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Karte von Radolfzell

Spuren der NS-Herrschaft in Radolfzell


Opfer rechter Gewalt

Todesopfer rechter Gewalt 1990-2010



Unterschiede

Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen gezeigt.

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Nach der Deportation ihres Mannes ins KZ ließ sich Else Strauss überreden, die Scheidung einzureichen, um weitere Benachteiligungen für sich und Tochter Erika zu vermeiden. Strauss verlor damit jeglichen Schutz, den sein Status als jüdischer Partner in einer sogenannten [[https://de.wikipedia.org/wiki/Mischehe_(Nationalsozialismus)|Mischehe]] bis dahin noch bedeutet hatte. Im Rahmen der [[https://de.wikipedia.org/wiki/Aktion_14f13|"Aktion 14f13"]] wurde Strauss am 14. Juli 1941 in die NS-Tötungsanstalt Pirna-Sonnenstein transportiert und noch am selben Tag in der Gaskammer ermordet. Seit dem 13. Juli 2018 erinnert in der Ulmer Schwörhausgasse 15 ein [[http://stolpersteine-fuer-ulm.de/wp-content/uploads/2018/06/Stolperstein-Flyer-Juli-2018.pdf|Stolperstein an Moritz Max Strauss]].[(Recherche: Dr. Mark Tritsch, Initiative Stolpersteine Ulm, [[https://www.swp.de/suedwesten/staedte/ulm/scheidung-bedeutet-den-tod-27131134.html|"Scheidung bedeutet den Tod"]], Südwestpresse  Ulm, 12. Juli 2018 und Markus Wolter; vgl. [[https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/directory.html.de?result#frmResults|Moritz Max Strauss im Gedenkbuch des Bundesarchivs Berlin.]])] Nach der Deportation ihres Mannes ins KZ ließ sich Else Strauss überreden, die Scheidung einzureichen, um weitere Benachteiligungen für sich und Tochter Erika zu vermeiden. Strauss verlor damit jeglichen Schutz, den sein Status als jüdischer Partner in einer sogenannten [[https://de.wikipedia.org/wiki/Mischehe_(Nationalsozialismus)|Mischehe]] bis dahin noch bedeutet hatte. Im Rahmen der [[https://de.wikipedia.org/wiki/Aktion_14f13|"Aktion 14f13"]] wurde Strauss am 14. Juli 1941 in die NS-Tötungsanstalt Pirna-Sonnenstein transportiert und noch am selben Tag in der Gaskammer ermordet. Seit dem 13. Juli 2018 erinnert in der Ulmer Schwörhausgasse 15 ein [[http://stolpersteine-fuer-ulm.de/wp-content/uploads/2018/06/Stolperstein-Flyer-Juli-2018.pdf|Stolperstein an Moritz Max Strauss]].[(Recherche: Dr. Mark Tritsch, Initiative Stolpersteine Ulm, [[https://www.swp.de/suedwesten/staedte/ulm/scheidung-bedeutet-den-tod-27131134.html|"Scheidung bedeutet den Tod"]], Südwestpresse  Ulm, 12. Juli 2018 und Markus Wolter; vgl. [[https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/directory.html.de?result#frmResults|Moritz Max Strauss im Gedenkbuch des Bundesarchivs Berlin.]])]
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 +{{gallery>:max_moritz_strauss-ulm.jpg?300x300&lightbox)}}
 +Stolperstein für Moritz Max Strauss, Ulm. Fotografie: Wikimedia Commons.
Quelle: Sondergerichtsakte Mannheim zu Moritz Strauss, GLA Karlsruhe, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=4-3583453 Quelle: Sondergerichtsakte Mannheim zu Moritz Strauss, GLA Karlsruhe, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=4-3583453

Termine

22. Oktober 1940

Im Gedenken, gegen das Vergessen

alice_fleischel-stolperstein.jpg

Am 22. Oktober jährt sich zum 78. Mal die Massendeportation von 6551 badischen und saarpfälzischen Juden in das südfranzösische Internierungslager Gurs im Jahr 1940. Die nach den verantwortlichen Gauleitern Robert Wagner (Baden) und Josef Bürckel (Saarpfalz) bezeichnete „Aktion“ war die Fortsetzung der systematischen Erfassung, Isolation, Entrechtung und staatlichen Beraubung der deutschen Juden seit 1933 und zugleich der Vorlauf zu ihrer Ermordung in den deutschen Vernichtungslagern im besetzten Polen und im Baltikum nach 1941. Das Bestreben des glühenden Antisemiten Wagner und dessen Amtskollegen Bürckel war es gewesen, zwei Jahre nach der Reichspogromnacht von 1938 die „Judenfrage“ - als eine der ersten im Deutschen Reich – „territorial“ zu lösen. Bei der Umsetzung der Deportationspläne im Landkreis Konstanz waren lokale Ordnungspolizei, Konstanzer Gestapo und vor allem das in der Radolfzeller Kaserne stationierte SS- Totenkopf-Infanterie-Ersatz-Bataillon im Einsatz, das die Juden von Wangen, Gailingen und Randegg zusammentrieb und in LKWs an die Bahnhöfe fuhr. Von den aus Baden in sieben Zügen der Reichsbahn deportierten 5592 Juden überlebten nur 750, 2000 wurden 1942 in die Konzentrationslager Majdanek und Auschwitz verschleppt und ermordet. Der Gau Baden sei „judenrein“, vermeldeten die NS-Täter im Herbst 1940 befriedigt; die Deportationen seien „reibungslos und ohne Zwischenfälle“ verlaufen und „von der Bevölkerung kaum wahrgenommen“ worden.

2018/10/22 08:54 · Markus Wolter · 0 Kommentare

"NS-Belastete aus dem Süden des heutigen Baden-Württemberg"

Neuerscheinung, Oktober 2018

Täter Helfer Trittbrettfahrer, Bd. 9.

NS-Belastete aus dem Süden des heutigen Baden-Württemberg

Hrsg.: Wolfgang Proske

460 Seiten

19,99 Euro

Kugelberg Verlag, Gerstetten 2018

ISBN 978-3-945893-10-4

Bestellung unter: http://www.ns-belastete.de/bestellung.php

Die Artikel und ihre Autor*innen, u.a.:

Anton Blaser (Bürgermeister der Gemeinde Bodnegg, Krs. Ravensburg), Wolf-Ulrich Strittmatter.

Hugo F. Boss (Metzingen, Schneider, Kaufmann und Unternehmer), Rudolf Renz.

Wilhelm Emmerich (Östringen, Bäcker und SS-Oberscharführer im KZ Auschwitz), Christiane Walesch-Schneller.

Prof. Dr. Eugen Fischer (Freiburg, Mediziner, Anthropologe und Rassenforscher), Markus Wolter.

Dr. Hans Fleischhacker (Tübingen, Anthropologe, SS-Obersturmführer), Madeleine Wegner.

Georg Grünberg (Lagerleiter in Friedrichshafen, Überlingen), Oswald Burger.

Emil Haussmann (Ravensburg, Einsatzkommandoführer, Massenmörder), Wolf-Ulrich Strittmatter.

Prof. Dr. Martin Heidegger (Mai 1933 NSDAP, bis 1934 Rektor Universität Freiburg), Eggert Blum.

Prof. Dr. Hans Robert Jauß (Konstanz, Hauptsturmführer, „Bandenbekämpfung“), Dr. Jens Westemeier.

Friedrich Jeckeln (Hornberg, Höherer SS- und Polizeiführer, Massenmörder), Gerhard Wenzl.

Kurt Georg Kiesinger (Ebingen, 1933 NSDAP, 1966 Bundeskanzler), Prof. Dr. Phillip Gassert.

Martin Nauck (Tübingen, Kripo, „Vorbeugungshaft“), Udo Grausam.

Prof. Dr. Elisabeth Noelle-Neumann (Allensbach, Meinungsforscherin), Prof. Dr. Jörg Becker.

Johannes Pauli (Lagerleiter KZ Bisingen), Dr. Franziska Blum.

Dr. Rudolf Rahn (Ulm, Diplomat), Dr. Wolfgang Proske.

Dr.-Ing. Helmut Stellrecht (Wangen/Allg., im Amt Rosenberg, nach 1945 Schriftsteller), Udo Mischek, Mitarb. Tim Rose.

Bruno Störzer (Hailfingen, Bauleiter der Organisation Todt), Volker Mall.

Julius Viel (Schramberg/Wangen/Allg., Journalist, SS 1936), Wolf-Ulrich Strittmatter.

2018/09/30 11:35 · Markus Wolter · 0 Kommentare

"Täter - Helfer - Trittbrettfahrer": Walther Kirn (1891-1944)

Vortrag: Bankrotteur - NS-Funktionär - „Volksschädling“. Aufstieg und Fall des Donaueschinger Kreisleiters Walther Kirn

Referenten: Dr. Wolf-Ingo Seidelmann + Dr. Wolfgang Proske

Veranstalter: Verein für Geschichte und Naturgeschichte der Baar e.V.

Veranstaltungsort: Landratsamt, Humboldstr. 11, 78166 Donaueschingen

Zeit: Mittwoch, 12. September 2018, 19.30 Uhr

Information des Veranstalters

Zur Schriftenreihe: http://www.ns-belastete.de/index.html

2018/09/11 09:50 · Markus Wolter · 0 Kommentare

Kundgebung "NS-Vergangenheit in Radolfzell"

Kundgebung für mehr Toleranz und gegen örtliche Nazistrukturen am 8. Mai 2018 um 14 Uhr auf dem Luisenplatz

Die Stadt Radolfzell hat die Kundgebung am Luisenplatz allerdings untersagt, was von den Anmeldern derzeit rechtlich überprüft wird.

Auch die Luisenplatz-Kundgebung am 21. April war von der Stadt Radolfzell verboten worden. Das Verbot hatte das Freiburger Verwaltungsgericht jedoch in einem Eilverfahren als „offensichtlich rechtswidrig“ kassiert.

Quelle: http://oatkn.blogsport.de/


Ein weiteres Mal kam es zu einem extrem kurzfristigen Verbot einer seit Monaten angemeldeten Kundgebung zur „NS-Vergangenheit in Radolfzell“ auf dem Luisenplatz.

Die Verbotsbegründung der Stadt Radolfzell: der Präventionsrat der Stadt und das Bürgerbündnis Radolfzell für Demokratie (BRD) würden dort ein Friedensfest veranstalten, das aber, wie FGL-Gemeinderätin Nina Breimaier zugab, später angemeldet worden war.

Der Verbotsbescheid kam wieder einmal so kurzfristig, dass ein Eilverfahren für vorläufigen Rechtsschutz nicht mehr möglich war. Soviel zum Demokratiebegriff des Radolfzeller Bürgerbündnisses und der Radolfzeller Versammlungsbehörde.

Der 8. Mai ist ein Feiertag anlässlich des Kriegsendes und der Befreiung vom Nationalsozialismus.

2018/05/07 12:41 · sw · 0 Kommentare

Bündnis Bodensee Nazifrei - Demo am Kriegerdenkmal Radolfzell, 21. April 2018

„Radolfzell gedenkt der Opfer der Gewaltherrschaft“ - an Namenstafeln mit den SS-Tätern.

Vor dem Hintergrund der am „Volkstrauertag“ 2017 von der Stadt Radolfzell kurzerhand verbotenen, angemeldeten Kundgebung, die über die NS-Vergangenheit von Radolfzell sowie das Radolfzeller Kriegerdenkmal und örtliche Neonazi-Strukturen aufklären sollte, ist für den 21. April 2018 eine antifaschistische Demonstration vom Bahnhof zum Luisenplatz geplant. Organisation: Bündnis Bodensee Nazifrei.

Vgl.: Artikel in: seemoz, 13. April 2018.

Datum: Samstag, 21. April 2018

Zeit und Treffpunkt: Bahnhof Radolfzell, 14.00 Uhr

2018/04/16 10:26 · Markus Wolter · 0 Kommentare
 
ordnungspolizei_und_gestapohaft_in_radolfzell.txt · Zuletzt geändert: 2018/08/06 11:25 von mw
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