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Spuren der NS-Herrschaft in Radolfzell


Opfer rechter Gewalt

Todesopfer rechter Gewalt 1990-2010



Zwangsarbeit in Radolfzell

Während des Krieges wurden aus den von den Deutschen besetzten Staaten West- und Osteuropas etwa 4,6 Millionen Kriegsgefangene und 8,4 Millionen zivile ausländische, nichtjüdische Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter verschleppt, in etwa 30.000 Lagern und Sammelunterkünften interniert und zur Arbeit für das NS-Regime gezwungen.1)

Das System der Zwangsarbeit, mit dem der nationalsozialistische Staat den kriegsbedingten Arbeitskräftemangel zu kompensieren suchte, umfasste alle Bereiche: Zwangsarbeiter arbeiteten in der (Rüstungs-) Industrie, der Landwirtschaft, in großen Staatsbetrieben ebenso wie in kommunale Behörden und Ämtern, Handwerksbetrieben und selbst in Privatfamilien. Bereits ab 1940 konnte die Landwirtschaft nur noch mit dem Einsatz von Zwangsarbeitern die Nahrungsmittelproduktion den nötigen Standard halten. Ebenso war unter den Bedingungen des „totalen Krieges“ die Rüstungsindustrie nur durch eine immer größere Zahl von „Fremdarbeitern“ in der Lage, die Produktionszahlen aufrechtzuerhalten. Im Sommer 1943 war in Deutschland bereits fast jeder zweite Arbeiter in den „kriegswichtigen“ Betrieben und in der Landwirtschaft ein ausländischer, zwangsverpflichteter Zivilist, ein Drittel der Zivilarbeiter waren Frauen und davon wiederum fast 90 Prozent sogenannte „Ostarbeiterinnen“ aus Polen und der Sowjetunion. Den Gesamtzahlen und dem System der NS-Zwangsarbeit entsprechend wurden auch in Radolfzell zivile Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene in relativ großer Zahl in den auf „Kriegsproduktion“ umgestellten örtlichen Betrieben eingesetzt und in mehreren Lagern in der Stadt interniert. Insgesamt leisteten während des Krieges im Stadtgebiet und in den umliegenden Dörfern rund 800 Frauen und Männer aus Polen, der Sowjetunion, Italien, Frankreich, Belgien, Böhmen-Mähren und den Niederlanden Zwangsarbeit. Darunter befanden sich 180 Polen, die in der Landwirtschaft arbeiteten und bereits am 1. Mai 1940 nach Radolfzell verschleppt und auf die Dörfer verteilt worden waren.2)

In den großen Radolfzeller Industriebetrieben und bei der Reichsbahn (Bahnhof Radolfzell) waren insgesamt 533 Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter „beschäftigt“, darunter viele Kriegsgefangene. Das Trikotage-Unternehmen Schiesser AG, in dem nach 1941 mindestens 39 Zwangsarbeiterinnen aus der Ukraine arbeiteten, bekam im „betrieblichen Leistungskampf“ 1939/40 als einer von bis dahin zehn Betrieben im Gau Baden den von der Deutschen Arbeitsfront (DAF) verliehenen Titel eines „Nationalsozialistischen Musterbetriebs“ zuerkannt. Der 1936 von der DAF erstmals ausgeschriebene Wettbewerb zeichnete Betriebe mit ausdrücklich „nationalsozialistischer Gesinnung“ aus, deren „zielbewusste Aufbauarbeit“ dabei „vom nationalsozialistischen Gemeinschafts- und Leistungswillen“ getragen sein musste.3) Am DAF-„Leistungskampf“ des Jahres 1939/40 beteiligten sich im Gau Baden 14776 Betriebe: fünf wurden dabei als „Musterbetriebe“ bestätigt, drei weitere, darunter die Schiesser AG und die Singener Maggi Gesellschaft mbH, erstmalig ernannt. Von einem „NS-Musterbetrieb“ wurde im ersten Kriegsjahr außerdem verlangt, ein „Bollwerk nationalsozialistischer Widerstandskraft“ zu sein, „um den Rücken unseres Frontheeres [zu] stärken“, so DAF-Obmann Roth bei Überreichung der „Goldenen Fahne der DAF“ an die Schiesser AG am 1. Mai 1940 in Karlsruhe.4) 1943 zeichnete die DAF die Radolfzeller Pumpenfabrik Gotthard Allweiler AG bereits als „Kriegsmusterbetrieb“ aus, der 1935 erste Rüstungsaufträge für das Reichsluftfahrtministerium bekommen hatte und „höchste Rüstungsleistung und Produktivität“ vorweisen konnte. Die als „kriegswichtiger Betrieb“ geltende Pumpenfabrik „beschäftigte“ 1942 mindestens 220 „Ostarbeiter“ aus Polen und der Sowjetunion. Neben den genannten „nationalsozialistischen Musterbetrieben“ waren in den Radolfwerken 25, im Milchwerk 25, in der Obstbaugenossenschaft 6 und bei der Reichsbahn 217 zivile ausländische Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene beschäftigt.5)

Untergebracht waren sie in zwei größeren Barackenlagern und mehreren, als Sammelunterkünften dienenden Gebäuden, darunter auch Gaststätten. Die aufgrund der nationalsozialistischen Rassenideologie am schlechtesten gestellte und behandelte Gruppe, die kriegsgefangenen russischen Zwangsarbeiter, hausten in stacheldrahtumzäunten, streng bewachten Holzbaracken („Russenlager“) neben den Gleisanlagen unterhalb der Mooser Brücke unter menschenunwürdigen Bedingungen und ohne hinreichende Versorgung. Für die zivilen „Ostarbeiter“ der Gotthard-Allweiler AG gab es ein „Allweiler-Lager“ bezeichnetes, zweites Lager, dessen flache Holzbaracken sich zweireihig an der Ratoldusstraße zwischen Schwert- und Zangererstraße hinzogen.6)

Die verschiedenen Unterkünfte und Einsatzbereiche korrelierten mit uneinheitlichen Lebensbedingungen und Restriktionen. Für alle Internierten aus Polen und der Sowjetunion obligatorisch waren ein striktes Kontaktverbot zur einheimischen Bevölkerung und Ausgangssperren, um „Spionage“ oder die Möglichkeit sexueller Beziehungen („Rassenschande“) von vornherein zu unterbinden. Auf der uniformen Arbeitskleidung waren Stoffabzeichen („P“ oder „OST“) anzubringen, um die Überwachung der „Ostarbeiter“ und deren täglichen Diskriminierungen durchsetzbar zu machen. Die generell harten Arbeitsbedingungen für die Zwangsarbeiter in den Industriebetrieben sorgten in Verbindung mit einer schlechten Lebensmittel- und Gesundheitsversorgung zu erheblichen krankheitsbedingten Ausfällen, insbesondere unter den „Ostarbeitern“. Im „Russenlager“ kam es nach Aussage eines Zeitzeugen wiederholt zu schweren körperlichen Misshandlungen russischer Kriegsgefangener durch einen Radolfzeller Ordnungspolizisten. Schwerkranke und Arbeitsunfähige wurden bis 1942 in ihre Heimat abgeschoben, später in größeren Sammellagern zusammengelegt. Für die Zwangsarbeiter in der Landwirtschaft des Umlands sollen die Existenzbedingungen durch eine bessere Verpflegungslage und Unterbringungsverhältnisse vergleichsweise erträglicher gewesen sein als in den Industriebetrieben. Zwischen 1943 und 1945 kam es unter den „ausländischen Zivilarbeitern“ zu mehreren Todesfällen. Eine genauere Analyse des Archivmaterials hinsichtlich seiner Vollständigkeit und zur Frage der jeweiligen Todesursachen steht noch aus.

Recherche und Text: © Markus Wolter, 2016.

Zivile Zwangsarbeiter/innen in den Radolfzeller Betrieben und in der Reichsbahn

  • Schiesser AG : 39 Frauen7)
  • Gotthard Allweiler AG: 220 8)
  • Radolfwerke: 25
  • Milchwerk: 26
  • Obstbaugenossenschaft: 6
  • Reichsbahn: 217

Unterkunft in Barackenlagern

Die aus der Sowjetunion nach Radolfzell verschleppten Kriegsgefangenen bzw. männlichen Zwangsarbeiter waren nach 1941 in stacheldrahtumzäunten und bewachten Holzbaracken („Russenlager“) neben den Gleisanlagen unterhalb der Mooser Brücke untergebracht (heute Kleingartenanlage zwischen Zeppelin- und Karl-Wolf-Straße).

Ferner gab es ein „Allweiler-Lager“ bezeichnetes Lager für Zwangsarbeiter/innen aus Russland und Polen, die bei der Pumpenfabrik Gotthard Allweiler AG eingesetzt wurden. Die langgezogenen Holzbaracken befanden sich rechtsseitig der Ratoldusstraße zwischen Schwert- und Zangererstraße.

Das „Allweiler-Lager“ auf dem Werksgelände an der Ratoldusstr. (obere, rechte Bildecke). Fotografie vmtl. aus den 50er Jahren. Privatbesitz D. Wieland.

Belegt ist außerdem die vorübergehende Unterbringung von 97 französischen Kriegsgefangenen 1942 in einem Haus am Marktplatz 3, bevor sie in das Allweiler-Lager verlegt wurden, und von 12-15 russischen Kriegsgefangenen, die 1942-44 für das Stadtbauamt arfbeiten mussten, in Räumlichkeiten des Gasthauses „Adler“ in der Seestraße. 9)

Quellen


1) Vgl.: Fröhlich, Uta / Glaunig, Christine u.a.: Zwangsarbeit im NS-Staat. Ein Überblick. In: Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit der Stiftung Topographie des Terrors (Hrsg.): Alltag Zwangsarbeit 1938–1945. Berlin 2013, S. 6–52.
2) Vgl. Engelsing, Tobias: „Wir sind in Deutschland und nicht in Russland“: Eine Alltagsgeschichte der Volksschule in den Jahren 1933 - 1949 am Beispiel der Stadt Radolfzell am Bodensee, Faude, Konstanz 1987. S. 14.
3) DAF-Gauobmann Reinhold Roth in: „Der Führer“ (NSDAP-Gauzeitung in Baden), 2.6.1939.
4) Zit. nach: „Freiburger Zeitung“, 1.5.1940.
5) Vgl. Hildegard Bibby (Hrsg.): „Das ist mir in Erinnerung geblieben“ - ZeitzeugInnen in Radolfzell 1930-1950. Konstanz 2015, S. 121 ff.; zu Schiesser vgl.: Ruch, Christian / Rais-Liechti, Myriam / Peter Roland: Geschäfte und Zwangsarbeit. Schweizer Industrieunternehmen im „Dritten Reich“. Zürich 2001. Vgl. ferner StAR IX.353 (Ausländerstatistik, Anwesenheitslisten 1944), 354 (Listen der Ausländer, Gefangenen, Deportierten und Arbeiter, getrennt nach Staatsangehörigkeit, 1944–1946).
6) StAR Bezirksamt Radolfzell XIX.
7) Vgl.: Christian Ruch, Myriam Rais-Liechti, Roland Peter: Geschäfte und Zwangsarbeit. Schweizer Industrieunternehmen im «Dritten Reich», Zürich 2001.
8) Die Allweiler AG beteiligte sich im Jahr 2000 an dem Fonds zur Entschädigung von Zwangsarbeit der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft
9) Wolter, Markus: Radolfzell im Nationalsozialismus - Die Heinrich-Koeppen-Kaserne als Standort der Waffen-SS, in: Schriften des Vereins für Geschichte des Bodensees und seiner Umgebung, Band 129, Thorbecke, Ostfildern 2011, S. 247-286.

Termine

Eröffnung der Ausstellung: "Ein Panzer gegen die hässliche Zeit" - Hermann Hesses "Glasperlenspiel" im "Dritten Reich"

„1943 veröffentlichte Hermann Hesse seinen letzten Roman in kleiner Auflage in der Schweiz, erst Ende 1946 wurde „Das Glasperlenspiel“ auch einem größeren Publikum in Deutschland bekannt. Ursprünglich hätte „Das Glasperlenspiel“ schon 1942 in Berlin erscheinen sollen, doch die NS-Behörden verweigerten die Druckgenehmigung. Seinem Sohn Heiner teilte Hesse 1942 resigniert mit, „dass das Buch nun also die Leser, für die es bestimmt war, nicht erreicht“.“

Ort: Hesse Museum, Kapellenstr. 8, Gaienhofen

Zeit: 17. März 2019, 11.00 Uhr

http://www.hesse-museum-gaienhofen.de

2019/03/16 09:23 · Markus Wolter · 0 Kommentare

"Wie Dachau an den See kam..."

Filmvorführung und Gespräch mit der Zeitzeugin Dr. Grete Leutz und dem Regisseur Jürgen Weber am 27. Januar 2019 in Konstanz

Am Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz, dem internationalen Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus, wird in einer Gedenkveranstaltung der regionalhistorische Dokumentarfilm „Wie Dachau an den See kam …“ zur Geschichte des KZ-Außenlagers in Überlingen gezeigt.

Es ist geplant, dass an diesem Abend neben dem Filmemacher Jürgen Weber auch die Überlinger Zeitzeugin Dr. Grete Leutz anwesend sein wird. Als junge Frau wurde sie fast täglich Zeugin des Zuges der KZ-Häftlinge vom Lager Aufkirch zur Überlinger Stollenanlage. In der Außenstelle Überlingen des KZ Dachau mussten ab Oktober 1944 rund 800 Häftlinge einen Stollen in den Molassefelsen treiben, um die Friedrichshafener Rüstungsindustrie am Bodensee „bombensicher“ unterzubringen. Bis April 1945 liefen viermal pro Tag die Kolonnen der Häftlinge - schwer bewacht durch die SS - durch den Überlinger Westen.

Der Film zeichnet mit Aussagen zweier ehemaliger Häftlinge, mit den Erinnerungen von damals jungen Menschen aus Überlingen und mit Fachleuten die Geschichte der KZ-Außenstelle Überlingen nach. Aufgrund seiner regionalhistorischen Bedeutung und teilweise einmaliger Interviews mit Zeitzeugen und Zeitzeuginnen wurde der Film aus dem Jahr 1995 als Retrospektive 2017 neu in der Reihe „Zeitgeschichtliche Kurz- und Dokumentarfilme“ aufgelegt.

Termin: 27. Januar 2019

Zeit: 19:30 – 21:00 Uhr

Ort: Wolkenstein-Saal (Kulturzentrum am Münster), Konstanz

Veranstalter: Initiative „Stolpersteine für Konstanz – Gegen Vergessen und Intoleranz“, Kulturamt der Stadt Konstanz, vhs Landkreis Konstanz e. V. DIG Bodensee Region, Gesellschaft für Christlich- Jüdische Zusammenarbeit e.V. Konstanz und weitere

Eintritt: frei

2019/02/11 23:45 · sw · 0 Kommentare

Uraufführung: Gerron

Im Stadttheater Konstanz wird am 2.2.2019 das Stück „Gerron“ von Charles Lewinsky uraufgeführt. Regisseurin ist Annette Gleichmann.

Das Stück basiert auf der wahren Geschichte des jüdischen Künstlers Kurt Gerron. Als Frontsoldat und Arzt im 1. Weltkrieg kämpfend, mehrfach schwer verletzt, wurde er später im Nationalsozialismus verfolgt und ermordet. Er floh 1933 zunächst nach Paris, dann nach Österreich, Italien und in die Niederlande, wo er 1943 interniert wurde. Im Jahr 1944 wurden er und seine Familie in das KZ Theresienstadt deportiert. Seine Mitwirkung als Regisseur an dem im KZ gedrehten Propagandafilm “Theresienstadt“ schützte ihn nicht vor der Deportation nach Auschwitz, wo er ebenso wie die 1600 mitwirkenden Kinder nach Ende der Dreharbeiten vergast wurde.

Uraufführung: 2.2.2019, Theaterwerkstatt Inselgasse, 20 Uhr

Ticketreservierung und weitere Spielzeiten: Gerron

Quelle: Stadttheater Konstanz

2019/02/02 13:14 · sw · 0 Kommentare

Vor 80 Jahren: Aktion "T4" - "Denkmal der Grauen Busse" 2019 im Zentrum für Psychiatrie Emmendingen

Wirtschaftsgebäude von Grafeneck, Personal der als Tarnorganisation eingerichteten „Gemeinnützigen Krankentransport GmbH (Gekrat)“; einer von drei Bussen der Gekrat, mit denen ab Januar 1940 geistig und körperlich behinderte und psychisch kranke Menschen aus Pflegeeinrichtungen und Heilanstalten (wie z. B. Freiburg, Emmendingen und Reichenau, Konstanz) in die Vernichtungsanstalt Grafeneck gebracht wurden. Innerhalb eines Jahres wurden in der Gaskammer von Grafeneck 10.654 Menschen ermordet. Fotografie: Gedenkstätte Grafeneck

Die Radolfzeller Opfer der Aktion "T4" 1939-1941 waren Patient/innen der psychiatrischen Heil- und Pflegeanstalten Reichenau, Emmendingen und Wiesloch, der Kreispflegeanstalt Geisingen, der Universitätsnervenklink Freiburg und/oder minderjährige „Pfleglinge“ der St. Josefsanstalt Herten und davor in Kinderheimen in Freiburg, Konstanz und Sigmaringen untergebracht:

Maria Amann 1899-1941 | Frieda Armbruster 1890-1940 | Alwin Bödler 1883-1940 | Walter Böhler 1934-1940 | Emma Braun 1886-1940 | Albertine Hässig 1890-1940 | Nikolaus Honsell 1887-1940 | Otto Hans Keller 1893-1940 | Leopold Kohler 1887-1940 | Anna Ronkat 1904-1940 | Josefa Trost, geb. Klaus 1878-1940 | Helmut Waller 1920-1940 | Berta Welschinger 1902-1940 | Elisabeth Welschinger 1931-1940

"Denkmal der grauen Busse" 2019 im Zentrum für Psychiatrie Emmendingen.

Montag, 28. Januar 2019, 11.00 Uhr Eröffnungsveranstaltung zum Gedenktag der Opfer des Nationalsozialismus

Ort: Festhalle des Zentrums für Psychiatrie Emmendingen

Programm: Kranzniederlegung und Gedenkminute am Denkmal im ZfP Emmendingen Begrüßung Michael Eichhorst, Geschäftsführer ZfP Emmendingen und Calw

Vortrag „Erinnern, gedenken, bilden: Oder: Wie können wir in unseren psychiatrischen Kliniken mit der NS Vergangenheit umgehen?“

Referent: Prof. Dr. med. Thomas Müller, Leiter des Forschungsbereichs Geschichte und Ethik in der Medizin am ZfP Südwürttemberg / Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie I der Universität Ulm. Er ist Leiter des Württembergischen Psychiatriemuseums und Koordinator der Historischen Forschung der Zentren für Psychiatrie in Baden-Württemberg.

Eröffnung und Ausstellung des Denkmals der Grauen Busse

Zu den weiteren Veranstaltungen des Begleitprogramms 2019:

Download (PDF)

Beschlussvorlage - Zur Umbenennung des "Landserwegs" in "Fritz-Klose-Weg"

Der „Landserweg“ im Dezember 2018, links die alte Mauereinfassung des Kasernenareals, rechts die Wohnblöcke der ehemaligen SS-Siedlung. Fotografie: Markus Wolter

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In seiner Sitzung am 27. November 2018 wird der Radolfzeller Gemeinderat über eine Straßenumbenennnung entscheiden. Der durch den einschlägigen NS-Kontext in die Kritik geratene „Landserweg“ - zwischen ehemaliger SS-Kaserne und SS-Wohnsiedlung - soll nach einer im Sommer 2018 an den Ältestenrat übermittelten Initiativanfrage umbenannt werden. Nach ensprechender Empfehlung des Ältestenrats folgte eine nochmalige, quellengestützte Überprüfung der Sachlage und Stellungnahme durch die Abteilung Stadtgeschichte. In der Initiativanfrage war von Markus Wolter die Umbennung des „Landserwegs“ in „Fritz-Klose-Weg“ vorgeschlagen worden, benannt nach dem neben Jacob Dörr zweiten nachweislichen Todesfall eines KZ-Häftlings im Außenkommando Radolfzell. Alternativ schlägt die Abteilung Stadtgeschichte die historisch überlieferte Flurbezeichnung „Am Entennest“ (sic) vor.

Beschlussvorlage:abgerufen auf: Ratsinformationssystem, Sitzungskalender (PDF)

2018/11/23 20:57 · Markus Wolter · 0 Kommentare
 
zwangsarbeit_in_radolfzell.txt · Zuletzt geändert: 2016/10/01 11:42 von mw
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