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Karte von Radolfzell

Spuren der NS-Herrschaft in Radolfzell


Opfer rechter Gewalt

Todesopfer rechter Gewalt 1990-2010



Unterschiede

Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen gezeigt.

ss-kaserne [2018/05/31 16:48]
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ss-kaserne [2018/07/20 20:17] (aktuell)
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**"Herzlich Willkommen"** **"Herzlich Willkommen"**
-Radolfzell am 30. Juni 1939: Rückkehr und offizielle Begrüßung des III./SS "Germania" nach dem Einsatz als Wachbataillon auf der Prager Burg, März-Juni 1939 (vgl. [[https://de.wikipedia.org/wiki/Zerschlagung_der_Rest-Tschechei|Zerschlagung der Tschechoslowakei]]). Der vorausgefahrene Bataillonskommandeur, SS-Obersturmbannführer Heinrich Koeppen (1890-1939), nimmt auf dem "Hindenburgplatz" (Marktplatz) die Vorbeifahrt der Truppe vom Fahrzeug aus ab; NSDAP- und SS-Repräsentanten aus Radolfzell und Konstanz, HJ, BDM, ZuschauerInnen. +Radolfzell am 30. Juni 1939: Rückkehr und offizielle Begrüßung des III./SS "Germania" nach dem Einsatz als Wachbataillon auf der Prager Burg, März-Juni 1939 (vgl. [[https://de.wikipedia.org/wiki/Zerschlagung_der_Rest-Tschechei|Zerschlagung der Tschechoslowakei]]). Der vorausgefahrene Bataillonskommandeur, SS-Obersturmbannführer Heinrich Koeppen (1890-1939), nimmt auf dem "Hindenburgplatz" (Marktplatz) die Vorbeifahrt der Truppe vom Fahrzeug aus ab; NSDAP- und SS-Repräsentanten aus Radolfzell und Konstanz, HJ, BDM, ZuschauerInnen.
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<html><font size="0.8em">"SS Herzlich Willkommen" - Radolfzell am 30. Juni 1939. Fotografie: Josef Glatt, Privatbesitz. Digitalisat des Kleinbild-Negativs: Sammlung Markus Wolter. </font></html> <html><font size="0.8em">"SS Herzlich Willkommen" - Radolfzell am 30. Juni 1939. Fotografie: Josef Glatt, Privatbesitz. Digitalisat des Kleinbild-Negativs: Sammlung Markus Wolter. </font></html>
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 +<html><font size="0.8em">SS-Obersturmbannführer Heinrich Koeppen nimmt auf dem Marktplatz die Vorbeifahrt der Kolonne ab; links NSDAP-Ortsgruppenleiter Otto Gräble. Fotografie: Josef Glatt, Privatbesitz. Digitalisat des Kleinbild-Negativs: Sammlung Markus Wolter. </font></html>
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<html><font size="0.8em">Eintreffen der LKW-Kolonne und Kradschützen des III.SS-"Germania" auf dem beflaggten "Hindenburgplatz"; Spalier von HJ und BDM, die Blumen verteilen, im Hintergrund der Kommandeurs-PKW mit dem salutierenden Koeppen, Kaufhaus August Kratt. Fotografie: Hillebrecht. Sammlung Markus Wolter.</font></html> <html><font size="0.8em">Eintreffen der LKW-Kolonne und Kradschützen des III.SS-"Germania" auf dem beflaggten "Hindenburgplatz"; Spalier von HJ und BDM, die Blumen verteilen, im Hintergrund der Kommandeurs-PKW mit dem salutierenden Koeppen, Kaufhaus August Kratt. Fotografie: Hillebrecht. Sammlung Markus Wolter.</font></html>
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-<html><font size="0.8em">Erste Reihe von rechts, neben SS-Obersturmbannführer Heinrich Koeppen:  NSDAP-Ortsgruppenleiter Otto Gräble, Bürgermeister Josef Jöhle, SS-Oberführer Walter Stein, NSDAP-Kreispropagandaleiter N.N. Rüger, SS-Standartenführer Alfons Graf, SA-Standartenältester Graf Cäsar von Beroldingen, N.N. PG's in Zivil (vmtl. Ratsherren). Fotografie: Josef Glatt, Privatbesitz. Digitalisat des Kleinbild-Negativs: Sammlung Markus Wolter. </font></html> 
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**Folgende SS-Einheiten waren in der Radolfzeller Kaserne stationiert:** **Folgende SS-Einheiten waren in der Radolfzeller Kaserne stationiert:**
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Lt. Zeugenaussage des ehemaligen Häftlings Josef Drehsen, 8.12.1976, vor dem Amtsgericht Mönchengladbach, AS 23-31, erschoss der SS-Rottenfüher und spätere SS-Unterscharführer Jakob Stock kurze Zeit vor Rücküberstellung Drehsens nach Dachau (26.8.1942) zwei Häftlinge bei der Arbeit auf dem Schießplatzgelände. „Ziemlich gegen Ende meines Aufenthalts in Radolfzell war ich Zeuge, wie von einem Wachposten zwei Häftlinge erschossen worden sind. Die beiden Häftlinge waren dabei, eine Böschung oben einzuebnen. Ich war mit anderen Häftlingen unterhalb der Böschung mit Arbeiten beschäftigt. Plötzlich hörten wir zwei Schüsse. Die beiden toten Häftlinge lagen noch innerhalb des Arbeitsplatzes oben auf der Böschung. Einer der beiden hieß mit Vornamen Fritz. Den Namen des anderen weiß ich nicht mehr. Der SS-Mann, der die tödlichen Schüsse abgegeben hat, hieß Jakob Stock und stammte aus Sachsen. Er hat hinterher erklärt, daß die beiden Häftlinge flüchten wollten. Ich bin ganz sicher, daß dieser SS-Mann Jakob Stock hieß. Der Mann ist später SS-Unterscharführer geworden; zum Zeitpunkt der Schüsse war er meiner Erinnerung nach SS-Oberrottenführer (sic!). Sein Ärmelabzeichen bestand aus zwei Winkeln.“ (vgl. BArch B 162/16384, Bl. 164 verso). Weder der Täter (Jakob Stock) noch die beiden von ihm erschossenen Häftlinge konnten im Rahmen der 1978 eingestellten Ludwigsburger Ermittlungen eindeutig identifiziert bzw. verifiziert werden. Lt. Zeugenaussage des ehemaligen Häftlings Josef Drehsen, 8.12.1976, vor dem Amtsgericht Mönchengladbach, AS 23-31, erschoss der SS-Rottenfüher und spätere SS-Unterscharführer Jakob Stock kurze Zeit vor Rücküberstellung Drehsens nach Dachau (26.8.1942) zwei Häftlinge bei der Arbeit auf dem Schießplatzgelände. „Ziemlich gegen Ende meines Aufenthalts in Radolfzell war ich Zeuge, wie von einem Wachposten zwei Häftlinge erschossen worden sind. Die beiden Häftlinge waren dabei, eine Böschung oben einzuebnen. Ich war mit anderen Häftlingen unterhalb der Böschung mit Arbeiten beschäftigt. Plötzlich hörten wir zwei Schüsse. Die beiden toten Häftlinge lagen noch innerhalb des Arbeitsplatzes oben auf der Böschung. Einer der beiden hieß mit Vornamen Fritz. Den Namen des anderen weiß ich nicht mehr. Der SS-Mann, der die tödlichen Schüsse abgegeben hat, hieß Jakob Stock und stammte aus Sachsen. Er hat hinterher erklärt, daß die beiden Häftlinge flüchten wollten. Ich bin ganz sicher, daß dieser SS-Mann Jakob Stock hieß. Der Mann ist später SS-Unterscharführer geworden; zum Zeitpunkt der Schüsse war er meiner Erinnerung nach SS-Oberrottenführer (sic!). Sein Ärmelabzeichen bestand aus zwei Winkeln.“ (vgl. BArch B 162/16384, Bl. 164 verso). Weder der Täter (Jakob Stock) noch die beiden von ihm erschossenen Häftlinge konnten im Rahmen der 1978 eingestellten Ludwigsburger Ermittlungen eindeutig identifiziert bzw. verifiziert werden.
-  * Nach Erinnerung des ehemaligen "Schutzhäftlings" Leonhard Oesterle versuchten **drei tschechische Häftlinge** vor November 1943 zu fliehen, wurden wieder ergriffen und mindestens einer von ihnen auf dem Kasernenareal erschossen. Am 15./16.11.1943 gelang **Leonhard Oesterle** (1915-2009) zusammen mit **Oldrich Sedláček** (1919-1949) die Flucht über den Bodensee in die Schweiz.[(Markus Wolter: Vor 70 Jahren: Die KZ-Häftlinge Oldrich Sedláček und Leonhard Oesterle fliehen aus dem Dachauer KZ-Außenkommando Radolfzell in die Schweiz; [[http://www.suedkurier.de/region/kreis-konstanz/radolfzell/Waghalsige-Flucht-als-letzter-Ausweg;art372455,6457453|Südkurier, 15.11.2013]])] [(Kluwe, Sigbert E.: Glücksvogel. Leos Geschichte, Baden-Baden 1990)] +  * Nach Erinnerung des ehemaligen "Schutzhäftlings" **[[https://de.wikipedia.org/wiki/Leonhard_Oesterle|Leonhard Oesterle]]** versuchten **drei tschechische Häftlinge** vor November 1943 zu fliehen, wurden wieder ergriffen und mindestens einer von ihnen auf dem Kasernenareal erschossen. Am 15./16.11.1943 gelang **Leonhard Oesterle** (1915-2009) zusammen mit **[[https://www.vets.cz/vpm/22760-hrob-oldrich-sedlacek/#22760-hrob-oldrich-sedlacek|Oldrich Sedláček]]** (1919-1949) die Flucht über den Bodensee in die Schweiz.[(Markus Wolter: Vor 70 Jahren: Die KZ-Häftlinge Oldrich Sedláček und Leonhard Oesterle fliehen aus dem Dachauer KZ-Außenkommando Radolfzell in die Schweiz; [[http://www.suedkurier.de/region/kreis-konstanz/radolfzell/Waghalsige-Flucht-als-letzter-Ausweg;art372455,6457453|Südkurier, 15.11.2013]])] [(Kluwe, Sigbert E.: Glücksvogel. Leos Geschichte, Baden-Baden 1990)]  
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 +|{{gallery>:img_7024-1.jpg?200x200&lightbox}}|{{gallery>:oldrich_sedlacek_1945.jpg?200x200&lightbox}}| 
 +|Leonhard Oesterle, undatiert. Foto: Privatbesitz L. Oesterle, Kanada.|Oldrich Sedláček als Angehöriger der Royal Air Force, 1945. Foto: Privatbesitz Jiří Sedláček, Kladno.|
Viele der Radolfzeller KZ-Insassen hatten bereits Konzentrationslager wie Neuengamme, Sachsenhausen, Mauthausen, Buchenwald oder Flossenbürg durchlaufen, bevor sie nach Dachau und dann nach Radolfzell kamen. Nachdem ihre Arbeitskraft in Radolfzell nicht mehr benötigt wurde, wurden sie zunächst in das Stammlager Dachau, von dort aber weiter in andere Dachauer Außenlager oder KZ's wie Sachsenhausen, Mauthausen, Buchenwald, Natzweiler oder Flossenbürg verlegt. Zwei ehemalige Radolfzeller Häftlinge kamen nach Auschwitz.[(wolter1>Recherchen von Markus Wolter)] Viele der Radolfzeller KZ-Insassen hatten bereits Konzentrationslager wie Neuengamme, Sachsenhausen, Mauthausen, Buchenwald oder Flossenbürg durchlaufen, bevor sie nach Dachau und dann nach Radolfzell kamen. Nachdem ihre Arbeitskraft in Radolfzell nicht mehr benötigt wurde, wurden sie zunächst in das Stammlager Dachau, von dort aber weiter in andere Dachauer Außenlager oder KZ's wie Sachsenhausen, Mauthausen, Buchenwald, Natzweiler oder Flossenbürg verlegt. Zwei ehemalige Radolfzeller Häftlinge kamen nach Auschwitz.[(wolter1>Recherchen von Markus Wolter)]
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**Landserweg** **Landserweg**
-{{gallery&gt;bilder:ss-kaserne:landserweg.jpg?200x200&amp;lightbox}}+**Renazifizierung 1956: der &quot;Landserweg" im "Kasernengebiet&quot;**
 {{gallery>:landserweg_radolfzell1956.jpg?300x300&lightbox}}  {{gallery>:landserweg_radolfzell1956.jpg?300x300&lightbox}}
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Die im Rahmen des Kasernen-Neubaus 1937 angelegte "Hans-Cyranka-Str.", benannt nach dem Hamburger SS-Angehörigen, „Blutzeugen der Bewegung“ und „alten Kämpfer“ Hans Cyranka (1910-1932), führte von der damaligen SS-Wohnsiedlung bis zum Stabsgebäude der SS-Kaserne an der Steißlinger Straße; der heutige "Landserweg" endet an der "Kasernenstraße". Die im Rahmen des Kasernen-Neubaus 1937 angelegte "Hans-Cyranka-Str.", benannt nach dem Hamburger SS-Angehörigen, „Blutzeugen der Bewegung“ und „alten Kämpfer“ Hans Cyranka (1910-1932), führte von der damaligen SS-Wohnsiedlung bis zum Stabsgebäude der SS-Kaserne an der Steißlinger Straße; der heutige "Landserweg" endet an der "Kasernenstraße".
-Durch Beschluss des Gemeinderates wurde die nach 1945 gebotene Umbenennung der "Hans-Cyranka-Str." offiziell erst im Jahr 1956 vorgenommen; wie auch die übrigen, nach "Alten Kämpfern" benannten Straßen in der ehemaligen SS-Wohnsiedlung war sie zunächst namenlos geblieben. Der neue Name "Landserweg" gab 1956 offenbar keinen Anlass für Bedenken; auch nicht die damit verbundene und ausdrückliche "Ehrung des einfachen Soldaten der beiden Weltkriege".[( Im Grunde stellt diese Benennung einen nachträglichen Verstoß gegen Direktive Nr. 30 des Alliierten Kontrollrats dar, die die Entfernung aller Symbole des alten Regimes und seiner militärischen Tradition zum 1. Januar 1947 angeordnet hatte: „Von dem Zeitpunkt des Inkrafttretens dieser Direktive an ist untersagt und als gesetzeswidrig erklärt die Planung, der Entwurf, die Errichtung, die Aufstellung und der Anschlag oder die sonstige Zurschaustellung von Gedenksteinen, Denkmälern, Plakaten, Statuen, Bauwerken, Straßen- oder Landstraßenschildern, Wahrzeichen, Gedenktafeln oder Abzeichen, die darauf abzielen, die deutsche militärische Tradition zu bewahren und lebendig zu erhalten, den Militarismus wachzurufen oder die Erinnerung an die nationalsozialistische Partei aufrechtzuerhalten, oder ihrem Wesen nach in der Verherrlichung von kriegerischen Ereignissen bestehen“. Dies sollte sich beziehen „auf Kriegshandlungen nach dem 1. Auguste 1914 zu Lande, zu Wasser oder in der Luft und auf Personen, Organisationen und Einrichtungen, die mit diesen Handlungen in unmittelbarem Zusammenhang stehen.“)] Unkritisch und ohne zwischen Reichswehr- und Wehrmachtssoldaten zu differenzieren, bediente und tradierte man stattdessen vor allem das historisch falsche Stereotyp der vermeintlich "sauberen Wehrmacht", deren Beteiligung an Kriegsverbrechen 1939-1945 man bis heute selbstredend unterschlägt.+Durch Beschluss des Gemeinderates wurde die nach 1945 gebotene Umbenennung der "Hans-Cyranka-Str." offiziell erst im Jahr 1956 vorgenommen; wie auch die übrigen, nach "Alten Kämpfern" benannten Straßen in der ehemaligen SS-Wohnsiedlung war sie zunächst namenlos geblieben. Der neue Name "Landserweg" gab 1956 offenbar keinen Anlass für Bedenken; auch nicht die damit verbundene und ausdrückliche "Ehrung des einfachen Soldaten der beiden Weltkriege".[( Im Grund stellt diese Benennung einen nachträglichen Verstoß gegen Direktive Nr. 30 des Alliierten Kontrollrats dar, die die Entfernung aller Symbole des alten Regimes und seiner militärischen Tradition zum 1. Januar 1947 angeordnet hatte: „Von dem Zeitpunkt des Inkrafttretens dieser Direktive an ist untersagt und als gesetzeswidrig erklärt die Planung, der Entwurf, die Errichtung, die Aufstellung und der Anschlag oder die sonstige Zurschaustellung von Gedenksteinen, Denkmälern, Plakaten, Statuen, Bauwerken, Straßen- oder Landstraßenschildern, Wahrzeichen, Gedenktafeln oder Abzeichen, die darauf abzielen, die deutsche militärische Tradition zu bewahren und lebendig zu erhalten, den Militarismus wachzurufen oder die Erinnerung an die nationalsozialistische Partei aufrechtzuerhalten, oder ihrem Wesen nach in der Verherrlichung von kriegerischen Ereignissen bestehen“. Dies sollte sich bereits beziehen „auf Kriegshandlungen nach dem 1. August 1914 zu Lande, zu Wasser oder in der Luft und auf Personen, Organisationen und Einrichtungen, die mit diesen Handlungen in unmittelbarem Zusammenhang stehen.“ Als allerdings der "Landserweg" 1956 Straßenname in Radolfzell wurde, war die besagte Kontrollrats-Direktive breits seit einem Jahr durch Artikel 2 des Gesetzes Nr. A-37 der Alliierten Hohen Kommission vom 5. Mai 1955 (ABl. AHK S. 3268)  "außer Wirkung" gesetzt.)] Unkritisch und ohne zwischen Reichswehr- und Wehrmachtssoldaten zu differenzieren, bediente und tradierte man stattdessen vor allem das historisch falsche Stereotyp der vermeintlich "sauberen Wehrmacht", deren Beteiligung an Kriegsverbrechen 1939-1945 man bis heute selbstredend unterschlägt.
Entlang der ehemaligen SS-Kaserne verlaufend, suggeriert der Name zudem, dass es sich um eine Wehrmachtskaserne gehandelt haben könnte, oder aber, bedenklicher noch, dass die hier 1937-1945 stationierten Angehörigen der Waffen-SS eben auch nur "einfache Soldaten", „Soldaten wie andere auch“ gewesen seien -   eine Problematik, die sich 1958 am Kriegerdenkmal fortsetzt und bis heute nicht gelöst ist.     Entlang der ehemaligen SS-Kaserne verlaufend, suggeriert der Name zudem, dass es sich um eine Wehrmachtskaserne gehandelt haben könnte, oder aber, bedenklicher noch, dass die hier 1937-1945 stationierten Angehörigen der Waffen-SS eben auch nur "einfache Soldaten", „Soldaten wie andere auch“ gewesen seien -   eine Problematik, die sich 1958 am Kriegerdenkmal fortsetzt und bis heute nicht gelöst ist.    
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Vorschlag: "Fritz-Klose-Weg", nach dem - neben Jacob Dörr zweiten namentlich bekannten - ermordeten Häftling des KZ-Außenkommandos Radolfzell, [[ss-kaserne#aussenkommando_des_kz_dachau|Fritz Klose (1904-1943).]] Vorschlag: "Fritz-Klose-Weg", nach dem - neben Jacob Dörr zweiten namentlich bekannten - ermordeten Häftling des KZ-Außenkommandos Radolfzell, [[ss-kaserne#aussenkommando_des_kz_dachau|Fritz Klose (1904-1943).]]
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 +______
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 +**Epilog: Die einzige Postanschrift im "Landserweg"**
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 +1956: Bundesfinanzverwaltung
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 +2018: Bundespolizei
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 +Landserweg 11, 78315 Radolfzell
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 +Tel.: (07732) 9 46 96-0
 +
 +Quelle: Branchenverzeichnis, "Gelbe Seiten", 2018.
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**Kasernenstraße** **Kasernenstraße**
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**SS-Führerheim** **SS-Führerheim**
{{gallery>bilder:ss-kaserne:ss-fuehrerheim.jpg?300x300&lightbox}} {{gallery>bilder:ss-kaserne:ss-fuehrerheim.jpg?300x300&lightbox}}
 +Bei Einmarsch der Franzosen am 25. April 1945 wurde das sogenannte "Führerheim" der Radolfzeller Waffen-SS durch Granatenbeschuss stark beschädigt. Die Ruine des Gebäudes wurde im November 1950 bis auf die Grundmauern abgetragen; anschließend bauten die Franzosen unter Wiederbenützung der Trümmersteine das Offiziers-Casino wieder auf (Richtfest: 18. Juli 1951); bis heute blieb das "Casino" nahezu unverändert.[(Vgl.: Erxner, Georg: Als auch in Radolfzells Kaserne der Friede einzog, in: [[https://www.suedkurier.de/leben/geschichte/lokalhistorie/geschichte-kkn/Als-auch-in-Radolfzells-Kaserne-der-Frieden-einzog;art1367846,8880050|Südkurier, 31. August 2016]])]
**Turn- und Exerzierhalle** **Turn- und Exerzierhalle**

Termine

Kundgebung "NS-Vergangenheit in Radolfzell"

Kundgebung für mehr Toleranz und gegen örtliche Nazistrukturen am 8. Mai 2018 um 14 Uhr auf dem Luisenplatz

Die Stadt Radolfzell hat die Kundgebung am Luisenplatz allerdings untersagt, was von den Anmeldern derzeit rechtlich überprüft wird.

Auch die Luisenplatz-Kundgebung am 21. April war von der Stadt Radolfzell verboten worden. Das Verbot hatte das Freiburger Verwaltungsgericht jedoch in einem Eilverfahren als „offensichtlich rechtswidrig“ kassiert.

Quelle: http://oatkn.blogsport.de/


Ein weiteres Mal kam es zu einem extrem kurzfristigen Verbot einer seit Monaten angemeldeten Kundgebung zur „NS-Vergangenheit in Radolfzell“ auf dem Luisenplatz.

Die Verbotsbegründung der Stadt Radolfzell: der Präventionsrat der Stadt und das Bürgerbündnis Radolfzell für Demokratie (BRD) würden dort ein Friedensfest veranstalten, das aber, wie FGL-Gemeinderätin Nina Breimaier zugab, später angemeldet worden war.

Der Verbotsbescheid kam wieder einmal so kurzfristig, dass ein Eilverfahren für vorläufigen Rechtsschutz nicht mehr möglich war. Soviel zum Demokratiebegriff des Radolfzeller Bürgerbündnisses und der Radolfzeller Versammlungsbehörde.

Der 8. Mai ist ein Feiertag anlässlich des Kriegsendes und der Befreiung vom Nationalsozialismus.

2018/05/07 12:41 · sw · 0 Kommentare

Bündnis Bodensee Nazifrei - Demo am Kriegerdenkmal Radolfzell, 21. April 2018

„Radolfzell gedenkt der Opfer der Gewaltherrschaft“ - an Namenstafeln mit den SS-Tätern.

Vor dem Hintergrund der am „Volkstrauertag“ 2017 von der Stadt Radolfzell kurzerhand verbotenen, angemeldeten Kundgebung, die über die NS-Vergangenheit von Radolfzell sowie das Radolfzeller Kriegerdenkmal und örtliche Neonazi-Strukturen aufklären sollte, ist für den 21. April 2018 eine antifaschistische Demonstration vom Bahnhof zum Luisenplatz geplant. Organisation: Bündnis Bodensee Nazifrei.

Vgl.: Artikel in: seemoz, 13. April 2018.

Datum: Samstag, 21. April 2018

Zeit und Treffpunkt: Bahnhof Radolfzell, 14.00 Uhr

2018/04/16 10:26 · Markus Wolter · 0 Kommentare

Sag Schibbolet! Von sichtbaren und unsichtbaren Grenzen

Eine Ausstellung des Jüdischen Museums Hohenems in Zusammenarbeit mit dem Jüdischen Museum München vom 18. März 2018 bis 17. Februar 2019 in Hohenems.

Ausgehend von der biblischen Erzählung von der Flucht der Efraimiten vor den siegreichen Gileaditern und ihrem tödlichen Scheitern an den Ufern des Jordans, lädt das Jüdische Museum Hohenems internationale Künstler dazu ein, Grenzen in aller Welt kritisch zu betrachten – nur einen Steinwurf vom alten Rhein entfernt, an dem sich ab 1938 Flüchtlingsdramen abspielten, deren Gegenwart wir heute an den Rand unseres Bewusstseins drängen.

http://www.jm-hohenems.at/ausstellungen/aktuelle-ausstellung

2018/03/08 19:35 · sw · 0 Kommentare

Fluchtwege - An der Grenze. Flucht in die Schweiz 1938–1945

Das Jüdische Museum Hohenems bietet im März öffentliche Führungen zu Fluchtwegen im Grenzgebiet zwischen Österreich und der Schweiz und zeigt den Film über den schweizer Fluchthelfer Paul Grüninger.

Sa, 24. Mrz 2018, 09:30-12:00 Uhr Fluchtwege - An der Grenze. Flucht in die Schweiz 1938–1945 Aktionstage Politische Bildung - Angebote für Schulklassen Ort: Jüdisches Museum Hohenems

Sa, 24. Mrz 2018, 13:00-15:00 Uhr Fluchtwege - An der Grenze. Flucht in die Schweiz 1938–1945 Aktionstage Politische Bildung - Angebote für Schulklassen Ort: Jüdisches Museum Hohenems

Sa, 24. Mrz 2018, 17:30-19:30 Uhr „Die Akte Grüninger“ Filmvorführung mit einer Einführung von Hanno Loewy, im Rahmen der Aktionstage Politische Bildung - Angebot für Schulklassen Ort: Bibliothek und Seminarraum Jüdisches Museum Hohenems

Quelle: http://www.jm-hohenems.at

2018/03/08 19:30 · sw · 0 Kommentare

Thälmann-Stolpersteine am 20.2.2018 in Singen/Htwl.

Am 20.2.2018 werden für Ernst, Rosa und Irma Thälmann in Singen/Htwl. zum ersten Mal 3 Stolpersteine verlegt. Der genaue Ort und die Uhrzeit werden noch bekanntgegeben. Irma und Rosa waren bei guten Freunden in Singen/Htlw. untergekommen und im August 1944 verhaftet und ins KZ Ravensbrück eingeliefert worden.

Das wird der Text der Stolpersteine sein:

ERNST THÄLMANN
JG. 1886
VORSITZENDER KPD
REICHSTAGSMITGLIED
GESTAPOHAFT AB 3.3.1933
ERMORDET 14.8.1944
KZ BUCHENWALD

HIER WOHNTE
ROSA THÄLMANN
JG. 1890
IM WIDERSTAND/KPD
VERHAFTET 1944
RAVENSBRÜCK
BEFREIT

HIER WOHNTE
IRMA VESTER
GEB.THÄLMANN
JG. 1919
VERHAFTET 1944
RAVENSBRÜCK
BEFREIT

2017/12/10 13:14 · sw · 0 Kommentare
 
ss-kaserne.1527778089.txt.gz · Zuletzt geändert: 2018/05/31 16:48 von mw
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