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Spuren der NS-Herrschaft in Radolfzell


Opfer rechter Gewalt

Todesopfer rechter Gewalt 1990-2010



Unterschiede

Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen gezeigt.

ns-ehrenmal [2017/08/20 21:41]
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ns-ehrenmal [2018/06/16 09:21] (aktuell)
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-====== NS-Ehrenmal ======+====== NS-"Ehrenmal" - "Kriegerdenkmal"======
-Auf dem Luisenplatz  (1933-1945: Horst-Wessel-Platz) befindet sich das in der NS-Zeit entstandene "Ehrenmal für die Gefallenen des Weltkriegs"[(Beschriftung einer Bildkarte des Ehrenmals, datiert 13.9.1938)]; die ursprüngliche Sockelinschrift des ganz im Sinne nationalsozialistischer Ästhetik geschaffenen Denkmals lautete bis 1958: "Die Stadt Radolfzell ihren im Weltkriege 1914-1918 gefallenen Helden".   +Auf dem Luisenplatz  (1933-1945: Horst-Wessel-Platz) befindet sich das in der NS-Zeit entstandene "Ehrenmal für die Gefallenen des Weltkriegs"[(Beschriftung einer Bildkarte des "Ehrenmals", datiert 13.9.1938)]; die ursprüngliche Sockelinschrift des ganz im Sinne nationalsozialistischer Ästhetik geschaffenen Denkmals lautete bis 1958: "Die Stadt Radolfzell ihren im Weltkriege 1914-1918 gefallenen Helden".  
An diesem Ort fanden - nach der Errichtung und "Weihe" durch die Nationalsozialisten im Jahr 1938 - jährliche Heldengedenkfeiern statt. An diesem Ort fanden - nach der Errichtung und "Weihe" durch die Nationalsozialisten im Jahr 1938 - jährliche Heldengedenkfeiern statt.
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Im Jahr 2009 gelang es Radolfzeller Jugendlichen mit einer [[#Interventionen|Kranzniederlegung]] an diesem Ort erstmalig während eines Volkstrauertages den Bezug zum [[ss-kaserne|KZ-Außenlager Radolfzell]] herzustellen, was eine erhebliche Dynamik in die Debatte brachte. Im Jahr 2009 gelang es Radolfzeller Jugendlichen mit einer [[#Interventionen|Kranzniederlegung]] an diesem Ort erstmalig während eines Volkstrauertages den Bezug zum [[ss-kaserne|KZ-Außenlager Radolfzell]] herzustellen, was eine erhebliche Dynamik in die Debatte brachte.
-Am 1. August 2014, dem 100. Jahrestag des Beginns des Ersten Weltkriegs, wurden anlässlich einer Gedenkstunde mit Vertretern der Stadtverwaltung und des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge fünf neu installierte Glas-Texttafeln zur Entstehungsgeschichte des Kriegerdenkmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Texte wurden von den Mitgliedern der städtischen Projektgruppe "Erinnerungskultur" verfasst (Achim Fenner, Norbert Lumbe, Christof Stadler und Markus Wolter), die gestalterische Umsetzung erfolgte durch den Radolfzeller Künstler Markus Daum. Eine "künstlerische Umgestaltung" zu einem "Platz des Friedens" war für 2015 geplant. Nach Kritik aus der Bürgerschaft und Ablehnung eines umstrittenen Skulpturenentwurfs von Markus Daum, der die Installation von mehreren "Friedenstauben" vorsah, beschloss der Kulturausschuss des Gemeinderates 2016 auf eine weitere, dauerhafte Umgestaltung des Platzes und des "Kriegerdenkmals" zu verzichten. +Am 1. August 2014, dem 100. Jahrestag des Beginns des Ersten Weltkriegs, wurden anlässlich einer Gedenkstunde mit Vertretern der Stadtverwaltung und des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge fünf neu installierte Glas-Texttafeln zur Entstehungsgeschichte des Kriegerdenkmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Texte wurden von den Mitgliedern der städtischen Projektgruppe "Erinnerungskultur" verfasst (Achim Fenner, Norbert Lumbe, Christof Stadler und Markus Wolter), die gestalterische Umsetzung erfolgte durch den Radolfzeller Künstler Markus Daum. Eine "künstlerische Umgestaltung" zu einem "Platz des Friedens" war für 2015 geplant. Nach Kritik aus der Bürgerschaft und Ablehnung eines umstrittenen Skulpturenentwurfs von Markus Daum, der die Installation von mehreren "Friedenstauben" vorsah, beschloss der Kulturausschuss des Gemeinderates 2016 auf eine weitere, bzw. grundlegende Umgestaltung des Platzes und des "Kriegerdenkmals" zu verzichten. 2017/2018 wurde das Thema einer Platzumgestaltung erneut zum Gegenstand von Kulturausschuss- und Gemeinderatssitzungen.
{{:tafeln_kriegerdenkmal_final_06.06.2014.pdf|Die kommentierenden Texttafeln 2014}} {{:tafeln_kriegerdenkmal_final_06.06.2014.pdf|Die kommentierenden Texttafeln 2014}}
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-{{:microsoft_photo_-_ehrenmal-weihe_2.pdf|Bericht über die Ehrenmal-Weihe in der "Badischen Kriegerzeitung" des NS-Reichskriegerbundes, Nr. 23, 12. Juni 1938}}+{{:microsoft_photo_-_ehrenmal-weihe_2.pdf|Bericht über die "Ehrenmal"-Weihe in der "Badischen Kriegerzeitung" des NS-Reichskriegerbundes, Nr. 23, 12. Juni 1938}}
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Ehrenkompanie der USR, Kompanieführer SS-Hauptsturmführer Rudolf Gruber, Horst-Wessel-Platz, Heldengedenktag 1942. Im Hintergrund die Realschule, seit 1937 „Mettnau-Oberschule“ genannt. BA, Militärarchiv Freiburg. Ehrenkompanie der USR, Kompanieführer SS-Hauptsturmführer Rudolf Gruber, Horst-Wessel-Platz, Heldengedenktag 1942. Im Hintergrund die Realschule, seit 1937 „Mettnau-Oberschule“ genannt. BA, Militärarchiv Freiburg.
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 +===== "Vollständig zu zerstören und zu beseitigen" - Die Kontrollratsdirektive Nr. 30 vom 13. Mai 1946=====
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 +**Betr.: Beseitigung deutscher Denkmäler und Museen militärischen und nationalsozialistischen Charakters
 +**
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 +für die Bundesrepublik Deutschland außer Wirkung gesetzt durch
 +Artikel 2 des Gesetzes Nr. A-37 der Alliierten Hohen Kommission vom 5. Mai 1955 (ABl. AHK S. 3268)
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 +für die DDR außer Wirkung gesetzt durch
 +Beschluß des Ministerrats der UdSSR über die Auflösung der Hohen Kommission der Sowjetunion in Deutschland vom 20. September 1955
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 +Der Kontrollrat verfügt wie folgt:
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 +**I. Von dem Zeitpunkt des Inkrafttretens dieser Direktive an ist untersagt und als gesetzwidrig erklärt die Planung, der Entwurf, die Errichtung, die Aufstellung und der Anschlag oder die sonstige Zurschaustellung von Gedenksteinen, Denkmälern, Plakaten, Statuen, Bauwerken, Straßen- oder Landstraßenschildern, Wahrzeichen, Gedenktafeln oder Abzeichen, die darauf abzielen, die deutsche militärische Tradition zu bewahren und lebendig zu erhalten, den Militarismus wachzurufen oder die Erinnerung an die nationalsozialistische Partei aufrechtzuerhalten, oder ihrem Wesen nach in der Verherrlichung von kriegerischen Ereignissen bestehen. (...)**
 +
 +**II. Sämtliche bestehenden Gedenksteine, Plakate, Statuen, Bauwerke, Straßen- oder Landstraßenschilder, Wahrzeichen, Gedenktafeln oder Abzeichen einer Art, deren Planung, Entwurf, Errichtung, Aufstellung, Anschlag oder sonstige Zurschaustellung § I dieser Direktive untersagt, sind bis zum 1. Januar 1947 vollständig zu zerstören und zu beseitigen.** (...)
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 +Nicht zu zerstören oder sonst zu beseitigen sind Gegenstände von wesentlichen Nutzen für die Allgemeinheit oder von großem architektonischen Wert, bei welchen der Zweck dieser Direktive dadurch erreicht werden kann, daß durch Entfernung der zu beanstandenden Teile oder durch anderweitige Maßnahmen der Charakter einer Gedenkstätte wirksam ausgemerzt[wird].
 +
 +**Die zuständigen Militärbehörden benennen in jeder Zone örtliche deutsche Beamte, die innerhalb ihres Zuständigkeitsbereiches die Verantwortung  für die Aufstellung vollständiger Verzeichnisse von Gedenkstätten tragen, die unter das Verbot nach § I dieser Direktive fallen und nach § II zur Vernichtung und Beseitigung bestimmt sind.**
 +
 +Ist nach Ansicht der verantwortlichen deutschen Beamten in Einzelfällen, wo es sich um Gegenstände von ausnehmend künstlerischem Wert handelt, eine Ausnahme von obiger Regel am Platze, so steht es ihnen frei, ein entsprechendes Gesuch den zuständigen Militärbehörden zur Weiterleitung an den Zonenbefehlshaber zur Erwägung zu unterbreiten.
 +
 +III. Untersagt und als gesetzwidrig erklärt ist vom 1. Januar 1947 an die wissentliche Zurückhaltung oder Zurschaustellung von Gedenksteinen, Denkmälern, Plakaten, Statuen, Bauwerken, Museen oder Ausstellungen militärischen Charakters, Straßen­ oder Landstraßenschildern, Wahrzeichen, Gedenktafeln oder Abzeichen solcher Art, deren Planung, Entwurf, Errichtung, Aufstellung, Anschlag oder sonstige Zurschaustellung § I dieser Direktive untersagt und deren Zerstörung § II dieser Direktive fordert.
 +
 +Die Verantwortung nach § III dieser Direktive tragen die Inhaber des gesetzwidrig zurückbehaltenen Gegenstandes oder bei Gesetzesverletzungen, bei denen es sich um öffentliches Gut oder um Gegenstände handelt, deren Eigentümer nicht ausfindig gemacht werden kann, die dafür verantwortlichen Beamten.
 +
 +IV. Der Zerstörung und Beseitigung sind nicht unterworfen:
 +1. Gedenksteine, die lediglich zum Andenken an verstorbene Angehörige regulärer militärischer Einheiten errichtet worden sind, mit Ausnahme paramilitärischer Verbände der SS und Waffen-SS[(Anmerkung: als die Namenstafeln mit den 102 Angehörigen der Waffen-SS 1958 am NS-Kriegerdenkmal von 1938 angebracht wurden, war diese Direktive bereits durch Artikel 2 des Gesetzes Nr. A-37 der Alliierten Hohen Kommission vom 5. Mai 1955 (ABl. AHK S. 3268) "außer Wirkung" gesetzt.)]
 +2. Einzelgrabsteine, die bereits bestehen oder in Zukunft aufgestellt werden,
 +unter der Voraussetzung, daß die Architektur, die Ausschmückung oder die Inschriften der in den Absätzen 1 und 2 erwähnten Gedenk- und Grabsteine weder militärischen Geist widerspiegeln noch das Gedächtnis an die nationalsozialistische Partei bewahren.
 +
 +Zum Zwecke der Erhaltung der in den Absätzen 1 und 2 erwähnten Gedenk- und Grabsteine können an deren Architektur, Ausschmückung und Inschriften Änderungen zur Beseitigung anstößiger Merkmale vorgenommen werden.
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 +V. a) Die Ausdrücke „militärisch" und "Militarismus" sowie der Ausdruck „kriegerische Ereignisse" im Sinne dieser Direktive beziehen sich auf Kriegshandlungen nach dem 1. August 1914 zu Lande, zu Wasser oder in der Luft und auf Personen, Organisationen und Einrichtungen, die mit diesen Handlungen in unmittelbarem Zusammenhange stehen.
 +
 +b) Der Ausdruck „National-Sozialistische Partei" im Sinne dieser Direktive bezieht sich auf die ehemalige Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei und auf die in unmittelbarer Verbindung mit ihr stehenden Personen, Organisationen und Einrichtungen.
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 +VI. Diese Direktive tritt mit dem Tage ihrer Verkündung in Kraft.
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 +Ausgefertigt in Berlin, den 13. Mai 1946.
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 +(Die in den drei offiziellen Sprachen abgefaßten Originaltexte dieser Direktive sind von B. H. Robertson, Generalleutnant, L. Koeltz, Armeekorpsgeneral, M. 1. Dratwin, Generalleutnant, und Lucius D. Clay, Generalleutnant, unterzeichnet)."[(http://www.verfassungen.de/de/de45-49/kr-direktive30.htm)]
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 +Vgl.: [[https://de.wikipedia.org/wiki/Kontrollratsdirektive_Nr._30|Wikipedia: Kontrollratsdirektive Nr. 30]]
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 +**Kommentar:**
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 +**Aufgrund dieser Direktive hätte das Radolfzeller NS-"Ehrenmal" ("Kriegerdenkmal") von 1938 bis zum 1. Januar 1947 / 5. Mai 1955 "vollständig zerstört und beseitigt" werden müssen.**
 +
 +Warum die Direktive in Radolfzell nicht umgesetzt wurde, das "Ehrenmal" also nicht nur nicht "vollständig zerstört und beseitigt" wurde, sondern - bis auf die Entfernung des Hoheitszeichens mit Hakenkreuz - bis 1958 unverändert blieb, ist bislang ungeklärt.  
 +
 +Offen ist auch die Frage, ob der Abriss des "Ehrenmals" als von der Direktive betroffenes Relikt des Nationalsozialismus 1946/47 überhaupt zur Disposition stand bzw. ob in Radolfzell "die zuständigen Militärbehörden (...) örtliche deutsche Beamte" benannt haben, "die innerhalb ihres Zuständigkeitsbereiches die Verantwortung  für die Aufstellung vollständiger Verzeichnisse von Gedenkstätten tragen" sollten, "die unter das Verbot nach § I dieser Direktive fallen und nach § II zur Vernichtung und Beseitigung bestimmt sind."
 +
 +In den im Stadtarchiv Radolfzell überlieferten Akten aus der frühen Besatzungszeit gibt es nach bisherigem Kenntnisstand (Juni 2018) keine solchen, das "Kriegerdenkmal" betreffenden Dokumente der Stadtverwaltung bzw. diesbezüglichen Anordnungen der französischen Behörde; auch die Kontrollratsdirektive selbst scheint in Radolfzell nicht aktenkundig geworden zu sein.
 +
 +Es fällt dagegen auf, dass 1956, also nur ein Jahr nach Außerkraftsetzung der Kontrollratsdirektive, umgehend Fakten geschaffen wurden, die ex post gegen deren Bestimmungen verstießen: so etwa der neue Straßenname "Landserweg" im "Kasernengebiet"; ausdrücklich verstanden als "Ehrung des einfachen deutschen Soldaten der beiden Weltkriege", und damit im Wortlaut der Direktive darauf abzielend, "die deutsche militärische Tradition zu bewahren und lebendig zu erhalten" (Paragraph I). Dann aber auch die 1956 von Bürgermeister Hermann Albrecht geforderte, 1958 abgeschlossene „gründliche Bearbeitung“ des „Ehrenmal“-Ensembles, bei der auf den zusätzlichen Namenstafeln der 1939-1945 "Gefallenen" auch 102 Angehörige der Waffen-SS berücksichtigt wurden; ein Umstand, der die Beseitigung des "Gefallenendenkmals" zwingend erforderlich gemacht hätte, weil es spätestens damit aufhörte, ein "Gedenkstein (...) lediglich zum Andenken an verstorbene Angehörige regulärer militärischer Einheiten" zu sein(vgl. Paragraph IV).  
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 +Markus Wolter, 2018
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===== Offizielle Gedenkpolitik - Kontinuitäten nach 1945 ===== ===== Offizielle Gedenkpolitik - Kontinuitäten nach 1945 =====

Termine

Kundgebung "NS-Vergangenheit in Radolfzell"

Kundgebung für mehr Toleranz und gegen örtliche Nazistrukturen am 8. Mai 2018 um 14 Uhr auf dem Luisenplatz

Die Stadt Radolfzell hat die Kundgebung am Luisenplatz allerdings untersagt, was von den Anmeldern derzeit rechtlich überprüft wird.

Auch die Luisenplatz-Kundgebung am 21. April war von der Stadt Radolfzell verboten worden. Das Verbot hatte das Freiburger Verwaltungsgericht jedoch in einem Eilverfahren als „offensichtlich rechtswidrig“ kassiert.

Quelle: http://oatkn.blogsport.de/


Ein weiteres Mal kam es zu einem extrem kurzfristigen Verbot einer seit Monaten angemeldeten Kundgebung zur „NS-Vergangenheit in Radolfzell“ auf dem Luisenplatz.

Die Verbotsbegründung der Stadt Radolfzell: der Präventionsrat der Stadt und das Bürgerbündnis Radolfzell für Demokratie (BRD) würden dort ein Friedensfest veranstalten, das aber, wie FGL-Gemeinderätin Nina Breimaier zugab, später angemeldet worden war.

Der Verbotsbescheid kam wieder einmal so kurzfristig, dass ein Eilverfahren für vorläufigen Rechtsschutz nicht mehr möglich war. Soviel zum Demokratiebegriff des Radolfzeller Bürgerbündnisses und der Radolfzeller Versammlungsbehörde.

Der 8. Mai ist ein Feiertag anlässlich des Kriegsendes und der Befreiung vom Nationalsozialismus.

2018/05/07 12:41 · sw · 0 Kommentare

Bündnis Bodensee Nazifrei - Demo am Kriegerdenkmal Radolfzell, 21. April 2018

„Radolfzell gedenkt der Opfer der Gewaltherrschaft“ - an Namenstafeln mit den SS-Tätern.

Vor dem Hintergrund der am „Volkstrauertag“ 2017 von der Stadt Radolfzell kurzerhand verbotenen, angemeldeten Kundgebung, die über die NS-Vergangenheit von Radolfzell sowie das Radolfzeller Kriegerdenkmal und örtliche Neonazi-Strukturen aufklären sollte, ist für den 21. April 2018 eine antifaschistische Demonstration vom Bahnhof zum Luisenplatz geplant. Organisation: Bündnis Bodensee Nazifrei.

Vgl.: Artikel in: seemoz, 13. April 2018.

Datum: Samstag, 21. April 2018

Zeit und Treffpunkt: Bahnhof Radolfzell, 14.00 Uhr

2018/04/16 10:26 · Markus Wolter · 0 Kommentare

Sag Schibbolet! Von sichtbaren und unsichtbaren Grenzen

Eine Ausstellung des Jüdischen Museums Hohenems in Zusammenarbeit mit dem Jüdischen Museum München vom 18. März 2018 bis 17. Februar 2019 in Hohenems.

Ausgehend von der biblischen Erzählung von der Flucht der Efraimiten vor den siegreichen Gileaditern und ihrem tödlichen Scheitern an den Ufern des Jordans, lädt das Jüdische Museum Hohenems internationale Künstler dazu ein, Grenzen in aller Welt kritisch zu betrachten – nur einen Steinwurf vom alten Rhein entfernt, an dem sich ab 1938 Flüchtlingsdramen abspielten, deren Gegenwart wir heute an den Rand unseres Bewusstseins drängen.

http://www.jm-hohenems.at/ausstellungen/aktuelle-ausstellung

2018/03/08 19:35 · sw · 0 Kommentare

Fluchtwege - An der Grenze. Flucht in die Schweiz 1938–1945

Das Jüdische Museum Hohenems bietet im März öffentliche Führungen zu Fluchtwegen im Grenzgebiet zwischen Österreich und der Schweiz und zeigt den Film über den schweizer Fluchthelfer Paul Grüninger.

Sa, 24. Mrz 2018, 09:30-12:00 Uhr Fluchtwege - An der Grenze. Flucht in die Schweiz 1938–1945 Aktionstage Politische Bildung - Angebote für Schulklassen Ort: Jüdisches Museum Hohenems

Sa, 24. Mrz 2018, 13:00-15:00 Uhr Fluchtwege - An der Grenze. Flucht in die Schweiz 1938–1945 Aktionstage Politische Bildung - Angebote für Schulklassen Ort: Jüdisches Museum Hohenems

Sa, 24. Mrz 2018, 17:30-19:30 Uhr „Die Akte Grüninger“ Filmvorführung mit einer Einführung von Hanno Loewy, im Rahmen der Aktionstage Politische Bildung - Angebot für Schulklassen Ort: Bibliothek und Seminarraum Jüdisches Museum Hohenems

Quelle: http://www.jm-hohenems.at

2018/03/08 19:30 · sw · 0 Kommentare

Thälmann-Stolpersteine am 20.2.2018 in Singen/Htwl.

Am 20.2.2018 werden für Ernst, Rosa und Irma Thälmann in Singen/Htwl. zum ersten Mal 3 Stolpersteine verlegt. Der genaue Ort und die Uhrzeit werden noch bekanntgegeben. Irma und Rosa waren bei guten Freunden in Singen/Htlw. untergekommen und im August 1944 verhaftet und ins KZ Ravensbrück eingeliefert worden.

Das wird der Text der Stolpersteine sein:

ERNST THÄLMANN
JG. 1886
VORSITZENDER KPD
REICHSTAGSMITGLIED
GESTAPOHAFT AB 3.3.1933
ERMORDET 14.8.1944
KZ BUCHENWALD

HIER WOHNTE
ROSA THÄLMANN
JG. 1890
IM WIDERSTAND/KPD
VERHAFTET 1944
RAVENSBRÜCK
BEFREIT

HIER WOHNTE
IRMA VESTER
GEB.THÄLMANN
JG. 1919
VERHAFTET 1944
RAVENSBRÜCK
BEFREIT

2017/12/10 13:14 · sw · 0 Kommentare
 
ns-ehrenmal.1503258078.txt.gz · Zuletzt geändert: 2017/08/20 21:41 von mw
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