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Spuren der NS-Herrschaft in Radolfzell


Opfer rechter Gewalt

Todesopfer rechter Gewalt 1990-2010



Unterschiede

Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen gezeigt.

chronologie [2018/09/02 22:43]
sw neue Website "NS-Kriegsdenkmal in Radolfzell und anderswo"
chronologie [2018/12/05 09:19] (aktuell)
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-  * **01.9.2018** Die neue Website [[http://karlheinz-hug.de/kriegsdenkmal-radolfzell|NS-Kriegsdenkmal in Radolfzell und anderswo]] geht online. Bewusst wurde von Karlheinz Hug als Startdatum der 79. Jahrestag des Überfalls auf Polen gewählt, an dem sich auch Radolfzeller SS-Truppen beteiligten. +  * **27.11.2018** "Landserweg" - Umbenennung in  "Fritz-Klose-Weg" 
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 +In seiner Sitzung vom 27. November 2018 beschließt der Radolfzeller Gemeinderat die Umbenennung des "Landserwegs" in "Fritz-Klose-Weg". Nach einer im Sommer 2018 an den Ältestenrat übermittelten [[http://radolfzell-ns-geschichte.von-unten.org/ss-kaserne#politik_der_strassenbenennungen|Initiativanfrage]] hatte dieser eine entsprechende Empfehlung ausgesprochen. In der Initiativanfrage war von Markus Wolter die Umbennung in "Fritz-Klose-Weg" vorgeschlagen worden, in Würdigung des - neben Jacob Dörr zweiten, namentlich bekannten KZ-Häftlings, der im Dachauer KZ-Außenkommando Radolfzell zu Tode kam: [[http://radolfzell-ns-geschichte.von-unten.org/ss-kaserne#aussenkommando_des_kz_dachau|Fritz Klose (1904-1943)]].  
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 +Von dieser Straßenumbenennung unmittelbar betroffen ist die Bundespolizei, als einzige Anwohneradresse, im bisherigen Landserweg 11.      
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 +Beschlussvorlage:{{:blog:umbennennung-landserweg-fritz_klose.pdf|abgerufen auf: Ratsinformationssystem, Sitzungskalender (PDF)}}    
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 +  * **06.11.2018** Entscheidung in Sachen Umgestaltung des Luisenplatzes/Kriegerdenkmals bzw. künftiger Umgang mit dem Platz an  Volkstrauertagen  
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 +In seiner Sitzung vom 6. November 2018 entscheidet der Kulturausschuss des Radolfzeller Gemeinderats über die verbliebenen Vorschläge zur Luisenplatz-Gestaltung ("Begrünung" und/oder Versetzung des Kriegerdenkmals); im Vorfeld waren sie Prüfaufträgen unterzogen worden.  
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 +Beschlossen wird: 
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 +1. "Pflanzung von weißen Strauchrosen (Sorte 'Sophie Scholl') um das "Gefallenendenkmal" (6 x Ja, 4 x Nein, 1 x Enthaltung). 
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 +2. "Das Gefallenendenkmal wird - nicht - an einen anderen Standort versetzt" (11 x Ja). 
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 +3. "Die Verlegung des Volkstrauertages an einen anderen Standort soll - nicht- stattfinden" (8 x Ja, 3 x Nein. 
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 +Vgl.: Natalie Reiser: [[https://www.suedkurier.de/region/kreis-konstanz/radolfzell/Weisse-Rosen-erinnern-an-Widerstandsgruppe-gegen-die-Nazis;art372455,9951360|Weiße Rosen erinnern an Widerstandsgruppe gegen die Nazis]], Südkurier, 7. November 2018.     
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 +  * **01.09.2018** Die neue Website [[http://karlheinz-hug.de/kriegsdenkmal-radolfzell|NS-Kriegsdenkmal in Radolfzell und anderswo]] geht online. Bewusst wurde von Karlheinz Hug als Startdatum der 79. Jahrestag des Überfalls auf Polen gewählt, an dem sich auch Radolfzeller SS-Truppen beteiligten.
  * **02.08.2018** Das Verbot der Luisenplatzkundgebung am 17.11.2017 durch die Stadt Radolfzell war rechtswidrig. Der Klage von AntifaschistInnen dagegen wurde diese Woche vom Verwaltungsgericht Freiburg stattgegeben. Bei der Kundgebung sollte zur NS-Vergangenheit von Radolfzell aufgeklärt und gegen die Aktivitäten der Nazipartei "Der III. Weg" auf die Straße gegangen werden, was die Stadtverwaltung verhindern wollte. Vgl.:   * **02.08.2018** Das Verbot der Luisenplatzkundgebung am 17.11.2017 durch die Stadt Radolfzell war rechtswidrig. Der Klage von AntifaschistInnen dagegen wurde diese Woche vom Verwaltungsgericht Freiburg stattgegeben. Bei der Kundgebung sollte zur NS-Vergangenheit von Radolfzell aufgeklärt und gegen die Aktivitäten der Nazipartei "Der III. Weg" auf die Straße gegangen werden, was die Stadtverwaltung verhindern wollte. Vgl.:
    * [[http://linksrhein.blogsport.de/2018/08/04/radolfzeller-verbot-einer-kundgebung-gegen-oertliche-nazistrukturen-war-rechtswidrig/|Radolfzeller Verbot einer Kundgebung gegen örtliche Nazistrukturen war rechtswidrig]] LinksRhein, 4.8.2018     * [[http://linksrhein.blogsport.de/2018/08/04/radolfzeller-verbot-einer-kundgebung-gegen-oertliche-nazistrukturen-war-rechtswidrig/|Radolfzeller Verbot einer Kundgebung gegen örtliche Nazistrukturen war rechtswidrig]] LinksRhein, 4.8.2018
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  * **11.10.2016** Der Kulturauschuss des Radolfzeller Gemeinderats beschließt einstimmig, auf eine "weitere künstlerische Maßnahme" am Luisenplatz zu verzichten, keinen Gestaltungswettbewerb auszuschreiben, und an der bisherigen "Gestaltung des Volkstrauertages" am Kriegerdenkmal mit Kranzniederlegungen an den Namenstafeln der "Opfer" festzuhalten. Der Beschlusstext im Wortlaut: "Beibehaltung der jetzigen Gestaltung am Luisenplatz mit den informativen Tafeln ohne weitere künstlerische Maßnahmen. Beibehaltung der regelmäßigen Aktionen zur Betonung des Friedensgedankens am Luisenplatz, z.B. Fahnenaktion, Begehung des Weltfriedenstages, aktuelle Gestaltung des Volkstrauertages, etc." (vgl. [[http://www.radolfzell.de/eu/Buerger-Stadt/Kommunalpolitik/Buergerinfo-Gemeinderat/Sitzungskalender/page15800.htm|Niederschrift der KA-Sitzung vom 11.10.2016]]).     * **11.10.2016** Der Kulturauschuss des Radolfzeller Gemeinderats beschließt einstimmig, auf eine "weitere künstlerische Maßnahme" am Luisenplatz zu verzichten, keinen Gestaltungswettbewerb auszuschreiben, und an der bisherigen "Gestaltung des Volkstrauertages" am Kriegerdenkmal mit Kranzniederlegungen an den Namenstafeln der "Opfer" festzuhalten. Der Beschlusstext im Wortlaut: "Beibehaltung der jetzigen Gestaltung am Luisenplatz mit den informativen Tafeln ohne weitere künstlerische Maßnahmen. Beibehaltung der regelmäßigen Aktionen zur Betonung des Friedensgedankens am Luisenplatz, z.B. Fahnenaktion, Begehung des Weltfriedenstages, aktuelle Gestaltung des Volkstrauertages, etc." (vgl. [[http://www.radolfzell.de/eu/Buerger-Stadt/Kommunalpolitik/Buergerinfo-Gemeinderat/Sitzungskalender/page15800.htm|Niederschrift der KA-Sitzung vom 11.10.2016]]).  
  * **02.10.2016** Im Rahmen der diesjährigen "Kulturnacht" wurden auf dem Luisenplatz 38 u.a. von Radolfzeller SchülerInnen gestaltete "Friedensfahnen" rund um das "Kriegerdenkmal" aufgestellt, die bis zum 13. November 2016 (Volkstrauertag) installiert bleiben sollten, um, so die Konzeption der städtischen Gedenkpolitik, dem historisch belasteten, aus der NS-Zeit stammenden Gedenk-Ensemble eine neue Bedeutung zu geben und den Luisenplatz in Zukunft zu einem "Platz des Friedens" umzugestalten. Bereits in der Nacht vom 3. auf den 4.10.2016 wurden sämtliche Fahnen von bislang unbekannten Tätern entfernt bzw. gestohlen. Am Tatort fanden sich Flugblätter und Aufkleber der rechtsextremistischen Partei [[https://de.wikipedia.org/wiki/Der_III._Weg|"Der III. Weg"]]. Die Stadtverwaltung Radolfzell erstattete Strafanzeige gegen unbekannt. Im Juni 2016 hatte eine Demonstration von Mitgliedern der Neonazipartei durch die Innenstadt von Radolfzell für Aufsehen und die verspätete Information über die Anmeldung Unmut im Gemeinderat gesorgt; bereits am 8. Mai 2015 und auch 2016 war es am Kriegerdenkmal zu revisionistischen, volksverhetzenden "Heldengedenk"-Aktionen" gekommen. In der Vergangenheit fanden sich im Stadtgebiet auch immer wieder Flugblätter in Briefkästen und fremdenfeindliche, rassistische Aufkleber auf Laternenmasten. Erst im August 2016 waren der Stolperstein für Alice Fleischel und die Gurs-Gedenktafel am Seetorplatz mit solchen Aufklebern überklebt und geschändet worden, was seinerzeit von einer Privatperson zur Anzeige gebracht wurde.       * **02.10.2016** Im Rahmen der diesjährigen "Kulturnacht" wurden auf dem Luisenplatz 38 u.a. von Radolfzeller SchülerInnen gestaltete "Friedensfahnen" rund um das "Kriegerdenkmal" aufgestellt, die bis zum 13. November 2016 (Volkstrauertag) installiert bleiben sollten, um, so die Konzeption der städtischen Gedenkpolitik, dem historisch belasteten, aus der NS-Zeit stammenden Gedenk-Ensemble eine neue Bedeutung zu geben und den Luisenplatz in Zukunft zu einem "Platz des Friedens" umzugestalten. Bereits in der Nacht vom 3. auf den 4.10.2016 wurden sämtliche Fahnen von bislang unbekannten Tätern entfernt bzw. gestohlen. Am Tatort fanden sich Flugblätter und Aufkleber der rechtsextremistischen Partei [[https://de.wikipedia.org/wiki/Der_III._Weg|"Der III. Weg"]]. Die Stadtverwaltung Radolfzell erstattete Strafanzeige gegen unbekannt. Im Juni 2016 hatte eine Demonstration von Mitgliedern der Neonazipartei durch die Innenstadt von Radolfzell für Aufsehen und die verspätete Information über die Anmeldung Unmut im Gemeinderat gesorgt; bereits am 8. Mai 2015 und auch 2016 war es am Kriegerdenkmal zu revisionistischen, volksverhetzenden "Heldengedenk"-Aktionen" gekommen. In der Vergangenheit fanden sich im Stadtgebiet auch immer wieder Flugblätter in Briefkästen und fremdenfeindliche, rassistische Aufkleber auf Laternenmasten. Erst im August 2016 waren der Stolperstein für Alice Fleischel und die Gurs-Gedenktafel am Seetorplatz mit solchen Aufklebern überklebt und geschändet worden, was seinerzeit von einer Privatperson zur Anzeige gebracht wurde.    
-  * **04.10.2016** Um diesen Aktionen in Zukunft auch präventiv entgegenzutreten, verabschiedete der Radolfzeller Gemeinderat in seiner Sitzung vom 4. Oktober 2016 eine Resolution "gegen jede Form von Gewalt, Diskriminierung, Rassismus, Antisemitismus, politischen Extremismus, Faschismus und Antiziganismus"([[http://www.radolfzell.de/docs/index.aspx?id=15368&n_d_from_y=2001&n_d_from_m=1&n_d_to_y=2016&n_d_to_m=10&newsrefid=15314&newsid=235078|die Erklärung im Wortlaut]]).+  * **04.10.2016** Um diesen Aktionen in Zukunft auch präventiv entgegenzutreten, verabschiedete der Radolfzeller Gemeinderat in seiner Sitzung vom 4. Oktober 2016 eine Resolution "gegen jede Form von Gewalt, Diskriminierung, Rassismus, Antisemitismus, politischen Extremismus, Faschismus und Antiziganismus"([[http://www.radolfzell.de/docs/index.aspx?id=15368&n_d_from_y=2001&n_d_from_m=1&n_d_to_y=2016&n_d_to_m=10&newsrefid=15314&newsid=235078|die Erklärung im Wortlaut]]). Anmerkung: Derzeit nicht abrufbar.
Vgl. [[http://www.suedkurier.de/region/kreis-konstanz/radolfzell/Nach-Diebstahl-von-Friedensfahnen-Stadt-erstattet-Anzeige-gegen-rechtsextreme-Partei;art372455,8936126|Lisa Jahns: "Nach Diebstahl von Friedensfahnen: Stadt erstattet Anzeige gegen rechtsextreme Partei"]], Südkurier, 6.10.2016. Vgl. [[http://www.suedkurier.de/region/kreis-konstanz/radolfzell/Nach-Diebstahl-von-Friedensfahnen-Stadt-erstattet-Anzeige-gegen-rechtsextreme-Partei;art372455,8936126|Lisa Jahns: "Nach Diebstahl von Friedensfahnen: Stadt erstattet Anzeige gegen rechtsextreme Partei"]], Südkurier, 6.10.2016.

Termine

Beschlussvorlage - Zur Umbenennung des "Landserwegs" in "Fritz-Klose-Weg"

Der „Landserweg“ im Dezember 2018, links die alte Mauereinfassung des Kasernenareals, rechts die Wohnblöcke der ehemaligen SS-Siedlung. Fotografie: Markus Wolter

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In seiner Sitzung am 27. November 2018 wird der Radolfzeller Gemeinderat über eine Straßenumbenennnung entscheiden. Der durch den einschlägigen NS-Kontext in die Kritik geratene „Landserweg“ - zwischen ehemaliger SS-Kaserne und SS-Wohnsiedlung - soll nach einer im Sommer 2018 an den Ältestenrat übermittelten Initiativanfrage umbenannt werden. Nach ensprechender Empfehlung des Ältestenrats folgte eine nochmalige, quellengestützte Überprüfung der Sachlage und Stellungnahme durch die Abteilung Stadtgeschichte. In der Initiativanfrage war von Markus Wolter die Umbennung des „Landserwegs“ in „Fritz-Klose-Weg“ vorgeschlagen worden, benannt nach dem neben Jacob Dörr zweiten nachweislichen Todesfall eines KZ-Häftlings im Außenkommando Radolfzell. Alternativ schlägt die Abteilung Stadtgeschichte die historisch überlieferte Flurbezeichnung „Am Entennest“ (sic) vor.

Beschlussvorlage:abgerufen auf: Ratsinformationssystem, Sitzungskalender (PDF)

2018/11/23 20:57 · Markus Wolter · 0 Kommentare

Bunte Demo statt braunes Denkmal

Antifaschistische Kundgebung zum Vokstrauertag in Radolfzell am Sonntag, 18.11.18 um 11:30 Uhr.

Der Text des Flyers

Wenn Kriegstoten gedacht werden soll, muss erklärt werden warum sie gestorben sind. So gibt es Täter die morden und Menschen die jenen zum Opfer fallen. Im postnazistischen Deutschland wird diese Erklärung ausgelassen. Das führt dazu, dass Opfern und Tätern im selben Atemzug gedacht wird. Das Kriegerdenkmal in Radolfzell treibt diese absurde Form des Gedenkens auf die Spitze. Unterschiedslos stehen auf den Gedenkplatten die Namen der Ermordeten in mitten ihrer Häscher. So finden sich zahlreiche SS-Offiziere und Wehrmachtssoldaten inmitten derer, der jährlich zum Volkstrauertag gedacht wird. Das Kriegerdenkmal wurde 1938 im Auftrag der SS errichtet. Das macht den Ort zu einer Pilgerstätte für Neonazis aus der Region. Wiederholt nutzte die faschistische Partei Der Dritte Weg diesen Ort um Kränze nieder zu legen und Kriegsverbrechern zu huldigen. Antifaschistische Proteste gegen solche PR-Aktionen versuchte die Stadt schon zweimal zu verhindern – ohne Erfolg: Die Demoverbote wurden vor Gericht als illegal eingestuft und kosteten die Stadt über 10.000 Euro.

Aus diesen Gründen sagen wir nein zu unterschiedsloser Trauer, zu Nazidenkmälern und zu faschistischen Umtrieben. Deswegen wollen wir den Opfern faschistischer Gewalt auf angemessene Weise gedenken.

Treffpunkt: Gedenkstein der deportierten Jüdinnen und Juden an der Seetorstraße vor dem Bahnhof Radolfzell. Danach wird es am Kriegerdenkmal auf dem Luisenplatz eine Kundgebung gegen das Denkmal geben.

Quelle: https://de-de.facebook.com/events/491576801250024/

2018/11/17 15:05 · sw · 0 Kommentare

Volkstrauertag 2018 in Radolfzell

„Die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Radolfzell am Bodensee sind herzlich eingeladen, an der Gedenkfeier anlässlich des Volkstrauertages am 18. November 2018 um 11.15 Uhr an den Gedenktafeln auf dem Luisenplatz teilzunehmen. An diesem Tag gedenken wir der Opfer der Gewaltherrschaft und der Toten aller Kriege.“

Programm:

Sinfonia aus Kantate Nr. 157 (J.S. Bach) - Stadtkapelle Radolfzell

Gedenkrede - Christof Stadler, Stadtrat

Menuett aus Berenice (G. F. Händel) - Stadtkapelle Radolfzell

Kranzniederlegungen

Lied „Ich hatt‘ einen Kameraden“ - Dietmar Baumgartner, Trompete“

Quelle: www.radolfzell.de

In Konsequenz des Gemeinderatsbeschlusses vom 6. November 2018: auch in diesem Jahr sind der Luisenplatz, das Kriegerdenkmal und die „Gedenktafeln“ der - falsche - Ort für die Begehung des Volkstrauertags, zum Gedenken an die „Opfer der [NS-]Gewaltherrschaft und der Toten aller Kriege“.

„Ich hatt' einen Kameraden“ - zum Beispiel: SS-Brigadeführer und Generalmajor der Waffen-SS Joachim Rumohr

"Die gefallenenen Söhne der Stadt"

"Opfer der Gewaltherrschaft"?

2018/11/16 08:43 · Markus Wolter · 0 Kommentare

80 Jahre Reichspogromnacht 1938 - Gedenkveranstaltungen in Radolfzell

gailingen_synagogen-zerstorung_1938-2.jpg

Die am 10. November 1938 u. a. von Angehörigen des III.SS „Germania“ aus Radolfzell zerstörte Synagoge von Gailingen

Aus der Ankündigung auf der Homepage der Stadt Radolfzell:

„Am 9. November 2018 jährt sich die Reichspogromnacht zum 80. Mal. In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurden jüdische Geschäfte zerstört, fast in jeder Stadt wurden die Synagogen in Brand gesetzt und deutsche Juden auf offener Straße angegriffen.

(…)

Gemeinsam mit der „Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Radolfzell“ (ACK) und der Stolperstein Initiative Radolfzell wurde ein Themenabend erarbeitet, der nicht nur einen Rückblick auf die NS-Zeit in Radolfzell wirft, sondern auch mit Blick auf die Gegenwart und Zukunft für gemeinsames Miteinander und ein offenes Radolfzell.“

Die Veranstaltungen im Überblick:

17.30 Uhr, Foyer RIZ

Andacht zum Friedensweg 2018 der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen Radolfzell

18 Uhr, am Mahnmal beim RIZ

Gedenken an die Pogrome und Begrüßung durch Oberbürgermeister Martin Staab Die Stolperstein Initiative Radolfzell wird zusammengefasst die Pogrome benennen, die von der ehemaligen SS-Kaserne Radolfzell ausgingen und damit auf die Ziele der Initiative STOLPERSTEINE-RADOLFZELL hinweisen: Erinnerung an Opfer des NS-Terrors wachhalten und an die nächste Generation weitergeben. Verantwortung tragen im Umgang mit rassistischen und nationalistischen Aktivitäten in Radolfzell, insbesondere in der ehemaligen SS-Kaserne.

18.30 Uhr, Gedenkstein Alice Fleischel am Seetorplatz

Stolperstein-Reinigung Die Initiative STOLPERSTEINE-RADOLFZELL will die Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus – VORORT erhalten und an die nächste Generation weitergeben. Zusätzlich wendet sie sich gegen rassistische und nationalistische Aktivitäten in Radolfzell. http://www.stolpersteine-radolfzell.de

Der um 19.30 Uhr in der Stadtbibliothek angekündigte Vortrag „Im westlichen Bodenseeraum: Opfer, Täter, Zuschauer.“ muss leider ausfallen. Ein neuer Termin wird rechtzeitig bekannt gegeben.

2018/11/06 22:04 · Markus Wolter · 0 Kommentare

22. Oktober 1940

Im Gedenken, gegen das Vergessen

alice_fleischel-stolperstein.jpg

Am 22. Oktober jährt sich zum 78. Mal die Massendeportation von 6551 badischen und saarpfälzischen Juden in das südfranzösische Internierungslager Gurs im Jahr 1940. Die nach den verantwortlichen Gauleitern Robert Wagner (Baden) und Josef Bürckel (Saarpfalz) bezeichnete „Aktion“ war die Fortsetzung der systematischen Erfassung, Isolation, Entrechtung und staatlichen Beraubung der deutschen Juden seit 1933 und zugleich der Vorlauf zu ihrer Ermordung in den deutschen Vernichtungslagern im besetzten Polen und im Baltikum nach 1941. Das Bestreben des glühenden Antisemiten Wagner und dessen Amtskollegen Bürckel war es gewesen, zwei Jahre nach der Reichspogromnacht von 1938 die „Judenfrage“ - als eine der ersten im Deutschen Reich – „territorial“ zu lösen. Bei der Umsetzung der Deportationspläne im Landkreis Konstanz waren lokale Ordnungspolizei, Konstanzer Gestapo und vor allem das in der Radolfzeller Kaserne stationierte SS- Totenkopf-Infanterie-Ersatz-Bataillon im Einsatz, das die Juden von Wangen, Gailingen und Randegg zusammentrieb und in LKWs an die Bahnhöfe fuhr. Von den aus Baden in sieben Zügen der Reichsbahn deportierten 5592 Juden überlebten nur 750, 2000 wurden 1942 in die Konzentrationslager Majdanek und Auschwitz verschleppt und ermordet. Der Gau Baden sei „judenrein“, vermeldeten die NS-Täter im Herbst 1940 befriedigt; die Deportationen seien „reibungslos und ohne Zwischenfälle“ verlaufen und „von der Bevölkerung kaum wahrgenommen“ worden.

2018/10/22 08:54 · Markus Wolter · 0 Kommentare
 
chronologie.1535921038.txt.gz · Zuletzt geändert: 2018/09/02 22:43 von sw
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