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Karte von Radolfzell

Spuren der NS-Herrschaft in Radolfzell


Opfer rechter Gewalt

Todesopfer rechter Gewalt 1990-2010



Unterschiede

Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen gezeigt.

ns-ehrenmal [2018/06/14 08:34]
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ns-ehrenmal [2018/06/16 09:21] (aktuell)
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**Aufgrund dieser Direktive hätte das Radolfzeller NS-"Ehrenmal" ("Kriegerdenkmal") von 1938 bis zum 1. Januar 1947 / 5. Mai 1955 "vollständig zerstört und beseitigt" werden müssen.** **Aufgrund dieser Direktive hätte das Radolfzeller NS-"Ehrenmal" ("Kriegerdenkmal") von 1938 bis zum 1. Januar 1947 / 5. Mai 1955 "vollständig zerstört und beseitigt" werden müssen.**
-Warum die Direktive in Radolfzell nicht umgesetzt wurde, das "Ehrenmal" also nicht nur nicht "vollständig zerstört und beseitigt" wurde, sondern - bis auf die Entfernung des Hoheitszeichens mit Hakenkreuz - bis 1958 unverändert blieb, ist bislang nicht geklärt.   +Warum die Direktive in Radolfzell nicht umgesetzt wurde, das "Ehrenmal" also nicht nur nicht "vollständig zerstört und beseitigt" wurde, sondern - bis auf die Entfernung des Hoheitszeichens mit Hakenkreuz - bis 1958 unverändert blieb, ist bislang ungeklärt.  
-Offen ist auch die Frage, ob der Abriss des "Ehrenmals" als von der Direktive betroffenes Relikt des Nationalsozialismus 1946/47 überhaupt zur Dispoition stand bzw. ob in Radolfzell "die zuständigen Militärbehörden (...) örtliche deutsche Beamte" benannt haben, "die innerhalb ihres Zuständigkeitsbereiches die Verantwortung  für die Aufstellung vollständiger Verzeichnisse von Gedenkstätten tragen" sollten, "die unter das Verbot nach § I dieser Direktive fallen und nach § II zur Vernichtung und Beseitigung bestimmt sind."+Offen ist auch die Frage, ob der Abriss des "Ehrenmals" als von der Direktive betroffenes Relikt des Nationalsozialismus 1946/47 überhaupt zur Disposition stand bzw. ob in Radolfzell "die zuständigen Militärbehörden (...) örtliche deutsche Beamte" benannt haben, "die innerhalb ihres Zuständigkeitsbereiches die Verantwortung  für die Aufstellung vollständiger Verzeichnisse von Gedenkstätten tragen" sollten, "die unter das Verbot nach § I dieser Direktive fallen und nach § II zur Vernichtung und Beseitigung bestimmt sind."
-In den im Stadtarchiv Radolfzell überlieferten Akten aus der frühen Besatzungszeit gibt es nach bisherigem Kenntnisstand (Juni 2018) keine das "Kriegerdenkmal" betreffenden Verordnungen oder Anweisungen; auch die Kontrollratsdirektive selbst scheint in Radolfzell nicht aktenkundig geworden zu sein.+In den im Stadtarchiv Radolfzell überlieferten Akten aus der frühen Besatzungszeit gibt es nach bisherigem Kenntnisstand (Juni 2018) keine solchen, das "Kriegerdenkmal" betreffenden Dokumente der Stadtverwaltung bzw. diesbezüglichen Anordnungen der französischen Behörde; auch die Kontrollratsdirektive selbst scheint in Radolfzell nicht aktenkundig geworden zu sein.
-Auffällig ist, dass 1956, also nur ein Jahr nach Außerkraftsetzung der Kontrollratsdirektive, postwendend Fakten geschaffen wurden, die gegen deren Bestimmungen verstießen: so etwa mit dem neuen Straßennamen "Landserweg" im "Kasernengebiet"; ausdrücklich verstanden als "Ehrung des einfachen deutschen Soldaten der beiden Weltkriege", und damit laut Direktive darauf abzielend, "die deutsche militärische Tradition zu bewahren und lebendig zu erhalten" (Paragraph I). Dann aber auch mit der 1956 von Bürgermeister Hermann Albrecht geforderten, 1958 abgeschlossenen „gründlichen Bearbeitung“ des „Ehrenmal“-Ensembles, bei der auf den zusätzlichen Namenstafeln mit den "Gefallenen" auch Angehörige der Waffen-SS berücksichtigt wurden; ein Umstand, der Beseitigung des "Gefallenendenkmals" zwingend erfordrlich gemacht hätte.(Vgl. Paragraph IV).  +Es fällt dagegen auf, dass 1956, also nur ein Jahr nach Außerkraftsetzung der Kontrollratsdirektive, umgehend Fakten geschaffen wurden, die ex post gegen deren Bestimmungen verstießen: so etwa der neue Straßenname "Landserweg" im "Kasernengebiet"; ausdrücklich verstanden als "Ehrung des einfachen deutschen Soldaten der beiden Weltkriege", und damit im Wortlaut der Direktive darauf abzielend, "die deutsche militärische Tradition zu bewahren und lebendig zu erhalten" (Paragraph I). Dann aber auch die 1956 von Bürgermeister Hermann Albrecht geforderte, 1958 abgeschlossene „gründliche Bearbeitung“ des „Ehrenmal“-Ensembles, bei der auf den zusätzlichen Namenstafeln der 1939-1945 "Gefallenen" auch 102 Angehörige der Waffen-SS berücksichtigt wurden; ein Umstand, der die Beseitigung des "Gefallenendenkmals" zwingend erforderlich gemacht hätte, weil es spätestens damit aufhörte, ein "Gedenkstein (...) lediglich zum Andenken an verstorbene Angehörige regulärer militärischer Einheiten" zu sein(vgl. Paragraph IV).  
 + 
 +Markus Wolter, 2018

Termine

Kundgebung "NS-Vergangenheit in Radolfzell"

Kundgebung für mehr Toleranz und gegen örtliche Nazistrukturen am 8. Mai 2018 um 14 Uhr auf dem Luisenplatz

Die Stadt Radolfzell hat die Kundgebung am Luisenplatz allerdings untersagt, was von den Anmeldern derzeit rechtlich überprüft wird.

Auch die Luisenplatz-Kundgebung am 21. April war von der Stadt Radolfzell verboten worden. Das Verbot hatte das Freiburger Verwaltungsgericht jedoch in einem Eilverfahren als „offensichtlich rechtswidrig“ kassiert.

Quelle: http://oatkn.blogsport.de/


Ein weiteres Mal kam es zu einem extrem kurzfristigen Verbot einer seit Monaten angemeldeten Kundgebung zur „NS-Vergangenheit in Radolfzell“ auf dem Luisenplatz.

Die Verbotsbegründung der Stadt Radolfzell: der Präventionsrat der Stadt und das Bürgerbündnis Radolfzell für Demokratie (BRD) würden dort ein Friedensfest veranstalten, das aber, wie FGL-Gemeinderätin Nina Breimaier zugab, später angemeldet worden war.

Der Verbotsbescheid kam wieder einmal so kurzfristig, dass ein Eilverfahren für vorläufigen Rechtsschutz nicht mehr möglich war. Soviel zum Demokratiebegriff des Radolfzeller Bürgerbündnisses und der Radolfzeller Versammlungsbehörde.

Der 8. Mai ist ein Feiertag anlässlich des Kriegsendes und der Befreiung vom Nationalsozialismus.

2018/05/07 12:41 · sw · 0 Kommentare

Bündnis Bodensee Nazifrei - Demo am Kriegerdenkmal Radolfzell, 21. April 2018

„Radolfzell gedenkt der Opfer der Gewaltherrschaft“ - an Namenstafeln mit den SS-Tätern.

Vor dem Hintergrund der am „Volkstrauertag“ 2017 von der Stadt Radolfzell kurzerhand verbotenen, angemeldeten Kundgebung, die über die NS-Vergangenheit von Radolfzell sowie das Radolfzeller Kriegerdenkmal und örtliche Neonazi-Strukturen aufklären sollte, ist für den 21. April 2018 eine antifaschistische Demonstration vom Bahnhof zum Luisenplatz geplant. Organisation: Bündnis Bodensee Nazifrei.

Vgl.: Artikel in: seemoz, 13. April 2018.

Datum: Samstag, 21. April 2018

Zeit und Treffpunkt: Bahnhof Radolfzell, 14.00 Uhr

2018/04/16 10:26 · Markus Wolter · 0 Kommentare

Sag Schibbolet! Von sichtbaren und unsichtbaren Grenzen

Eine Ausstellung des Jüdischen Museums Hohenems in Zusammenarbeit mit dem Jüdischen Museum München vom 18. März 2018 bis 17. Februar 2019 in Hohenems.

Ausgehend von der biblischen Erzählung von der Flucht der Efraimiten vor den siegreichen Gileaditern und ihrem tödlichen Scheitern an den Ufern des Jordans, lädt das Jüdische Museum Hohenems internationale Künstler dazu ein, Grenzen in aller Welt kritisch zu betrachten – nur einen Steinwurf vom alten Rhein entfernt, an dem sich ab 1938 Flüchtlingsdramen abspielten, deren Gegenwart wir heute an den Rand unseres Bewusstseins drängen.

http://www.jm-hohenems.at/ausstellungen/aktuelle-ausstellung

2018/03/08 19:35 · sw · 0 Kommentare

Fluchtwege - An der Grenze. Flucht in die Schweiz 1938–1945

Das Jüdische Museum Hohenems bietet im März öffentliche Führungen zu Fluchtwegen im Grenzgebiet zwischen Österreich und der Schweiz und zeigt den Film über den schweizer Fluchthelfer Paul Grüninger.

Sa, 24. Mrz 2018, 09:30-12:00 Uhr Fluchtwege - An der Grenze. Flucht in die Schweiz 1938–1945 Aktionstage Politische Bildung - Angebote für Schulklassen Ort: Jüdisches Museum Hohenems

Sa, 24. Mrz 2018, 13:00-15:00 Uhr Fluchtwege - An der Grenze. Flucht in die Schweiz 1938–1945 Aktionstage Politische Bildung - Angebote für Schulklassen Ort: Jüdisches Museum Hohenems

Sa, 24. Mrz 2018, 17:30-19:30 Uhr „Die Akte Grüninger“ Filmvorführung mit einer Einführung von Hanno Loewy, im Rahmen der Aktionstage Politische Bildung - Angebot für Schulklassen Ort: Bibliothek und Seminarraum Jüdisches Museum Hohenems

Quelle: http://www.jm-hohenems.at

2018/03/08 19:30 · sw · 0 Kommentare

Thälmann-Stolpersteine am 20.2.2018 in Singen/Htwl.

Am 20.2.2018 werden für Ernst, Rosa und Irma Thälmann in Singen/Htwl. zum ersten Mal 3 Stolpersteine verlegt. Der genaue Ort und die Uhrzeit werden noch bekanntgegeben. Irma und Rosa waren bei guten Freunden in Singen/Htlw. untergekommen und im August 1944 verhaftet und ins KZ Ravensbrück eingeliefert worden.

Das wird der Text der Stolpersteine sein:

ERNST THÄLMANN
JG. 1886
VORSITZENDER KPD
REICHSTAGSMITGLIED
GESTAPOHAFT AB 3.3.1933
ERMORDET 14.8.1944
KZ BUCHENWALD

HIER WOHNTE
ROSA THÄLMANN
JG. 1890
IM WIDERSTAND/KPD
VERHAFTET 1944
RAVENSBRÜCK
BEFREIT

HIER WOHNTE
IRMA VESTER
GEB.THÄLMANN
JG. 1919
VERHAFTET 1944
RAVENSBRÜCK
BEFREIT

2017/12/10 13:14 · sw · 0 Kommentare
 
ns-ehrenmal.1528958082.txt.gz · Zuletzt geändert: 2018/06/14 08:34 von mw
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