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Spuren der NS-Herrschaft in Radolfzell


Opfer rechter Gewalt

Todesopfer rechter Gewalt 1990-2010



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**"Herzlich Willkommen"** **"Herzlich Willkommen"**
-Radolfzell am 30. Juni 1939: Rückkehr und offizielle Begrüßung des III./SS "Germania" nach dem Einsatz als Wachbataillon auf der Prager Burg, März-Juni 1939 (vgl. [[https://de.wikipedia.org/wiki/Zerschlagung_der_Rest-Tschechei|Zerschlagung der Tschechoslowakei]]). Der vorausgefahrene Bataillonskommandeur, SS-Obersturmbannführer Heinrich Koeppen (1890-1939), nimmt auf dem "Hindenburgplatz" (Marktplatz) die Vorbeifahrt der Truppe vom Fahrzeug aus ab; NSDAP- und SS-Repräsentanten aus Radolfzell und Konstanz, HJ, BDM, ZuschauerInnen. +Radolfzell am 30. Juni 1939: Rückkehr und offizielle Begrüßung des III./SS "Germania" nach dem Einsatz als Wachbataillon auf der Prager Burg, März-Juni 1939 (vgl. [[https://de.wikipedia.org/wiki/Zerschlagung_der_Rest-Tschechei|Zerschlagung der Tschechoslowakei]]). Der vorausgefahrene Bataillonskommandeur, SS-Obersturmbannführer Heinrich Koeppen (1890-1939), nimmt auf dem "Hindenburgplatz" (Marktplatz) die Vorbeifahrt der Truppe vom Fahrzeug aus ab; NSDAP- und SS-Repräsentanten aus Radolfzell und Konstanz, HJ, BDM, ZuschauerInnen.
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<html><font size="0.8em">"SS Herzlich Willkommen" - Radolfzell am 30. Juni 1939. Fotografie: Josef Glatt, Privatbesitz. Digitalisat des Kleinbild-Negativs: Sammlung Markus Wolter. </font></html> <html><font size="0.8em">"SS Herzlich Willkommen" - Radolfzell am 30. Juni 1939. Fotografie: Josef Glatt, Privatbesitz. Digitalisat des Kleinbild-Negativs: Sammlung Markus Wolter. </font></html>
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 +<html><font size="0.8em">SS-Obersturmbannführer Heinrich Koeppen nimmt auf dem Marktplatz die Vorbeifahrt der Kolonne ab; links NSDAP-Ortsgruppenleiter Otto Gräble. Fotografie: Josef Glatt, Privatbesitz. Digitalisat des Kleinbild-Negativs: Sammlung Markus Wolter. </font></html>
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<html><font size="0.8em">Eintreffen der LKW-Kolonne und Kradschützen des III.SS-"Germania" auf dem beflaggten "Hindenburgplatz"; Spalier von HJ und BDM, die Blumen verteilen, im Hintergrund der Kommandeurs-PKW mit dem salutierenden Koeppen, Kaufhaus August Kratt. Fotografie: Hillebrecht. Sammlung Markus Wolter.</font></html> <html><font size="0.8em">Eintreffen der LKW-Kolonne und Kradschützen des III.SS-"Germania" auf dem beflaggten "Hindenburgplatz"; Spalier von HJ und BDM, die Blumen verteilen, im Hintergrund der Kommandeurs-PKW mit dem salutierenden Koeppen, Kaufhaus August Kratt. Fotografie: Hillebrecht. Sammlung Markus Wolter.</font></html>
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-<html><font size="0.8em">Erste Reihe von rechts, neben SS-Obersturmbannführer Heinrich Koeppen:  NSDAP-Ortsgruppenleiter Otto Gräble, Bürgermeister Josef Jöhle, SS-Oberführer Walter Stein, NSDAP-Kreispropagandaleiter N.N. Rüger, SS-Standartenführer Alfons Graf, SA-Standartenältester Graf Cäsar von Beroldingen, N.N. PG's in Zivil (vmtl. Ratsherren). Fotografie: Josef Glatt, Privatbesitz. Digitalisat des Kleinbild-Negativs: Sammlung Markus Wolter. </font></html> 
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**Folgende SS-Einheiten waren in der Radolfzeller Kaserne stationiert:** **Folgende SS-Einheiten waren in der Radolfzeller Kaserne stationiert:**
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  * SS-​To­ten­kopf-​In­fan­te­rie-​Er­satz-​Ba­tail­lon I (16. Dezember 1939 – 30. November 1940) -> vgl. [[http://de.wikipedia.org/wiki/SS-Division_Totenkopf|Wikipedia: SS-Division Totenkopf]]   * SS-​To­ten­kopf-​In­fan­te­rie-​Er­satz-​Ba­tail­lon I (16. Dezember 1939 – 30. November 1940) -> vgl. [[http://de.wikipedia.org/wiki/SS-Division_Totenkopf|Wikipedia: SS-Division Totenkopf]]
  * SS-Totenkopf-Kradschützen-Ersatz-Kompanie (1939/40)   * SS-Totenkopf-Kradschützen-Ersatz-Kompanie (1939/40)
-  * SS-Gruppenführerlehrgang im Rahmen der Unterführerausbildung (Ende 1940). Das "Kommando(amt) der Waffen-SS", SS-FHA, verfügte bereits im November 1940 die Verlegung eines ersten SS-Unterführerlehrgangs von Berlin-Blankensee, Trebbin, in die SS-Kaserne von Radolfzell. Dieser bildete zugleich das Stammpersonal der aufzubauenden Waffen-SS-Unterführerschule Radolfzell.+  * Gruppenführerlehrgang im Rahmen der SS-Unterführerausbildung (Ende 1940/Anfang 1941). Das "Kommando der Waffen-SS", hervorgegangen am 1. Mai 1940 aus der Inspektion der SS-VT und ab August 1940 unter Führung des neu geschaffenen SS-Führungshauptamts (SS-FHA) mit Heinrich Himmler als dessen damaligem Leiter, verfügte im November 1940 die Verlegung eines SS-Unterführerlehrgangs von Berlin-Blankensee, Trebbin, in die Heinrich-Koeppen-Kaserne. Der Kommandeur und das Schulungspersonal dieses Unterführerlehrgangs (auch als Gruppenführerlehrgang bezeichnet; nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Dienstgrad des SS-Gruppenführers) bildete das erste Stammpersonal der Anfang 1941 aufzubauenden Waffen-SS-Unterführerschule Radolfzell.
  * Waffen-SS-Unterführerschule Radolfzell (USR) (15. Februar 1941 – 2. Mai 1945) -> vgl. [[http://de.wikipedia.org/wiki/F%C3%BChrerschulen_der_SS,_des_SD_und_der_Sicherheitspolizei#Unterf.C3.BChrerschulen_der_Waffen-SS|Wikipedia: Führerschulen der SS, des SD und der Sicherheitspolizei]]   * Waffen-SS-Unterführerschule Radolfzell (USR) (15. Februar 1941 – 2. Mai 1945) -> vgl. [[http://de.wikipedia.org/wiki/F%C3%BChrerschulen_der_SS,_des_SD_und_der_Sicherheitspolizei#Unterf.C3.BChrerschulen_der_Waffen-SS|Wikipedia: Führerschulen der SS, des SD und der Sicherheitspolizei]]
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  * **Jacob Dörr** (geb. 1916) war erst am 25. April 1941 von seiner Geburtsstadt Frankfurt in das KZ Dachau verschleppt worden und wurde dort mit der Häftlingsnummer 24562 als "Asozialer", d.h. "AZR"-Häftling von der Lagerverwaltung registriert. Im Außenlager Radolfzell galt er allerdings als "politischer Vorbeugungshäftling". Er wurde von einem SS-Wachposten erschossen, nachdem seine Mütze hinter die Postenkette geworfen worden war und er den Befehl erhielt, die Mütze wieder zu holen. Seine Leiche wurde noch am Tag der Ermordung am 11. November 1941 im Krematorium Konstanz eingeäschert.   * **Jacob Dörr** (geb. 1916) war erst am 25. April 1941 von seiner Geburtsstadt Frankfurt in das KZ Dachau verschleppt worden und wurde dort mit der Häftlingsnummer 24562 als "Asozialer", d.h. "AZR"-Häftling von der Lagerverwaltung registriert. Im Außenlager Radolfzell galt er allerdings als "politischer Vorbeugungshäftling". Er wurde von einem SS-Wachposten erschossen, nachdem seine Mütze hinter die Postenkette geworfen worden war und er den Befehl erhielt, die Mütze wieder zu holen. Seine Leiche wurde noch am Tag der Ermordung am 11. November 1941 im Krematorium Konstanz eingeäschert.
  Mutmaßlicher Täter: (Ludwig) Schmidt (Schmitt), (geb. vmtl. in Mönchengladbach, gestorben 1976 in Mönchengladbach), SS-Rottenführer oder SS-Unterscharführer. Laut Aussage des überlebenden Häflings Josef Drehsen war Ludwig Schmidt „eine Art Stellvertreter“ von Kommandoführer Josef Seuß (BArch B 162/16384, Bl. 165 f.). Nach Aussage des überlebenden Häftlings Alfons Krzebietke habe ein SS-Unterscharführer oder SS-Rottenführer "mit Namen Schmidt (phon.)" einen Häftling auf dem Schießplatzgelände erschossen. Vor dem Kriminalkommissariat München sagte Alfons Krzebietke am 24. März 1969 wie folgt aus: „Während meines Aufenthaltes in Radolfzell [Mai 1941-Herbst 1942] habe ich nur eine Häftlingstötung miterlebt. Anfangs 1942 (!), während der Arbeiten am Schießstand, sah ich, wie der SS-Unterführer, er kann auch SS-Rottenführer gewesen sein, mit Namen Schmidt (phon.), einem mir namentlich nicht bekannten Häftling, der an der Lore arbeitete, die Mütze vom Kopf riss und diese außerhalb der Postenkette warf. Als der Häftling dann auf seinem Befehl die Mütze holen wollte und sich außerhalb der Postenkette begab, wurde er von Schmidt mit dem Karabiner erschossen. Nähere Einzelheiten von Schmidt sind mir nicht erinnerlich; ich würde ihn aber auf einnem Lichtbild sofort wieder erkennen.“ (BArch B 162/16384, Bl. 72) Möglicherweise handelte es sich bei dem erschossenen Häftling um Jacob Dörr; dieser allerdings wurde nachweislich bereits am 11. November 1941 auf dem Schießplatzgelände auf die von Krzebietke geschilderte Art erschossen. Im Rahmen der 1978 eingestellten Ermittlungen konnte der SS-Angehörige Ludwig Schmidt nicht (mehr) ausfindig gemacht werden.   Mutmaßlicher Täter: (Ludwig) Schmidt (Schmitt), (geb. vmtl. in Mönchengladbach, gestorben 1976 in Mönchengladbach), SS-Rottenführer oder SS-Unterscharführer. Laut Aussage des überlebenden Häflings Josef Drehsen war Ludwig Schmidt „eine Art Stellvertreter“ von Kommandoführer Josef Seuß (BArch B 162/16384, Bl. 165 f.). Nach Aussage des überlebenden Häftlings Alfons Krzebietke habe ein SS-Unterscharführer oder SS-Rottenführer "mit Namen Schmidt (phon.)" einen Häftling auf dem Schießplatzgelände erschossen. Vor dem Kriminalkommissariat München sagte Alfons Krzebietke am 24. März 1969 wie folgt aus: „Während meines Aufenthaltes in Radolfzell [Mai 1941-Herbst 1942] habe ich nur eine Häftlingstötung miterlebt. Anfangs 1942 (!), während der Arbeiten am Schießstand, sah ich, wie der SS-Unterführer, er kann auch SS-Rottenführer gewesen sein, mit Namen Schmidt (phon.), einem mir namentlich nicht bekannten Häftling, der an der Lore arbeitete, die Mütze vom Kopf riss und diese außerhalb der Postenkette warf. Als der Häftling dann auf seinem Befehl die Mütze holen wollte und sich außerhalb der Postenkette begab, wurde er von Schmidt mit dem Karabiner erschossen. Nähere Einzelheiten von Schmidt sind mir nicht erinnerlich; ich würde ihn aber auf einnem Lichtbild sofort wieder erkennen.“ (BArch B 162/16384, Bl. 72) Möglicherweise handelte es sich bei dem erschossenen Häftling um Jacob Dörr; dieser allerdings wurde nachweislich bereits am 11. November 1941 auf dem Schießplatzgelände auf die von Krzebietke geschilderte Art erschossen. Im Rahmen der 1978 eingestellten Ermittlungen konnte der SS-Angehörige Ludwig Schmidt nicht (mehr) ausfindig gemacht werden.
-  * Der aus Oberschlesien stammende Häftling **Fritz Klose** (geb. 1904) war aus dem KZ Sachsenhausen nach Dachau überstellt worden, kam 1941 ins Außenkommando Radolfzell und wurde dort am 5. August 1943 mutmaßlich bei einem Außeneinsatz von einer SS-Wache umgebracht. In den Dachauer Lagerdokumenten (Totenbuch und Buch der "Veränderungsmeldungen") ist als verschleiernde Todesursache "Unfall" angegeben. [(wolter>zit.n. [[http://www.antiquariat-wolter.de/188114.html]])]+  * Der aus Oberschlesien stammende Häftling **Fritz Klose** (geb. 16.7.1904), seit 21.09.1940 im [[https://de.wikipedia.org/wiki/KZ_Sachsenhausen|KZ Sachsenhausen]] in "Vorbeugehaft" und in der Strafkompanie ("SK")- Häftlingskategorie: "BV/Sittl" (="Berufsverbrecher/ Sittlichkeitsverbrecher"[(Vgl. hierzu grundlegend: Dagmar Lieske: Unbequeme Opfer? "Berufsverbrecher" als Häftlinge im KZ Sachsenhausen. Metropol Verlag, Berlin 2016.)] - und vmtl. wegen TBC-Erkrankung mehrmals im Krankenbau, war am 21. Oktober 1941 von Sachsenhausen nach Dachau überstellt worden und kam dort in den TBC-Block. Vor Mai 1942 ins Außenkommando Radolfzell verlegt, wurde Klose, den die Dachauer Bestandstärkeliste vom Mai 1942 nun als "PSV"-Häftling (= "polizeiliche Sicherungsverwahrung") führt, zwischen dem 3. und 5. August 1943 mutmaßlich bei einem Außeneinsatz und/oder "auf der Flucht" von einer SS-Wache umgebracht. Seine Leiche wurde am 5. August 1943 im [[https://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%B6hringer_See|Böhringer See]] gefunden, einer Leichenschau in Radolfzell unterzogen und dort begraben. Die genauen Umstände von Fritz Kloses Tod sind bis heute ungeklärt. In den Dachauer Lagerdokumenten (Totenbuch und Buch der "Veränderungsmeldungen") ist als verschleiernde Todesursache "Unfall" angegeben. [(wolter>zit.n. [[http://www.antiquariat-wolter.de/188114.html]])]
  * Außerdem hat es nach Aussagen überlebender Häftlinge (Vorermittlungen der "Zentralen Stelle" Ludwigsburg) weitere Häftlingstötungen gegeben:   * Außerdem hat es nach Aussagen überlebender Häftlinge (Vorermittlungen der "Zentralen Stelle" Ludwigsburg) weitere Häftlingstötungen gegeben:
Lt. Zeugenaussage des ehemaligen Häftlings Josef Drehsen, 8.12.1976, vor dem Amtsgericht Mönchengladbach, AS 23-31, erschoss der SS-Rottenfüher und spätere SS-Unterscharführer Jakob Stock kurze Zeit vor Rücküberstellung Drehsens nach Dachau (26.8.1942) zwei Häftlinge bei der Arbeit auf dem Schießplatzgelände. „Ziemlich gegen Ende meines Aufenthalts in Radolfzell war ich Zeuge, wie von einem Wachposten zwei Häftlinge erschossen worden sind. Die beiden Häftlinge waren dabei, eine Böschung oben einzuebnen. Ich war mit anderen Häftlingen unterhalb der Böschung mit Arbeiten beschäftigt. Plötzlich hörten wir zwei Schüsse. Die beiden toten Häftlinge lagen noch innerhalb des Arbeitsplatzes oben auf der Böschung. Einer der beiden hieß mit Vornamen Fritz. Den Namen des anderen weiß ich nicht mehr. Der SS-Mann, der die tödlichen Schüsse abgegeben hat, hieß Jakob Stock und stammte aus Sachsen. Er hat hinterher erklärt, daß die beiden Häftlinge flüchten wollten. Ich bin ganz sicher, daß dieser SS-Mann Jakob Stock hieß. Der Mann ist später SS-Unterscharführer geworden; zum Zeitpunkt der Schüsse war er meiner Erinnerung nach SS-Oberrottenführer (sic!). Sein Ärmelabzeichen bestand aus zwei Winkeln.“ (vgl. BArch B 162/16384, Bl. 164 verso). Weder der Täter (Jakob Stock) noch die beiden von ihm erschossenen Häftlinge konnten im Rahmen der 1978 eingestellten Ludwigsburger Ermittlungen eindeutig identifiziert bzw. verifiziert werden. Lt. Zeugenaussage des ehemaligen Häftlings Josef Drehsen, 8.12.1976, vor dem Amtsgericht Mönchengladbach, AS 23-31, erschoss der SS-Rottenfüher und spätere SS-Unterscharführer Jakob Stock kurze Zeit vor Rücküberstellung Drehsens nach Dachau (26.8.1942) zwei Häftlinge bei der Arbeit auf dem Schießplatzgelände. „Ziemlich gegen Ende meines Aufenthalts in Radolfzell war ich Zeuge, wie von einem Wachposten zwei Häftlinge erschossen worden sind. Die beiden Häftlinge waren dabei, eine Böschung oben einzuebnen. Ich war mit anderen Häftlingen unterhalb der Böschung mit Arbeiten beschäftigt. Plötzlich hörten wir zwei Schüsse. Die beiden toten Häftlinge lagen noch innerhalb des Arbeitsplatzes oben auf der Böschung. Einer der beiden hieß mit Vornamen Fritz. Den Namen des anderen weiß ich nicht mehr. Der SS-Mann, der die tödlichen Schüsse abgegeben hat, hieß Jakob Stock und stammte aus Sachsen. Er hat hinterher erklärt, daß die beiden Häftlinge flüchten wollten. Ich bin ganz sicher, daß dieser SS-Mann Jakob Stock hieß. Der Mann ist später SS-Unterscharführer geworden; zum Zeitpunkt der Schüsse war er meiner Erinnerung nach SS-Oberrottenführer (sic!). Sein Ärmelabzeichen bestand aus zwei Winkeln.“ (vgl. BArch B 162/16384, Bl. 164 verso). Weder der Täter (Jakob Stock) noch die beiden von ihm erschossenen Häftlinge konnten im Rahmen der 1978 eingestellten Ludwigsburger Ermittlungen eindeutig identifiziert bzw. verifiziert werden.
-  * Nach Erinnerung des ehemaligen "Schutzhäftlings" Leonhard Oesterle versuchten **drei tschechische Häftlinge** vor November 1943 zu fliehen, wurden wieder ergriffen und mindestens einer von ihnen auf dem Kasernenareal erschossen. Am 15./16.11.1943 gelang **Leonhard Oesterle** (1915-2009) zusammen mit **Oldrich Sedláček** (1919-1949) die Flucht über den Bodensee in die Schweiz.[(Markus Wolter: Vor 70 Jahren: Die KZ-Häftlinge Oldrich Sedláček und Leonhard Oesterle fliehen aus dem Dachauer KZ-Außenkommando Radolfzell in die Schweiz; [[http://www.suedkurier.de/region/kreis-konstanz/radolfzell/Waghalsige-Flucht-als-letzter-Ausweg;art372455,6457453|Südkurier, 15.11.2013]])] [(Kluwe, Sigbert E.: Glücksvogel. Leos Geschichte, Baden-Baden 1990)] +  * Nach Erinnerung des ehemaligen "Schutzhäftlings" **[[https://de.wikipedia.org/wiki/Leonhard_Oesterle|Leonhard Oesterle]]** versuchten **drei tschechische Häftlinge** vor November 1943 zu fliehen, wurden wieder ergriffen und mindestens einer von ihnen auf dem Kasernenareal erschossen. Am 15./16.11.1943 gelang **Leonhard Oesterle** (1915-2009) zusammen mit **[[https://www.vets.cz/vpm/22760-hrob-oldrich-sedlacek/#22760-hrob-oldrich-sedlacek|Oldrich Sedláček]]** (1919-1949) die Flucht über den Bodensee in die Schweiz.[(Markus Wolter: Vor 70 Jahren: Die KZ-Häftlinge Oldrich Sedláček und Leonhard Oesterle fliehen aus dem Dachauer KZ-Außenkommando Radolfzell in die Schweiz; [[http://www.suedkurier.de/region/kreis-konstanz/radolfzell/Waghalsige-Flucht-als-letzter-Ausweg;art372455,6457453|Südkurier, 15.11.2013]])] [(Kluwe, Sigbert E.: Glücksvogel. Leos Geschichte, Baden-Baden 1990)]  
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 +|{{gallery>:img_7024-1.jpg?200x200&lightbox}}|{{gallery>:oldrich_sedlacek_1945.jpg?200x200&lightbox}}| 
 +|Leonhard Oesterle, undatiert. Foto: Privatbesitz L. Oesterle, Kanada.|Oldrich Sedláček als Angehöriger der Royal Air Force, 1945. Foto: Privatbesitz Jiří Sedláček, Kladno, Tschechische Republik.|
Viele der Radolfzeller KZ-Insassen hatten bereits Konzentrationslager wie Neuengamme, Sachsenhausen, Mauthausen, Buchenwald oder Flossenbürg durchlaufen, bevor sie nach Dachau und dann nach Radolfzell kamen. Nachdem ihre Arbeitskraft in Radolfzell nicht mehr benötigt wurde, wurden sie zunächst in das Stammlager Dachau, von dort aber weiter in andere Dachauer Außenlager oder KZ's wie Sachsenhausen, Mauthausen, Buchenwald, Natzweiler oder Flossenbürg verlegt. Zwei ehemalige Radolfzeller Häftlinge kamen nach Auschwitz.[(wolter1>Recherchen von Markus Wolter)] Viele der Radolfzeller KZ-Insassen hatten bereits Konzentrationslager wie Neuengamme, Sachsenhausen, Mauthausen, Buchenwald oder Flossenbürg durchlaufen, bevor sie nach Dachau und dann nach Radolfzell kamen. Nachdem ihre Arbeitskraft in Radolfzell nicht mehr benötigt wurde, wurden sie zunächst in das Stammlager Dachau, von dort aber weiter in andere Dachauer Außenlager oder KZ's wie Sachsenhausen, Mauthausen, Buchenwald, Natzweiler oder Flossenbürg verlegt. Zwei ehemalige Radolfzeller Häftlinge kamen nach Auschwitz.[(wolter1>Recherchen von Markus Wolter)]
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   * [[http://de.wikipedia.org/wiki/Fritz_Christen|Fritz Christen]], Unterführer-Lehrgang an der USR, 1941/42.    * [[http://de.wikipedia.org/wiki/Fritz_Christen|Fritz Christen]], Unterführer-Lehrgang an der USR, 1941/42.
   * [[http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Maria_Demelhuber|Karl Maria Demelhuber]], Regimentskommandeur der SS-Standarte "Germania", 1936-1940.    * [[http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Maria_Demelhuber|Karl Maria Demelhuber]], Regimentskommandeur der SS-Standarte "Germania", 1936-1940.
-   * [[http://en.wikipedia.org/wiki/Bernhard_Dietsche|Bernhard Dietsche]], geb. 1912 in Singen/Htwl., III/SS-"Germania" seit 1937, Zugführer in der 12. (MG) bzw. 13. (IG) Kompanie in Radolfzell 1937-1939. SS-Division "Wiking" (Westland), Angriff auf die SU, später SS-Gebirgsjäger-Regiment 2 "Prinz Eugen" ("Partisanen"-Bekämpfung) in Jugoslawien. Taktikausbilder an der Junkerschule Bad Tölz.[(Vgl.: Strittmater, Wolf-Ulrich: Bernhard Dietsche - "Ich blieb ein Bergsteiger und Wanderer in Uniform, auch während des Krieges", in: Proske, Wolfgang (Hg.). Täter, Helfer, Trittbrettfahrer. Band 4, NS-Belastete aus Oberschwaben, Kugelberg Verlag, Gerstetten 2015, S. 84-97)]+   * [[http://en.wikipedia.org/wiki/Bernhard_Dietsche|Bernhard Dietsche]], geb. 1912 in Singen/Htwl., III/SS-"Germania" seit 1937, Zugführer in der 12. (MG) bzw. 13. (IG) Kompanie in Radolfzell 1937-1939. SS-Division "Wiking" (Westland), Angriff auf die SU, später SS-Gebirgsjäger-Regiment 2 "Prinz Eugen" ("Partisanen"-Bekämpfung) in Jugoslawien. Taktikausbilder an der Junkerschule Bad Tölz.[(Vgl.: Strittmatter, Wolf-Ulrich: Bernhard Dietsche - "Ich blieb ein Bergsteiger und Wanderer in Uniform, auch während des Krieges", in: Proske, Wolfgang (Hg.). Täter, Helfer, Trittbrettfahrer. Band 4, NS-Belastete aus Oberschwaben, Kugelberg Verlag, Gerstetten 2015, S. 84-97)]
   * [[http://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Dorr|Hans Dorr]], III/SS-"Germania", Zugführer der 10. Kompanie in Radolfzell 1938/39.    * [[http://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Dorr|Hans Dorr]], III/SS-"Germania", Zugführer der 10. Kompanie in Radolfzell 1938/39.
   * [[http://en.wikipedia.org/wiki/Markus_Faulhaber|Markus Faulhaber]], III/SS-"Germania", 1938 ff. In Radolfzell 1939 verheiratet. Einer der "gefallenen Söhne" der Stadt Radolfzell, derer am Kriegerdenkmal als "Opfer der Gewaltherrschaft" namentlich gedacht wird. Begraben zunächst auf dem städtischen Friedhof (alt), umgebettet auf die Kriegsgräberstätte des neuen städtischen Friedhofs von Radolfzell im Altbohl.    * [[http://en.wikipedia.org/wiki/Markus_Faulhaber|Markus Faulhaber]], III/SS-"Germania", 1938 ff. In Radolfzell 1939 verheiratet. Einer der "gefallenen Söhne" der Stadt Radolfzell, derer am Kriegerdenkmal als "Opfer der Gewaltherrschaft" namentlich gedacht wird. Begraben zunächst auf dem städtischen Friedhof (alt), umgebettet auf die Kriegsgräberstätte des neuen städtischen Friedhofs von Radolfzell im Altbohl.
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   * [[http://en.wikipedia.org/wiki/Karl_Gesele|Karl Gesele]], SS-Standartenführer, Taktik-Ausbilder an der USR beim 4. RFA-Lehrgang 1941 (1. März 1941-31. Mai 1941); am 12. August 1944 als Kdr. des SS-Panzergrenadier-Regiments 35 verantwortlich für das [[https://de.wikipedia.org/wiki/Sant%E2%80%99Anna_di_Stazzema|Massaker von Sant'Anna di Stazzema]].    * [[http://en.wikipedia.org/wiki/Karl_Gesele|Karl Gesele]], SS-Standartenführer, Taktik-Ausbilder an der USR beim 4. RFA-Lehrgang 1941 (1. März 1941-31. Mai 1941); am 12. August 1944 als Kdr. des SS-Panzergrenadier-Regiments 35 verantwortlich für das [[https://de.wikipedia.org/wiki/Sant%E2%80%99Anna_di_Stazzema|Massaker von Sant'Anna di Stazzema]].
   * [[https://de.wikipedia.org/wiki/Kurt_Gro%C3%9F|Kurt Groß]], SS-Sturmbannführer, WE-Leiter, Stabsabteilung VI, 1943 und Kommandeur USR-'Regiment Radolfzell' und stellvertretender Kommandeur der USR 1944/45.    * [[https://de.wikipedia.org/wiki/Kurt_Gro%C3%9F|Kurt Groß]], SS-Sturmbannführer, WE-Leiter, Stabsabteilung VI, 1943 und Kommandeur USR-'Regiment Radolfzell' und stellvertretender Kommandeur der USR 1944/45.
 +   * [[https://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%BCnther_Niethammer|Günther Niethammer]], SS-Obersturmführer (F), der "Ornithologe von Auschwitz"; nach 1945 enge Verbindungen zur Vogelwarte Radolfzell.
   * [[http://en.wikipedia.org/wiki/Walter_Harzer|Walter Harzer]], SS-Standartenführer, Taktik-Ausbilder an der USR beim 4. RFA-Lehrgang 1941 (1. März  1941-31.Mai 1941).    * [[http://en.wikipedia.org/wiki/Walter_Harzer|Walter Harzer]], SS-Standartenführer, Taktik-Ausbilder an der USR beim 4. RFA-Lehrgang 1941 (1. März  1941-31.Mai 1941).
   * [[http://en.wikipedia.org/wiki/Willi_Hund|Willi Hund]], SS-Obersturmführer, Zugführer als 19-jähriger Untersturmführer an der USR (1.September 1942 – 2. März 1943).    * [[http://en.wikipedia.org/wiki/Willi_Hund|Willi Hund]], SS-Obersturmführer, Zugführer als 19-jähriger Untersturmführer an der USR (1.September 1942 – 2. März 1943).
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**Landserweg** **Landserweg**
-{{gallery&gt;bilder:ss-kaserne:landserweg.jpg?200x200&amp;lightbox}}+**Renazifizierung 1956: der &quot;Landserweg" im "Kasernengebiet&quot;**
-Die Straße führte 1937 entlang der damaligen SS-Wohnsiedlung bis zum Stabsgebäude der SS-Kaserne. Benannt war sie zu Beginn nach dem Hamburger SS-Angehörigen, &quot;Blutzeugen der Bewegung" und "alten Kämpfer" Hans Cyranka (1910-1932). Im Jahr 1956 wurde sie, seltsam irreführend, durch Beschluss des Gemeinderates in  &quot;Landserweg" umbenannt, womit letzlich suggeriert wird, dass es sich bei der Kaserne um eine Wehrmachtskaserne gehandelt haben könnte oder aber, bedenklicher noch, dass Angehörige der Waffen-SS einfache "Soldaten wie andere auch" gewesen seien. Soldaten der Wehrmacht hielten sich, bis auf wenige Tage im April 1945, zu keiner Zeit in der Kaserne auf. Außer in Radolfzell findet sich unter Deutschlands Straßennamen kein "Landserweg", auch keine einzige "Landserstraße". Der Begriff "Landser" wurde und wird vor allem in rechtsextremen Kreisen und Publikationen (v.a. "Der Landser"-Heftromane) als Inbegriff des "sauber" kämpfenden, einfachen deutschen Soldaten 1939-1945 verklärt. Auch eine Rechtsrock-Band aus Berlin trug diesen Namen. Sie war bis zu ihrer Auflösung im Jahr 2003 die bundesweit erfolgreichste sowie bekannteste Musikgruppe aus dem neonazistischen Milieu.  + {{gallery&gt;:landserweg_radolfzell1956.jpg?300x300&amp;lightbox}} 
 +**Adressbuch der Stadt Radolfzell 1956**
 +Die im Rahmen des Kasernen-Neubaus 1937 angelegte "Hans-Cyranka-Str.", benannt nach dem Hamburger SS-Angehörigen, „Blutzeugen der Bewegung“ und „alten Kämpfer“ Hans Cyranka (1910-1932), führte von der damaligen SS-Wohnsiedlung bis zum Stabsgebäude der SS-Kaserne an der Steißlinger Straße; der heutige "Landserweg" endet an der "Kasernenstraße".
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 +Durch Beschluss des Gemeinderates wurde die nach 1945 gebotene Umbenennung der "Hans-Cyranka-Str." offiziell erst im Jahr 1956 vorgenommen; wie auch die übrigen, nach "Alten Kämpfern" benannten Straßen in der ehemaligen SS-Wohnsiedlung war sie zunächst namenlos geblieben. Der neue Name "Landserweg" gab 1956 offenbar keinen Anlass für Bedenken; auch nicht die damit verbundene und ausdrückliche "Ehrung des einfachen Soldaten der beiden Weltkriege".[( Im Grund stellt diese Benennung einen nachträglichen Verstoß gegen Direktive Nr. 30 des Alliierten Kontrollrats dar, die die Entfernung aller Symbole des alten Regimes und seiner militärischen Tradition zum 1. Januar 1947 angeordnet hatte: „Von dem Zeitpunkt des Inkrafttretens dieser Direktive an ist untersagt und als gesetzeswidrig erklärt die Planung, der Entwurf, die Errichtung, die Aufstellung und der Anschlag oder die sonstige Zurschaustellung von Gedenksteinen, Denkmälern, Plakaten, Statuen, Bauwerken, Straßen- oder Landstraßenschildern, Wahrzeichen, Gedenktafeln oder Abzeichen, die darauf abzielen, die deutsche militärische Tradition zu bewahren und lebendig zu erhalten, den Militarismus wachzurufen oder die Erinnerung an die nationalsozialistische Partei aufrechtzuerhalten, oder ihrem Wesen nach in der Verherrlichung von kriegerischen Ereignissen bestehen“. Dies sollte sich bereits beziehen „auf Kriegshandlungen nach dem 1. August 1914 zu Lande, zu Wasser oder in der Luft und auf Personen, Organisationen und Einrichtungen, die mit diesen Handlungen in unmittelbarem Zusammenhang stehen.“ Als allerdings der "Landserweg" 1956 Straßenname in Radolfzell wurde, war die besagte Kontrollrats-Direktive breits seit einem Jahr durch Artikel 2 des Gesetzes Nr. A-37 der Alliierten Hohen Kommission vom 5. Mai 1955 (ABl. AHK S. 3268)  "außer Wirkung" gesetzt.)] Unkritisch und ohne zwischen Reichswehr- und Wehrmachtssoldaten zu differenzieren, bediente und tradierte man stattdessen vor allem das historisch falsche Stereotyp der vermeintlich "sauberen Wehrmacht", deren Beteiligung an Kriegsverbrechen 1939-1945 man bis heute selbstredend unterschlägt.
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 +Entlang der ehemaligen SS-Kaserne verlaufend, suggeriert der Name zudem, dass es sich um eine Wehrmachtskaserne gehandelt haben könnte, oder aber, bedenklicher noch, dass die hier 1937-1945 stationierten Angehörigen der Waffen-SS eben auch nur "einfache Soldaten", „Soldaten wie andere auch“ gewesen seien -   eine Problematik, die sich 1958 am Kriegerdenkmal fortsetzt und bis heute nicht gelöst ist.    
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 +Soldaten der Wehrmacht waren übrigens bis auf wenige Tage im April 1945 zu keiner Zeit in der Radolfzeller Kaserne stationiert.
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 +Außer in Radolfzell gibt es in Deutschland sonst keinen "Landserweg", "Landserstraße" oder eine ähnliche Straßen- oder Platzbezeichnung.
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 +Der Begriff „Landser“ wurde und wird vor allem in rechtsextremen Kreisen und Publikationen (v.a. „Der Landser“-Heftromane) als Inbegriff des besagten "einfachen" Wehrmachtsoldaten 1939-1945 verklärt und heroisiert. Auch eine Rechtsrock-Band aus Berlin trug diesen Namen. Sie war bis zu ihrem Verbot im Jahr 2003 die  bekannteste Musikgruppe aus dem neonazistischen Milieu.
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 +{{gallery>:ss-wohnsiedlung.jpg?300x300&ligthbox}}
 +Die SS-Wohnsiedlung 1938 an der "Hans-Cyranka-Str.", dem späteren "Landserweg". Fotografie Hillebrecht. Sammlung Markus Wolter
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 +Eine Umbenennung des "Landserwegs" wird dringend empfohlen.
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 +Vorschlag: "Fritz-Klose-Weg", nach dem - neben Jacob Dörr zweiten namentlich bekannten - ermordeten Häftling des KZ-Außenkommandos Radolfzell, [[ss-kaserne#aussenkommando_des_kz_dachau|Fritz Klose (1904-1943).]]
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 +**Epilog: Die einzige Postanschrift im "Landserweg"**
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 +1956: Bundesfinanzverwaltung
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 +2018: Bundespolizei
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 +Landserweg 11, 78315 Radolfzell
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 +Tel.: (07732) 9 46 96-0
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 +Quelle: Branchenverzeichnis, "Gelbe Seiten", 2018.
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**Kasernenstraße** **Kasernenstraße**
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**SS-Führerheim** **SS-Führerheim**
{{gallery>bilder:ss-kaserne:ss-fuehrerheim.jpg?300x300&lightbox}} {{gallery>bilder:ss-kaserne:ss-fuehrerheim.jpg?300x300&lightbox}}
 +Bei Einmarsch der Franzosen am 25. April 1945 wurde das sogenannte "Führerheim" der Radolfzeller Waffen-SS durch Granatenbeschuss stark beschädigt. Die Ruine des Gebäudes wurde im November 1950 bis auf die Grundmauern abgetragen; anschließend bauten die Franzosen unter Wiederbenützung der Trümmersteine das Offiziers-Casino wieder auf (Richtfest: 18. Juli 1951); bis heute blieb das "Casino" nahezu unverändert.[(Vgl.: Exner, Georg: Als auch in Radolfzells Kaserne der Friede einzog, in: [[https://www.suedkurier.de/leben/geschichte/lokalhistorie/geschichte-kkn/Als-auch-in-Radolfzells-Kaserne-der-Frieden-einzog;art1367846,8880050|Südkurier, 31. August 2016]])]
**Turn- und Exerzierhalle** **Turn- und Exerzierhalle**

Termine

"NS-Belastete aus dem Süden des heutigen Baden-Württemberg"

Neuerscheinung, Oktober 2018

Täter Helfer Trittbrettfahrer, Bd. 9.

NS-Belastete aus dem Süden des heutigen Baden-Württemberg

Hrsg.: Wolfgang Proske

460 Seiten

19,99 Euro

Kugelberg Verlag, Gerstetten 2018

ISBN 978-3-945893-10-4

Bestellung unter: http://www.ns-belastete.de/bestellung.php

Die Artikel und ihre Autor*innen, u.a.:

Anton Blaser (Bürgermeister der Gemeinde Bodnegg, Krs. Ravensburg), Wolf-Ulrich Strittmatter.

Hugo F. Boss (Metzingen, Schneider, Kaufmann und Unternehmer), Rudolf Renz.

Wilhelm Emmerich (Östringen, Bäcker und SS-Oberscharführer im KZ Auschwitz), Christiane Walesch-Schneller.

Prof. Dr. Eugen Fischer (Freiburg, Mediziner, Anthropologe und Rassenforscher), Markus Wolter.

Dr. Hans Fleischhacker (Tübingen, Anthropologe, SS-Obersturmführer), Madeleine Wegner.

Georg Grünberg (Lagerleiter in Friedrichshafen, Überlingen), Oswald Burger.

Emil Haussmann (Ravensburg, Einsatzkommandoführer, Massenmörder), Wolf-Ulrich Strittmatter.

Prof. Dr. Martin Heidegger (Mai 1933 NSDAP, bis 1934 Rektor Universität Freiburg), Eggert Blum.

Prof. Dr. Hans Robert Jauß (Konstanz, Hauptsturmführer, „Bandenbekämpfung“), Dr. Jens Westemeier.

Friedrich Jeckeln (Hornberg, Höherer SS- und Polizeiführer, Massenmörder), Gerhard Wenzl.

Kurt Georg Kiesinger (Ebingen, 1933 NSDAP, 1966 Bundeskanzler), Prof. Dr. Phillip Gassert.

Martin Nauck (Tübingen, Kripo, „Vorbeugungshaft“), Udo Grausam.

Prof. Dr. Elisabeth Noelle-Neumann (Allensbach, Meinungsforscherin), Prof. Dr. Jörg Becker.

Johannes Pauli (Lagerleiter KZ Bisingen), Dr. Franziska Blum.

Dr. Rudolf Rahn (Ulm, Diplomat), Dr. Wolfgang Proske.

Dr.-Ing. Helmut Stellrecht (Wangen/Allg., im Amt Rosenberg, nach 1945 Schriftsteller), Udo Mischek, Mitarb. Tim Rose.

Bruno Störzer (Hailfingen, Bauleiter der Organisation Todt), Volker Mall.

Julius Viel (Schramberg/Wangen/Allg., Journalist, SS 1936), Wolf-Ulrich Strittmatter.

2018/09/30 11:35 · Markus Wolter · 0 Kommentare

"Täter - Helfer - Trittbrettfahrer": Walther Kirn (1891-1944)

Vortrag: Bankrotteur - NS-Funktionär - „Volksschädling“. Aufstieg und Fall des Donaueschinger Kreisleiters Walther Kirn

Referenten: Dr. Wolf-Ingo Seidelmann + Dr. Wolfgang Proske

Veranstalter: Verein für Geschichte und Naturgeschichte der Baar e.V.

Veranstaltungsort: Landratsamt, Humboldstr. 11, 78166 Donaueschingen

Zeit: Mittwoch, 12. September 2018, 19.30 Uhr

Information des Veranstalters

Zur Schriftenreihe: http://www.ns-belastete.de/index.html

2018/09/11 09:50 · Markus Wolter · 0 Kommentare

Kundgebung "NS-Vergangenheit in Radolfzell"

Kundgebung für mehr Toleranz und gegen örtliche Nazistrukturen am 8. Mai 2018 um 14 Uhr auf dem Luisenplatz

Die Stadt Radolfzell hat die Kundgebung am Luisenplatz allerdings untersagt, was von den Anmeldern derzeit rechtlich überprüft wird.

Auch die Luisenplatz-Kundgebung am 21. April war von der Stadt Radolfzell verboten worden. Das Verbot hatte das Freiburger Verwaltungsgericht jedoch in einem Eilverfahren als „offensichtlich rechtswidrig“ kassiert.

Quelle: http://oatkn.blogsport.de/


Ein weiteres Mal kam es zu einem extrem kurzfristigen Verbot einer seit Monaten angemeldeten Kundgebung zur „NS-Vergangenheit in Radolfzell“ auf dem Luisenplatz.

Die Verbotsbegründung der Stadt Radolfzell: der Präventionsrat der Stadt und das Bürgerbündnis Radolfzell für Demokratie (BRD) würden dort ein Friedensfest veranstalten, das aber, wie FGL-Gemeinderätin Nina Breimaier zugab, später angemeldet worden war.

Der Verbotsbescheid kam wieder einmal so kurzfristig, dass ein Eilverfahren für vorläufigen Rechtsschutz nicht mehr möglich war. Soviel zum Demokratiebegriff des Radolfzeller Bürgerbündnisses und der Radolfzeller Versammlungsbehörde.

Der 8. Mai ist ein Feiertag anlässlich des Kriegsendes und der Befreiung vom Nationalsozialismus.

2018/05/07 12:41 · sw · 0 Kommentare

Bündnis Bodensee Nazifrei - Demo am Kriegerdenkmal Radolfzell, 21. April 2018

„Radolfzell gedenkt der Opfer der Gewaltherrschaft“ - an Namenstafeln mit den SS-Tätern.

Vor dem Hintergrund der am „Volkstrauertag“ 2017 von der Stadt Radolfzell kurzerhand verbotenen, angemeldeten Kundgebung, die über die NS-Vergangenheit von Radolfzell sowie das Radolfzeller Kriegerdenkmal und örtliche Neonazi-Strukturen aufklären sollte, ist für den 21. April 2018 eine antifaschistische Demonstration vom Bahnhof zum Luisenplatz geplant. Organisation: Bündnis Bodensee Nazifrei.

Vgl.: Artikel in: seemoz, 13. April 2018.

Datum: Samstag, 21. April 2018

Zeit und Treffpunkt: Bahnhof Radolfzell, 14.00 Uhr

2018/04/16 10:26 · Markus Wolter · 0 Kommentare

Sag Schibbolet! Von sichtbaren und unsichtbaren Grenzen

Eine Ausstellung des Jüdischen Museums Hohenems in Zusammenarbeit mit dem Jüdischen Museum München vom 18. März 2018 bis 17. Februar 2019 in Hohenems.

Ausgehend von der biblischen Erzählung von der Flucht der Efraimiten vor den siegreichen Gileaditern und ihrem tödlichen Scheitern an den Ufern des Jordans, lädt das Jüdische Museum Hohenems internationale Künstler dazu ein, Grenzen in aller Welt kritisch zu betrachten – nur einen Steinwurf vom alten Rhein entfernt, an dem sich ab 1938 Flüchtlingsdramen abspielten, deren Gegenwart wir heute an den Rand unseres Bewusstseins drängen.

http://www.jm-hohenems.at/ausstellungen/aktuelle-ausstellung

2018/03/08 19:35 · sw · 0 Kommentare
 
ss-kaserne.1524059904.txt.gz · Zuletzt geändert: 2018/04/18 15:58 von mw
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