worden war. Der Verbotsbescheid kam wieder einmal so kurzfristig, dass ein Eilverfahren für vorläufigen Rechtsschutz nicht mehr möglich war. Soviel zum Demokratiebegriff des Radolfzeller Bürgerbündnisses und der Radolfzeller Versammlungsbehörde. Der 8. Mai ist ein Feiertag anlässlich des Kriegsendes und der Befreiung vom Nationalsozialismus.
  • 21.04.2018 Die Stadt Radolfzell verbietet eine antifaschistische Versammlung am Luisenplatz und streicht den angemeldeten Demonstrationsweg dahin ohne weitere Begründung auf ein Minimum zusammen. Das Verbot wird in einem Eilverfahren zusammen mit zahlreichen anderen Auflagen als „offensichtlich rechtswidrig“ gekippt. Die Demonstation vom Bahnhof zum Luisenplatz konnte somit in vollem Umfang stattfinden. Die Radolfzeller Öffentlichkeit konnte über die Radolfzeller NS-Geschichte, die als „Opfer“ geehrten Radolfzell SS-Soldaten und die Aktivitäten der örtlichen Neonazis informiert werden.
  • 12.03.2018 Nachfolgerin der bisherigen Leiterin der Abteilung Stadtgeschichte, Katharina Maier, und neue Leiterin des Stadtarchivs sowie des Stadtmuseums Radolfzell wird die promovierte Historikerin und Medienwissenschaftlerin Dr. Angelika Merk.
  • 14.02.2018 Karlheinz Hug: Überlegungen zum NS-Kriegerdenkmal in Radolfzell. Offener Brief an die Mitglieder des Radolfzeller Kulturausschusses und des Arbeitskreises Erinnerungskultur. Auf: Weblog von Karlheinz Hug, Hilzingen, 14. Februar 2018.
  • 09.01.2018 Nach der Auflösung der Initiative "Stolpersteine in Radolfzell" im November 2017 kam es zur Neugründung einer Initiative "Stolpersteine- Radolfzell"

2017

  • 26.11.2017 Die Initiative „Stolpersteine in Radolfzell“ wurde aufgelöst. In Radolfzell sorgte sie in den Jahren 2012-2017 für die Verlegung von insgesamt 23 Stolpersteinen und organisierte mehrere Gedenk- und Informationsveranstaltungen zum Thema. Mit folgendem Anschreiben wurden im Februar 2018 Angehörige von NS-Opfern, Stolperstein-PatInnen und sonstige Interessierte und UnterstützerInnen über die Hintergründe informiert und auch darüber, wie es weiter geht. Anschreiben
  • 17.11.2017 Radolfzell verbietet die angemeldete Kundgebung “Welcome to Radolfzell“, bei der zur NS-Vergangenheit von Radolfzell aufgeklärt und gegen die Aktivitäten der Nazipartei „Der III. Weg“ auf die Straße gegangen werden sollte. Als Verbotsanlass reichten der Stadt einige Plakate auf dem Sockel des Kriegerdenkmals, die dort von unbekannten Personen angebracht worden waren. Sie konstruierte daraus eine Gefährdung der Sicherheit und Ordnung, die somit auch von der Kundgebung ausgehen sollte. Dieses Argument ist nicht schlüssig und stellt die Rechtstreue der Stadt Radolfzell in Frage. Die Kundgebung musste daraufhin abgesagt werden.
  • 17.10.2017 Der Kulturausschuss des Radolfzeller Gemeinderats beschließt mehrheitlich, die Abteilung Stadtgeschichte damit zu beauftragen, unter den im „Arbeitskreis Erinnerungskultur“ zuvor gemachten 10 Vorschlägen zur „Umgestaltung des Luisenplatzes“ hinsichtlich „Umsetzbarkeit, Finanzierung und Sicherheit“ die folgenden vier, fett markierten, prüfen zu lassen:
    • Glasverhüllung (einfarbig, farbig, beleuchtet. Das Denkmal wird durch eine Galskonstruktion verhüllt, welche z.B. farbig gestaltet sein kann.
    • Grünbewuchs (Wilder Wein, Efeu, weiße Rosen). Das Denkmal wird von Pflanzen zugewachsen.
    • Farbe (Anstrich, bunt). Das Denkmal wird farbig umgestaltet.
    • Farbiges Gummigranulat (bunt und plastisch). Das Denkmal wird farbig und in seiner Form verändert.
    • Texttafel Luise von Baden. Eine Erläuterungstafel zur Großherzogin soll den Namen des Platzes erläutern.
    • Versetzung der Namenstafeln. Die Tafeln mit den Namen der Gefallenen soll auf den Waldfriedhof versetzt werden.
    • Schieflegung der Soldatenfiguren. Die Soldaten werden in ihrer Achse verschoben und sollen damit „schief“ dastehen, was ihnen die Bedrohlichkeit nehmen soll.
    • Versenkung der Figuren. Die Figuren sollten entweder ganz oder zum Teil im Boden verschwinden, was ihnen die Höhe und damit Bedrohlichkeit nehmen soll.
    • Schaffung eines „Aufenthaltsortes: Es soll ein Ort mit hoher Aufenthaltsqualität mit Spielgeräten und Bänken geschaffen werden. Der Luisenplatz soll dadurch mehr belebt werden.“
    • Erklärungen in leichter Sprache. Die Erläuterungstafeln werden in leicht verständlicher Weise durch sogenannte „leichte Sprache“ ergänzt (Tafeln, Bildschirme, etc.) .
    • Zusätzlich zu diesen Vorschlägen soll auch eine Versetzung der Soldatenskulptur an einen anderen Standort auf dem Luisenplatz geprüft werden.

„Der Gestaltungsvorschlag der Sprengung und Zerstörung des Denkmales wurde im Arbeitskreis Erinnerung ebenfalls diskutiert. Dieser Vorschlag wird hier nicht zur Auswahl gestellt, da es nicht den Leitlinien zur Erinnerungskultur entspricht, das Denkmal zu zerstören.“

Allgemeine Begründung:

„Operatives Ziel“:

„Eine zusätzliche Gestaltung des Luisenplatzes soll den Leitlinien zur Erinnerungskultur in Radolfzell entsprechen.

Die Zielsetzung ist eine weitere Sichtbarmachung der Geschichte des Luisenplatzes und Erläuterung des Soldatendenkmals.“

„Durch eine weitere erläuternde Gestaltung des Luisenplatzes, soll dem Platz (…) auch seine politische Brisanz für das rechts- oder linksextreme Spektrum genommen werden.“

Weiteres Vorgehen:

„Nach Prüfung der Umsetzbarkeit der ausgewählten Gestaltungsvarianten werden diese im Kulturausschuss im Mai 2018 vorgestellt. Anschließend soll ein Künstlerwettbewerb zur Umsetzung der ausgewählten Vorschläge stattfinden.“

Quelle: Beschlussvorlage, GR-Infosystem Radolfzell; Abstimmungsergebnis.

Kommentar: Abermals wurde weder die Entfernung des äußerst missverständlichen, 2011 angebrachten Banners - „Radolfzell gedenkt der Opfer der Gewaltherrschaft und der Toten aller Kriege“ - noch die dringend erforderliche Neuausrichtung des Volkstrauertags an einem anderen Ort in der Stadt erwogen bzw. beschlossen. Markus Wolter

2016

  • 11.10.2016 Der Kulturauschuss des Radolfzeller Gemeinderats beschließt einstimmig, auf eine „weitere künstlerische Maßnahme“ am Luisenplatz zu verzichten, keinen Gestaltungswettbewerb auszuschreiben, und an der bisherigen „Gestaltung des Volkstrauertages“ am Kriegerdenkmal mit Kranzniederlegungen an den Namenstafeln der „Opfer“ festzuhalten. Der Beschlusstext im Wortlaut: „Beibehaltung der jetzigen Gestaltung am Luisenplatz mit den informativen Tafeln ohne weitere künstlerische Maßnahmen. Beibehaltung der regelmäßigen Aktionen zur Betonung des Friedensgedankens am Luisenplatz, z.B. Fahnenaktion, Begehung des Weltfriedenstages, aktuelle Gestaltung des Volkstrauertages, etc.“ (vgl. Niederschrift der KA-Sitzung vom 11.10.2016).
  • 02.10.2016 Im Rahmen der diesjährigen „Kulturnacht“ wurden auf dem Luisenplatz 38 u.a. von Radolfzeller SchülerInnen gestaltete „Friedensfahnen“ rund um das „Kriegerdenkmal“ aufgestellt, die bis zum 13. November 2016 (Volkstrauertag) installiert bleiben sollten, um, so die Konzeption der städtischen Gedenkpolitik, dem historisch belasteten, aus der NS-Zeit stammenden Gedenk-Ensemble eine neue Bedeutung zu geben und den Luisenplatz in Zukunft zu einem „Platz des Friedens“ umzugestalten. Bereits in der Nacht vom 3. auf den 4.10.2016 wurden sämtliche Fahnen von bislang unbekannten Tätern entfernt bzw. gestohlen. Am Tatort fanden sich Flugblätter und Aufkleber der rechtsextremistischen Partei "Der III. Weg". Die Stadtverwaltung Radolfzell erstattete Strafanzeige gegen unbekannt. Im Juni 2016 hatte eine Demonstration von Mitgliedern der Neonazipartei durch die Innenstadt von Radolfzell für Aufsehen und die verspätete Information über die Anmeldung Unmut im Gemeinderat gesorgt; bereits am 8. Mai 2015 und auch 2016 war es am Kriegerdenkmal zu revisionistischen, volksverhetzenden „Heldengedenk“-Aktionen“ gekommen. In der Vergangenheit fanden sich im Stadtgebiet auch immer wieder Flugblätter in Briefkästen und fremdenfeindliche, rassistische Aufkleber auf Laternenmasten. Erst im August 2016 waren der Stolperstein für Alice Fleischel und die Gurs-Gedenktafel am Seetorplatz mit solchen Aufklebern überklebt und geschändet worden, was seinerzeit von einer Privatperson zur Anzeige gebracht wurde.
  • 04.10.2016 Um diesen Aktionen in Zukunft auch präventiv entgegenzutreten, verabschiedete der Radolfzeller Gemeinderat in seiner Sitzung vom 4. Oktober 2016 eine Resolution „gegen jede Form von Gewalt, Diskriminierung, Rassismus, Antisemitismus, politischen Extremismus, Faschismus und Antiziganismus“(die Erklärung im Wortlaut).

Vgl. Lisa Jahns: "Nach Diebstahl von Friedensfahnen: Stadt erstattet Anzeige gegen rechtsextreme Partei", Südkurier, 6.10.2016.

2015

  • 9. November 2015 Die Initiative „Stolpersteine in Radolfzell“ beteiligt sich auch in diesem Jahr an der bundesweiten Mahnwache zur Reichspogromnacht 1938. Mit einer öffentlichen Reinigung der bislang verlegten 16 Stolpersteine wird der Opfer des nationalsozialistischen Regimes gedacht. In Ansprachen am Gurs-Mahnmal erinnert die von der Stolperstein-Initiative organisierte Gedenkveranstaltung an die jüdischen Opfer in der Region. Am Morgen des 10. November 1938 gingen von der ehemaligen Radolfzeller SS-Kaserne die Zerstörungen der Synagogen in Konstanz, den Landgemeinden der Höri und im Hegau sowie die Misshandlungen zahlreicher jüdischer Einwohner aus.
    Bericht: Südkurier, 4.11.2015.
    Kurzfilm von Günter Köhler: "Wider das Vergessen" (Dauer 2:42min).
  • 20. September 2015 Die Konstanzer Stolperstein-Initiative hat eine Exkursion zur Gedenkstätte Grafeneck organisiert. 10 Personen aus Radolfzell nehmen teil, darunter auch Angehörige von Radolfzeller „Euthanasie“-Opfern.
  • 11. September 2015 Verlegung von 8 weiteren Stolpersteinen. Berichte: [1] , [2] , [3]
  • 8. September 2015 Historiker Thomas Stöckle, Leiter der Gedenkstätte Grafeneck, spricht am 8.9.2015 in Radolfzell über das Thema „Grafeneck 1940 – Geschichte und Erinnerung“. Bericht vom Südkurier und von der Stolperstein-Initiative.
  • 23. Juni 2015 Bei einer Sitzung des Kulturausschusses werden die vom „Arbeitskreis Erinnerungskultur“ in seiner Sitzung vom 26. Mai überarbeiteten „Leitlinien“ vorgestellt und beschlossen. Vgl.: "Leitlinien Erinnerung und Gedenken in Radolfzell. Lt. Beschlussvorlage gehören dem „Arbeitskreis Erinnerungskultur“ nun drei bürgerschaftliche Mitglieder an: FHG-Rektorin Ulrike Heller-Paulus, Elisabeth Burkart, Alfred Heim (bereits zurückgetreten); auf Vorschlag von Norbert Lumbe sollte auch Herbert Esser dem Gremium angehören; dieser hatte sich 2013 in einem Interview kritisch zu den Stolpersteinen für Lotte und Josef Bleicher geäußert und von der Stolpersteininitiative einen „korrekten“ und „sensiblen Umgang mit Geschichte“ eingefordert. Hintergrund: Stolpersteine für Josef und Lotte Bleicher
  • In einem weiteren Beschlussvorschlag „zur Kenntnisnahme“ wird der Kulturausschuss über die Namen und Verlegestellen der Stolpersteine informiert, deren Verlegung für den 11. September geplant ist.
  • Mai 2015 Nach einem Hinweis und einer Pressemitteilung der Initiative „Stolpersteine in Radolfzell“ stellt die Stadtverwaltung Strafanzeige wegen Volksverhetzung (§ 130 StGB) gegen regionale Mitglieder und Unterstützer einer rechtsextremen Partei, die am 8. Mai 2015 am Kriegerdenkmal eine „Gedenkfeier“ für die „Opfer unseres Volkes“ abhielten und die Aktion anschließend auf ihrer Website und verschiedenen facebook-Seiten in Wort und Bild dokumentierten.
  • 20. April 2015 Erstmals trifft sich der neue, um Mitglieder aus der Bürgerschaft erweiterte Arbeitskreis „Erinnerung“ zu einer nichtöffentlichen Arbeitssitzung.
    Tagesordnungspunkte:
    1. Weiterentwicklung Konzept „Erinnerung“ und nächste Schritte.
    2. Texttafeln zum Straßenschild der Lettow-Vorbeck-Str. oder Umbenennung? Der Entwurf der Konstanzer Historikerin Heike Kempe.
  • 24. März 2015 Im Rahmen einer Sitzung des Kulturausschusses wird von Seiten des Dezernats II (Fachbereich Kultur) ein „Konzeptentwurf Erinnerung und Gedenken“ vorgestellt, der Vorschläge für Leitlinien der künftigen „Erinnerungskultur“ der Stadt Radolfzell enthält. Zuvor wird in einem „Rückblick“ die bisherige Arbeit und die verschiedenen Ansätze in Sachen Gedenkkultur der Stadt und privater Initiativen zusammenfassend vorgetragen: Kommentierungstafeln am Kriegerdenkmal, Gedenkstätte an der ehemaligen SS-Kaserne, Informationstafel am ehemaligen SS-Schießstand, Stolpersteine, zeitgeschichtliche Dokumentation im Stadtmuseum. Erst im Laufe des Jahres sollen nun in und mit dem „AK Erinnerung“ beschlussfähige Leitlinien der offiziellen Erinnerungs- und Gedenkkultur entwickelt werden. Dem „AK Erinnerung“ werden neben den bisherigen fünf Vertreter/innen der Stadtverwaltung drei zusätzliche Personen angehören: zwei Vertreter/innen der Initiative „Stolpersteine in Radolfzell“ und mit der Rektorin des Friedrich-Hecker-Gymnasiums, Frau Heller-Paulus, eine Vertreterin der Radolfzeller Schulen. Vgl. hierzu: Torsten Lucht: Radolfzell entwickelt Leitlinien der Erinnerungkultur, Südkurier, 17. März 2015.

2014

  • 9. November 2014 Anlässlich der Reichspogromnacht von 1938 findet von 17:30 bis 18 Uhr eine Mahnwache vor der ehemaligen SS-Kaserne statt. Anschließend werden die im Juni des Jahres verlegten Stolpersteine geputzt. Diese Veranstaltung steht unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Martin Staab. → Berichte im Südkurier, 10.11.2014 und Singener Wochenblatt, 12.11.2014
  • August 2014 Der ehemalige SS-Schießstand und die ehemalige SS-Kaserne Radolfzell werden von der Landeszentrale für politische Bildung, Stuttgart, in die Liste der "Gedenkstätten in Baden-Württemberg" aufgenommen.
  • 01.08.2014 Anlässlich einer Gedenkstunde am 100. Jahrestag des Beginns des Ersten Weltkriegs werden am Luisenplatz fünf kommentierende Glas-Texttafeln zur Entstehungsgeschichte des Kriegerdenkmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Texte wurden von den Mitgliedern des städtischen Arbeitskreises „Erinnerungskultur“ verfasst (Achim Fenner, Norbert Lumbe, Christof Stadler und Markus Wolter), die gestalterische Umsetzung erfolgte durch den Radolfzeller Künstler Markus Daum. Die Kosten für die fünf Tafeln betragen etwa 11.500 Euro.
  • 01.07.2014 Nachfolgerin des bisherigen Leiters der Abteilung Stadtgeschichte, Achim Fenner, und neue Leiterin des Stadtarchivs sowie des Stadtmuseums Radolfzell wird die 30-jährige studierte Archäologin und Historikerin Katharina Maier, M.A. Zuvor war sie Archiv- und Museumsleiterin in Marktoberdorf, Allgäu.
  • 28.06.2014 Gunter Demnig verlegt die ersten 8 Stolpersteine für Opfer des Nationalsozialismus in Radolfzell. Um 18 Uhr hält Gunter Demnig sodann in der Tegginger Schule einen Vortrag zu seinem Kunstprojekt.
  • 10.05.2014 Gedenkfeier für die Opfer von Krieg und Faschismus auf dem KZ-Friedhof Birnau. Es gibt u.a einen Redebeitrag der Initiative „Stolpersteine in Radolfzell“.
  • 13.02.2014 Der Radolfzeller Kulturausschuss berät über den Genehmigungsantrag der Initiative „Stolpersteine in Radolfzell“. Er wird einstimmig angenommen. Der Initiative wird ausführlich Gelegenheit gegeben, das Gedenkkonzept vorzustellen und die Methoden der Recherche von Stolpersteinbiografien darzulegen. → Bericht im Südkurier vom 15.2.2014

2013

  • 05.06.2013: Die Abteilungsleiterin „Gedenkstättenarbeit“ der "Landeszentrale für politische Bildung BW", Stuttgart, Frau Sibylle Thelen, traf sich zu einem Ortstermin in Radolfzell (ehemaliger Schießstand, Kaserne, Stadtmuseum) mit Kulturbürgermeisterin Monika Laule, Frau Lucia Bruttel vom Kulturamt und Museumsleiter Achim Fenner. Radolfzell soll noch im Laufe des Jahres offiziell als "Gedenkstättenort" anerkannt werden. Dadurch, dass die Planungen und der Informationsfluss nicht transparent und im Vorfeld rechtzeitig kommuniziert wurden, konnte von der „Projektgruppe Radolfzeller Gedenkstätten“, die die Verbindung zwischen Stadt und LpB initiiert hatte und die für die Gestaltung der Schießstand- und Kasernen-Tafeln in Text und Bild wesentlich mitverantwortlich zeichnet, leider niemand teilnehmen.
  • 19.03.2013: Der Radolfzeller Gemeinderat kann sich trotz entsprechendem Gutachten nicht für eine Umbenennung der Lettow-Vorbeck-Str. entscheiden. Die Sitzung dreht sich u.a. um Fragen der Bequemlichkeit der Anwohner und wer die (geringen) Kosten zu tragen habe. Einzelne Gemeinderäte empfinden ihre mutige Entscheidung zur fortgesetzten Ehrung eines Antidemokraten offenbar als Ausdruck von Demokratie. (Vgl. Gutachten, Protokoll und Vorlage zur Sitzung, Berichte im Südkurier [1] [2] [3] [4] sowie Interview mit der Gutachterin Heike Kempe im Seemoz 24.4.2013)
  • Januar bis März 2013: Fortsetzung und Abschluss der vom Staatlichen Hochbauamt verfügten Sanierungsarbeiten am ehemaligen SS-Schießstand, Voraussetzungsklausel des 2012 beschlossenen Rückkaufs durch die Stadt Radolfzell.
  • Februar 2013: Die Fachbereichsleiter der Stadtverwaltung legen den Termin der Errichtung und Einweihung der Kasernen-Gedenkstätte auf den 8. September 2013, zugleich der diesjährige "Tag des offenen Denkmals", der unter dem Motto stehen wird „Jenseits des Guten und Schönen: Unbequeme Denkmale?“

2012

  • Dezember 2012: Im Rahmen der übernahmevertraglich festgeschriebenen „Altlastensanierung“ durch die bisherige Eigentümerin (BfIA) begann die Entfernung und „Entsorgung“ der schwermetallhaltigen Kugelfangsande (ca. 600 Tonnen) am Schießstand. Für die Zufahrt mit LKW und Bagger wurde ein Wall der Langbahnen in Höhe der Informationstafel auf mehreren Metern geöffnet und einzelne Bäume auf dem Terrain gefällt. Ohne nachvollziehbare Begründung wurden außerdem die Schalenbretter des Langbahnkugelfangs restlos entfernt. Nach Aushebung der Sande kam es zu keiner Neuverfüllung, u.a. mit dem Ergebnis, dass das Bodenniveau vor den Kugelfangmauern, der Gedenktafel und dem - nun unerreichbar „in der Luft“ hängenden - Gedenkbuch um etwa 2 m tiefer liegt als zuvor. Der ausgehobene Sand wurde auf dem Wendeplatz vor den Kurzbahnen zwischengelagert und mit einer Plane abgedeckt. (Stand 25.12.2012)
  • 16.11.2012: Am ehemaligen SS-Schießstand wurde die neue Informationstafel durch Oberbürgermeister Dr. Jörg Schmidt der Öffentlichkeit übergeben. Unter den geladenen Gästen waren u.a. Anna-Katrin Oesterle-Stephan und Miryam Stephan, Tochter und Enkelin des am 15. November 1943 aus dem Radolfzeller KZ-Außenkommando geflüchteten Häftlings Leonhard Oesterle. Jiří Sedláček, der Sohn des mit Oesterle zusammen geflüchteten Freundes und Mithäftlings Oldrich Sedláček, verfasste eine sehr persönliche Rede mit Erinnerungen an seinen Vater, die zu diesem Anlass verlesen wurde. → vgl. Südkurier, 17.11.2012
  • 16.10.2012: In öffentlicher Sitzung des Gemeinderats stimmen die Stadträte für die von Achim Fenner und Markus Wolter erarbeiteten Textentwürfe für die Informationsstelen an der ehemaligen SS-Kaserne. Außerdem votieren sie für die Umsetzung der von der „Projektgruppe Radolfzeller Gedenkstätten“ konzipierten Informationstafel - Markus Wolter (Text), Alfred und Evelyn Heim (Gestaltung, Layout) - am ehemaligen SS-Schießstand. Die Gedenkstätte an der Kaserne soll im Frühjahr 2013 eingerichtet werden. Die Realisierung einer kommentierenden Umgestaltung des Kriegerdenkmals am Luisenplatz wird hingegen auf das Jahr 2014 verschoben. → vgl. Südkurier, 18.10.2012
  • 20.03. und 28.02.2012: Sitzungen und Beschluss des Gemeinderats über den Kauf des Schießplatz-Areals. Was im Herbst 2011 bereits beschlossene Sache zu sein schien, ist nun doch wieder Gegenstand von Bedenken und Verhandlungen. Der Gemeinderat konnte und wollte in seiner Sitzung vom 28. Februar 2012 den zur Frage und Annahme stehende Kaufvertragsentwurf über die Schießanlage zunächst nicht beschließen. Stattdessen wurden Bedenken wegen der Altlasten-Sanierung und möglicher Folgekosten laut und die Entscheidung wurde auf den 20.03.2012 vertagt. Ergebnis der Sitzung vom 20.3.2012: Unter der Voraussetzung von „Kaufvertragskorrekturen“, d.h. einer von der bisherigen Eigentümerin, BfIA, ausdrücklich getragenen Bodensanierung und nach Untersuchung des Terrains durch den „Kampfmittelbeseitigungsdienst“, habe der Verwaltungs- und Finanzausschuss mehrheitlich beschlossen, das Gelände zum bekannten Preis von 57.000 EUR zu kaufen. Dass aber „weder die Verwaltung noch der Gemeinderat wüssten, was sie mit dem Gelände anfangen sollen“ (Zit. OB J. Schmidt), gibt zu denken. Der Oberbürgermeister, der sich gegen den Kauf aussprach, sehe die Stadt überdies „nur eingeschränkt in einer historischen Verantwortung, Rechtsnachfolger der NS-Zeit bleibe die Bundesrepublik. Sein Votum gegen den Kauf des Geländes begründete er mit dem Hinweis auf die nicht geklärte Nutzung.“ → vgl. Südkurier, 01.03.2012, Südkurier, 21.03.2012 und Südkurier, 22.03.2012
  • 23.02.2012: Der Stadt Radolfzell liegt nun das Kaufvertragsangebot der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben für das Gelände der SS-Schießanlage vor. Der Kaufpreis für das 69.216 m² große Areal beträgt 57 000 Euro. Der Kaufvertragsentwurf sieht auch vor, dass die Entsorgung der vor allem mit Blei kontaminierten Sande der Kugelfänge durch die Bundesanstalt übernommen wird. Der Kaufvertragsentwurf wird am Dienstag, 28. Februar, in der um 16.30 Uhr beginnenden Sitzung des Verwaltungs- und Finanzausschusses nochmals diskutiert. Das letzte Wort in der Sache hat danach das Plenum des Gemeinderats. → vgl. Südkurier, 23.02.2012

2011

  • 11.10.2011: Der Radolfzeller Gemeinderat hat sich in seiner Sitzung vom 11.10.2011 für die Realisierung des Entwurfs des Pforzheimer Künstlers René Dantes (geb. 1962) zur Gestaltung einer „Erinnerungsstätte“ im Eingangsbereich der Kaserne (Errichtung voraussichtlich 2012) mehrheitlich entschieden. Die Kosten (EUR 10.000 für vier Informations-Stelen und EUR 30.000 für eine Edelstahl-Skulptur) sollen von der Stadt getragen werden. → vgl. Südkurier, 18.10.2011
  • 27.09.2011: Der Verwaltungs- und Finanzausschuss des Radolfzeller Gemeinderats hat in seiner Sitzung am 27. September 2011 den Kauf des bislang in Bundeseigentum befindlichen, 69212 qm großen Geländes des ehemaligen SS-Schießplatzes zu einem Preis von 57.000 Euro beschlossen. Das von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben gemachte Angebot sieht vor, das Gelände „altlastenfrei“ und also nach Entfernung der bleiverseuchten Sande an die Stadt zu verkaufen. Wie allerdings der geschichtlich kontaminierte Ort als bleibende Erinnerungs- und Mahnstätte erhalten werden soll und kann, wird noch zu entscheiden sein. → vgl. Südkurier, 29.09.2011
  • 27.05.2011 Sebastian Hausendorf von der Universität Konstanz präsentiert einen Werkstattbericht seines Forschungsprojekts „Radolfzell im Dritten Reich 1933 – 1935“ im Stadtmuseum Radolfzell. Schwerpunkt der Untersuchung liegt auf der nationalsozialistischen Gleichschaltung in Politik und Verwaltung zu Beginn der 1930er Jahre. Eingeladen hat der Förderverein Museum und Stadtgeschichte Radolfzell.
  • 08.04.2011: Das Weltkloster lädt ein zu einem „Versöhnungsweg“ zwischen der SS-Kaserne und dem SS-Schießstand, zum Gedenken an die ehemaligen Häftlinge des Dachauer Außenkommandos Radolfzell (1941-1945) und aller in jener Zeit in Radolfzell Verfolgten. Die Namen von 121 KZ Häftlingen werden verlesen. Am Pistolenschießstand der SS-Schießanlage werden 121 mit den Häftlingsnamen beschriftete Steine in einem Zementrahmen verankert. → vgl. Südkurier 2 3 4

2010

  • 15.12.2010: Dem früheren NSDAP-Kreisleiter, Gauinspektor und Bürgermeister von Radolfzell, Eugen Speer, wird die Ehrenbürgerschaft aberkannt. Speer galt als korrupt und als brutaler Machtmensch. Im Juli 1932 eröffnete er die Wahlkampfkundgebung von Hitler vor 35.000 ZuhörerInnen im Mettnau-Stadion. Sein Amt als Bürgermeister übte er von Februar 1934 bis Juni 1935 aus. Nicht zuletzt seiner Initiative hat Radolfzell es zu verdanken, dass sie Standort für eine SS-Kaserne wurde. → vgl. Südkurier 8.10.2010
  • 14.11.2010: Der Festakt zum Volkstrauertag in Radolfzell wird entsprechend dem Konzeptvorschlag der Arbeitsgruppe vor dem von der Waffen-SS geweihten Kriegerdenkmal am Luisenplatz durchgeführt. OB Schmidt beschreibt in seiner Rede die Auseinandersetzung des letzten Jahres um die Art und Weise des offiziellen Gedenkens. → vgl. Südkurier 15.11.10
  • 28.10.2010: Das neue Konzept zur Begehung des Volkstrauertages am 14.11.2010 wird von der damit befassten Arbeitsgruppe im Gemeinderat vorgestellt und diskutiert. Das Ergebnis: der Gedenkort bleibt der alte, die Inschrift soll nun lauten: „Ra­dolf­zell ge­denkt der Opfer der Ge­walt­herr­schaft und der Toten aller Krie­ge“ → vgl. Südkurier 29.10.2010 und eine Kritik
  • 13.10.2010: Begehung der SS-Schießanlage zusammen mit einem Vertreter der für das Gelände zuständigen Bundesanstalt für Immobilienaufgaben. Die Bundesanstalt legt der Stadt Radolfzell nahe, das Gelände zu kaufen. Eine Sanierung wurde mit 70.000 Euro veranschlagt.
  • 28.09.2010: Im Stadtmuseum Radolfzell wird in einem Raum die Dauerausstellung „Radolfzell gestern“ eröffnet, in der u.a. die SS-Kaserne, der SS-Schießstand, der Besuch von Hitler im Mettnaustadion, etc. zur Sprache kommen. Die Ausstellung wird durch 4 Vortragsveranstaltung mit Stadtarchivar Achim Fenner Ende September begleitet.
  • 10.06.2010: Das Schweigen durchbrechen. Die schwierige Aufarbeitung der NS-Geschichte in Radolfzell. Vortrag der Ausserparlamentarischen Opposition von Radolfzell und Filmvorführung „Leichen im Keller“ von Günter Köhler an der Universität Konstanz. Eingeladen hat der Antifaschistische Freundeskreis von Konstanz zusammen mit der Alternative Hochschulgruppe Konstanz
  • 16.4.2010: Filmvorführung von "Leichen im Keller" von Günter Köhler und anschliessende Podiumsdiskussion im ehem. Milchwerk → Bericht
  • 18.04.2010: Zweistündiges Radiofeature zu Radolfzell in der NS-Zeit im Offenen Politkanal, Radio Lora, Zürich. Wiederholung der Ausstrahlung am darauf folgenden Donnerstag.

2009

  • 15.11.2009: Kranzniederlegung - „Zum Gedenken an die Menschen im KZ-Außenlager Radolfzell“ und Rede des Radolfzeller Gymnasiasten Cem Güler anlässlich des offiziellen Volkstrauertags auf dem Luisenplatz
  • 08.06.2008: Demo gegen die Veranstaltung des NPD Kreisverbands Konstanz mit dem Holocaustleugner Bernhard Schaub. Die Veranstaltung wurde abgesagt. → Bericht und → Rede

2008

  • 16.04.2008: Vortrag des Stadtarchivars Achim Fenner auf Einladung des „Bündnis für Toleranz“, im Juze Radolfzell → Bericht

2005

  • 11.09.2005: Zum "Tag des offenen Denkmals" erstellt das Stadtarchiv Radolfzell (A. Fenner) einen Faltprospekt mit „Daten zur ehemaligen Radolfzeller Kaserne“, einem Übersichtsplan und Fotografien der SS-Kaserne nach der Fertigstellung. Ferner wird darin die Beschreibung des Baukomplexes durch das Landesdenkmalamt Baden-Württemberg, Außenstelle Freiburg, Dr. Petra Wichmann, aus dem Jahr 1997 wiedergegeben.

Termine

Kundgebung "NS-Vergangenheit in Radolfzell"

Kundgebung für mehr Toleranz und gegen örtliche Nazistrukturen am 8. Mai 2018 um 14 Uhr auf dem Luisenplatz

Die Stadt Radolfzell hat die Kundgebung am Luisenplatz allerdings untersagt, was von den Anmeldern derzeit rechtlich überprüft wird.

Auch die Luisenplatz-Kundgebung am 21. April war von der Stadt Radolfzell verboten worden. Das Verbot hatte das Freiburger Verwaltungsgericht jedoch in einem Eilverfahren als „offensichtlich rechtswidrig“ kassiert.

Quelle: http://oatkn.blogsport.de/


Ein weiteres Mal kam es zu einem extrem kurzfristigen Verbot einer seit Monaten angemeldeten Kundgebung zur „NS-Vergangenheit in Radolfzell“ auf dem Luisenplatz.

Die Verbotsbegründung der Stadt Radolfzell: der Präventionsrat der Stadt und das Bürgerbündnis Radolfzell für Demokratie (BRD) würden dort ein Friedensfest veranstalten, das aber, wie FGL-Gemeinderätin Nina Breimaier zugab, später angemeldet worden war.

Der Verbotsbescheid kam wieder einmal so kurzfristig, dass ein Eilverfahren für vorläufigen Rechtsschutz nicht mehr möglich war. Soviel zum Demokratiebegriff des Radolfzeller Bürgerbündnisses und der Radolfzeller Versammlungsbehörde.

Der 8. Mai ist ein Feiertag anlässlich des Kriegsendes und der Befreiung vom Nationalsozialismus.

2018/05/07 12:41 · sw · 0 Kommentare

Bündnis Bodensee Nazifrei - Demo am Kriegerdenkmal Radolfzell, 21. April 2018

„Radolfzell gedenkt der Opfer der Gewaltherrschaft“ - an Namenstafeln mit den SS-Tätern.

Vor dem Hintergrund der am „Volkstrauertag“ 2017 von der Stadt Radolfzell kurzerhand verbotenen, angemeldeten Kundgebung, die über die NS-Vergangenheit von Radolfzell sowie das Radolfzeller Kriegerdenkmal und örtliche Neonazi-Strukturen aufklären sollte, ist für den 21. April 2018 eine antifaschistische Demonstration vom Bahnhof zum Luisenplatz geplant. Organisation: Bündnis Bodensee Nazifrei.

Vgl.: Artikel in: seemoz, 13. April 2018.

Datum: Samstag, 21. April 2018

Zeit und Treffpunkt: Bahnhof Radolfzell, 14.00 Uhr

2018/04/16 10:26 · Markus Wolter · 0 Kommentare

Sag Schibbolet! Von sichtbaren und unsichtbaren Grenzen

Eine Ausstellung des Jüdischen Museums Hohenems in Zusammenarbeit mit dem Jüdischen Museum München vom 18. März 2018 bis 17. Februar 2019 in Hohenems.

Ausgehend von der biblischen Erzählung von der Flucht der Efraimiten vor den siegreichen Gileaditern und ihrem tödlichen Scheitern an den Ufern des Jordans, lädt das Jüdische Museum Hohenems internationale Künstler dazu ein, Grenzen in aller Welt kritisch zu betrachten – nur einen Steinwurf vom alten Rhein entfernt, an dem sich ab 1938 Flüchtlingsdramen abspielten, deren Gegenwart wir heute an den Rand unseres Bewusstseins drängen.

http://www.jm-hohenems.at/ausstellungen/aktuelle-ausstellung

2018/03/08 19:35 · sw · 0 Kommentare

Fluchtwege - An der Grenze. Flucht in die Schweiz 1938–1945

Das Jüdische Museum Hohenems bietet im März öffentliche Führungen zu Fluchtwegen im Grenzgebiet zwischen Österreich und der Schweiz und zeigt den Film über den schweizer Fluchthelfer Paul Grüninger.

Sa, 24. Mrz 2018, 09:30-12:00 Uhr Fluchtwege - An der Grenze. Flucht in die Schweiz 1938–1945 Aktionstage Politische Bildung - Angebote für Schulklassen Ort: Jüdisches Museum Hohenems

Sa, 24. Mrz 2018, 13:00-15:00 Uhr Fluchtwege - An der Grenze. Flucht in die Schweiz 1938–1945 Aktionstage Politische Bildung - Angebote für Schulklassen Ort: Jüdisches Museum Hohenems

Sa, 24. Mrz 2018, 17:30-19:30 Uhr „Die Akte Grüninger“ Filmvorführung mit einer Einführung von Hanno Loewy, im Rahmen der Aktionstage Politische Bildung - Angebot für Schulklassen Ort: Bibliothek und Seminarraum Jüdisches Museum Hohenems

Quelle: http://www.jm-hohenems.at

2018/03/08 19:30 · sw · 0 Kommentare

Thälmann-Stolpersteine am 20.2.2018 in Singen/Htwl.

Am 20.2.2018 werden für Ernst, Rosa und Irma Thälmann in Singen/Htwl. zum ersten Mal 3 Stolpersteine verlegt. Der genaue Ort und die Uhrzeit werden noch bekanntgegeben. Irma und Rosa waren bei guten Freunden in Singen/Htlw. untergekommen und im August 1944 verhaftet und ins KZ Ravensbrück eingeliefert worden.

Das wird der Text der Stolpersteine sein:

ERNST THÄLMANN
JG. 1886
VORSITZENDER KPD
REICHSTAGSMITGLIED
GESTAPOHAFT AB 3.3.1933
ERMORDET 14.8.1944
KZ BUCHENWALD

HIER WOHNTE
ROSA THÄLMANN
JG. 1890
IM WIDERSTAND/KPD
VERHAFTET 1944
RAVENSBRÜCK
BEFREIT

HIER WOHNTE
IRMA VESTER
GEB.THÄLMANN
JG. 1919
VERHAFTET 1944
RAVENSBRÜCK
BEFREIT

2017/12/10 13:14 · sw · 0 Kommentare
 
chronologie.txt · Zuletzt geändert: 2018/07/20 14:19 von mw
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