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Karte von Radolfzell

Spuren der NS-Herrschaft in Radolfzell


Opfer rechter Gewalt

Todesopfer rechter Gewalt 1990-2010



Unterschiede

Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen gezeigt.

ss-schiessanlage [2018/07/09 10:47]
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ss-schiessanlage [2019/09/20 09:56] (aktuell)
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Auf dieser Seite wird erklärt, [[#ortlichkeiten|wie man zu dem abgelegenen Schiessstand findet]], welche Ausmaße die riesigen Strukturen noch heute haben und wie in den letzten Jahren versucht wurde, ihn mit bürgerschaftlichem Engagement zu einer Gedenkstätte umzuwandeln. Auf dieser Seite wird erklärt, [[#ortlichkeiten|wie man zu dem abgelegenen Schiessstand findet]], welche Ausmaße die riesigen Strukturen noch heute haben und wie in den letzten Jahren versucht wurde, ihn mit bürgerschaftlichem Engagement zu einer Gedenkstätte umzuwandeln.
-Der Schießstand wurde im Jahr 2014 offiziell in die [[http://www.gedenkstaetten-bw.de/gedenkstaetten_anzeige.html?&tx_lpbgedenkstaetten_pi1[showUid]=230438&cHash=814c5919db5c33e2738d30693b6fd868|Liste der Gedenkstätten in Baden-Württemberg]] aufgenommen.+Der Schießstand wurde im Jahr 2014 offiziell in die [[https://www.gedenkstaetten-bw.de/gedenkstaetten_bw_liste.html|Liste der Gedenkstätten in Baden-Württemberg]] aufgenommen.
Auf Fotos werden die offizielle Übergabe der [[#informationstafel|Informationstafel]] an die Stadt und die an der westlichen Kurzbahn angebrachte [[#gedenktafel_und_gedenkbuch|Gedenktafel]] dokumentiert. Ein darunter angebrachtes Gedenkbuch soll BesucherInnen die Möglichkeit geben, ihre Gedanken festzuhalten. Auf Fotos werden die offizielle Übergabe der [[#informationstafel|Informationstafel]] an die Stadt und die an der westlichen Kurzbahn angebrachte [[#gedenktafel_und_gedenkbuch|Gedenktafel]] dokumentiert. Ein darunter angebrachtes Gedenkbuch soll BesucherInnen die Möglichkeit geben, ihre Gedanken festzuhalten.
Im Jahr 2013 wurde die [[#beschadigungen_an_informationstafel_und_gedenkbuch|Informationstafel mutwillig beschädigt]], im Januar 2016 wurde eine Ausgabe des Gedenkbuchs verbrannt. Im Jahr 2013 wurde die [[#beschadigungen_an_informationstafel_und_gedenkbuch|Informationstafel mutwillig beschädigt]], im Januar 2016 wurde eine Ausgabe des Gedenkbuchs verbrannt.
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 +Im Jahr 2018 wurde in der nördlichen Hälfte des Langbahn-Areals die private Beweidung erlaubt und ein Elektrozaun installiert, ohne dass dies im Vorfeld öffentlich diskutiert oder bekanntgemacht worden wäre. Das Betreten dieses Areals, insbesondere der zentralen Freifläche vor dem Kugelfang, ist seitdem nicht mehr möglich, es sei denn, man lässt sich vom elektrischen Weidezaun bzw. dem Weidevieh nicht abschrecken. Eine angemessene und würdevolle Gedenkstättenarbeit ist unter diesen Umständen nicht mehr möglich.
Am Ende der Seite finden sich weitere aktuelle Fotos in einer [[#bildergalerie|Bildergalerie]] sowie zwei [[#historische_abbildungen|historische Abbildungen]]. Am Ende der Seite finden sich weitere aktuelle Fotos in einer [[#bildergalerie|Bildergalerie]] sowie zwei [[#historische_abbildungen|historische Abbildungen]].
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Nach der [[http://von-unten.org/audio/Rede_EroeffnungOBSchmid.mp3|Begrüßung und Einführung]] durch OB Schmidt erläuterte Alfred Heim die [[http://von-unten.org/audio/Rede_AlfredHeim.mp3|Enststehungsgeschichte der Infotafel]]. Zwei Schüler lasen [[http://von-unten.org/audio/Lesung_Schueler.mp3|Textstellen von Karl Täuber und Leonhard Oesterle]]. Nach der [[http://von-unten.org/audio/Rede_EroeffnungOBSchmid.mp3|Begrüßung und Einführung]] durch OB Schmidt erläuterte Alfred Heim die [[http://von-unten.org/audio/Rede_AlfredHeim.mp3|Enststehungsgeschichte der Infotafel]]. Zwei Schüler lasen [[http://von-unten.org/audio/Lesung_Schueler.mp3|Textstellen von Karl Täuber und Leonhard Oesterle]].
-Zu den bewegendsten Momenten der Gedenkveranstaltung gehörten die [[http://von-unten.org/audio/Rede_MiryamStephan.mp3|Rede von Miryam Stephan]], der Enkelin von Leonhard Oesterle, sowie das Verlesen der aus dem Englischen übersetzten [[http://von-unten.org/audio/Rede_MarkusWolter.mp3|Rede von Jirzi Sedlacek]], dem Sohn von Oldrich Sedlacek, durch den Historiker Markus Wolter. +Zu den bewegendsten Momenten der Gedenkveranstaltung gehörten die [[http://von-unten.org/audio/Rede_MiryamStephan.mp3|Rede von Miryam Stephan]], der Enkelin von Leonhard Oesterle, sowie das Verlesen der aus dem Englischen übersetzten [[http://von-unten.org/audio/Rede_MarkusWolter.mp3|Rede von Jiří Sedláček, Kladno]], dem Sohn von Oldrich Sedlacek, durch den Historiker Markus Wolter.
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-**Der Text von Jiri Sedláček im englischen Original:**+
 +**Der Text von Jiří Sedláček im englischen Original:**
“When I was 16, I visited my father’s grave in Bilina. An unknown man came to me and asked: “Who are you?” “I’m a son of Mr. Sedláček.” “When I was 16, I visited my father’s grave in Bilina. An unknown man came to me and asked: “Who are you?” “I’m a son of Mr. Sedláček.”
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He met a lot of people in his life, some of them were working for totalitarian state machinery and made a harm to people cruelly, the other ones were very helping to him and our family after his death, and they were people of politeness. So the young and pupils who are here, you have to make a choice, where to be, how to live. I hope you will be finding and keeping on humanity as he and his friend Mr. Leonard Oesterle had always done,  and now have a memory and honor to those human beings, who did not survive. He met a lot of people in his life, some of them were working for totalitarian state machinery and made a harm to people cruelly, the other ones were very helping to him and our family after his death, and they were people of politeness. So the young and pupils who are here, you have to make a choice, where to be, how to live. I hope you will be finding and keeping on humanity as he and his friend Mr. Leonard Oesterle had always done,  and now have a memory and honor to those human beings, who did not survive.
-Jiri Sedláček, Kladno, Czech Republic, 2012.+Jiří Sedláček, Kladno, Czech Republic, 2012.
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===== Gedenktafel und Gedenkbuch ===== ===== Gedenktafel und Gedenkbuch =====
-Bereits im Juni 2010 kam es durch eine bürgerliche Privatinitiative zur Anbringung einer Gedenktafel im Kugelfang der westlichen Kurzbahn. +Bereits im Juni 2010 kam es durch eine Privatinitiative zur Anbringung einer Gedenktafel im Kugelfang der westlichen Kurzbahn.
Die BesucherInnen können bei der Besichtigung der Anlage mit den Gedenk- und Infotafeln ihre Eindrücke schriftlich festhalten. So schrieben im Jahr 2012 Anna-Katrin Stefan-Oesterle und Miryam Stefan – Tochter und Enkelin des in Radolfzell gefangenen KZ-Häftlings Leonhard Oesterle:“… sind wir sehr froh und dankbar für dieses lebendige Gedenken der Gewalt und Ungerechtigkeit, die an diesem Ort verübt wurde. Auf dass dieser Ort uns daran erinnert, nie wieder so etwas passieren zu lassen.“ Die BesucherInnen können bei der Besichtigung der Anlage mit den Gedenk- und Infotafeln ihre Eindrücke schriftlich festhalten. So schrieben im Jahr 2012 Anna-Katrin Stefan-Oesterle und Miryam Stefan – Tochter und Enkelin des in Radolfzell gefangenen KZ-Häftlings Leonhard Oesterle:“… sind wir sehr froh und dankbar für dieses lebendige Gedenken der Gewalt und Ungerechtigkeit, die an diesem Ort verübt wurde. Auf dass dieser Ort uns daran erinnert, nie wieder so etwas passieren zu lassen.“
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** Verbrennung des 4. Gedenkbuches im Januar 2016** ** Verbrennung des 4. Gedenkbuches im Januar 2016**
-Wie wichtig die Erinnerung an den menschenverachtenden Nationalsozialismus auch heute noch ist, zeigen die Verbrennungen des Gedenkbuches am ehemaligen SS-Schießstand. Im Juni 2016 wurde das mittlerweile 5. Gedenkbuch zerstört. +Wie wichtig die Erinnerung an den menschenverachtenden Nationalsozialismus auch heute noch ist, zeigt die wiederholte Zerstörung des Gedenkbuches. Im Juni 2016 wurde das mittlerweile 5. Gedenkbuch zerstört.
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 +=====Nutzung der Gedenkstätte als Viehweide=====
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 +{{gallery>:beweidung_-_gedenkstatte.jpg?300x300&lightbox}}
 +Das umzäunte Beweidungsgebiet inmitten der Langbahnen. Eingezeichnet in das Luftbild von Plessing, 2012.
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 +{{gallery>:betreten_verboten_-_vorsicht_elektrozaun.jpg?300x300&lightbox}}
 +"Vorsicht Elektrozaun" - Warnschild am östlichen Wall der Langbahnen, auf Höhe des mittleren Querzugangs zur Anlage. September 2019. Fotografie: Markus Wolter.
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 +Bereits seit 2017 wird die nördliche Hälfte des Langbahn-Areals der ehemaligen SS-Schießanlage Radolfzell als eine von der Stadtverwaltung, Abteilung Landschaft und Gewässer unter der Hand genehmigte Dauerweide (Ziegen u.a.) incl. Schutzhütte von privat „genutzt“.
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 +Den Zugang auf das seit 2014 von der LpB Stuttgart, Referat Gedenkstättenarbeit, offiziell als „Gedenkstätte“ ausgewiesene, im Eigentum der Stadt Radolfzell befindliche Terrain verhindert ein elektrisch geladener Weidezaun, an dem mehrere Hinweisschilder - „Vorsicht Elektrozaun!“ - jeden potentiellen Besucher der Gedenkstätte warnen bzw. das Betretungsverbot bedeuten.
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 +"Leitlinien zur Erinnerungskultur" (2015)
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 +    "1. Bei der Bearbeitung von Themen der Erinnerungskultur stehen immer Kommentieren und Erklären im Vordergrund, nicht Verschweigen und Entfernen.
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 +    2. Städtische Erinnerungskultur leistet einen Beitrag dazu Spuren verschiedener Zeitgeschichten im Stadtbild zu erhalten und durch temporäre und dauerhafte Installationen im öffentlichen Raum die Stadt als Erinnerungsort – auch für Besucherinnen und Besucher der Stadt – sichtbar zu machen.
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 +    3. Formate des Gedenkens sollten mit Erkenntnis- und Erfahrungsgewinn verbunden sein.
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 +    4. Der Anspruch der Radolfzeller Erinnerungskultur ist es, Kindern und Jugendlichen Geschichte erfahrbar zu machen.
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 +    5. Insbesondere bei kritischen Sachverhalten werden Expertisen von WissenschaftlerInnen als unabhängige Meinung hinzugezogen.
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 +    6. Die Leitlinien für die Kultur des Gedenkens und Erinnerns sind für Anregungen offen und tragen dazu bei, den öffentlichen Diskurs über zeitgeschichtliches Erinnern und Gedenken in der Stadt lebendig zu halten."
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 +Die von der Stadtverwaltung Radolfzell 2015 formulierten „Leitlinien zur Erinnerungskultur" werden mit dieser "Umnutzung“ einer KZ-Gedenkstätte eklatant unterlaufen und konterkariert. Der inoffizielle Genehmigungsvorgang und die Maßnahme selbst wurden im Vorfeld weder transparent noch öffentlich kommuniziert oder  mit den für die Gedenkstättenarbeit zuständigen Gremien (AK „Erinnerungskultur“) abgestimmt noch der zivilgesellschaftlichen Gedenkinitiative bekannt gemacht. Eine angemessene und würdevolle Gedenkstättenarbeit ist unter diesen Umständen vor Ort unmöglich geworden zumal das Gelände durch den Elektrozaun und die Weidetiere unbegehbar wurde.
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 +=====Absperrung der Kurzbahn-Kugelfänge wegen "Einsturzgefahr" (2019)=====
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 +{{gallery>:betreten_verboten_-_kurzbahnen_-_ss-schiessstand-gedenkstatte-banner_am_bauzaun-2.jpg?3400x300&lightbox}} Absperrzaun vor dem Kugelfang der Kurzbahn, mit vorgehängtem Gedenkbuch. September 2019. Fotografie: Markus Wolter.
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 +{{gallery>:betreten_verboten_-_kurzbahnen_-_ss-schiessstand-gedenkstatte-gedenktafel.jpg?300x300&lightbox}}
 +Kugelfang mit Gedenktafel, September 2019. Fotografie: Markus Wolter.
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 +Die Stadtverwaltung ordnete im Juli 2019 „aus versicherungstechnischen Gründen“, wegen "Einsturzgefahr" die umgehende Absperrung der drei Kugelfänge der Kurzbahnen der ehemaligen SS-Schießanlage an. So wurde unter anderem auch vor dem Kugelfang mit der Gedenktafel ein Bauzaun errichtet. Eine daran angebrachte, großflächige Text- und Bildplane - „Betreten Verboten. Einsturzgefahr“ - verhindert seitdem den Zugang zum Kugelfang  und den Blick auf die Gedenktafel. Per QR-Code wird im (fehlerhaften) Text stattdessen auf die neue Unterseite "Erinnern und Gedenken" der städtischen Website verlinkt. Diese Maßnahmen wurden ohne entsprechende Information an die zivilgesellschaftliche Initiative vorgenommen, die im Jahr 2010 die Gedenktafel und ein Gedenkbuch angefertigt und installiert hatte.
===== Bildergalerie ===== ===== Bildergalerie =====

Termine

Vortrag VHS Konstanz - "Dr. med. Ludwig Finckh und die NS-Rassenhygiene"

Gauschulungslager des NS-Lehrerbundes (NSLB), Gaienhofen. „5. Lehrgang, Sonderkurs in Erbbiologie und Rassenkunde“, 1935. Ansichtskarte eines Kursteilnehmers an seine Familie in Pforzheim

Über Dr. med. Ludwig Finckh (1876-1964) wäre vermutlich längst das letzte Wort gesprochen und der Autor vergessen worden, wenn es sich bei ihm nur um den sogenannten „Heimat-Dichter“, den „Rosendoktor“ von der Höri gehandelt hätte. Als virulenter Nationalsozialist gibt Finckh stattdessen heute noch Anlass, sich mit seinem Fall kritisch auseinanderzusetzen. Teils als Vordenker, teils als Vortragsredner in Sachen NS-„Rassenhygiene“, betätigte sich Finckh u.a. als „Weltanschauungslehrer“ des NS-Lehrerbundes am Gauschulungslager des NSLB in Gaienhofen und an der Waffen-SS-Unterführerschule in Radolfzell. Neueste Recherchen belegen die Teilnahme von Finckhs Gauschulungslagern an eugenischen Tagungen der Heil- und Pflegeanstalt Reichenau in den Jahren 1934-1938. (Text: Markus Wolter)

Referent: Markus Wolter, MA

Ort: VHS Konstanz-Singen e.V., Katzgasse 7, Astoria Saal

Datum: 24. März 2020

Zeit: 19.30 - 21.00 Uhr

Anmeldung: VHS-Konstanz

2020/01/30 12:15 · Markus Wolter · 2 Kommentare

Gerhard Zahner: "Weißes Blut". Eine dramatische Lesung zur Weihnacht

Zeit: 24.12.2019, 14.00 Uhr

Ort: THEATER-KULTUR-ZENTRUM, Fürstenbergstrasse 7a, Radolfzell

„Der Arzt Nathan Wolf (1882–1970) war Jude aus Wangen, er wurde von den Nazis vertrieben und im KZ Dachau eingesperrt und gepeinigt. Nach dem Krieg kehrte er nach Wangen, in seine Höri zurück. Er ist zurück gekehrt, nicht heimgekehrt. Die jüdische Gemeinde in der Höri vernichtet, die Synagogen zerstört. Nicht heimkehren, zurückkehren, darum geht es diesem Stück. Eine Situation, die heute so viele Flüchtlinge betrifft. Auch ihre Heimat ist für immer zerstört. Die neue Heimat ist vielleicht, solchen Menschen wie Nathan Wolf gerecht zu werden, ihrem Leben. Letztlich, wenn heute Abgeordnete aus den Protokollen der Weisen von Zion zitieren, diesem Buch aus dem Giftschrank der Verleumdung, scheitern wir alle und vertreiben uns selbst.“

Programmtext: http://www.zellerkultur.de/veranstaltungen.html

Hintergrund: https://www.wolf-wangen.com/

2019/12/14 16:25 · Markus Wolter · 0 Kommentare

Der Reichspogrom 1938 am westlichen Bodensee - Vortrag von Prof. Dr. Jürgen Klöckler in Radolfzell

Der 9. November 1938 im westlichen Bodenseeraum: Opfer – Täter – Zuschauer“

Vortrag in Zusammenarbeit mit der Stadtbibliothek Radolfzell und des Arbeitskreises „Erinnerung“

„Kaum ein anderes Datum der deutschen Geschichte ist so aufgeladen wie der 9. November 1938. Aus der Perspektive von Opfern und Tätern, aber auch der zahlreichen Zuschauer, sollen die Ereignisse in Radolfzell, auf der Höri sowie im westlichen Bodenseeraum rekonstruiert und in das allgemeine Verfolgungsgeschehen im Deutschen Reich eingebettet werden. Die entscheidende Rolle bei der Zerstörung der Synagogen in Wangen, Gailingen und Randegg kam der in Radolfzell stationierten SS zu. Mit Ekrasit sprengte sie unter der Verantwortung von SS-Obersturmbannführer Heinrich Koeppen auch die Konstanzer Synagoge.“ (www.radolfzell.de)

Referent: Prof. Dr. Jürgen Klöckler, Stadtarchiv/Universität Konstanz

Ort: Stadtbibliothek Radolfzell

Zeit: Freitag, 8. November 2019, 19.30 Uhr

2019/11/07 12:56 · Markus Wolter · 0 Kommentare

Verlegung des Stolpersteins für Karl Teufel

Zum Ersatz des vor rund einem Jahr im Zuge von Straßenbauarbeiten fahrlässig beseitigten und verloren gegangenen Stolpersteins für Karl Teufel wird am 28. Oktober 2019, 16.30 Uhr, in der Konstanzer Str. 30/1 ein von Gunter Demnig neu gefertigtes Exemplar verlegt.

2019/10/28 12:33 · Markus Wolter · 0 Kommentare
 
ss-schiessanlage.1531126027.txt.gz · Zuletzt geändert: 2018/07/09 10:47 von mw
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