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Spuren der NS-Herrschaft in Radolfzell


Opfer rechter Gewalt

Todesopfer rechter Gewalt 1990-2010



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"[[https://de.wikipedia.org/wiki/Alter_K%C3%A4mpfer|Alte Kämpfer]]": "Ehrentafel der alten PG der NSDAP-Ortsgruppe Radolfzell, Oktober 1930"; angefertigt 1933.[(Stadtarchiv Radolfzell; abgebildet in: Sebastian Hausendorf: "Eine böse Mißwirtschaft". Radolfzell 1933-1935, Konstanz 2013, S. 34/35.)] "[[https://de.wikipedia.org/wiki/Alter_K%C3%A4mpfer|Alte Kämpfer]]": "Ehrentafel der alten PG der NSDAP-Ortsgruppe Radolfzell, Oktober 1930"; angefertigt 1933.[(Stadtarchiv Radolfzell; abgebildet in: Sebastian Hausendorf: "Eine böse Mißwirtschaft". Radolfzell 1933-1935, Konstanz 2013, S. 34/35.)]
-Von links nach rechts, oben nach unten: E. Engelhardt, Friedrich Stoß, Viktor Graf (SA), Franz Hafner (SA), A. Berger, Rudolf Schwarzwälder (SS), Willy Renz (Ortsgruppenleiter), Richard Burk, Otto Hanauer, Ludwig Beck (SA), Egon Gabele, Willy Ritter, Ernst Weißhaupt | Hermann Gabele, A. Graf (SA), Johann Graf (SA), Vinzenz Miehle, Ch. Blessing, J. Poppe (SS), Emil Traub (SS), Emil Schmid, E.M. Renn, Oskar Klaumünzer, A. Haller, K. Hock, K. Glas, Eugen Speer | Emil Honold, W. Hügle, Otto Großhanser, Otto Braun, J. Frank, Georg Delp (SA), Rudolf Schoch (SA), Matthäus Renn (SA), Leo Bader (SA), Otto Bader, Alois Dellamaria, Karl Keck, Josef Häne, R. Riedmüller | Fritz Bachmann, W. Hügle, F. Straub (SA), Anton Simmendinger (SA), Anton Muffler, O. Keller (SA), Josef Mayer, Josef Ruh, Berthold Krembs, Josef Schlosser (SA), Ludwig Kurz, Ernst Bleyhl, Hermann Kirner (SA), Adolf Bonauer (SA) | Karl Truckenbrod, W. Schellinger (SS), E. Stier (SS), W. Stier, Franz Weschenfelder, K. Auer, Karl Riester (SA), Richard Bruttel, Johann Graf, Franz Sauter, E. Nutz, Theodor Thum, Oskar Bohl, Johann Hertenstein | E. Baumann, K. Barth (SS), G. Sigg (SA), Josef Deininger, Josef Glatt (SA), Reinhard Dischinger, Ernst Büche, J. Bertsche, Otto Bastian, H. Peter, O. Göhring, Th. Simmendinger, F. Heuer, Karl Stocker (SA9.[(Zur Ergänzung der Vornamen diente u.a.: Adressbuch der Stadt Radolfzell am Bodensee und Umgebung, Stadler Verlag 1938.)]   +Von links nach rechts, oben nach unten: E. Engelhardt, Friedrich Stoß, Viktor Graf (SA), Franz Hafner (SA), A. Berger, Rudolf Schwarzwälder (SS), Willy Renz (Ortsgruppenleiter), Richard Burk, Otto Hanauer, Ludwig Beck (SA), Egon Gabele, Willy Ritter, Ernst Weißhaupt | Hermann Gabele, A. Graf (SA), Johann Graf (SA), Vinzenz Miehle, Ch. Blessing, J. Poppe (SS), Emil Traub (SS), Eduard Schmidt, M. Renn, Oskar Klaumünzer, A. Haller, K. Hock, K. Glas, Eugen Speer | Emil Honold, W. Hügle, Otto Großhanser, Otto Braun, J. Frank, Georg Delp (SA), Rudolf Schoch (SA), Matthäus Renn (SA), Leo Bader (SA), Otto Bader, Alois Dellamaria, Karl Keck, Josef Häne, R. Riedmüller | Fritz Bachmann, W. Hügle, F. Straub (SA), Anton Simmendinger (SA), Anton Muffler, O. Keller (SA), Josef Mayer, Josef Ruh, Berthold Krembs, Josef Schlosser (SA), Ludwig Kurz, Ernst Bleyhl, Hermann Kirner (SA), Adolf Bonauer | Karl Truckenbrod, W. Schellinger (SS), E. Stier (SS), W. Stier, Franz Weschenfelder, K. Auer, Karl Riester (SA), Richard Bruttel, Johann Graf, Franz Sauter, E. Nutz, Theodor Thum, Oskar Bohl, Johann Hertenstein | E. Baumann, K. Barth (SS), G. Sigg (SA), Josef Deininger, Josef Glatt (SA), Reinhard Dischinger, Ernst Büche, J. Bertsche, Otto Bastian, H. Peter, O. Göhring, Th. Simmendinger, F. Heuer, Karl Stocker (SA).[(Zur Ergänzung der Vornamen diente u.a.: Adressbuch der Stadt Radolfzell am Bodensee und Umgebung, Stadler Verlag 1938.)]  
Einige der genannten "Söhne der Stadt Radolfzell" finden sich auch auf den Namenstafeln am "Kriegerdenkmal".   Einige der genannten "Söhne der Stadt Radolfzell" finden sich auch auf den Namenstafeln am "Kriegerdenkmal".  
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  * SA-Oberführer [[https://de.wikipedia.org/wiki/Hanns_Ludin|Hanns Ludin]] nimmt im November 1931 den Appell des Radolfzeller SA-Sturms 32 im Gasthaus "Adler" ab.   * SA-Oberführer [[https://de.wikipedia.org/wiki/Hanns_Ludin|Hanns Ludin]] nimmt im November 1931 den Appell des Radolfzeller SA-Sturms 32 im Gasthaus "Adler" ab.
  * die Wahlkampfveranstaltung mit Adolf Hitler am 29.7.1932 (vor angeblich 30.000 ZuhörerInnen) sowie zwei weitere Wahlkundgebungen im März 1938   * die Wahlkampfveranstaltung mit Adolf Hitler am 29.7.1932 (vor angeblich 30.000 ZuhörerInnen) sowie zwei weitere Wahlkundgebungen im März 1938
-  * Gründung des Radolfzeller SA-Sturmbanns II/114 (SA-Standarte 114, Konstanz) im Jahr 1934 unter Ludwig Beck und Adj. Viktor Graf +  * Gründung des Radolfzeller SA-Sturmbanns II/114 (SA-Standarte 114, Konstanz) im Jahr 1934 unter Obertruppführer Ludwig Beck und Adjutant Viktor Graf
  * die Propagandamärsche der SA und SS auf der Höri (1932, 1933 und 1938)   * die Propagandamärsche der SA und SS auf der Höri (1932, 1933 und 1938)
  * der Fackelzug der SA anläßlich der Machtübernahme durch Hitler im Jahr 1933   * der Fackelzug der SA anläßlich der Machtübernahme durch Hitler im Jahr 1933
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  * diverse NS-Veranstaltungen im [[scheffelhof|Scheffelhof ]]("Gemeindepolitische" Kundgebungen, "Braune" Weihnachtsfeier, Theateraufführung der Hitlerjugend, Vereidigung von NSDAP-Mitgliedern,...)   * diverse NS-Veranstaltungen im [[scheffelhof|Scheffelhof ]]("Gemeindepolitische" Kundgebungen, "Braune" Weihnachtsfeier, Theateraufführung der Hitlerjugend, Vereidigung von NSDAP-Mitgliedern,...)
  * Feier des "Tags des deutschen Volkstums in der Welt" mit 1000 Radolfzeller Schülern auf dem früheren Hindenburgplatz (Marktplatz) am 22.9.1935   * Feier des "Tags des deutschen Volkstums in der Welt" mit 1000 Radolfzeller Schülern auf dem früheren Hindenburgplatz (Marktplatz) am 22.9.1935
 +  * Großkundgebung mit Reichsstatthalter und Gauleiter Robert Wagner als Redner; Gegenstand seiner völkischen Hetzrede: "Kampf dem Bolschewismus", 25.10.1936
  * "Bodensee-Lager der Leipziger HJ" in Iznang - Ankunft und Aufenthalt von rund 1000 Angehörigen der HJ aus Leipzig im Juli 1938. Empfang am Radolfzeller Bahnhof durch die SS.[([[http://az.ub.uni-freiburg.de/show/fz.cgi?cmd=showpic&ausgabe=06&day=13b&year=1938&month=07&project=3&anzahl=9|Vgl. Zeitungsbericht in der ''Freiburger Zeitung'', 13. Juli 1938]])]   * "Bodensee-Lager der Leipziger HJ" in Iznang - Ankunft und Aufenthalt von rund 1000 Angehörigen der HJ aus Leipzig im Juli 1938. Empfang am Radolfzeller Bahnhof durch die SS.[([[http://az.ub.uni-freiburg.de/show/fz.cgi?cmd=showpic&ausgabe=06&day=13b&year=1938&month=07&project=3&anzahl=9|Vgl. Zeitungsbericht in der ''Freiburger Zeitung'', 13. Juli 1938]])]
  * Bemerkenswert ist vor allem das einträchtige Miteinander der Zivilbevölkerung, der verschiedenen NS-Organisationen (SA, SS, HJ, BDM[([[http://de.wikipedia.org/wiki/Bund_Deutscher_M%C3%A4del|Bund Deutscher Mädel]])], NSV[([[http://de.wikipedia.org/wiki/Nationalsozialistische_Volkswohlfahrt|Nationalsozialistische Volkswohlfahrt]])], KdF[([[http://de.wikipedia.org/wiki/Kraft_durch_Freude|Kraft durch Freude]])] ) und der Waffen-SS im öffentlichen Leben der Stadt Radolfzell, sei es bei Turn- und Erntedankfesten, beim "Eintopfsonntag", bei Fasnachtsumzügen, Weihnachtsfeiern oder sonstigen NS-Großveranstaltungen.   * Bemerkenswert ist vor allem das einträchtige Miteinander der Zivilbevölkerung, der verschiedenen NS-Organisationen (SA, SS, HJ, BDM[([[http://de.wikipedia.org/wiki/Bund_Deutscher_M%C3%A4del|Bund Deutscher Mädel]])], NSV[([[http://de.wikipedia.org/wiki/Nationalsozialistische_Volkswohlfahrt|Nationalsozialistische Volkswohlfahrt]])], KdF[([[http://de.wikipedia.org/wiki/Kraft_durch_Freude|Kraft durch Freude]])] ) und der Waffen-SS im öffentlichen Leben der Stadt Radolfzell, sei es bei Turn- und Erntedankfesten, beim "Eintopfsonntag", bei Fasnachtsumzügen, Weihnachtsfeiern oder sonstigen NS-Großveranstaltungen.
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"Deutscher Gruß" der Repräsentanten aus NSDAP, SS und Wehrmacht, u.a. Landeskommissär Gustav Wöhrle und [[https://de.wikipedia.org/wiki/Walter_Stein_(SS-Mitglied)|SS-Oberführer Walter Stein]], dieser hebt statt des vorgeschriebenen rechten den linken Arm. StAR.[(wolter1>Fotografien und Bildunterschriften in: Wolter, Markus: Radolfzell im Nationalsozialismus - Die Heinrich-Koeppen-Kaserne als Standort der Waffen-SS, in: Schriften des Vereins für Geschichte des Bodensees und seiner Umgebung, Band 129, Thorbecke, Ostfildern 2011, hier S. 254/55.)] "Deutscher Gruß" der Repräsentanten aus NSDAP, SS und Wehrmacht, u.a. Landeskommissär Gustav Wöhrle und [[https://de.wikipedia.org/wiki/Walter_Stein_(SS-Mitglied)|SS-Oberführer Walter Stein]], dieser hebt statt des vorgeschriebenen rechten den linken Arm. StAR.[(wolter1>Fotografien und Bildunterschriften in: Wolter, Markus: Radolfzell im Nationalsozialismus - Die Heinrich-Koeppen-Kaserne als Standort der Waffen-SS, in: Schriften des Vereins für Geschichte des Bodensees und seiner Umgebung, Band 129, Thorbecke, Ostfildern 2011, hier S. 254/55.)]
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 +===NSV-Kindergarten und Volksschule===
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 +{{gallery>:st._antonius-kindergarten_radolfzell_mit_hk-fahne.jpg?300x300&lightbox}}
 +{{gallery>:nsv-kindergarten.jpg?150x150&lightbox}}
 +Das "St. Antoniushaus" mit Hakenkreuzfahne und NSV-Runen-Schild ("Kindergarten der NSV") an der Hausfassade, [[https://de.wikipedia.org/wiki/Walther_Darr%C3%A9|R. Walther-Darréstr. 23]] (vormals Schwertstraße). Fotografie um 1940, Privatbesitz. Sammlung Markus Wolter
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 +Das noch kurz vor der NS-"Machtübernahme", am 29.1.1933 als Kindergarten und Krankenpflegeanstalt eingeweihte "St. Antoniushaus" war neben dem Kindergarten St. Josef in der Fürstenbergstr. 2 die zweite Vorschuleinrichtung des katholischen Frauenvereins Radolfzell. Nach Verbot des Frauenvereins 1937 wurde das Eigentum dem Deutschen Roten Kreuz, Badischer Frauenverein - Zweigverein Radolfzell  übertragen und die beiden Einrichtungen wurden laut Adressbuch 1938 als NSV-Kindergarten und Krankenpflegeanstalt von der [[https://de.wikipedia.org/wiki/Nationalsozialistische_Volkswohlfahrt|Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt (NSV)]] mit NSV-Schwestern geführt. NSV-Ortsamtsleiter war der "Alte Kämpfer" (NSDAP-Eintritt 1931) und Uniformträger Adolf Bonauer, seit 1934 auch Rektor der Radolfzeller Volksschule. 1944 erfolgte schließlich die Vermögensübertragung an die NSV.
 +{{gallery>:tegginger-schule-flaggenhissung.jpg?300x300&lightbox}}
 +Das NS-Ritual der Flaggenhissung auf dem Schulhof der Volksschule Radolfzell. Fotografie o.D., Stadtarchiv Radolfzell.
 +{{gallery>:kollegium_volksschule_radolfzell_1934.jpg?300x300&lightbox}}
 +Das "gleichgeschaltete" Kollegium der Radolfzeller Volksschule, 1934. In der Mitte, in der Uniform eines Politischen Leiters der NSDAP, der seit November 1933 als (zunächst kommissarischer) Rektor amtierende "Alte Kämpfer" Adolf Bonauer (1886-1965).
 +
 +Aus einer dienstlichen Beurteilung Bonauers durch das Kreischulamt Konstanz, 25.10.1937:
 +"Mit Beziehung auf die am 27./28./30. 9. und 1.10. 1937 an der dortigen Schule vorgenommenen Schulbesuche spreche ich Ihnen meine besondere Anerkennung aus für die umsichtige, zielbewusste, ausgleichende und //deutsche Leitung//(!) der Grund- und Hauptschule Radolfzell. (...). Die Erziehung zu Volk und Staat ist überall erreicht." [(Personalakte Adolf Bonauer, StAF, L 50/111218.)]  
=== "bystanders" - Fotografien von den Rändern (30. Juni 1939)=== === "bystanders" - Fotografien von den Rändern (30. Juni 1939)===
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(c) Markus Wolter, 2017. Fotografien: Josef Glatt, Privatbesitz. Digitalisate des Kleinbild-Negativfilms: Sammlung Markus Wolter. (c) Markus Wolter, 2017. Fotografien: Josef Glatt, Privatbesitz. Digitalisate des Kleinbild-Negativfilms: Sammlung Markus Wolter.
-===== Zur Geschichte des 25. April 1945 - Die Stadt Radolfzell, ihre "Retter" und "{{:ehrentafel_-_nsdap-ortsgruppe_radolfzell_1930.jpg|}}Ehrenbürger"=====+===== Zur Geschichte des 25. April 1945 - Die Stadt Radolfzell, ihre "Retter" und "Ehrenbürger"=====
„Neben dem heißen Dank an die Vorsehung Gottes gebührt öffentlich Lob und Anerkennung für ihre mutvollen Bemühungen um die Rettung und Erhaltung der Stadt folgenden Personen, deren Namen in der Chronik der Stadt ehrende Erwähnung verdienen: Kaufmann August Kratt, Bürgermeisterstellvertreter, Heilpraktiker Otto Gräble, Ortsgruppenleiter, Stadtpfarrer Josef Zuber, Vikar Karl Ruby, Polizeirevier-Hauptmann Karl Frei.“ Josef Zimmermann (1888-1974) „Neben dem heißen Dank an die Vorsehung Gottes gebührt öffentlich Lob und Anerkennung für ihre mutvollen Bemühungen um die Rettung und Erhaltung der Stadt folgenden Personen, deren Namen in der Chronik der Stadt ehrende Erwähnung verdienen: Kaufmann August Kratt, Bürgermeisterstellvertreter, Heilpraktiker Otto Gräble, Ortsgruppenleiter, Stadtpfarrer Josef Zuber, Vikar Karl Ruby, Polizeirevier-Hauptmann Karl Frei.“ Josef Zimmermann (1888-1974)

Termine

Eröffnung der Ausstellung: "Ein Panzer gegen die hässliche Zeit" - Hermann Hesses "Glasperlenspiel" im "Dritten Reich"

„1943 veröffentlichte Hermann Hesse seinen letzten Roman in kleiner Auflage in der Schweiz, erst Ende 1946 wurde „Das Glasperlenspiel“ auch einem größeren Publikum in Deutschland bekannt. Ursprünglich hätte „Das Glasperlenspiel“ schon 1942 in Berlin erscheinen sollen, doch die NS-Behörden verweigerten die Druckgenehmigung. Seinem Sohn Heiner teilte Hesse 1942 resigniert mit, „dass das Buch nun also die Leser, für die es bestimmt war, nicht erreicht“.“

Ort: Hesse Museum, Kapellenstr. 8, Gaienhofen

Zeit: 17. März 2019, 11.00 Uhr

http://www.hesse-museum-gaienhofen.de

2019/03/16 09:23 · Markus Wolter · 0 Kommentare

"Wie Dachau an den See kam..."

Filmvorführung und Gespräch mit der Zeitzeugin Dr. Grete Leutz und dem Regisseur Jürgen Weber am 27. Januar 2019 in Konstanz

Am Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz, dem internationalen Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus, wird in einer Gedenkveranstaltung der regionalhistorische Dokumentarfilm „Wie Dachau an den See kam …“ zur Geschichte des KZ-Außenlagers in Überlingen gezeigt.

Es ist geplant, dass an diesem Abend neben dem Filmemacher Jürgen Weber auch die Überlinger Zeitzeugin Dr. Grete Leutz anwesend sein wird. Als junge Frau wurde sie fast täglich Zeugin des Zuges der KZ-Häftlinge vom Lager Aufkirch zur Überlinger Stollenanlage. In der Außenstelle Überlingen des KZ Dachau mussten ab Oktober 1944 rund 800 Häftlinge einen Stollen in den Molassefelsen treiben, um die Friedrichshafener Rüstungsindustrie am Bodensee „bombensicher“ unterzubringen. Bis April 1945 liefen viermal pro Tag die Kolonnen der Häftlinge - schwer bewacht durch die SS - durch den Überlinger Westen.

Der Film zeichnet mit Aussagen zweier ehemaliger Häftlinge, mit den Erinnerungen von damals jungen Menschen aus Überlingen und mit Fachleuten die Geschichte der KZ-Außenstelle Überlingen nach. Aufgrund seiner regionalhistorischen Bedeutung und teilweise einmaliger Interviews mit Zeitzeugen und Zeitzeuginnen wurde der Film aus dem Jahr 1995 als Retrospektive 2017 neu in der Reihe „Zeitgeschichtliche Kurz- und Dokumentarfilme“ aufgelegt.

Termin: 27. Januar 2019

Zeit: 19:30 – 21:00 Uhr

Ort: Wolkenstein-Saal (Kulturzentrum am Münster), Konstanz

Veranstalter: Initiative „Stolpersteine für Konstanz – Gegen Vergessen und Intoleranz“, Kulturamt der Stadt Konstanz, vhs Landkreis Konstanz e. V. DIG Bodensee Region, Gesellschaft für Christlich- Jüdische Zusammenarbeit e.V. Konstanz und weitere

Eintritt: frei

2019/02/11 23:45 · sw · 0 Kommentare

Uraufführung: Gerron

Im Stadttheater Konstanz wird am 2.2.2019 das Stück „Gerron“ von Charles Lewinsky uraufgeführt. Regisseurin ist Annette Gleichmann.

Das Stück basiert auf der wahren Geschichte des jüdischen Künstlers Kurt Gerron. Als Frontsoldat und Arzt im 1. Weltkrieg kämpfend, mehrfach schwer verletzt, wurde er später im Nationalsozialismus verfolgt und ermordet. Er floh 1933 zunächst nach Paris, dann nach Österreich, Italien und in die Niederlande, wo er 1943 interniert wurde. Im Jahr 1944 wurden er und seine Familie in das KZ Theresienstadt deportiert. Seine Mitwirkung als Regisseur an dem im KZ gedrehten Propagandafilm “Theresienstadt“ schützte ihn nicht vor der Deportation nach Auschwitz, wo er ebenso wie die 1600 mitwirkenden Kinder nach Ende der Dreharbeiten vergast wurde.

Uraufführung: 2.2.2019, Theaterwerkstatt Inselgasse, 20 Uhr

Ticketreservierung und weitere Spielzeiten: Gerron

Quelle: Stadttheater Konstanz

2019/02/02 13:14 · sw · 0 Kommentare

Vor 80 Jahren: Aktion "T4" - "Denkmal der Grauen Busse" 2019 im Zentrum für Psychiatrie Emmendingen

Wirtschaftsgebäude von Grafeneck, Personal der als Tarnorganisation eingerichteten „Gemeinnützigen Krankentransport GmbH (Gekrat)“; einer von drei Bussen der Gekrat, mit denen ab Januar 1940 geistig und körperlich behinderte und psychisch kranke Menschen aus Pflegeeinrichtungen und Heilanstalten (wie z. B. Freiburg, Emmendingen und Reichenau, Konstanz) in die Vernichtungsanstalt Grafeneck gebracht wurden. Innerhalb eines Jahres wurden in der Gaskammer von Grafeneck 10.654 Menschen ermordet. Fotografie: Gedenkstätte Grafeneck

Die Radolfzeller Opfer der Aktion "T4" 1939-1941 waren Patient/innen der psychiatrischen Heil- und Pflegeanstalten Reichenau, Emmendingen und Wiesloch, der Kreispflegeanstalt Geisingen, der Universitätsnervenklink Freiburg und/oder minderjährige „Pfleglinge“ der St. Josefsanstalt Herten und davor in Kinderheimen in Freiburg, Konstanz und Sigmaringen untergebracht:

Maria Amann 1899-1941 | Frieda Armbruster 1890-1940 | Alwin Bödler 1883-1940 | Walter Böhler 1934-1940 | Emma Braun 1886-1940 | Albertine Hässig 1890-1940 | Nikolaus Honsell 1887-1940 | Otto Hans Keller 1893-1940 | Leopold Kohler 1887-1940 | Anna Ronkat 1904-1940 | Josefa Trost, geb. Klaus 1878-1940 | Helmut Waller 1920-1940 | Berta Welschinger 1902-1940 | Elisabeth Welschinger 1931-1940

"Denkmal der grauen Busse" 2019 im Zentrum für Psychiatrie Emmendingen.

Montag, 28. Januar 2019, 11.00 Uhr Eröffnungsveranstaltung zum Gedenktag der Opfer des Nationalsozialismus

Ort: Festhalle des Zentrums für Psychiatrie Emmendingen

Programm: Kranzniederlegung und Gedenkminute am Denkmal im ZfP Emmendingen Begrüßung Michael Eichhorst, Geschäftsführer ZfP Emmendingen und Calw

Vortrag „Erinnern, gedenken, bilden: Oder: Wie können wir in unseren psychiatrischen Kliniken mit der NS Vergangenheit umgehen?“

Referent: Prof. Dr. med. Thomas Müller, Leiter des Forschungsbereichs Geschichte und Ethik in der Medizin am ZfP Südwürttemberg / Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie I der Universität Ulm. Er ist Leiter des Württembergischen Psychiatriemuseums und Koordinator der Historischen Forschung der Zentren für Psychiatrie in Baden-Württemberg.

Eröffnung und Ausstellung des Denkmals der Grauen Busse

Zu den weiteren Veranstaltungen des Begleitprogramms 2019:

Download (PDF)

Beschlussvorlage - Zur Umbenennung des "Landserwegs" in "Fritz-Klose-Weg"

Der „Landserweg“ im Dezember 2018, links die alte Mauereinfassung des Kasernenareals, rechts die Wohnblöcke der ehemaligen SS-Siedlung. Fotografie: Markus Wolter

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In seiner Sitzung am 27. November 2018 wird der Radolfzeller Gemeinderat über eine Straßenumbenennnung entscheiden. Der durch den einschlägigen NS-Kontext in die Kritik geratene „Landserweg“ - zwischen ehemaliger SS-Kaserne und SS-Wohnsiedlung - soll nach einer im Sommer 2018 an den Ältestenrat übermittelten Initiativanfrage umbenannt werden. Nach ensprechender Empfehlung des Ältestenrats folgte eine nochmalige, quellengestützte Überprüfung der Sachlage und Stellungnahme durch die Abteilung Stadtgeschichte. In der Initiativanfrage war von Markus Wolter die Umbennung des „Landserwegs“ in „Fritz-Klose-Weg“ vorgeschlagen worden, benannt nach dem neben Jacob Dörr zweiten nachweislichen Todesfall eines KZ-Häftlings im Außenkommando Radolfzell. Alternativ schlägt die Abteilung Stadtgeschichte die historisch überlieferte Flurbezeichnung „Am Entennest“ (sic) vor.

Beschlussvorlage:abgerufen auf: Ratsinformationssystem, Sitzungskalender (PDF)

2018/11/23 20:57 · Markus Wolter · 0 Kommentare
 
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