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Karte von Radolfzell

Spuren der NS-Herrschaft in Radolfzell


Opfer rechter Gewalt

Todesopfer rechter Gewalt 1990-2010



Kunstprojekt Stolpersteine

Das Kunstprojekt von Gunter Demnig erinnert in mehreren Ländern Europas, aber vorwiegend in Deutschland, an die Opfer der NS-Zeit. Bis Ende 2017 wurden über 60.000 Gedenksteine in rund 1100 deutschen Städten und Orten in 20 Ländern verlegt.

An wen erinnern die Stolpersteine?

Der Fokus der Opfergruppen, an die im Rahmen dieses Projekts gedacht wird, ist relativ breit: er umfasst die „verfolgten, ermordeten Opfer des Nationalsozialismus: Jüdische Bürger, Sinti und Roma, politisch Verfolgte, religiös Verfolgte, Zeugen Jehovas, Homosexuelle und Euthanasieopfer; ‒ letztlich alle Menschen, die unter diesem Regime leiden mussten.“1)

Auch für Verfolgte, die den Nationalsozialismus überlebten, wurden Stolpersteine verlegt. Ausschlaggebend für den Ort der Verlegung ist stets der letzte frei gewählte Wohnort.

Stolperstein-Initiativen

Üblicherweise bilden sich an den Orten, in denen Verlegungen stattfinden, sog. Stolpersteininitiativen, die sich um die Recherche der Hintergrundinformationen, die Öffentlichkeitsarbeit und das Rahmenprogramm kümmern.

Beispiel für eine Stolpersteinverlegung in Berlin im Jahr 20082)

Einzelpersonen oder Gruppen können durch eine „Stein-Patenschaft“ die Finanzierung einer Steinverlegung in Höhe von 120€ übernehmen.

Stolpersteine am Bodensee

Am Bodensee fanden bislang in den Städten Konstanz, Singen, Stockach, Bohlingen, Überlingen, Friedrichshafen, Pfullendorf, Ravensburg, Lindau und Lindenberg Stolpersteinverlegungen statt (vgl. Verlegeorte).

In den Nachbarstädten von Radolfzell, Konstanz, Singen und Stockach, arbeiten seit Jahren aktive Stolpersteininitiativen. In Konstanz wurden bis Ende 2011 über 100 Stolpersteine verlegt. Seit dem Jahr 2007 erinnern 10 Stolpersteine in Stockach an die dortigen Opfer. Eine kirchliche Gruppe aus Böhringen hat letztes Jahr in Bohlingen einen Stolperstein verlegt. In Überlingen erinnern seit dem Jahr 2013 fünf Stolpersteine an Familie Levi. In Friedrichshafen erinnert ebenfalls seit 2013 ein Stolperstein an Elsa Hammer, die 1943 nach Auschwitz deportiert worden war.

Stolperstein-Initiativen in der Bodenseeregion

Stolpersteine in Radolfzell

In Radolfzell gründete sich 2012 eine Stolperstein-Initiative. Der Impuls ging von der seit 2010 bestehenden Initiative für Offenes Gedenken in Radolfzell aus, deren Mitglieder das Stolpersteinprojekt in Radolfzell maßgeblich förderten und unterstützen und die auch zu den Gründungsmitgliedern der Stolperstein-Initiative zählten.

Stolpersteine in Radolfzell

Nach deren Auflösung im November 2017 wurde am 9. Januar 2018 die Initiative "Stolpersteine-Radolfzell" gegründet.

Literatur

Hesse, Hans: Stolpersteine. Idee. Künstler. Geschichte. Wirkung. Essen, Klartext Verlag 2017, ISBN 978-3-8375-1547-3.

Quellen

Termine

Der Reichspogrom 1938 am westlichen Bodensee - Vortrag von Prof. Dr. Jürgen Klöckler in Radolfzell

Der 9. November 1938 im westlichen Bodenseeraum: Opfer – Täter – Zuschauer“

Vortrag in Zusammenarbeit mit der Stadtbibliothek Radolfzell und des Arbeitskreises „Erinnerung“

„Kaum ein anderes Datum der deutschen Geschichte ist so aufgeladen wie der 9. November 1938. Aus der Perspektive von Opfern und Tätern, aber auch der zahlreichen Zuschauer, sollen die Ereignisse in Radolfzell, auf der Höri sowie im westlichen Bodenseeraum rekonstruiert und in das allgemeine Verfolgungsgeschehen im Deutschen Reich eingebettet werden. Die entscheidende Rolle bei der Zerstörung der Synagogen in Wangen, Gailingen und Randegg kam der in Radolfzell stationierten SS zu. Mit Ekrasit sprengte sie unter der Verantwortung von SS-Obersturmbannführer Heinrich Koeppen auch die Konstanzer Synagoge.“ (www.radolfzell.de)

Referent: Prof. Dr. Jürgen Klöckler, Stadtarchiv/Universität Konstanz

Ort: Stadtbibliothek Radolfzell

Zeit: Freitag, 8. November 2019, 19.30 Uhr

2019/11/07 12:56 · Markus Wolter · 0 Kommentare

Verlegung des Stolpersteins für Karl Teufel

Zum Ersatz des vor rund einem Jahr im Zuge von Straßenbauarbeiten fahrlässig beseitigten und verloren gegangenen Stolpersteins für Karl Teufel wird am 28. Oktober 2019, 16.30 Uhr, in der Konstanzer Str. 30/1 ein von Gunter Demnig neu gefertigtes Exemplar verlegt.

2019/10/28 12:33 · Markus Wolter · 0 Kommentare

Zum mahnenden Gedenken an die Deportation der badischen und saarpfälzischen Juden nach Gurs im Jahr 1940

Verzeichnis der am 22. Oktober 1940 aus Baden in das Internierunglager Gurs deportierten Juden, Badische Landesbibliothek Karlsruhe.

Aus Baden deportierte Frauen vor ihren Baracken. Camp de Gurs, 1940

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Gedenkstättenort Radolfzell:

Gedenkstätte ehemalige SS-Kaserne Radolfzell, Informationstafel u.a. zur Rolle der Radolfzeller SS bei der „Wagner-Bürckel-Aktion“ 1940

Gurs-Mahnmal (Projekt Neckarzimmern) / Stolperstein Alice Fleischel, Seetorplatz

2019/10/21 23:02 · Markus Wolter · 0 Kommentare

In memoriam Oldřich Sedláček (1919–1949) und Leonhard Oesterle (1916–2009)

Dachauer Schreibstubenkarte. Arolsen Archives, Digitales Archiv.

Anlässlich des 100. Geburtstages von Oldřich Sedláček am 15. September 2019 lädt die Initiative Stolpersteine Radolfzell zu einer Gedenk- und Informationsveranstaltung ein:

„Geführte Radtour zu Stationen der KZ-Häftlinge in Radolfzell“

In Erinnerung an Oldrich Sedlacek und Leonhard Oesterle (1916-2009), denen am 15. November 1943 die Flucht aus dem Dachauer KZ-Außenkommando Radolfzell über den Bodensee in die Schweiz gelang.

Zeit: Sonntag, 15.09.2019 – 15 bis 17 Uhr

Treffpunkt: Gurs-Gedenkstein, Seetorplatz, Radolfzell


Von Jiří Sedláček, dem Sohn von Oldrich Sedláček, erreichte uns die folgende Grußbotschaft aus Kladno, Tschechische Republik:

Dears, I am sending you my heartiest greetings, to Markus Wolter, to his friends and to everybody who will take part in this commemoration for Leonhard Oesterle and my father, Oldřich Sedláček. I feel sorrow not to come and meet you in person, but my health is not allowing me to travel so long way. I will be with you in my mind, My best regards,

Jiří Sedláček

2019/09/02 08:44 · Markus Wolter · 2 Kommentare

Täter-Helfer-Trittbrettfahrer: Prof. Dr. Eugen Fischer (1874-1967)

Eugen Fischer: Der völkische Staat, biologisch gesehen. Berlin 1933. Fotografie: Wikipedia

Vortrag:

Dr. Wolfgang Proske (Hrsg.) / Markus Wolter:

Prof. Dr. Eugen Fischer (1874–1967). Die Freiburger Schule des Rassenwahns

Zeit und Ort:

Dienstag, 28. Mai, 20 Uhr, HS 1009 (Uni Freiburg KGI)

Veranstaltet vom Referat gegen Antisemitismus, Studierendenrat der Universität Freiburg, in Kooperation mit der Fachschaft Geschichte und der Fachschaft Medizin.

https://www.stura.uni-freiburg.de/gremien/referate/gegenantisemitismus

http://www.ns-belastete.de/band_9.html

2019/05/15 16:43 · Markus Wolter · 0 Kommentare
 
kunstprojekt_stolpersteine.txt · Zuletzt geändert: 2018/04/17 20:53 von mw
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