Aktuelles
Stolpersteine
Radolfzell
Bodenseeregion
Recherche
Wiki
Karte von Radolfzell

Spuren der NS-Herrschaft in Radolfzell


Opfer rechter Gewalt

Todesopfer rechter Gewalt 1990-2010



Unterschiede

Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen gezeigt.

ss-kaserne [2018/07/13 23:24]
mw
ss-kaserne [2018/10/23 09:46] (aktuell)
mw
Zeile 38: Zeile 38:
**"Herzlich Willkommen"** **"Herzlich Willkommen"**
-Radolfzell am 30. Juni 1939: Rückkehr und offizielle Begrüßung des III./SS "Germania" nach dem Einsatz als Wachbataillon auf der Prager Burg, März-Juni 1939 (vgl. [[https://de.wikipedia.org/wiki/Zerschlagung_der_Rest-Tschechei|Zerschlagung der Tschechoslowakei]]). Der vorausgefahrene Bataillonskommandeur, SS-Obersturmbannführer Heinrich Koeppen (1890-1939), nimmt auf dem "Hindenburgplatz" (Marktplatz) die Vorbeifahrt der Truppe vom Fahrzeug aus ab; NSDAP- und SS-Repräsentanten aus Radolfzell und Konstanz, HJ, BDM, ZuschauerInnen. +Radolfzell am 30. Juni 1939: Rückkehr und offizielle Begrüßung des III./SS "Germania" nach dem Einsatz als Wachbataillon auf der Prager Burg, März-Juni 1939 (vgl. [[https://de.wikipedia.org/wiki/Zerschlagung_der_Rest-Tschechei|Zerschlagung der Tschechoslowakei]]). Der vorausgefahrene Bataillonskommandeur, SS-Obersturmbannführer Heinrich Koeppen (1890-1939), nimmt auf dem "Hindenburgplatz" (Marktplatz) die Vorbeifahrt der Truppe vom Fahrzeug aus ab; NSDAP- und SS-Repräsentanten aus Radolfzell und Konstanz, HJ, BDM, ZuschauerInnen.
{{gallery>:r001-013.jpg?300x300&lightbox}} {{gallery>:r001-013.jpg?300x300&lightbox}}
<html><font size="0.8em">"SS Herzlich Willkommen" - Radolfzell am 30. Juni 1939. Fotografie: Josef Glatt, Privatbesitz. Digitalisat des Kleinbild-Negativs: Sammlung Markus Wolter. </font></html> <html><font size="0.8em">"SS Herzlich Willkommen" - Radolfzell am 30. Juni 1939. Fotografie: Josef Glatt, Privatbesitz. Digitalisat des Kleinbild-Negativs: Sammlung Markus Wolter. </font></html>
 +
 +{{gallery>:r001-014.jpg?300x300&lightbox}}
 +<html><font size="0.8em">SS-Obersturmbannführer Heinrich Koeppen nimmt auf dem Marktplatz die Vorbeifahrt der Kolonne ab; links NSDAP-Ortsgruppenleiter Otto Gräble. Fotografie: Josef Glatt, Privatbesitz. Digitalisat des Kleinbild-Negativs: Sammlung Markus Wolter. </font></html>
{{gallery>:7._rueckkehr_aus_prag_1939.jpg?300x300&lightbox}} {{gallery>:7._rueckkehr_aus_prag_1939.jpg?300x300&lightbox}}
<html><font size="0.8em">Eintreffen der LKW-Kolonne und Kradschützen des III.SS-"Germania" auf dem beflaggten "Hindenburgplatz"; Spalier von HJ und BDM, die Blumen verteilen, im Hintergrund der Kommandeurs-PKW mit dem salutierenden Koeppen, Kaufhaus August Kratt. Fotografie: Hillebrecht. Sammlung Markus Wolter.</font></html> <html><font size="0.8em">Eintreffen der LKW-Kolonne und Kradschützen des III.SS-"Germania" auf dem beflaggten "Hindenburgplatz"; Spalier von HJ und BDM, die Blumen verteilen, im Hintergrund der Kommandeurs-PKW mit dem salutierenden Koeppen, Kaufhaus August Kratt. Fotografie: Hillebrecht. Sammlung Markus Wolter.</font></html>
- 
-{{gallery>:r001-016.jpg?300x300&lightbox}} 
-<html><font size="0.8em">Erste Reihe von rechts, neben SS-Obersturmbannführer Heinrich Koeppen:  NSDAP-Ortsgruppenleiter Otto Gräble, Bürgermeister Josef Jöhle, SS-Oberführer Walter Stein, NSDAP-Kreispropagandaleiter N.N. Rüger, SS-Standartenführer Alfons Graf, SA-Standartenältester Graf Cäsar von Beroldingen, N.N. PG's in Zivil (vmtl. Ratsherren). Fotografie: Josef Glatt, Privatbesitz. Digitalisat des Kleinbild-Negativs: Sammlung Markus Wolter. </font></html> 
- 
- 
**Folgende SS-Einheiten waren in der Radolfzeller Kaserne stationiert:** **Folgende SS-Einheiten waren in der Radolfzeller Kaserne stationiert:**
Zeile 105: Zeile 103:
  * **Jacob Dörr** (geb. 1916) war erst am 25. April 1941 von seiner Geburtsstadt Frankfurt in das KZ Dachau verschleppt worden und wurde dort mit der Häftlingsnummer 24562 als "Asozialer", d.h. "AZR"-Häftling von der Lagerverwaltung registriert. Im Außenlager Radolfzell galt er allerdings als "politischer Vorbeugungshäftling". Er wurde von einem SS-Wachposten erschossen, nachdem seine Mütze hinter die Postenkette geworfen worden war und er den Befehl erhielt, die Mütze wieder zu holen. Seine Leiche wurde noch am Tag der Ermordung am 11. November 1941 im Krematorium Konstanz eingeäschert.   * **Jacob Dörr** (geb. 1916) war erst am 25. April 1941 von seiner Geburtsstadt Frankfurt in das KZ Dachau verschleppt worden und wurde dort mit der Häftlingsnummer 24562 als "Asozialer", d.h. "AZR"-Häftling von der Lagerverwaltung registriert. Im Außenlager Radolfzell galt er allerdings als "politischer Vorbeugungshäftling". Er wurde von einem SS-Wachposten erschossen, nachdem seine Mütze hinter die Postenkette geworfen worden war und er den Befehl erhielt, die Mütze wieder zu holen. Seine Leiche wurde noch am Tag der Ermordung am 11. November 1941 im Krematorium Konstanz eingeäschert.
  Mutmaßlicher Täter: (Ludwig) Schmidt (Schmitt), (geb. vmtl. in Mönchengladbach, gestorben 1976 in Mönchengladbach), SS-Rottenführer oder SS-Unterscharführer. Laut Aussage des überlebenden Häflings Josef Drehsen war Ludwig Schmidt „eine Art Stellvertreter“ von Kommandoführer Josef Seuß (BArch B 162/16384, Bl. 165 f.). Nach Aussage des überlebenden Häftlings Alfons Krzebietke habe ein SS-Unterscharführer oder SS-Rottenführer "mit Namen Schmidt (phon.)" einen Häftling auf dem Schießplatzgelände erschossen. Vor dem Kriminalkommissariat München sagte Alfons Krzebietke am 24. März 1969 wie folgt aus: „Während meines Aufenthaltes in Radolfzell [Mai 1941-Herbst 1942] habe ich nur eine Häftlingstötung miterlebt. Anfangs 1942 (!), während der Arbeiten am Schießstand, sah ich, wie der SS-Unterführer, er kann auch SS-Rottenführer gewesen sein, mit Namen Schmidt (phon.), einem mir namentlich nicht bekannten Häftling, der an der Lore arbeitete, die Mütze vom Kopf riss und diese außerhalb der Postenkette warf. Als der Häftling dann auf seinem Befehl die Mütze holen wollte und sich außerhalb der Postenkette begab, wurde er von Schmidt mit dem Karabiner erschossen. Nähere Einzelheiten von Schmidt sind mir nicht erinnerlich; ich würde ihn aber auf einnem Lichtbild sofort wieder erkennen.“ (BArch B 162/16384, Bl. 72) Möglicherweise handelte es sich bei dem erschossenen Häftling um Jacob Dörr; dieser allerdings wurde nachweislich bereits am 11. November 1941 auf dem Schießplatzgelände auf die von Krzebietke geschilderte Art erschossen. Im Rahmen der 1978 eingestellten Ermittlungen konnte der SS-Angehörige Ludwig Schmidt nicht (mehr) ausfindig gemacht werden.   Mutmaßlicher Täter: (Ludwig) Schmidt (Schmitt), (geb. vmtl. in Mönchengladbach, gestorben 1976 in Mönchengladbach), SS-Rottenführer oder SS-Unterscharführer. Laut Aussage des überlebenden Häflings Josef Drehsen war Ludwig Schmidt „eine Art Stellvertreter“ von Kommandoführer Josef Seuß (BArch B 162/16384, Bl. 165 f.). Nach Aussage des überlebenden Häftlings Alfons Krzebietke habe ein SS-Unterscharführer oder SS-Rottenführer "mit Namen Schmidt (phon.)" einen Häftling auf dem Schießplatzgelände erschossen. Vor dem Kriminalkommissariat München sagte Alfons Krzebietke am 24. März 1969 wie folgt aus: „Während meines Aufenthaltes in Radolfzell [Mai 1941-Herbst 1942] habe ich nur eine Häftlingstötung miterlebt. Anfangs 1942 (!), während der Arbeiten am Schießstand, sah ich, wie der SS-Unterführer, er kann auch SS-Rottenführer gewesen sein, mit Namen Schmidt (phon.), einem mir namentlich nicht bekannten Häftling, der an der Lore arbeitete, die Mütze vom Kopf riss und diese außerhalb der Postenkette warf. Als der Häftling dann auf seinem Befehl die Mütze holen wollte und sich außerhalb der Postenkette begab, wurde er von Schmidt mit dem Karabiner erschossen. Nähere Einzelheiten von Schmidt sind mir nicht erinnerlich; ich würde ihn aber auf einnem Lichtbild sofort wieder erkennen.“ (BArch B 162/16384, Bl. 72) Möglicherweise handelte es sich bei dem erschossenen Häftling um Jacob Dörr; dieser allerdings wurde nachweislich bereits am 11. November 1941 auf dem Schießplatzgelände auf die von Krzebietke geschilderte Art erschossen. Im Rahmen der 1978 eingestellten Ermittlungen konnte der SS-Angehörige Ludwig Schmidt nicht (mehr) ausfindig gemacht werden.
-  * Der aus Oberschlesien stammende Häftling **Fritz Klose** (geb. 1904) war aus dem KZ Sachsenhausen nach Dachau überstellt worden, kam 1941 ins Außenkommando Radolfzell und wurde dort am 5. August 1943 mutmaßlich bei einem Außeneinsatz von einer SS-Wache umgebracht. In den Dachauer Lagerdokumenten (Totenbuch und Buch der "Veränderungsmeldungen") ist als verschleiernde Todesursache "Unfall" angegeben. [(wolter>zit.n. [[http://www.antiquariat-wolter.de/188114.html]])]+  * Der aus Oberschlesien stammende Häftling **Fritz Klose** (geb. 16.7.1904), seit 21.09.1940 im [[https://de.wikipedia.org/wiki/KZ_Sachsenhausen|KZ Sachsenhausen]] in "Vorbeugehaft" und in der Strafkompanie ("SK")- Häftlingskategorie: "BV/Sittl" (="Berufsverbrecher/ Sittlichkeitsverbrecher"[(Vgl. hierzu grundlegend: Dagmar Lieske: Unbequeme Opfer? "Berufsverbrecher" als Häftlinge im KZ Sachsenhausen. Metropol Verlag, Berlin 2016.)] - und vmtl. wegen TBC-Erkrankung mehrmals im Krankenbau, war am 21. Oktober 1941 von Sachsenhausen nach Dachau überstellt worden und kam dort in den TBC-Block. Vor Mai 1942 ins Außenkommando Radolfzell verlegt, wurde Klose, den die Dachauer Bestandstärkeliste vom Mai 1942 nun als "PSV"-Häftling (= "polizeiliche Sicherungsverwahrung") führt, zwischen dem 3. und 5. August 1943 mutmaßlich bei einem Außeneinsatz und/oder "auf der Flucht" von einer SS-Wache umgebracht. Seine Leiche wurde am 5. August 1943 im [[https://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%B6hringer_See|Böhringer See]] gefunden, einer Leichenschau in Radolfzell unterzogen und dort begraben. Die genauen Umstände von Fritz Kloses Tod sind bis heute ungeklärt. In den Dachauer Lagerdokumenten (Totenbuch und Buch der "Veränderungsmeldungen") ist als verschleiernde Todesursache "Unfall" angegeben. [(wolter>zit.n. [[http://www.antiquariat-wolter.de/188114.html]])]
  * Außerdem hat es nach Aussagen überlebender Häftlinge (Vorermittlungen der "Zentralen Stelle" Ludwigsburg) weitere Häftlingstötungen gegeben:   * Außerdem hat es nach Aussagen überlebender Häftlinge (Vorermittlungen der "Zentralen Stelle" Ludwigsburg) weitere Häftlingstötungen gegeben:
Zeile 113: Zeile 111:
|{{gallery>:img_7024-1.jpg?200x200&lightbox}}|{{gallery>:oldrich_sedlacek_1945.jpg?200x200&lightbox}}| |{{gallery>:img_7024-1.jpg?200x200&lightbox}}|{{gallery>:oldrich_sedlacek_1945.jpg?200x200&lightbox}}|
-|Leonhard Oesterle, undatiert. Foto: Privatbesitz L. Oesterle, Kanada.|Oldrich Sedláček als Angehöriger der Royal Air Force, 1945. Foto: Privatbesitz Jiří Sedláček, Kladno.|+|Leonhard Oesterle, undatiert. Foto: Privatbesitz L. Oesterle, Kanada.|Oldrich Sedláček als Angehöriger der Royal Air Force, 1945. Foto: Privatbesitz Jiří Sedláček, Kladno, Tschechische Republik.|
Viele der Radolfzeller KZ-Insassen hatten bereits Konzentrationslager wie Neuengamme, Sachsenhausen, Mauthausen, Buchenwald oder Flossenbürg durchlaufen, bevor sie nach Dachau und dann nach Radolfzell kamen. Nachdem ihre Arbeitskraft in Radolfzell nicht mehr benötigt wurde, wurden sie zunächst in das Stammlager Dachau, von dort aber weiter in andere Dachauer Außenlager oder KZ's wie Sachsenhausen, Mauthausen, Buchenwald, Natzweiler oder Flossenbürg verlegt. Zwei ehemalige Radolfzeller Häftlinge kamen nach Auschwitz.[(wolter1>Recherchen von Markus Wolter)] Viele der Radolfzeller KZ-Insassen hatten bereits Konzentrationslager wie Neuengamme, Sachsenhausen, Mauthausen, Buchenwald oder Flossenbürg durchlaufen, bevor sie nach Dachau und dann nach Radolfzell kamen. Nachdem ihre Arbeitskraft in Radolfzell nicht mehr benötigt wurde, wurden sie zunächst in das Stammlager Dachau, von dort aber weiter in andere Dachauer Außenlager oder KZ's wie Sachsenhausen, Mauthausen, Buchenwald, Natzweiler oder Flossenbürg verlegt. Zwei ehemalige Radolfzeller Häftlinge kamen nach Auschwitz.[(wolter1>Recherchen von Markus Wolter)]
Zeile 131: Zeile 129:
   * [[http://de.wikipedia.org/wiki/Fritz_Christen|Fritz Christen]], Unterführer-Lehrgang an der USR, 1941/42.    * [[http://de.wikipedia.org/wiki/Fritz_Christen|Fritz Christen]], Unterführer-Lehrgang an der USR, 1941/42.
   * [[http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Maria_Demelhuber|Karl Maria Demelhuber]], Regimentskommandeur der SS-Standarte "Germania", 1936-1940.    * [[http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Maria_Demelhuber|Karl Maria Demelhuber]], Regimentskommandeur der SS-Standarte "Germania", 1936-1940.
-   * [[http://en.wikipedia.org/wiki/Bernhard_Dietsche|Bernhard Dietsche]], geb. 1912 in Singen/Htwl., III/SS-"Germania" seit 1937, Zugführer in der 12. (MG) bzw. 13. (IG) Kompanie in Radolfzell 1937-1939. SS-Division "Wiking" (Westland), Angriff auf die SU, später SS-Gebirgsjäger-Regiment 2 "Prinz Eugen" ("Partisanen"-Bekämpfung) in Jugoslawien. Taktikausbilder an der Junkerschule Bad Tölz.[(Vgl.: Strittmater, Wolf-Ulrich: Bernhard Dietsche - "Ich blieb ein Bergsteiger und Wanderer in Uniform, auch während des Krieges", in: Proske, Wolfgang (Hg.). Täter, Helfer, Trittbrettfahrer. Band 4, NS-Belastete aus Oberschwaben, Kugelberg Verlag, Gerstetten 2015, S. 84-97)]+   * [[http://en.wikipedia.org/wiki/Bernhard_Dietsche|Bernhard Dietsche]], geb. 1912 in Singen/Htwl., III/SS-"Germania" seit 1937, Zugführer in der 12. (MG) bzw. 13. (IG) Kompanie in Radolfzell 1937-1939. SS-Division "Wiking" (Westland), Angriff auf die SU, später SS-Gebirgsjäger-Regiment 2 "Prinz Eugen" ("Partisanen"-Bekämpfung) in Jugoslawien. Taktikausbilder an der Junkerschule Bad Tölz.[(Vgl.: Strittmatter, Wolf-Ulrich: Bernhard Dietsche - "Ich blieb ein Bergsteiger und Wanderer in Uniform, auch während des Krieges", in: Proske, Wolfgang (Hg.). Täter, Helfer, Trittbrettfahrer. Band 4, NS-Belastete aus Oberschwaben, Kugelberg Verlag, Gerstetten 2015, S. 84-97)]
   * [[http://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Dorr|Hans Dorr]], III/SS-"Germania", Zugführer der 10. Kompanie in Radolfzell 1938/39.    * [[http://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Dorr|Hans Dorr]], III/SS-"Germania", Zugführer der 10. Kompanie in Radolfzell 1938/39.
   * [[http://en.wikipedia.org/wiki/Markus_Faulhaber|Markus Faulhaber]], III/SS-"Germania", 1938 ff. In Radolfzell 1939 verheiratet. Einer der "gefallenen Söhne" der Stadt Radolfzell, derer am Kriegerdenkmal als "Opfer der Gewaltherrschaft" namentlich gedacht wird. Begraben zunächst auf dem städtischen Friedhof (alt), umgebettet auf die Kriegsgräberstätte des neuen städtischen Friedhofs von Radolfzell im Altbohl.    * [[http://en.wikipedia.org/wiki/Markus_Faulhaber|Markus Faulhaber]], III/SS-"Germania", 1938 ff. In Radolfzell 1939 verheiratet. Einer der "gefallenen Söhne" der Stadt Radolfzell, derer am Kriegerdenkmal als "Opfer der Gewaltherrschaft" namentlich gedacht wird. Begraben zunächst auf dem städtischen Friedhof (alt), umgebettet auf die Kriegsgräberstätte des neuen städtischen Friedhofs von Radolfzell im Altbohl.
Zeile 137: Zeile 135:
   * [[http://en.wikipedia.org/wiki/Karl_Gesele|Karl Gesele]], SS-Standartenführer, Taktik-Ausbilder an der USR beim 4. RFA-Lehrgang 1941 (1. März 1941-31. Mai 1941); am 12. August 1944 als Kdr. des SS-Panzergrenadier-Regiments 35 verantwortlich für das [[https://de.wikipedia.org/wiki/Sant%E2%80%99Anna_di_Stazzema|Massaker von Sant'Anna di Stazzema]].    * [[http://en.wikipedia.org/wiki/Karl_Gesele|Karl Gesele]], SS-Standartenführer, Taktik-Ausbilder an der USR beim 4. RFA-Lehrgang 1941 (1. März 1941-31. Mai 1941); am 12. August 1944 als Kdr. des SS-Panzergrenadier-Regiments 35 verantwortlich für das [[https://de.wikipedia.org/wiki/Sant%E2%80%99Anna_di_Stazzema|Massaker von Sant'Anna di Stazzema]].
   * [[https://de.wikipedia.org/wiki/Kurt_Gro%C3%9F|Kurt Groß]], SS-Sturmbannführer, WE-Leiter, Stabsabteilung VI, 1943 und Kommandeur USR-'Regiment Radolfzell' und stellvertretender Kommandeur der USR 1944/45.    * [[https://de.wikipedia.org/wiki/Kurt_Gro%C3%9F|Kurt Groß]], SS-Sturmbannführer, WE-Leiter, Stabsabteilung VI, 1943 und Kommandeur USR-'Regiment Radolfzell' und stellvertretender Kommandeur der USR 1944/45.
 +   * [[https://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%BCnther_Niethammer|Günther Niethammer]], SS-Obersturmführer (F), der "Ornithologe von Auschwitz"; nach 1945 enge Verbindungen zur Vogelwarte Radolfzell.
   * [[http://en.wikipedia.org/wiki/Walter_Harzer|Walter Harzer]], SS-Standartenführer, Taktik-Ausbilder an der USR beim 4. RFA-Lehrgang 1941 (1. März  1941-31.Mai 1941).    * [[http://en.wikipedia.org/wiki/Walter_Harzer|Walter Harzer]], SS-Standartenführer, Taktik-Ausbilder an der USR beim 4. RFA-Lehrgang 1941 (1. März  1941-31.Mai 1941).
   * [[http://en.wikipedia.org/wiki/Willi_Hund|Willi Hund]], SS-Obersturmführer, Zugführer als 19-jähriger Untersturmführer an der USR (1.September 1942 – 2. März 1943).    * [[http://en.wikipedia.org/wiki/Willi_Hund|Willi Hund]], SS-Obersturmführer, Zugführer als 19-jähriger Untersturmführer an der USR (1.September 1942 – 2. März 1943).
Zeile 232: Zeile 231:
   
**Landserweg** **Landserweg**
 +
**Renazifizierung 1956: der "Landserweg" im "Kasernengebiet"** **Renazifizierung 1956: der "Landserweg" im "Kasernengebiet"**
Zeile 305: Zeile 305:
**SS-Führerheim** **SS-Führerheim**
{{gallery>bilder:ss-kaserne:ss-fuehrerheim.jpg?300x300&lightbox}} {{gallery>bilder:ss-kaserne:ss-fuehrerheim.jpg?300x300&lightbox}}
-Bei Einmarsch der Franzosen am 25. April 1945 wurde das sogenannte "Führerheim" der Radolfzeller Waffen-SS durch Granatenbeschuss stark beschädigt. Die Ruine des Gebäudes wurde im November 1950 bis auf die Grundmauern abgetragen; anschließend bauten die Franzosen unter Wiederbenützung der Trümmersteine das Offiziers-Casino wieder auf (Richtfest: 18. Juli 1951); bis heute blieb das "Casino" nahezu unverändert.[(Vgl.: Erxner, Georg: Als auch in Radolfzells Kaserne der Friede einzog, in: [[https://www.suedkurier.de/leben/geschichte/lokalhistorie/geschichte-kkn/Als-auch-in-Radolfzells-Kaserne-der-Frieden-einzog;art1367846,8880050|Südkurier, 31. August 2016]])]+Bei Einmarsch der Franzosen am 25. April 1945 wurde das sogenannte "Führerheim" der Radolfzeller Waffen-SS durch Granatenbeschuss stark beschädigt. Die Ruine des Gebäudes wurde im November 1950 bis auf die Grundmauern abgetragen; anschließend bauten die Franzosen unter Wiederbenützung der Trümmersteine das Offiziers-Casino wieder auf (Richtfest: 18. Juli 1951); bis heute blieb das "Casino" nahezu unverändert.[(Vgl.: Exner, Georg: Als auch in Radolfzells Kaserne der Friede einzog, in: [[https://www.suedkurier.de/leben/geschichte/lokalhistorie/geschichte-kkn/Als-auch-in-Radolfzells-Kaserne-der-Frieden-einzog;art1367846,8880050|Südkurier, 31. August 2016]])]
**Turn- und Exerzierhalle** **Turn- und Exerzierhalle**

Termine

80 Jahre Reichspogromnacht 1938 - Gedenkveranstaltungen in Radolfzell

gailingen_synagogen-zerstorung_1938-2.jpg

Die am 10. November 1938 u. a. von Angehörigen des III.SS „Germania“ aus Radolfzell zerstörte Synagoge von Gailingen

Aus der Ankündigung auf der Homepage der Stadt Radolfzell:

„Am 9. November 2018 jährt sich die Reichspogromnacht zum 80. Mal. In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurden jüdische Geschäfte zerstört, fast in jeder Stadt wurden die Synagogen in Brand gesetzt und deutsche Juden auf offener Straße angegriffen.

(…)

Gemeinsam mit der „Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Radolfzell“ (ACK) und der Stolperstein Initiative Radolfzell wurde ein Themenabend erarbeitet, der nicht nur einen Rückblick auf die NS-Zeit in Radolfzell wirft, sondern auch mit Blick auf die Gegenwart und Zukunft für gemeinsames Miteinander und ein offenes Radolfzell.“

Die Veranstaltungen im Überblick:

17.30 Uhr, Foyer RIZ

Andacht zum Friedensweg 2018 der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen Radolfzell

18 Uhr, am Mahnmal beim RIZ

Gedenken an die Pogrome und Begrüßung durch Oberbürgermeister Martin Staab Die Stolperstein Initiative Radolfzell wird zusammengefasst die Pogrome benennen, die von der ehemaligen SS-Kaserne Radolfzell ausgingen und damit auf die Ziele der Initiative STOLPERSTEINE-RADOLFZELL hinweisen: Erinnerung an Opfer des NS-Terrors wachhalten und an die nächste Generation weitergeben. Verantwortung tragen im Umgang mit rassistischen und nationalistischen Aktivitäten in Radolfzell, insbesondere in der ehemaligen SS-Kaserne.

18.30 Uhr, Gedenkstein Alice Fleischel am Seetorplatz

Stolperstein-Reinigung Die Initiative STOLPERSTEINE-RADOLFZELL will die Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus – VORORT erhalten und an die nächste Generation weitergeben. Zusätzlich wendet sie sich gegen rassistische und nationalistische Aktivitäten in Radolfzell. http://www.stolpersteine-radolfzell.de

Der um 19.30 Uhr in der Stadtbibliothek angekündigte Vortrag „Im westlichen Bodenseeraum: Opfer, Täter, Zuschauer.“ muss leider ausfallen. Ein neuer Termin wird rechtzeitig bekannt gegeben.

2018/11/06 22:04 · Markus Wolter · 0 Kommentare

22. Oktober 1940

Im Gedenken, gegen das Vergessen

alice_fleischel-stolperstein.jpg

Am 22. Oktober jährt sich zum 78. Mal die Massendeportation von 6551 badischen und saarpfälzischen Juden in das südfranzösische Internierungslager Gurs im Jahr 1940. Die nach den verantwortlichen Gauleitern Robert Wagner (Baden) und Josef Bürckel (Saarpfalz) bezeichnete „Aktion“ war die Fortsetzung der systematischen Erfassung, Isolation, Entrechtung und staatlichen Beraubung der deutschen Juden seit 1933 und zugleich der Vorlauf zu ihrer Ermordung in den deutschen Vernichtungslagern im besetzten Polen und im Baltikum nach 1941. Das Bestreben des glühenden Antisemiten Wagner und dessen Amtskollegen Bürckel war es gewesen, zwei Jahre nach der Reichspogromnacht von 1938 die „Judenfrage“ - als eine der ersten im Deutschen Reich – „territorial“ zu lösen. Bei der Umsetzung der Deportationspläne im Landkreis Konstanz waren lokale Ordnungspolizei, Konstanzer Gestapo und vor allem das in der Radolfzeller Kaserne stationierte SS- Totenkopf-Infanterie-Ersatz-Bataillon im Einsatz, das die Juden von Wangen, Gailingen und Randegg zusammentrieb und in LKWs an die Bahnhöfe fuhr. Von den aus Baden in sieben Zügen der Reichsbahn deportierten 5592 Juden überlebten nur 750, 2000 wurden 1942 in die Konzentrationslager Majdanek und Auschwitz verschleppt und ermordet. Der Gau Baden sei „judenrein“, vermeldeten die NS-Täter im Herbst 1940 befriedigt; die Deportationen seien „reibungslos und ohne Zwischenfälle“ verlaufen und „von der Bevölkerung kaum wahrgenommen“ worden.

2018/10/22 08:54 · Markus Wolter · 0 Kommentare

"NS-Belastete aus dem Süden des heutigen Baden-Württemberg"

Neuerscheinung, Oktober 2018

Täter Helfer Trittbrettfahrer, Bd. 9.

NS-Belastete aus dem Süden des heutigen Baden-Württemberg

Hrsg.: Wolfgang Proske

460 Seiten

19,99 Euro

Kugelberg Verlag, Gerstetten 2018

ISBN 978-3-945893-10-4

Bestellung unter: http://www.ns-belastete.de/bestellung.php

Die Artikel und ihre Autor*innen, u.a.:

Anton Blaser (Bürgermeister der Gemeinde Bodnegg, Krs. Ravensburg), Wolf-Ulrich Strittmatter.

Hugo F. Boss (Metzingen, Schneider, Kaufmann und Unternehmer), Rudolf Renz.

Wilhelm Emmerich (Östringen, Bäcker und SS-Oberscharführer im KZ Auschwitz), Christiane Walesch-Schneller.

Prof. Dr. Eugen Fischer (Freiburg, Mediziner, Anthropologe und Rassenforscher), Markus Wolter.

Dr. Hans Fleischhacker (Tübingen, Anthropologe, SS-Obersturmführer), Madeleine Wegner.

Georg Grünberg (Lagerleiter in Friedrichshafen, Überlingen), Oswald Burger.

Emil Haussmann (Ravensburg, Einsatzkommandoführer, Massenmörder), Wolf-Ulrich Strittmatter.

Prof. Dr. Martin Heidegger (Mai 1933 NSDAP, bis 1934 Rektor Universität Freiburg), Eggert Blum.

Prof. Dr. Hans Robert Jauß (Konstanz, Hauptsturmführer, „Bandenbekämpfung“), Dr. Jens Westemeier.

Friedrich Jeckeln (Hornberg, Höherer SS- und Polizeiführer, Massenmörder), Gerhard Wenzl.

Kurt Georg Kiesinger (Ebingen, 1933 NSDAP, 1966 Bundeskanzler), Prof. Dr. Phillip Gassert.

Martin Nauck (Tübingen, Kripo, „Vorbeugungshaft“), Udo Grausam.

Prof. Dr. Elisabeth Noelle-Neumann (Allensbach, Meinungsforscherin), Prof. Dr. Jörg Becker.

Johannes Pauli (Lagerleiter KZ Bisingen), Dr. Franziska Blum.

Dr. Rudolf Rahn (Ulm, Diplomat), Dr. Wolfgang Proske.

Dr.-Ing. Helmut Stellrecht (Wangen/Allg., im Amt Rosenberg, nach 1945 Schriftsteller), Udo Mischek, Mitarb. Tim Rose.

Bruno Störzer (Hailfingen, Bauleiter der Organisation Todt), Volker Mall.

Julius Viel (Schramberg/Wangen/Allg., Journalist, SS 1936), Wolf-Ulrich Strittmatter.

2018/09/30 11:35 · Markus Wolter · 0 Kommentare

"Täter - Helfer - Trittbrettfahrer": Walther Kirn (1891-1944)

Vortrag: Bankrotteur - NS-Funktionär - „Volksschädling“. Aufstieg und Fall des Donaueschinger Kreisleiters Walther Kirn

Referenten: Dr. Wolf-Ingo Seidelmann + Dr. Wolfgang Proske

Veranstalter: Verein für Geschichte und Naturgeschichte der Baar e.V.

Veranstaltungsort: Landratsamt, Humboldstr. 11, 78166 Donaueschingen

Zeit: Mittwoch, 12. September 2018, 19.30 Uhr

Information des Veranstalters

Zur Schriftenreihe: http://www.ns-belastete.de/index.html

2018/09/11 09:50 · Markus Wolter · 0 Kommentare

Kundgebung "NS-Vergangenheit in Radolfzell"

Kundgebung für mehr Toleranz und gegen örtliche Nazistrukturen am 8. Mai 2018 um 14 Uhr auf dem Luisenplatz

Die Stadt Radolfzell hat die Kundgebung am Luisenplatz allerdings untersagt, was von den Anmeldern derzeit rechtlich überprüft wird.

Auch die Luisenplatz-Kundgebung am 21. April war von der Stadt Radolfzell verboten worden. Das Verbot hatte das Freiburger Verwaltungsgericht jedoch in einem Eilverfahren als „offensichtlich rechtswidrig“ kassiert.

Quelle: http://oatkn.blogsport.de/


Ein weiteres Mal kam es zu einem extrem kurzfristigen Verbot einer seit Monaten angemeldeten Kundgebung zur „NS-Vergangenheit in Radolfzell“ auf dem Luisenplatz.

Die Verbotsbegründung der Stadt Radolfzell: der Präventionsrat der Stadt und das Bürgerbündnis Radolfzell für Demokratie (BRD) würden dort ein Friedensfest veranstalten, das aber, wie FGL-Gemeinderätin Nina Breimaier zugab, später angemeldet worden war.

Der Verbotsbescheid kam wieder einmal so kurzfristig, dass ein Eilverfahren für vorläufigen Rechtsschutz nicht mehr möglich war. Soviel zum Demokratiebegriff des Radolfzeller Bürgerbündnisses und der Radolfzeller Versammlungsbehörde.

Der 8. Mai ist ein Feiertag anlässlich des Kriegsendes und der Befreiung vom Nationalsozialismus.

2018/05/07 12:41 · sw · 0 Kommentare
 
ss-kaserne.1531517044.txt.gz · Zuletzt geändert: 2018/07/13 23:24 von mw
Recent changes RSS feed Creative Commons License Valid XHTML 1.0 Valid CSS Driven by DokuWiki