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Spuren der NS-Herrschaft in Radolfzell


Opfer rechter Gewalt

Todesopfer rechter Gewalt 1990-2010



Radolfzell im Nationalsozialismus

„Ich weiß, dass wir all diese Dinge zu wissen meinen, und zwar, wie man sagt, zur Genüge.
Wenn man an Ort und Stelle steht, zeigt es sich, dass wir sie durchaus nicht wissen.
Das Unvorstellbare entzieht sich unserem Gedächtnis.“
Max Frisch

Radolfzell ist eine Kleinstadt am Bodensee. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde hier eine Kaserne für die Waffen-SS erbaut, von der in den darauf folgenden Jahren hier und weit über die Region hinaus Verbrechen ausgingen. Die Radolfzeller SS sprengte in der Region Synagogen, deportierte Jüdinnen und Juden in Konzentrationslager, war am 'Anschluß' von Österreich, der Besetzung der Su­de­ten­deut­schen Ge­bie­te, der Zer­schla­gung der Tsche­cho­slo­wa­kei und dem Über­fall auf Polen beteiligt.

Die Ra­dolf­zel­ler Ka­ser­ne wurde von 1941 bis 1945 zu einem Außenkommando1) des KZ Dachau.

Beinahe 65 Jahre lang wurde darüber weitgehend geschwiegen. Erst in den letzten Jahren änderte sich das. Mittlerweile ist das Thema Stadtgespräch. Im Jahr 2010 wurde ein Theaterstück geschrieben, ein Dokumentarfilm gedreht und in der Presse breit darüber berichtet.

Mehr zur historischen Aufarbeitung der NS-Zeit und dem Gedenken in Radolfzell findet sich in der Chronologie.

Das Wiki

Dieses Wiki soll dazu beitragen, die Spuren der NS-Herrschaft in Radolfzell und Umgebung wieder sichtbar zu machen und ein würdiges Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus zu ermöglichen.

Neu im Wiki

Aus gegebenem Anlass

Zur Geschichte des 25. April 1945 - Die Stadt Radolfzell, ihre „Retter“ und „Ehrenbürger“.

„Neben dem heißen Dank an die Vorsehung Gottes gebührt öffentlich Lob und Anerkennung für ihre mutvollen Bemühungen um die Rettung und Erhaltung der Stadt folgenden Personen, deren Namen in der Chronik der Stadt ehrende Erwähnung verdienen: Kaufmann August Kratt, Bürgermeisterstellvertreter, Heilpraktiker Otto Gräble, Ortsgruppenleiter, Stadtpfarrer Josef Zuber, Vikar Karl Ruby, Polizeirevier-Hauptmann Karl Frei.“ u.a.


Ein im Stadtarchiv Radolfzell überliefertes Typoskript des NS-„Ortschronisten“ Josef Zimmermann - von den letzten Tagen der NS-Herrschaft in Radolfzell bis zur „kampflosen Übergabe“ der Stadt am 25. April 1945 - wurde in der bisherigen Stadtgeschichtsschreibung bedenkenlos kolportiert und unkritisch rezipiert, ohne dass die NS-Belastung des Autors und der genannten Protagonisten berücksichtigt worden wäre.2) So erkennt Zimmermann im 25. April 1945 auch weniger den Tag der Befreiung von der NS-Gewaltherrschaft als vielmehr der „Verschonung“ und „Rettung“ Radolfzells vor der Zerstörung durch den „Gegner“. Seine Chronik sah darin nichts Geringeres als „göttliche Vorsehung“ am Werk. Tatsächlich redete Zimmermanns Darstellung einem fragwürdigen lokalgeschichtlichen Narrativ das Wort, das – sieht man von den Vertretern der katholischen Kirche, Pfarrer Zuber und Vikar Ruby ab – mit NS-Bürgermeister August Kratt, NSDAP-Ortsgruppenleiter Otto Gräble und Polizeirevierleiter Karl Frei ausgerechnet die örtlichen Funktionsträger der NSDAP und NS-Polizei zu „Rettern“ der Stadt erklärte, sofern sie die drohende Zerstörung durch die anrückenden französischen Streitkräfte abgewendet bzw. den Verteidigungsbefehl von Wehrmacht und Waffen-SS unterlaufen hätten.

August Kratt: Kaufmann und NSDAP-Aktivist, Block- und Zellenleiter, förderndes Mitglied der SS, Mitglied der „Arbeitsgemeinschaft deutsch-arischer Fabrikanten der Bekleidungsindustrie e.V. (Adefa), Bürgermeister und Ehrenbürger der Stadt Radolfzell.3)

Vorbehalte gegenüber Zimmermanns „Chronik“ sind angebracht und deren Revision nötig, da unabhängige Quellen fehlen und insbesondere Kratt und Gräble im Rahmen ihrer „Entnazifizierung“ 1946–1948 als „Betroffene“ und NS-Belastete daran interessiert waren, diese „Geschichte“ zu ihren Gunsten und „Entlastung“ zu erzählen bzw. erzählen zu lassen.4) Dass in Spruchkammerfahren gegen die örtlichen NS-Repräsentanten immer wieder Stadtpfarrer Zuber und Schutzpolizist Karl Frei als „Entlastungszeugen“ auftraten und uniforme „Persilscheine“ ausstellten, gibt zu denken. Zuber beispielsweise hatte keine Bedenken, die NS-Bürgermeister Jöhle und Kratt zu jenen, so wörtlich, „korrekten“ und „anständigen Nationalsozialisten“ zu zählen, „die an einen Sieg der gemäßigten Elemente im Nationalsozialismus glaubten und dafür innerhalb der Partei arbeiteten“. Den „Einsatz seiner Person“ habe Kratt schließlich „gewagt, um die Zerstörung der Stadt durch verbrecherische Elemente der SS zu verhindern“. Zuber hielt dem „gläubigen protestantischen Christen“ Kratt zugute, die „ärgsten Auswüchse der Partei und ihren Gliederungen“, HJ, SS und SA, in ihrem „Kampf gegen die [katholische] Kirche“ verhindert zu haben und der „steigenden Macht der kirchenfeindlichen Kräfte innerhalb der Partei“ mäßigend entgegengetreten zu sein. Sowohl die wiederholten Stellungnahmen der Kratt-Apologeten als auch Kratts eigene Einlassungen entwerfen das Porträt eines selbstlosen, stets um das Wohl der Stadt und vornehmlich der (katholischen) Kirche besorgten Bürgermeisters, Christenmenschen und „guten Nationalsozialisten“, der durch sein „unermüdliches Eintreten für Sauberkeit und Gerechtigkeit“ die SS zuletzt veranlasst habe, ihn zur „gelegentlichen Liquidation auf die Liste der Todeskandidaten“ zu setzen. Trotz gegenteiliger, Kratt deutlich belastender Stellungnahmen5) beurteilte die Spruchkammer Kratt 1948 wohlwollend. Zwar müsse man den umtriebigen und – nach Umsätzen und Gewinnen 1933–1945 – auffällig erfolgreichen Geschäftsmann und „ehrenamtlichen“ Bürgermeister, NSDAP-Funktionär und SS-Förderer als Partei-„Aktivisten“ bezeichnen, zumal er „den Nationalsozialismus nach außen hin in erheblichem Maße repräsentiert“ habe, doch sei er kein „Nutznießer“ des NS-Systems gewesen; dies, obwohl die Kammer zugleich einräumte, dass Kratt „durch seine Stellung in der Partei zweifellos geschäftlichen Gewinn“ gehabt habe. In einem ersten Urteilsspruch 1947 verurteilte die Spruchkammer den „minderbelasteten“ (Gruppe III) Kratt zur Abgabe von 50 % (später 70 %) seines – nicht unerheblichen – Vermögenszuwachses seit 1933, ferner sollte ihm über 10 Jahre verboten werden, eine leitende Stellung oder selbständige Tätigkeit auszuüben. Gegen dieses Urteil legte Kratt, vertreten von Rechtsanwalt Theopont Diez, erfolgreich Revision ein. Die Kammer ordnete Kratt schließlich 1948 erneut der Gruppe der „Minderbelasteten“ zu, verhängte aber nur noch eine Geldstrafe in Höhe von RM 5.000,– und sprach Kratt das Verbot aus, sich während einer dreijährigen Bewährungsfrist politisch zu betätigen oder wählen zu lassen. „Die Kosten des Verfahrens trägt der Betroffene. Der Streitwert wird auf RM 33.000 festgesetzt.“

Als strafmildernd wurde Kratts mutmaßliches Verhalten am 25. April 1945 bewertet, als er nach Überzeugung der Spruchkammer „unter Einsatz seines Lebens“ und „gegen die Anweisung des Generals und Hauptsturmführers der SS“ [recte: General der Wehrmacht Hans Schmidt und SS-Kampfkommandant N.N. Schmidt] die Stadt Radolfzell dem französischen Kampfkommandanten „übergeben“ habe. Die Kammer folgte – in teils wörtlicher Übernahme – der Selbstmystifizierung Kratts und dessen mitunter zynischen Argumentation; wie auch den Stellungnahmen seiner örtlichen Unterstützer.

„Ich möchte hiermit ausdrücklich betonen, daß ich mich in keiner Weise vor den Folgen meiner formellen Zugehörigkeit zur NSDAP drücken will, aber ich habe, wie mir jedermann zuerkennt, mehr für die Rettung von Menschenleben und Eigentum getan als viele heutige Antifaschisten, die in der Zeit, als es um das Letzte ging, nicht hervortraten und allerdings hierzu nicht in der Lage waren.“ 6)

In Radolfzell schien man dieser Einschätzung noch 1962 zu folgen und verlieh Kratt aufgrund seiner „besonderen Verdienste als erster Beigeordneter und Bürgermeisterstellvertreter während des zweiten Weltkrieges“ die Ehrenbürgerwürde; im selben Jahr wurde auch Stadtpfarrer Josef Zuber diese Ehrung zuteil.

Fortgeschrieben wurde dieses Narrativ auf einer Steintafel, die am 50. Jahrtag des Geschehens vom 25. April 1945 am Münsterbrunnen angebracht wurde und folgende Inschrift trägt:

„Zur Erinnerung an die Bewahrung von Radolfzell: Am 25. April 1945 verhinderten verschiedene Personen die totale Zerstörung der Stadt: Bürgermeister-Stellvertreter August Kratt und Erwin Berger verhandelten mit den Franzosen über die gewaltfreie Übergabe. Stadtpfarrer Josef Zuber ließ durch seinen Vikar Karl Ruby unter Mithilfe von Manfred Lipp und Heinz Frank eine weiße Fahne auf dem Münsterturm hissen, mit Mathäus Hermann und Franz Stuber sicherte er den Turmeingang. Franz Stuber hisste auf Veranlassung von Gastwirt Fritz Volk eine zweite weiße Fahne auf der Obstbaugenossenschaft. 1962 wurden Stadtpfarrer Josef Zuber und August Kratt zu Ehrenbürgern ernannt. Große Kreisstadt Radolfzell am Bodensee, 25. April 1995.“

Kaufmann bleibt Kaufmann

Vor der Spruchkammer hatte der „ehrliche und ordentliche Kaufmann“ (Kratt über Kratt) 1946 vollmundig behauptet, er sei „der einzige gewesen, der es wagte, gegen alle Befehle die Stadt Radolfzell zu übergeben und die von mir gelieferte weiße Fahne hissen zu lassen.“.

Markus Wolter, 2017.

Dokument des Monats

„Spezialisiert“ für den Vernichtungskrieg 1941

Der damalige SS-Sturmmann Günther Pemeyer (geb. 13.7.1921 in Lage, Lippe), SS-Nr. 498079, SS-Obersturmführer (1945), am Ende seines Unterführerlehrgangs an der Waffen-SS-Unterführerschule Radolfzell und kurz vor der von ihm erhofften „Einteilung“ an die Ostfront, in einem Feldpostbrief an Verwandte in Lage, dat. 9. September 1941:

„Morgen ist nun endlich die Einteilung und dann hoffen wir in einigen Tagen dort zu sein, wo wir als Soldaten sein müssen, wenn man noch so jung und kräftig ist, wie ich es bin. Was andere können, das kann ich auch, wenn wir auch spezialisiert sind.“

Pemeyer, der sich 1939 freiwillig zur Waffen-SS (SS-Reg. „Germania“, Hamburg-Langenhorn) gemeldet hatte, gehörte zum ersten, im Februar 1941 aus Trebbin-Blankensee nach Radolfzell verlegten USR-Lehrgangs unter SS-Hauptsturmführer Otto Stoppel (1943/44 Lager-SS Auschwitz), der in Radolfzell von Sturmbannführer Thomas Müller und dessen neuem Schulungsstab abgelöst wurde. Nachfolgende Einsätze und Dienststellungen 1941-1943 bislang unbekannt. Am 9. November 1944 zum SS-Ustuf. im I./SS-Panzergrenadier-Regiment 23 "Norge" befördert; 1945 verwundet, als SS-Obersturmführer zurück an die USR: „Ende des Krieges, Anfang 1945, wurde ich als verwundeter OStuF vom Führungshauptamt nochmals an die Schule R. abkommandiert, die nach einigen Wochen, als den Franzosen der Übertritt über den Rhein gelang, zu einer Kampfgruppe umformiert wurde. Als IA und DU-Mann erhielt ich den Auftrag, die Neuaufstellung dieser Schule in Niborg/Dänemark vorzunehmen.“ (Brief an W. Vopersal, BArch MA Freiburg, N756, 330b)

SS-Obersturmführer, Schützenkönig Pemeyer

Nach 1945 in der HIAG aktiv und mit Radolfzells HIAG-Gruppe verbunden, lieferte Pemeyer in den 1970er Jahren dem „Historiker“ der HIAG, W. Vopersal, detaillierte Informationen zur USR und konnte diesem die Namen der damals noch in Radolfzell lebenden HIAG-„Kameraden“ nennen.

Seine Kampfausbildung in Radolfzell und die anschließende „Frontbewährung“ in Russland prädestinierten Pemeyer 1959 offenbar zum gefeierten „Schützenkönig“ der Schützengilde der Stadt Lage e.V.

Schützenkönig Pemeyer (links), 1959. Fotografie: Schützengilde der Stadt Lage e.V.

Offenes Gedenken

Das ist der Webauftritt für eine Initiative zum Offenen Gedenken rund um den Komplex Radolfzell zur Zeit des Nationalsozialismus.

Offenes Gedenken meint nicht nur die historischen Fakten sondern vor allem den Umgang damit. Geschichte soll - ganz in der Tradition der Geschichtswerkstätten - Geschichte von unten sein, deren Erforschung und Bewertung jeder Person gleichermaßen zugänglich ist. Geschichte von unten ist voraussetzungslos, d.h. man muss dazu nicht ausgewiesener Historiker sein oder ein Amt innehaben.

Offenes Gedenken kann sehr praktische Formen annehmen. So können Zeitzeugengespräche organisiert, Infotafeln oder Gedenkstelen installiert, Informations-Veranstaltungen durchgeführt und Gedenkstätten erschlossen und gepflegt werden. Ein Element ist sicher auch das Zusammentragen sämtlicher Fakten zu den Gedenkorten und das Sichern und Archivieren des gefundenen Materials.

Mögliche Themen, die sich zum Komplex Radolfzell zur NS-Zeit anbieten, sind:

Mach mit!

Heutzutage kann ein ein derartiges Vorhaben sehr gut mit elektronischen Medien unterstützt werden.

Geplant ist, eine Mailingliste für alle Interessierten einzurichten und gemeinsam mit vielen Leuten eine Wiki-Seite aufzubauen und zu pflegen. An dieser Wiki-Seite kann jeder und jede mitarbeiten. Die Kontaktaufnahme geschieht einfach über das Kontaktformular.

Die hier veröffentlichten Texte und Medien sind gemeinfrei im Sinne folgender Creative Commons-Lizenz: Namensnennung, Nicht-Kommerziell, Weitergabe unter gleichen Bedingungen

Flyer

Flyer download (PDF, 1MB)

Anmerkungen


1) Verschiedentlich auch als „Außenlager“ oder „Nebenlager“ bezeichnet
2) Josef Zimmermann (1888–1974), Volksschullehrer und Heimatforscher, aktives NSDAP-Mitglied, Ortsgruppenobmann des NSLB, Radolfzell. NS-Chronist Radolfzells, nach 1945 zahlreiche Publikationen zur Lokal- und Regionalgeschichte im „Südkurier“, davon viele anonym erschienen; vgl. „Kurze Stadtchronik“, in: Adressbuch der Stadt Radolfzell am Bodensee und Umgebung, Konstanz 1938, S. 37–41. Das Typoskript zum 25.4.1945 blieb unveröffentlicht, ist aber u.a. Grundlage der geschichtsverfälschenden Darstellung in: Raggenbass, Otto: Trotz Stacheldraht. 1939–1945. Grenzland am Bodensee und Hochrhein in schwerer Zeit. Konstanz 1964, hier das Kapitel: „Radolfzells aufregendste Tage“ (!), S. 99–100.; vgl. Spruchkammerakte Josef Zimmermann, StAF D 180/3 Nr. 1402
3) August Kratt (1882–1969). Kaufmann. Mitglied der NSDAP (1.5.1933–1945), NSDAP-Nr. 3916638, Block- und Zellenleiter (1934–1943), DAF („Ortswalter Handel“), NSV, förderndes Mitglied der SS (1933–1942), Mitglied der „Arbeitsgemeinschaft deutsch-arischer Fabrikanten der Bekleidungsindustrie e.V. (Adefa), des Reichskolonialbundes und Reichskriegerbundes. NSDAP-Gemeinderat 1935, Erster Beigeordneter von Bürgermeister Jöhle 1937-1942. Nach dessen Tod kommissarischer Bürgermeister (23.10.1942–1945). Ehrenbürger der Stadt Radolfzell (1962). Vgl. Spruckammerakte August Kratt, 1946-1948, StAF D 180/2, Nr. 163641
4) Erhellend hierzu: Frank, Niklas: Dunkle Seele, feiges Maul. Wie absurd, komisch und skandalös sich die Deutschen beim Entnazifizieren reinwaschen. Bonn, Diez 2016.
5) Vgl. die politische Beurteilung Kratts durch Paul Steiner, Vorsitzender der „Anti-Nazi-Bewegung“ Radolfzell, 17.8.1946: „Kratt, Nazi-Bürgermeister aus Radolfzell, ist Antisemit aus egoistischen Gründen. Er ist seit ihrem Bestehen der Nazipartei in Radolfzell zuzuzählen, großer Aktivist und Postenjäger“, StAF D 180/2 Nr. 163641, S. 6.
6) August Kratt in einer Stellungnahme im Jahr 1946, an den Prüfungsausschuss Industrie, Handel und Handwerk, Freiburg; betr.: „Politische Überprüfung.“

Termine

"Täter, Helfer, Trittbrettfahrer", NS-Belastete aus Südbaden - Buchvorstellung/Vortrag zu Dr. Conrad Gröber (1872-1948), Münsterpfarrer von Konstanz, Erzbischof von Freiburg, förderndes Mitglied der SS.

Vortrag von Dr. Wolfgang Proske:

„Dr. Conrad Gröber: 'Deutschehrlich' und 'überreiche Register im Orgelwerk seiner Seele…'

Veranstalter: seemoz e.V.

Veranstaltungsort: Treffpunkt Petershausen, Georg-Elser-Platz 1, 78467 Konstanz

Datum: Dienstag, 4. April 2017

Beginn: 19.30 Uhr

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Zur Buchreihe:

http://ns-belastete.de/index.html

2017/03/09 13:37 · Markus Wolter

Politischer Widerstand in Konstanz während des Nationalsozialismus

Vortrag von Dr. Uwe Brügmann am 27. Januar 2017 um 19:30 Uhr im Astoria-Saal der vhs Konstanz. Eine Veranstaltung zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus.

Es waren vor allem Kommunisten und Sozialdemokraten, die in vielfältiger Form Widerstand leisteten; Widerstand aus der bürgerlichen Mitte (Zentrumspartei) ist in Konstanz bislang nicht belegt. Zum Widerstand gehörte der Schmuggel von politischen Broschüren aus der Schweiz nach Deutschland, Sabotage in Betrieben, Fluchthilfe in die Schweiz, kommunistische Propaganda, Abhören von ausländischen Sendern und, weit verbreitet, Schimpfen über die politischen Verhältnisse und nationalsozialistische Funktionsträger. Auch die religiös motivierte Weigerung der Zeugen Jehovas, sich den nationalsozialistischen Machthabern unterzuordnen, war politischer Widerstand, denn wer den Hitlergruß und den Wehrdienst verweigerte, opponierte offen und für jedermann sichtbar gegen das NS-Regime. Das totalitäre NS-Regime ging gegen die Konstanzer Frauen und Männer, die den Mut zum Widerstand hatten, mit äußerster Härte vor; einige von ihnen wurden durch Sondergerichte zum Tod verurteilt, viele andere wurden zu langjährigen Haftstrafen in Gefängnissen oder Konzentrationslagern verurteilt.

Der Vortrag beleuchtet die verschiedenen Formen des politischen Widerstands in Konstanz, untersucht die Motive der Akteure und die Rolle der verbotenen SPD und KPD, vor allem aber soll an die Einzelschicksale jener Menschen erinnern werden, die in der dunklen Zeit des Nationalsozialismus den Mut hatten, Widerstand gegen ein unmenschliches System leisteten.

Veranstalter: Initiative „Stolpersteine für Konstanz – Gegen Vergessen und Intoleranz“, Kulturbüro der Stadt Konstanz, vhs Konstanz-Singen e.V.

2016/12/15 23:12 · sw · 0 Kommentare

Hesse-Museum Gaienhofen: Szenische Lesung, Buchvorstellung und Vortrag über den NS-Aktivisten, Arzt und Schriftsteller Dr. Ludwig Finckh (1876-1964)

Ludwig Finckh mit Stabsoffizieren der Waffen-SS aus Radolfzell, Posen-Treskau und Lauenburg/Pommern bei einem Ortstermin in Gaienhofen, „Auf Heiden“, August 1943. Fotografie: Stadtarchiv Reutlingen.

Im Anschluss an die szenische Lesung des Bühnenstücks „Sonnwend“ von Gerhard Zahner - Vortragender Jo Vossenkuhl und Haro von Eden (Klarinette) - wird Dr. Wolfgang Proske den 2016 erschienenen Band "NS-Belastete aus dem Bodenseeraum" aus der Reihe „Täter, Helfer, Trittbrettfahrer“ vorstellen.

Markus Wolter, einer der Buchautoren, spricht zum Thema seines Aufsatzes: “'Blutsbewusstsein' - Dr. Ludwig Finckh und die SS“.

Ort: Hesse-Museum Gaienhofen

Datum: 18. November 2016

Zeit: 19.00 Uhr

Veranstalter: Hesse-Museum Gaienhofen

2016/11/12 13:24 · Markus Wolter · 0 Kommentare

Einladung zur Mithilfe beim Stolperstein-Putzen

Am 9. November um 18 Uhr beteiligt sich die Inititiative für Stolpersteine in Radolfzell wieder an der bundesweiten Mahnwache gegen die Novemberprogrome des 9. auf den 10. November 1938 und ruft zur Mitarbeit beim Putzen der Steine auf.

In Radolfzell und Markelfingen wurden mittlerweile 23 Stolpersteine verlegt, die an Opfer des Nationalsozialismus erinnern. Diese Mahnmale bedürfen einiger Pflege, u.a. müssen sie mindestens einmal pro Jahr geputzt werden, damit das verwendete Material (Messing) sich farblich nicht zu sehr verändert. Hierzu benötigt die Initiative „Stolpersteine in Radolfzell“ die praktische Mithilfe.

Alle Interessierten sind eingeladen, dazu am Mittwoch, den 9.11.2016 um 18 Uhr zum Seetorplatz zu kommen und sich anschließend auf die Verlegeorte zu verteilen.

Wer sich an der Gedenkaktion beteiligen will, kann sich auch im Vorfeld unter info@stolpersteine-radolfzell.der melden, um sich von der Initiative für einen entsprechenden Stolperstein in der Nähe seines Wohnortes einteilen zu lassen. Orte von verlegten Stolpersteine finden sich auf dieser Karte, eine Zusammenstellung der Adressen findet sich hier.

Auf der Website der Konstanzer Stolpersteininitiative gibt es Anleitungen, wie der Putzvorgang möglichst einfach vonstatten geht.

Doch das Putzen ist nur die eine Seite dieser Gedenkaktion. Mindestens genau so wichtig ist es, die verlegten Steine und die damit verbundenen Zusammenhänge immer wieder ins Gedächtnis zu rufen und zu mahnen, auf dass die Verbrechen des Nationalsozialismus sich nicht wiederholen. So werden die mitgebrachten Kerzen eine besondere Stimmung verbreiten, PassantInnen werden stehen bleiben und sich gerne auf ein Gespräch einlassen. Flugblätter erläutern die oftmals unglaublichen und erschütternden Biografien der Personen, für die der jeweilige Stolperstein verlegt wurde.

2016/11/07 09:14 · sw · 0 Kommentare

Gailinger Juden und ihre Verbindung zu Konstanz

Vortrag von Joachim Klose (Jüdisches Museum Gailingen) bei der Gedenkveranstaltung zur Reichspogromnacht am 9. November 2016 um 19:30 Uhr im Konstanzer Kulturzentrum am Münster, Wolkensteinsaal

http://stolpersteine-konstanz.de/index.html?termine.htm

 
start.txt · Zuletzt geändert: 2017/03/26 11:19 von mw
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