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Karte von Radolfzell

Spuren der NS-Herrschaft in Radolfzell


Opfer rechter Gewalt

Todesopfer rechter Gewalt 1990-2010



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<html><p align="right"><b>„Ich weiß, dass wir all diese Dinge zu wissen meinen, und zwar, wie man sagt, zur Genüge.<br>Wenn man an Ort und Stelle steht, zeigt es sich, dass wir sie durchaus nicht wissen.<br>Das Unvorstellbare entzieht sich unserem Gedächtnis.“<br>Max Frisch</b></p></html> <html><p align="right"><b>„Ich weiß, dass wir all diese Dinge zu wissen meinen, und zwar, wie man sagt, zur Genüge.<br>Wenn man an Ort und Stelle steht, zeigt es sich, dass wir sie durchaus nicht wissen.<br>Das Unvorstellbare entzieht sich unserem Gedächtnis.“<br>Max Frisch</b></p></html>
-{{gallery>:radolfzell_1941.jpg?500x500&lightbox}} +{{gallery>:radolfzell_1941.jpg?300x300&lightbox}} 
-SS-Garnison Radolfzell, Luftbild der Innenstadt, 1941. Zeitgenössische Ansichtskarte, [[http://bz-ticket.de/burk-richard--63495241.html|Richard Burk & Co.]]+SS-Garnison Radolfzell, Hansa-Luftbild, 1941. Zeitgenössische Ansichtskarte, [[http://bz-ticket.de/burk-richard--63495241.html|Richard Burk & Co.]]
   
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 +  * Initiativanfrage an den Gemeinderat zur [[http://radolfzell-ns-geschichte.von-unten.org/ss-kaserne#politik_der_strassenbenennungen|Umbenennung des "Landserwegs" in "Fritz-Klose-Weg"]].
 +  * [[http://radolfzell-ns-geschichte.von-unten.org/ordnungspolizei_und_gestapohaft_in_radolfzell#anzeigen_und_denunziationen_aus_der_bevolkerung|Denunziation in Radolfzell - Der Fall Moritz Max Strauss ]] (Kapitel ergänzt)
  * [[http://radolfzell-ns-geschichte.von-unten.org/ns-ehrenmal#vollstandig_zu_zerstoren_und_zu_beseitigen_-_die_kontrollratsdirektive_nr_30_vom_13_mai_1946|"Vollständig zu zerstören und zu beseitigen" - Die Kontrollratsdirektive Nr. 30 und das "Kriegerdenkmal"]] (Kapitel ergänzt)   * [[http://radolfzell-ns-geschichte.von-unten.org/ns-ehrenmal#vollstandig_zu_zerstoren_und_zu_beseitigen_-_die_kontrollratsdirektive_nr_30_vom_13_mai_1946|"Vollständig zu zerstören und zu beseitigen" - Die Kontrollratsdirektive Nr. 30 und das "Kriegerdenkmal"]] (Kapitel ergänzt)
  * [[http://radolfzell-ns-geschichte.von-unten.org/region:fluchthilfe_an_der_schweizer_grenze|Fluchthilfe an der Schweizer Grenze (Seite neu angelegt)]]   * [[http://radolfzell-ns-geschichte.von-unten.org/region:fluchthilfe_an_der_schweizer_grenze|Fluchthilfe an der Schweizer Grenze (Seite neu angelegt)]]
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  * [[zwangsarbeit_in_radolfzell|Zwangsarbeit in Radolfzell]] -  Überarbeitetes und ergänztes Kapitel   * [[zwangsarbeit_in_radolfzell|Zwangsarbeit in Radolfzell]] -  Überarbeitetes und ergänztes Kapitel
  * [[region:euthanasie_am_bodensee|"Euthanasie" und "Aktion T4" am Bodensee]] - Ergänzungen: Dimension und Strukturen vor Ort   * [[region:euthanasie_am_bodensee|"Euthanasie" und "Aktion T4" am Bodensee]] - Ergänzungen: Dimension und Strukturen vor Ort
-  * [[presseerklaerungen:tag_des_gedenkens_an_die_opfer_des_nationalsozialismus|Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus]], 27.1.2016 +
-  * [[ss-schiessanlage#beschadigungen_an_informationstafel_und_gedenkbuch|Beschädigungen an Informationstafel (2013) und Gedenkbuch (2016) am ehem. SS Schießstand]] +
-  * [[juden_in_radolfzell#alice_fleischel_-_deportation_nach_gurs|Alice Fleischel und ihre Deportation nach Gurs vor 75 Jahren]]: Ergänzungen +
-  * [[stolpersteine:geplante_verlegung_2015|Verlegung von 8 weiteren Stolpersteinen am 11. September 2015]] +
-  * [[ss-kaserne#politik_der_strassenbenennungen|Politik der Straßenbenennungen]]: ergänzende Erläuterungen +
-  * [[mettnau-stadion|Mettnau-Stadion]] (Neues Kapitel) +
-  * [[prozesse_gegen_radolfzeller_ss-angehoerige#dachauer_fliegerprozess|Kurt Groß: Vom SS-Führer zum Unternehmensberater]] (Ergänzungen aufgrund der SS-Personalakte) +
-  *[[ordnungspolizei_und_gestapohaft_in_radolfzell#deserteure_warteten_in_radolfzell_auf_hinrichtung|Deserteure warteten in Radolfzell auf Hinrichtung]] (Neuer Abschnitt) +
-  * [[ss-kaserne#Ausgewählte Täterprofile (Wikipedia-Artikel)|Radolfzeller SS-Personal: Ausgewählte Täterprofile in Artikeln der Wikipedia]] (Neuer Abschnitt) +
-  * [[ss-kaserne#aussenkommando_des_kz_dachau|Häftlingstötungen im KZ-Außenkommando Radolfzell]] (Ergänzungen) +
-  * [[juden_in_radolfzell|Juden in Radolfzell: Deportation, "Arisierung" und Flucht]] (Neue Seite)+
   
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-====== Dokument des Monats ======+====Dokument des Monats======
-**Renazifizierung 1956: der &quot;Landserweg" im "Kasernengebiet&quot;**+{{gallery&gt;:oldrich_sedlacek_an_rudolf_sedlacek_-_12.06.1941.jpg?300x300&amp;lightbox}}
- {{gallery>:landserweg_radolfzell1956.jpg?300x300&amp;lightbox}} +Vordruck-Umschlag und -Briefbogen mit den Lagerpost-Bestimmungen des KZ Dachau, handschriftlicher Brief des Häftlings Oldřich Sedláček (1919, Dux (Duchcov) – 1949, Prag) an seine Eltern, Rudolf und Katuse Sedláček, in Bilina,[([[https://www.vets.cz/vpm/22760-hrob-oldrich-sedlacek/#22760-hrob-oldrich-sedlacek|Familiengrab Sedlacek, Bilina.]])] Postzensurstempel der Lagerverwaltung, gestempelt 12.06.1941. Oldřich Sedláček wurde am 27. September 1940 in das KZ Dachau verschleppt und kam als politischer &quot;Schutzhäftling" Anfang 1942 von dort in das KZ-Außenkommando Radolfzell.  
-**Adressbuch der Stadt Radolfzell 1956**+Zusammen mit Leonhard Oesterle gelang ihm im November 1943 die Flucht in die Schweiz.[(Markus Wolter: Vor 70 Jahren: Die KZ-Häftlinge Oldrich Sedláček und Leonhard Oesterle (1915-2009) fliehen aus dem Dachauer KZ-Außenkommando Radolfzell in die Schweiz; [[http://www.suedkurier.de/region/kreis-konstanz/radolfzell/Waghalsige-Flucht-als-letzter-Ausweg;art372455,6457453|Südkurier, 15.11.2013]])]  
-Die im Rahmen des Kasernen-Neubaus 1937 angelegte &quot;Hans-Cyranka-Str.&quot;, benannt nach dem Hamburger SS-Angehörigen, „Blutzeugen der Bewegung“ und „alten Kämpfer“ Hans Cyranka (1910-1932), führte von der damaligen SS-Wohnsiedlung bis zum Stabsgebäude der SS-Kaserne an der Steißlinger Straße; der heutige "Landserweg" endet an der "Kasernenstraße". +{{gallery&gt;:oldrich_sedlacek_1945.jpg?300x300&amp;lightbox}} 
 +Oldrich Sedláček als Angehöriger der Royal Air Force, 1945. Foto: Privatbesitz Jiří Sedláček, Kladno, Tschechische Republik.
-Durch Beschluss des Gemeinderates wurde die nach 1945 gebotene Umbenennung der "Hans-Cyranka-Str." offiziell erst im Jahr 1956 vorgenommen; wie auch die übrigen, nach "Alten Kämpfern" benannten Straßen in der ehemaligen SS-Wohnsiedlung war sie zunächst namenlos geblieben. Der neue Name "Landserweg" gab 1956 offenbar keinen Anlass für Bedenken; auch nicht die damit verbundene und ausdrückliche "Ehrung des einfachen Soldaten der beiden Weltkriege".[( Im Grund stellt diese Benennung einen nachträglichen Verstoß gegen Direktive Nr. 30 des Alliierten Kontrollrats dar, die die Entfernung aller Symbole des alten Regimes und seiner militärischen Tradition zum 1. Januar 1947 angeordnet hatte: „Von dem Zeitpunkt des Inkrafttretens dieser Direktive an ist untersagt und als gesetzeswidrig erklärt die Planung, der Entwurf, die Errichtung, die Aufstellung und der Anschlag oder die sonstige Zurschaustellung von Gedenksteinen, Denkmälern, Plakaten, Statuen, Bauwerken, Straßen- oder Landstraßenschildern, Wahrzeichen, Gedenktafeln oder Abzeichen, die darauf abzielen, die deutsche militärische Tradition zu bewahren und lebendig zu erhalten, den Militarismus wachzurufen oder die Erinnerung an die nationalsozialistische Partei aufrechtzuerhalten, oder ihrem Wesen nach in der Verherrlichung von kriegerischen Ereignissen bestehen“. Dies sollte sich bereits beziehen „auf Kriegshandlungen nach dem 1. August 1914 zu Lande, zu Wasser oder in der Luft und auf Personen, Organisationen und Einrichtungen, die mit diesen Handlungen in unmittelbarem Zusammenhang stehen.“ Als allerdings der "Landserweg" 1956 Straßenname in Radolfzell wurde, war die besagte Kontrollrats-Direktive breits seit einem Jahr durch Artikel 2 des Gesetzes Nr. A-37 der Alliierten Hohen Kommission vom 5. Mai 1955 (ABl. AHK S. 3268)  "außer Wirkung" gesetzt.)] Unkritisch und ohne zwischen Reichswehr- und Wehrmachtssoldaten zu differenzieren, bediente und tradierte man stattdessen vor allem das historisch falsche Stereotyp der vermeintlich "sauberen Wehrmacht", deren Beteiligung an Kriegsverbrechen 1939-1945 man bis heute selbstredend unterschlägt. 
-Entlang der ehemaligen SS-Kaserne verlaufend, suggeriert der Name zudem, dass es sich um eine Wehrmachtskaserne gehandelt haben könnte, oder aber, bedenklicher noch, dass die hier 1937-1945 stationierten Angehörigen der Waffen-SS eben auch nur "einfache Soldaten", „Soldaten wie andere auch“ gewesen seien -  eine Problematik, die sich 1958 am Kriegerdenkmal fortsetzt und bis heute nicht gelöst ist.    +Sammlung Markus Wolter, 2019.  
-Soldaten der Wehrmacht waren übrigens bis auf wenige Tage im April 1945 zu keiner Zeit in der Radolfzeller Kaserne stationiert. 
-Außer in Radolfzell gibt es in Deutschland sonst keinen "Landserweg", "Landserstraße" oder eine ähnliche Straßen- oder Platzbezeichnung.  
-Der Begriff „Landser“ wurde und wird vor allem in rechtsextremen Kreisen und Publikationen (v.a. „Der Landser“-Heftromane) als Inbegriff des besagten "einfachen" Wehrmachtsoldaten 1939-1945 verklärt und heroisiert. Auch eine Rechtsrock-Band aus Berlin trug diesen Namen. Sie war bis zu ihrem Verbot im Jahr 2003 die  bekannteste Musikgruppe aus dem neonazistischen Milieu. 
-{{gallery>:ss-wohnsiedlung.jpg?300x300&ligthbox}} 
-Die SS-Wohnsiedlung 1938 an der "Hans-Cyranka-Str.", dem späteren "Landserweg". Fotografie Hillebrecht. Sammlung Markus Wolter 
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-Eine Umbenennung des "Landserwegs" wird dringend empfohlen. 
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-Vorschlag: "Fritz-Klose-Weg", nach dem - neben Jacob Dörr zweiten namentlich bekannten - ermordeten Häftling des KZ-Außenkommandos Radolfzell, [[ss-kaserne#aussenkommando_des_kz_dachau|Fritz Klose (1904-1943).]]  
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-______ 
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-**Epilog: Die einzige Postanschrift im "Landserweg"** 
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-1956: Bundesfinanzverwaltung 
- 
-2018: Bundespolizei 
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-Landserweg 11, 78315 Radolfzell 
- 
-Tel.: (07732) 9 46 96-0 
- 
-Quelle: Branchenverzeichnis, "Gelbe Seiten", 2018. 
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-  
 +====== Buchempfehlung ======
 +{{gallery>:schulter_wildt.jpg?300x300&lightbox}}
 +Foto: V&R unipress GmbH.
 +Jan Erik Schulte / Michael Wildt (Hrsg.): Die SS nach 1945. Entschuldungsnarrative, populäre Mythen, europäische Erinnerungsdiskurse. Göttingen 2018, ISBN 978-3-8471-0820-7.

Termine

Täter-Helfer-Trittbrettfahrer: Prof. Dr. Eugen Fischer (1874-1967)

Eugen Fischer: Der völkische Staat, biologisch gesehen. Berlin 1933. Fotografie: Wikipedia

Vortrag:

Dr. Wolfgang Proske (Hrsg.) / Markus Wolter:

Prof. Dr. Eugen Fischer (1874–1967). Die Freiburger Schule des Rassenwahns

Zeit und Ort:

Donnerstag, 28. Mai, 20 Uhr, HS 1009 (Uni Freiburg KGI)

Veranstaltet vom Referat gegen Antisemitismus, Studierendenrat der Universität Freiburg, in Kooperation mit der Fachschaft Geschichte und der Fachschaft Medizin.

https://www.stura.uni-freiburg.de/gremien/referate/gegenantisemitismus

http://www.ns-belastete.de/band_9.html

2019/05/15 16:43 · Markus Wolter · 0 Kommentare

Vier Filme zum Nationalsozialismus in Überlingen, Radolfzell, Schwarzwald

Gedenkveranstaltung in Überlingen änlässlich des 74. Jahrestages des Kriegsendes

Anlässlich des 74. Jahrestages des Endes des Zweiten Weltkrieges bringt die KulturKiste Überlingen e. V. am Sonntag, 12. Mai 2019 im Rahmen ihrer jährlichen Gedenkveranstaltung „Vier Filme zum Thema Nationalsozialismus in Überlingen, Radolfzell und im Schwarzwald“.

Zu Überlingen werden die beiden Dokumentarfilme über den „Goldbacher Stollen“ „Unter Deutschlands Erde“ von Didi Danquart (BRD 1983) (10.00 Uhr + 19.00 Uhr) sowie „Wie Dachau an den See kam …“ von Jürgen Weber (D 1995) (11.00 Uhr + 18.00 Uhr) gezeigt.

Der Film "Leichen im Keller" von Günter Köhler (D 2010) handelt von Radolfzell im Nationalsozialismus sowie den späteren Umgang damit. (12.00 Uhr + 17.00 Uhr). Darüber hinaus wird um 13.00 Uhr, sowie um 15.00 Uhr der Spielfilm „Viejud Levi“ von Didi Danquart gezeigt, der den Nationalsozialismus in einem Schwarzwaldtal behandelt.

Das Gesamtprogramm findet sich unter: www.kulturkiste-ueberlingen.eu

Wann: Sonntag, 12. Mai 2019

Wo: Kulturbahnhof Nussdorf / Die Rampe, Nussdorfer Str. 100, Überlingen

Eintritt Frei / Spende erwünscht

2019/05/05 14:56 · sw · 0 Kommentare

Eröffnung der Ausstellung: "Ein Panzer gegen die hässliche Zeit" - Hermann Hesses "Glasperlenspiel" im "Dritten Reich"

„1943 veröffentlichte Hermann Hesse seinen letzten Roman in kleiner Auflage in der Schweiz, erst Ende 1946 wurde „Das Glasperlenspiel“ auch einem größeren Publikum in Deutschland bekannt. Ursprünglich hätte „Das Glasperlenspiel“ schon 1942 in Berlin erscheinen sollen, doch die NS-Behörden verweigerten die Druckgenehmigung. Seinem Sohn Heiner teilte Hesse 1942 resigniert mit, „dass das Buch nun also die Leser, für die es bestimmt war, nicht erreicht“.“

Ort: Hesse Museum, Kapellenstr. 8, Gaienhofen

Zeit: 17. März 2019, 11.00 Uhr

http://www.hesse-museum-gaienhofen.de

2019/03/16 09:23 · Markus Wolter · 0 Kommentare

"Wie Dachau an den See kam..."

Filmvorführung und Gespräch mit der Zeitzeugin Dr. Grete Leutz und dem Regisseur Jürgen Weber am 27. Januar 2019 in Konstanz

Am Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz, dem internationalen Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus, wird in einer Gedenkveranstaltung der regionalhistorische Dokumentarfilm „Wie Dachau an den See kam …“ zur Geschichte des KZ-Außenlagers in Überlingen gezeigt.

Es ist geplant, dass an diesem Abend neben dem Filmemacher Jürgen Weber auch die Überlinger Zeitzeugin Dr. Grete Leutz anwesend sein wird. Als junge Frau wurde sie fast täglich Zeugin des Zuges der KZ-Häftlinge vom Lager Aufkirch zur Überlinger Stollenanlage. In der Außenstelle Überlingen des KZ Dachau mussten ab Oktober 1944 rund 800 Häftlinge einen Stollen in den Molassefelsen treiben, um die Friedrichshafener Rüstungsindustrie am Bodensee „bombensicher“ unterzubringen. Bis April 1945 liefen viermal pro Tag die Kolonnen der Häftlinge - schwer bewacht durch die SS - durch den Überlinger Westen.

Der Film zeichnet mit Aussagen zweier ehemaliger Häftlinge, mit den Erinnerungen von damals jungen Menschen aus Überlingen und mit Fachleuten die Geschichte der KZ-Außenstelle Überlingen nach. Aufgrund seiner regionalhistorischen Bedeutung und teilweise einmaliger Interviews mit Zeitzeugen und Zeitzeuginnen wurde der Film aus dem Jahr 1995 als Retrospektive 2017 neu in der Reihe „Zeitgeschichtliche Kurz- und Dokumentarfilme“ aufgelegt.

Termin: 27. Januar 2019

Zeit: 19:30 – 21:00 Uhr

Ort: Wolkenstein-Saal (Kulturzentrum am Münster), Konstanz

Veranstalter: Initiative „Stolpersteine für Konstanz – Gegen Vergessen und Intoleranz“, Kulturamt der Stadt Konstanz, vhs Landkreis Konstanz e. V. DIG Bodensee Region, Gesellschaft für Christlich- Jüdische Zusammenarbeit e.V. Konstanz und weitere

Eintritt: frei

2019/02/11 23:45 · sw · 0 Kommentare

Uraufführung: Gerron

Im Stadttheater Konstanz wird am 2.2.2019 das Stück „Gerron“ von Charles Lewinsky uraufgeführt. Regisseurin ist Annette Gleichmann.

Das Stück basiert auf der wahren Geschichte des jüdischen Künstlers Kurt Gerron. Als Frontsoldat und Arzt im 1. Weltkrieg kämpfend, mehrfach schwer verletzt, wurde er später im Nationalsozialismus verfolgt und ermordet. Er floh 1933 zunächst nach Paris, dann nach Österreich, Italien und in die Niederlande, wo er 1943 interniert wurde. Im Jahr 1944 wurden er und seine Familie in das KZ Theresienstadt deportiert. Seine Mitwirkung als Regisseur an dem im KZ gedrehten Propagandafilm “Theresienstadt“ schützte ihn nicht vor der Deportation nach Auschwitz, wo er ebenso wie die 1600 mitwirkenden Kinder nach Ende der Dreharbeiten vergast wurde.

Uraufführung: 2.2.2019, Theaterwerkstatt Inselgasse, 20 Uhr

Ticketreservierung und weitere Spielzeiten: Gerron

Quelle: Stadttheater Konstanz

2019/02/02 13:14 · sw · 0 Kommentare
 
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