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Karte von Radolfzell

Spuren der NS-Herrschaft in Radolfzell


Opfer rechter Gewalt

Todesopfer rechter Gewalt 1990-2010



SS-Kaserne und KZ-Außenkommando Radolfzell

Radolfzell und das Kasernenareal (unten links), Luftbild Franz Thorbecke, um 1955. Sammlung Markus Wolter.

In Radolfzell am Bodensee befindet sich eine ehemalige SS-Kaserne aus der Zeit des Nationalsozialismus.

Sie wurde in den Jahren 1935-1937 auf Initiative der Stadt erbaut und war von 1937 bis 1945 mit verschiedenen SS-Einheiten belegt. Von diesen Einheiten gingen zahlreiche Verbrechen aus.

Unter anderem war in der Radolfzeller SS-Kaserne auch ein Außenkommando des KZ Dachau untergebracht.

Nach 1945 bezogen französische Truppen die Kaserne. Nach deren Abzug 1977 verfiel sie zusehends und diente in den 90er Jahren u.a. als Unterkunft für AsylbewerberInnen. Nach einer allgemeinen Sanierung der erhaltenen, 1995 unter Denkmalschutz gestellten Bausubstanz (Stabsgebäude, Mannschaftsgebäude, Wirtschaftsgebäude, Kraftwagenhalle, Turn- und Exerzierhalle, Führerheim, Umfassungsmauern) entstand auf dem Gelände ein modernes Gewerbegebiet.

Schrittweise wurden über die Jahre viele Spuren getilgt, die an die Nutzung in der Zeit des Nationalsozialismus erinnern.

Entstehung

Die Initiative für den Bau der SS-Kaserne ging auf den NSDAP-Kreisleiter und Gauinspekteur Eugen Speer zurück. Er war im Februar 1934 von Gauleiter Robert Wagner als Radolfzeller Bürgermeister eingesetzt worden. Zeitgleich wurde damals der Gemeinderat ausgetauscht und durchgängig mit Nationalsozialisten besetzt. 1)

Mit vereinten Kräften warben die Radolfzeller Ratsherren für dieses Projekt und erhielten schließlich den Zuschlag, nachdem sie dem Deutschen Reich große Teile der Gemarkung Radolfzell kostenlos für das Kasernenareal überlassen hatten.2)

Stabsgebäude, Zufahrt mit vorgelagerten Wachhäuschen, 1937/38. Fotografie Hillebrecht. Sammlung Markus Wolter

Der Entwurf stammt von dem Karlsruher Architekten Hermann Alker. Seit spätestens Februar 1934 Mitglied der NSDAP und der Allgemeinen SS, verdankte Alker seinen guten Kontakten zu Gauleiter Robert Wagner, zum NSDAP-Funktionär Franz Moraller und vor allem zum Adjutanten Robert Wagners, SS-Standartenführer Karl Bock (1899-1943), die Auftragsvergabe für die SS-Kaserne Radolfzell. Am 26. Juli 1934 kamen Bock und Alker zu einem gemeinsamen Ortstermin nach Radolfzell, um sich ein Bild des projektierten Kasernenareals zu machen. Im Jahr 1935 konnte mit dem Bau begonnen werden, ein Jahr später, am 26. September 1936, war bereits Richtfest.3) Entgegen aller Hoffnung kamen Radolfzeller Baufirmen und Gewerbebetriebe nicht zum Zug. 4)

Doch wurden 800 Arbeitslose beim Bau eingesetzt, unter bewusstem Verzicht auf arbeitserleichternde Maschinen.5) „Arbeiten für die Volksgemeinschaft“ hieß das damals, Vorbote von Zwangsarbeit und Arbeitserziehungslager. Die nationalsozialistische Arbeitsmarktpolitk der Arbeitsbeschaffung durch Wiederaufrüstung wird am Beispiel des Radolfzeller Kasernenbaus besonders deutlich.

Am 31. Juli 1937 bezog das 3. Bataillon der SS-Germania die Kaserne. Die Stadt Radolfzell empfing die Einheiten mit stürmischem Jubel.6)

SS-Einheiten

„Herzlich Willkommen“

Radolfzell am 30. Juni 1939: Rückkehr und offizielle Begrüßung des III./SS „Germania“ nach dem Einsatz als Wachbataillon auf der Prager Burg, März-Juni 1939 (vgl. Zerschlagung der Tschechoslowakei). Der vorausgefahrene Bataillonskommandeur, SS-Obersturmbannführer Heinrich Koeppen (1890-1939), nimmt auf dem „Hindenburgplatz“ (Marktplatz) die Vorbeifahrt der Truppe vom Fahrzeug aus ab; NSDAP- und SS-Repräsentanten aus Radolfzell und Konstanz, HJ, BDM, ZuschauerInnen.

"SS Herzlich Willkommen" - Radolfzell am 30. Juni 1939. Fotografie: Josef Glatt, Privatbesitz. Digitalisat des Kleinbild-Negativs: Sammlung Markus Wolter.

SS-Obersturmbannführer Heinrich Koeppen nimmt auf dem Marktplatz die Vorbeifahrt der Kolonne ab; links NSDAP-Ortsgruppenleiter Otto Gräble. Fotografie: Josef Glatt, Privatbesitz. Digitalisat des Kleinbild-Negativs: Sammlung Markus Wolter.

Eintreffen der LKW-Kolonne und Kradschützen des III.SS-"Germania" auf dem beflaggten "Hindenburgplatz"; Spalier von HJ und BDM, die Blumen verteilen, im Hintergrund der Kommandeurs-PKW mit dem salutierenden Koeppen, Kaufhaus August Kratt. Fotografie: Hillebrecht. Sammlung Markus Wolter.

Folgende SS-Einheiten waren in der Radolfzeller Kaserne stationiert:

  • 3. Ba­tail­lon der SS-VT-​Standarte „Ger­ma­nia“ (31. Juli 1937 – 18. August 1939) → vgl. Wikipedia: SS-Verfügungstruppe
  • 2 Kompanien der SS-VT-Flugabwehr MG-Abteilung (September-November 1939), die aus KZ-Wachverbandsangehörigen des aufgelösten Dachauer Sturmbanns "N" bestand.
  • SS-​To­ten­kopf-​In­fan­te­rie-​Er­satz-​Ba­tail­lon I (16. Dezember 1939 – 30. November 1940) → vgl. Wikipedia: SS-Division Totenkopf
  • SS-Totenkopf-Kradschützen-Ersatz-Kompanie (1939/40)
  • Gruppenführerlehrgang im Rahmen der SS-Unterführerausbildung (Ende 1940/Anfang 1941). Das „Kommando der Waffen-SS“, hervorgegangen am 1. Mai 1940 aus der Inspektion der SS-VT und ab August 1940 unter Führung des neu geschaffenen SS-Führungshauptamts (SS-FHA) mit Heinrich Himmler als dessen damaligem Leiter, verfügte im November 1940 die Verlegung eines SS-Unterführerlehrgangs von Berlin-Blankensee, Trebbin, in die Heinrich-Koeppen-Kaserne. Der Kommandeur und das Schulungspersonal dieses Unterführerlehrgangs (auch als Gruppenführerlehrgang bezeichnet; nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Dienstgrad des SS-Gruppenführers) bildete das erste Stammpersonal der Anfang 1941 aufzubauenden Waffen-SS-Unterführerschule Radolfzell.
  • Waffen-SS-Unterführerschule Radolfzell (USR) (15. Februar 1941 – 2. Mai 1945) → vgl. Wikipedia: Führerschulen der SS, des SD und der Sicherheitspolizei

MG-Kompanie der USR, Winter 1943/44. Stabs- und Mannschaftsgebäude in Tarnanstrich. Fotografie in Privatbesitz. Digitalisat: Sammlung Markus Wolter

  • 4. Kriegs-Reserve-Führer-Anwärter-Lehrgang (RFA) an der USR (März-Mai 1941), Lehrpersonal u. a. von der Junkerschule Bad Tölz.
  • Angehörige des SS-Totenkopf-Sturmbanns Dachau, die Wachmannschaft des KZ-Außenkommandos Radolfzell (19. Mai 1941-Januar 1945)

Verbrechen, die von der SS ausgingen

Die Verbrechen, die von den verschiedenen SS-Einheiten im Nationalsozialismus ausgingen, insbesondere ihre Rolle im Holocaust, bei der Bewachung der Konzentrationslager und ihre Gräueltaten in den eroberten Gebieten sind gut dokumentiert (vgl. z.B. bei Wikipedia) und brauchen hier nicht wiederholt zu werden.

Die Radolfzeller SS-Einheiten sprengten in der Region Synagogen, deportierten Jüdinnen und Juden in Konzentrationslager, waren am 'Anschluß' von Österreich, der Besetzung der Su­de­ten­deut­schen Ge­bie­te, der Zer­schla­gung der Tsche­cho­slo­wa­kei und dem Über­fall auf Polen beteiligt.

Überliefert sind folgende Verbrechen, für die u.a. Radolfzeller SS-Einheiten bzw. die KZ-Wachmannschaften des Außenlagers verantwortlich sind:

  • Im Verlauf der Reichspogromnacht (9./10.11.1938) wurden in Horn, Wan­gen, Gai­lin­gen, Ran­degg, Sin­gen und Über­lin­gen viele jü­di­sche Män­ner in die Kel­ler der Rat­häu­ser ver­schleppt und schwer miss­han­delt bzw. ge­fol­tert. Ein Pionierzug der III.SS-VT-Standarte aus Radolfzell sprengte und plünderte die Synagogen von Konstanz, Gailingen, Wangen und Randegg. Viele jü­di­sche Män­ner wur­den am dar­auf fol­gen­den Tag ins KZ Dachau ver­bracht, wo ei­ni­ge von ihnen ums Leben kamen, an­de­re, die wie­der­kehr­ten, waren see­lisch und kör­per­lich ge­bro­chen. Beteiligt waren die Allgemeine SS, die SS-Verfügungstruppe aus der Radolfzeller Kaserne, SA-Einheiten sowie die Gestapo. 7) 8)
Die Synagoge von Konstanz, nach ihrer Sprengung durch die Radolfzeller SS-VT „Germania“ am 10. November 1938.Die Synagoge von Wangen (Öhningen), um 1925. Von der zerstörten Synagoge ist keine Fotografie überliefert.Die Synagoge von Randegg, nach ihrer Sprengung durch die Radolfzeller SS-VT „Germania“ am 10. November 1938.Die Synagoge von Gailingen, nach ihrer Sprengung durch die Radolfzeller SS-VT „Germania“ am 10. November 1938. Bildarchiv Yad Vashem.
  • 314 Personen aus 11 Orten im Kreis Konstanz (Überlingen, Waldshut, Konstanz, Bohlingen, Gailingen, Hilzingen, Radolfzell, Randegg, Tiengen, Waldshut, Wangen) wurden am 22.10.1940 in das südfranzösische Internierungsla­ger Gurs deportiert.9) Schon auf der Fahrt starben einige ältere Menschen, die im Rahmen der Wagner-Bürckel-Aktion aus ganz Baden und der Rheinpfalz deportiert wurden. Die meisten anderen starben jedoch entweder in Gurs oder später im Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz. 10) 11) 12) 13) 14)
  • Am 20. Juli 1944 be­fahl der damalige SS-​H­auptsturmführer Dr. Kurt Groß die Tö­tung zwei­er in Öh­nin­gen und Wan­gen ge­fan­gen ge­nom­me­ner ame­ri­ka­ni­scher Pi­lo­ten, die nach dem Luft­an­griff auf Fried­richs­ha­fen mit ihren Fall­schir­men ab­ge­sprun­gen waren.15)
  • 5 Exekutionen von Deserteuren durch Angehörige der Unterführerschule bzw. des SS-Regiments Radolfzell fanden im März und April 1945 statt. 16)
  • Kurt Groß, zuletzt stellvertretender Kommandeur der Waffen-SS-Unterführerschule Radolfzell und Kom­man­deur einer nach ihm be­nann­ten „Kampf­grup­pe Groß“ in Kompaniestärke, lieferte sich im Rathaus von Wahl­wies eine Schieße­rei mit Männern des Volkss­turm­s, die sich ge­wei­gert hatten, eine Pan­zer­sper­re vor den an­rü­cken­den Fran­zo­sen zu schlie­ßen. Dabei kamen am 21. April 1945 vier Menschen ums Leben.17) 18) 19)
  • Des weiteren er­schoss die Kampfgruppe der USR am 23. April 1945 in Stockach fünf Angehörige der französischen Streitkräfte - wahrscheinlich nachdem sie bereits gefangen genommen waren, sowie 16 ausländische Zwangs­ar­bei­ter und Kriegsgefangene: drei Franzosen, fünf Italiener, einen Polen und sieben Russen. 20) 21)
  • Karl Bäder, Bürgermeisterstellvertreter von Singen wurde am 24. April 1945 durch Angehörige der Radolfzeller Waffen-SS ermordet. Für seine Bemühungen, die Stadt Singen den französischen Streitkräften kampflos zu übergehen, wurde er an einen Laternenpfahl in der Nähe der Aluminium Walzwerke Singen aufgehängt.22) 23)

Außenkommando des KZ Dachau

Die Arbeiten am Großkaliber-Schießstand der Unterführerschule wurden ab 1941 mit Hilfe von KZ-Häftlingen aus Dachau fertig gestellt. Eine erste Verlegung von etwa 113 Männern nach Radolfzell fand im Mai 1941 statt. Ab 1942 kam es wieder zu Rückverlegungen. Die letzten 19 KZ-Häftlinge wurden laut Transportliste im Januar 1945 ins KZ Dachau transportiert.

Transporte von KZ-Häftlingen von Dachau nach Radolfzell und zurück. (Quelle Bundesarchiv, Außenstelle Ludwigsburg, B162/16384)

Während der Jahre im Außenlager Radolfzell wurden die Häftlinge gemäß der Dachauer Lagerordnung von Dachauer Wachmannschaften bewacht. In der Kaserne übernahmen Soldaten der Unterführerschule die Bewachung. Die KZ-Insassen mussten sowohl körperlich anstrengende Erdarbeiten bei der SS-Schießanlage verrichten als auch verschiedene Arbeiten in der Kaserne und beim Herzenbad. Radolfzeller Firmen konnten KZ-Häftlinge zur Arbeitsleistung anfordern. 24) Etwa 15 KZ-Häftlinge waren 1943/44 nachweislich beim Bau eines unterirdischen Kleinkaliber-Schießstandes bzw. Erdbunkers östlich des Wirtschaftsgebäudes eingesetzt und mussten hierfür die Ausschachtungsarbeiten ausführen.25)

Die Unterbringung im Pferdestall der Kaserne sowie die Verpflegung war laut Aussage eines Häftlings „nicht besser als im Hauptlager Dachau“.

Der Tagesablauf sah i.d.R. so aus: 6 Uhr wecken, 6:15 Uhr Appell, 6:30 Uhr Marsch zum Schießstand, Arbeit bis 12 Uhr, dann eine halbe Stunde Pause, und weiterarbeiten bis 17:30 Uhr. Danach ging es zurück in die Kaserne.

Häftlingstötungen

Im KZ-Außenkommando Radolfzell kam es 1941-1943 mutmaßlich zu mehreren Tötungen von KZ-Häftlingen26), von denen namentlich zwei durch archivalische Dokumente aus Arolsen, Freiburg, Dachau und Radolfzell nachzuweisen sind; im Jargon der Täter wurden die KZ-Häftlinge „auf der Flucht erschossen“ bzw. kamen bei einem „Unfall“ ums Leben:

  • Jacob Dörr (geb. 1916) war erst am 25. April 1941 von seiner Geburtsstadt Frankfurt in das KZ Dachau verschleppt worden und wurde dort mit der Häftlingsnummer 24562 als „Asozialer“, d.h. „AZR“-Häftling von der Lagerverwaltung registriert. Im Außenlager Radolfzell galt er allerdings als „politischer Vorbeugungshäftling“. Er wurde von einem SS-Wachposten erschossen, nachdem seine Mütze hinter die Postenkette geworfen worden war und er den Befehl erhielt, die Mütze wieder zu holen. Seine Leiche wurde noch am Tag der Ermordung am 11. November 1941 im Krematorium Konstanz eingeäschert.

KZ-Bürokratie: Der Lagerkommandant des KZ Dachau, SS-Sturmbannführer Alexander Piorkowski wandte sich am 17. November 1941 in einem Eilschreiben an das Radolfzeller Standesamt; Betr: „Tod des politischen Vorbeugungshäftlings Jakob Dörr. Das Standesamt wird gebeten die Sterburkunde anzufertigen, 1 Kopie an das Krematorium in Konstanz und 4 Exemplare an die Lagerverwaltung in Dachau zu schicken. Das Standesamt wird von Piorkowski ausdrücklich darauf hingewissen, dass es sich bei Jakob Dörr nicht um einen Wehrmachts- oder SS-Angehörigen handelt(e), „sondern um einen Gefangenen des Konzentrationslagers Dachau.“ Stadtarchiv Radolfzell.

Die Dachauer Schreibstubenkarte Jacob Dörrs, mit dem Vermerk seiner Todes, datiert auf den 14.[recte: 11.] November 1941. Wie es zu dieser Datumsangabe kommt, ist ungeklärt. ITS Bad Arolsen.

Mutmaßlicher Täter: (Ludwig) Schmidt (phon.), (geb. vmtl. in Mönchengladbach, gestorben 1976 in Mönchengladbach), SS-Rottenführer oder SS-Unterscharführer. Laut Aussage des überlebenden Häflings Josef Drehsen war Ludwig Schmidt „eine Art Stellvertreter“ von Kommandoführer Josef Seuß (BArch B 162/16384, Bl. 165 f.). Nach Aussage des überlebenden Häftlings Alfons Krzebietke habe ein SS-Unterscharführer oder SS-Rottenführer „mit Namen Schmidt (phon.)“ einen Häftling auf dem Schießplatzgelände erschossen. Vor dem Kriminalkommissariat München sagte Alfons Krzebietke am 24. März 1969 wie folgt aus: „Während meines Aufenthaltes in Radolfzell [Mai 1941-Herbst 1942] habe ich nur eine Häftlingstötung miterlebt. Anfangs 1942 (!), während der Arbeiten am Schießstand, sah ich, wie der SS-Unterführer, er kann auch SS-Rottenführer gewesen sein, mit Namen Schmidt (phon.), einem mir namentlich nicht bekannten Häftling, der an der Lore arbeitete, die Mütze vom Kopf riss und diese außerhalb der Postenkette warf. Als der Häftling dann auf seinem Befehl die Mütze holen wollte und sich außerhalb der Postenkette begab, wurde er von Schmidt mit dem Karabiner erschossen. Nähere Einzelheiten von Schmidt sind mir nicht erinnerlich; ich würde ihn aber auf einnem Lichtbild sofort wieder erkennen.“ (BArch B 162/16384, Bl. 72) Möglicherweise handelte es sich bei dem erschossenen Häftling um Jacob Dörr; dieser allerdings wurde nachweislich bereits am 11. November 1941 auf dem Schießplatzgelände auf die von Krzebietke geschilderte Art erschossen. Im Rahmen der 1978 eingestellten Ermittlungen konnte der SS-Angehörige Ludwig Schmidt nicht (mehr) ausfindig gemacht werden.

  • Fritz Klose (geb. 16.7.1904) aus Rehlau, Oberschlesien, seit 21.09.1940 im KZ Sachsenhausen in „Vorbeugehaft“ und in der Strafkompanie („SK“)- Häftlingskategorie: „BV/Sittl“ (=„Berufsverbrecher/ Sittlichkeitsverbrecher“27) - und vmtl. wegen TBC-Erkrankung mehrmals im Krankenbau, war am 21./22. Oktober 1941 von Sachsenhausen nach Dachau überstellt worden und kam dort in den TBC-Block.

Die Schreibstubenkarte von Fritz Klose, KZ Dachau, mit dem Vermerk seiner Überstellung aus Sachsenhausen am 22. Oktober 1941 und dem Datum der Todesfeststellung, 5. August 1943, im „Außenkommando Radolfzell“. ITS Bad Arolsen.

Zwischen 22. Oktober 1941 und 19. Mai 1942 ins Außenkommando Radolfzell verlegt, wurde Klose, den die Dachauer Bestandstärkeliste vom Mai 1942 als „PSV“-Häftling (= „polizeiliche Sicherungsverwahrung“) führt, am 3. August 1943 mutmaßlich bei einem Außeneinsatz in Böhringen und/oder „auf der Flucht“ von einer SS-Wache umgebracht. Seine Leiche wurde nach Angaben des SS-Hauptscharführers Heinz Wendt am 5. August 1943 im Böhringer See gefunden, was Wendt am selben Tag beim Gendarmerie-Posten Radolfzell zur Meldung brachte. Nach Angaben des ebenfalls vorstelligen SS-Unterscharführers Julius Ueltzhöffer (1892-?)28) - als Kommandoführer für die „Betreuung“ (sic!) der KZ-Häftlinge in Radolfzell zuständig - sei Klose in einer Gruppe von insgesamt 24 Häftlingen am 3. August 1943, 21. Uhr, „zum Baden in den Böhringer See geführt“ worden. „Nachdem das Baden beendet war“ habe Ueltzhöffer beim „Feststellen der Häftlinge“ die Abwesenheit Kloses bemerkt. Unmittelbar einsetzende Suchmaßnahmen von „im Tauchen geübte(n) Häftlinge(n)“ (sic!) hätten wegen der Dunkelheit ergebnislos abgebrochen werden müssen. Erst anderthalb Tage später sei die Leiche Kloses von Ueltzhöffer im abgetrennten Nichtschwimmerbereich des Sees treibend entdeckt und von Wendt geborgen worden. Die Leiche sei in die USR gebracht und dort „eingesargt“ worden. Stabsarzt “Dr. Fischel29) führte als „Truppenarzt“ der USR am 5. August 1943 eine von ihm als „äußere Besichtigung“ bezeichnete Leichenschau durch; nach Fischels Angaben: „die Leiche eines großen, kräftigen Mannes in gutem Ernährungszustand mit Badehose bekleidet“ (sic!), wenngleich Fischel dann doch auch die „kahlgeschorene Kopfhaut“ erwähnenswert findet. An der ansonsten unauffälligen Wasserleiche will ihm noch aufgefallen sein, dass Augenumgebung und linke Stirn mit „frischem rotem Blut verschmiert“ gewesen seien und am linken oberen Augenlid eine „3 cm lange Stichwunde“, die er als Verletzung duch einen Bootshaken deutet, der bei der Bergung der Leiche verwendet worden sein soll. Als Todesursache wird von Dr. Fischel, der keine weiteren „Anzeichen äußerer Gewalt“ an der Leiche erkennen kann, „Ertrinken“ genannt: „Feststellung des Todes durch ärztliche Leichenschau am 5.3.1943 vormittags, 11.30 Uhr. / gez. Dr. Fischel“

Die Leiche Kloses wurde von der für den Fall zuständigen Oberstaatsanwaltschaft Konstanz am 6. August 1943 zur Kremation in Konstanz freigegeben; ob und wo die Asche begraben wurde, ist nicht bekannt. Am selben Tag stellte der Oberstaatsanwalt am Landgericht Konstanz, Dr. Walter Melcher, das „Verfahren“ ein; seine lapidare Begründung: „Es liegt kein Verschulden Dritter vor.“ 30)

In den Dachauer Lagerdokumenten (Totenbuch und Buch der „Veränderungsmeldungen“) ist als verschleiernde Todesursache „Unfall“ angegeben.31)

Auf der Schreibstubenkarte Kloses findet sich neben einem roten Kreuz lediglich der knappe, ebenfalls rote Vermerk des Dachauer Häftlingsschreibers: „am 5. August 1943 | im Ako: Radolfzell.“

Die genauen Umstände des gewaltsamen Todes von Fritz Klose im Dachauer KZ-Außenkommando Radolfzell Anfang August 1943 sind bis heute ungeklärt und werden, wie zu befürchten ist, nicht mehr aufgeklärt werden können.

  • Außerdem hat es nach Aussagen überlebender Häftlinge (Vorermittlungen der „Zentralen Stelle“ Ludwigsburg) weitere Häftlingstötungen gegeben:

Lt. Zeugenaussage des ehemaligen Häftlings Josef Drehsen, 8.12.1976, vor dem Amtsgericht Mönchengladbach, AS 23-31, erschoss der SS-Rottenfüher und spätere SS-Unterscharführer Jakob Stock kurze Zeit vor Rücküberstellung Drehsens nach Dachau (26.8.1942) zwei Häftlinge bei der Arbeit auf dem Schießplatzgelände. „Ziemlich gegen Ende meines Aufenthalts in Radolfzell war ich Zeuge, wie von einem Wachposten zwei Häftlinge erschossen worden sind. Die beiden Häftlinge waren dabei, eine Böschung oben einzuebnen. Ich war mit anderen Häftlingen unterhalb der Böschung mit Arbeiten beschäftigt. Plötzlich hörten wir zwei Schüsse. Die beiden toten Häftlinge lagen noch innerhalb des Arbeitsplatzes oben auf der Böschung. Einer der beiden hieß mit Vornamen Fritz. Den Namen des anderen weiß ich nicht mehr. Der SS-Mann, der die tödlichen Schüsse abgegeben hat, hieß Jakob Stock und stammte aus Sachsen. Er hat hinterher erklärt, daß die beiden Häftlinge flüchten wollten. Ich bin ganz sicher, daß dieser SS-Mann Jakob Stock hieß. Der Mann ist später SS-Unterscharführer geworden; zum Zeitpunkt der Schüsse war er meiner Erinnerung nach SS-Oberrottenführer (sic!). Sein Ärmelabzeichen bestand aus zwei Winkeln.“ (vgl. BArch B 162/16384, Bl. 164 verso). Weder der Täter (Jakob Stock) noch die beiden von ihm erschossenen Häftlinge konnten im Rahmen der 1978 eingestellten Ludwigsburger Ermittlungen eindeutig identifiziert bzw. verifiziert werden.

  • Nach Erinnerung des ehemaligen „Schutzhäftlings“ Leonhard Oesterle versuchten drei tschechische Häftlinge vor November 1943 zu fliehen, wurden wieder ergriffen; einer sei tot aufgefunden worden und mindestens einer der beiden anderen auf dem Kasernenareal erschossen worden. Am 15./16.11.1943 gelang Leonhard Oesterle (1915-2009) zusammen mit Oldrich Sedláček (1919-1949) die Flucht über den Bodensee in die Schweiz.32) 33)
Leonhard Oesterle, undatiert. Foto: Privatbesitz L. Oesterle, Kanada.Oldrich Sedláček als Angehöriger der Royal Air Force, 1945. Foto: Privatbesitz Jiří Sedláček, Kladno, Tschechische Republik.

Viele der Radolfzeller KZ-Insassen hatten bereits Konzentrationslager wie Neuengamme, Sachsenhausen, Mauthausen, Buchenwald oder Flossenbürg durchlaufen, bevor sie nach Dachau und dann nach Radolfzell kamen. Nachdem ihre Arbeitskraft in Radolfzell nicht mehr benötigt wurde, wurden sie zunächst in das Stammlager Dachau, von dort aber weiter in andere Dachauer Außenlager oder KZ's wie Sachsenhausen, Mauthausen, Buchenwald, Natzweiler oder Flossenbürg verlegt. Zwei ehemalige Radolfzeller Häftlinge kamen nach Auschwitz.34)

25 Häftlinge wurden zu Kriegsende von den Alliierten aus verschiedenen Lagern befreit, 20 weitere waren vorher schon entlassen worden.35)

Mindestens 12 der ehemaligen ca. 119 Radolfzeller Häftlinge überlebten das Lagersystem der Nazis nicht bzw. starben kurz nach der Entlassung oder Befreiung an dessen Folgen. Selbst Oldrich Sedlácek, dem 1943 zusammen mit Leonhard Oesterle die Flucht in die Schweiz gelang, hatte nach dem Krieg nicht mehr lange zu leben.36)

Die laufenden Recherchen werden vermutlich noch weitere Todesfälle offenlegen. In vielen Fällen wird jedoch offen bleiben müssen, ob Häftlinge die Zeit des Nationalsozialismus und das Lagersystem überlebten oder nicht.

Ausgewählte Täterprofile (Wikipedia-Artikel)

SS-Angehörige mit Bezug zu Radolfzell37)

  • Ernst Barkmann, SS-Oberscharführer, von 1937-1939 in Radolfzell stationiert, später SS-Panzerkommandant und nach dem Krieg Bürgermeister von Kisdorf, Holstein.
  • Georg-Robert Besslein, Kompanieführer an der USR, Dezember 1941-Februar 1942.
  • Heinz Büngeler, Reserve-Führer-Anwärter-Lehrgang an der USR, August bis Oktober 1942. Adjutant des Lagerkommandanten im KZ Buchenwald.
  • Fritz Christen, Unterführer-Lehrgang an der USR, 1941/42.
  • Karl Maria Demelhuber, Regimentskommandeur der SS-Standarte „Germania“, 1936-1940.
  • Bernhard Dietsche, geb. 1912 in Singen/Htwl., III/SS-„Germania“ seit 1937, Zugführer in der 12. (MG) bzw. 13. (IG) Kompanie in Radolfzell 1937-1939. SS-Division „Wiking“ (Westland), Angriff auf die SU, später SS-Gebirgsjäger-Regiment 2 „Prinz Eugen“ („Partisanen“-Bekämpfung) in Jugoslawien. Taktikausbilder an der Junkerschule Bad Tölz.38)
  • Hans Dorr, III/SS-„Germania“, Zugführer der 10. Kompanie in Radolfzell 1938/39.
  • Markus Faulhaber, III/SS-„Germania“, 1938 ff. In Radolfzell 1939 verheiratet. Einer der „gefallenen Söhne“ der Stadt Radolfzell, derer am Kriegerdenkmal als „Opfer der Gewaltherrschaft“ namentlich gedacht wird. Begraben zunächst auf dem städtischen Friedhof (alt), umgebettet auf die Kriegsgräberstätte des neuen städtischen Friedhofs von Radolfzell im Altbohl.39)
  • Otto Förschner, III/SS-„Germania“, 12. Kompanie, 31. Juli 1937-1. April 1938 in Radolfzell; August 1943-Anfang Februar 1945 Lagerkommandant KZ Dora-Mittelbau. Im Dachau-Hauptprozess zum Tod verurteilt und als Kriegsverbrecher hingerichtet.
  • Karl Gesele, SS-Standartenführer, Taktik-Ausbilder an der USR beim 4. RFA-Lehrgang 1941 (1. März 1941-31. Mai 1941); am 12. August 1944 als Kdr. des SS-Panzergrenadier-Regiments 35 verantwortlich für das Massaker von Sant'Anna di Stazzema.
  • Kurt Groß, SS-Sturmbannführer, WE-Leiter, Stabsabteilung VI, 1943 und Kommandeur USR-'Regiment Radolfzell' und stellvertretender Kommandeur der USR 1944/45.40)
  • Günther Niethammer, SS-Obersturmführer (F), der „Ornithologe von Auschwitz“; nach 1945 enge Verbindungen zur Vogelwarte Radolfzell.41)
  • Walter Harzer, SS-Standartenführer, Taktik-Ausbilder an der USR beim 4. RFA-Lehrgang 1941 (1. März 1941-31.Mai 1941).
  • Willi Hund, SS-Obersturmführer, Zugführer als 19-jähriger Untersturmführer an der USR (1.September 1942 – 2. März 1943).
  • Hans Robert Jauß, SS-Hauptsturmführer. 1941 Führerausbildung, in deren Verlauf Teilnahme am 4. Kriegs-Reserve-Führer-Anwärter-Lehrgang (RFA) an der USR, 1. März - 31. Mai 1941, nach erfolgreichem Abschluss Beförderung zum Führeranwärter der Reserve und SS-Oberscharführer d. R. zum 1. Juni 1941.42)
  • Heinrich ("Heinz") Kling, als SS-Untersturmführer 1938/39 Komp.führer der 9. Kompanie des III.SS-VT „Germania“ in Radolfzell; 1939/40 Komp.führer 6./SS-Totenkopf-Standarte 12 in Łódź, in dieser Einheit beteiligt an Massenerschießungen von polnischen Intellektuellen und Juden; später Angehöriger der SS-Panzer-Division „Leibstandarte-SS Adolf Hitler“, Bataillonskommandeur unter Joachim Peiper; SS-Sturmbannführer (1944); verheiratet in Radolfzell, 3 Kinder. Nach britischer Internierungshaft 1945 (Bad Nenndorf) Textilvertreter bei Schiesser, Radolfzell, und ab 1950 selbstständiger Textil-Kaufmann mit Fabrikation von Kittelschürzen, Blusen und Röcken („Mettnau-Kleidung“). Am 30. September 1951 bei einer Regatta des Yacht-Clubs Radolfzell im Zellersee gekentert und ertrunken.43)
  • Hugo Lausterer, Wachmannschaft des KZ-Außenkommandos, 1941/42.
  • Thomas Müller, Kdr. der USR, Februar 1941 - Februar 1943
  • Anton Mussert, Mitgründer und Vorsitzender der niederländischen nationalsozialistischen NSB, NS-„Führer“ der Niederlande, gründete 1941 die "SS-Freiwilligen-Legion Niederlande". Mussert „rückt am 15.3.[1943] (…) nach Radolfzell ein.“ 44) Näheres zu Funktion und Aufenthaltsdauer in der SS-Kaserne Radolfzell ist bislang nicht bekannt.45)
  • Max Pausch, III/SS-„Germania“, 1935-1939. SS-Obersturmführer und „Musikführer“ des Bataillons. 1940-1941 SS-Rgt. „Nordland“, 1941-1943 SS-Ers.Btl. 5 „Wiking“. Dezember 1944-Mai 1945 Lagerführung im KZ-Außenlager Gusen II (Mauthausen). In einem Mauthausen-Nebenprozess 1947 zum Tod verurteilt und als Kriegsverbrecher 1948 hingerichtet.
  • Joachim Rumohr, III/SS-„Germania“, 1937 ff. SS-Brigadeführer und Generalmajor der Waffen-SS. In Radolfzell verheiratet. Einer der „gefallenen Söhne“ der Stadt Radolfzell, derer am Kriegerdenkmal als Opfer der Gewaltherrschaft“ namentlich gedacht wird.46)
  • Josef Seuß, Kommandoführer des KZ-Außenkommandos, 1941/42. Im Dachau-Hauptprozess zum Tod verurteilt und als Kriegsverbrecher hingerichtet.
  • Walter Stein, SS-Oberführer, Führer des SS-Abschnitts XXIX der Allgemeinen SS, Konstanz 1937-1939. Mitverantwortlich für die Synagogen-Zerstörung in Konstanz am 9./10.11.1938 und Koordinator der „Zusammenarbeit“ mit dem Radolfzeller SS-VT-Bataillon an diesem Tag. Markanter Repräsentant der Allgemeinen SS der Region und häufig Gast des III./SS-VT-„Germania“ in Radolfzell.
  • Julius Ueltzhöffer, SS-Sanitätsdienstgrad u.a. im KZ Auschwitz I, Mauthausen und Dachau, Kommandoführer des KZ-Außenkommandos Radolfzell 1943, in dieser Funktion Nachfolger von Josef Seuß; mutmaßlich beteiligt am gewaltsamen Tod des KZ-Häftlings Fritz Klose, der am 5. August 1943 tot im Böhringer See aufgefunden wurde.47)
  • Hermann Wicklein, Führer-Lehrgang an der USR, August-Oktober 1942. Adjutant des Lagerkommandanten in den Konzentrationslagern Herzogenbusch, Ravensbrück und Flossenbürg.

Prozesse gegen die Täter

19 SS-Angehörige, die zeitweilig in der Radolfzeller Kaserne stationiert und /oder in Radolfzell gemeldet waren bzw. zu der Dachauer KZ-Wachmannschaft im Außenkommando RAdolfzell gehörten, mussten sich nach dem Krieg wegen dort oder an anderen Orten verübten Kriegsverbrechen in Prozessen vor amerikanischen Militärgerichten verantworten. Die Prozesse lassen sich einteilen in:

Anklagebank Dachauer Hauptprozess, Josef Seuß: zweite Reihe von oben, links außen (Quelle: Wikipedia)

Es kam zu drei Todesurteilen (Josef Seuß, Otto Förschner, Max Pausch), die vollstreckt wurden, sowie zu langen und kürzeren Haftstrafen. Zwei SS-Angehörige wurden freigesprochen.

Die Protokolle dieser Prozesse sind heute unter http://www.jewishvirtuallibrary.org/ im Internet zugänglich.

Weitere Namen von Radolfzeller SS-Angehörigen erscheinen in Ermittlungsakten z.B. der Zentralen Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung Nationalsozialistischer Verbrechen, Ludwigsburg.

Die allermeisten Täter konnten sich jedoch gänzlich einer Strafverfolgung entziehen.

Vgl. ausführlich: Prozesse gegen Radolfzeller SS-Angehörige

Nutzung der Kaserne nach 1945

Die Grafik zeigt den Grundriss der SS-Kaserne nach der Fertigstellung im Jahr 1937 vor dem Hintergrund eines Luftbildes, das die heutige Bebauung wiedergibt.

„Caserne Vauban“ - Das Kasernenareal um 1955, während der Nutzung durch die französischen Streitkräfte; in dieser Zeit (1945-1960) war das 4e Régiment de Tirailleurs Marocains in der Caserne Vauban stationiert. Die ehemalige Reithalle und die Pferdeställe waren noch vorhanden. Auf dem ehemaligen Reitplatz und Sprunggarten beziehungsweise auf dem angrenzenden Rasenplatz sind die erst nach 1945 errichteten Lagerhallen zu erkennen. Fotografie: Zeitgenössische Postkarte (Ausschnitt), Luftbild von Franz Thorbecke.

Der Kasernenkomplex um 1950. Fotografie: Urheber unbekannt. Sammlung Markus Wolter.

Caserne Vauban. Fotografie: Verlag Rudolf Sutter, zeitgen. Ansichtskarte, um 1950. Sammlung Markus Wolter.

Caserne Vauban, LKW Berliet GBC 8 KT in der Einfahrt, um 1965. In dieser Zeit (1961-1966) waren das 42e régiment d'infanterie und die 302e groupe d´artillerie / US-9th Missile Detachment in der Radolfzeller Kaserne stationiert, ausgerüstet mit atomar bestückbaren "Honest John"-Kurzstrecken-Raketen. - Zeitgen. Ansichtskarte, Sammlung Markus Wolter.

Einige Gebäude der früheren SS-Kasernenbebauung, der Eingangsbereich mit dem Stabsgebäude, die Mannschaftsgebäude, das Wirtschaftsgebäude, die frühere Turn- und Exerzierhalle sowie das von den Franzosen anstelle des SS-Führerheims 1950 errichtete „Casino“ existieren noch heute. Der zentrale Exerzierplatz wurde ebenso wie andere Freiflächen überbaut.

Insbesondere mehrere Gebäude im Nordwesten entsprechen nicht mehr der ursprünglichen Bebauung. Die Waffenmeisterei und die Reithalle mit den angrenzenden Reitställen, in denen früher die KZ-Häftlinge untergebracht waren, sind z.B. verschwunden. Bis mindestens Mitte der 1960er Jahre waren sie noch vorhanden, wie ein Luftbild aus dieser Zeit erkennen lässt.

Ausschnitt aus einem Luftbild, um 1965. Stadtarchiv Radolfzell.48)

Die im Jahr 1995 unter Denkmalschutz gestellte Bausubstanz: Stabsgebäude, Mannschaftsgebäude, Wirtschaftsgebäude, Kraftwagenhalle, Turn- und Exerzierhalle, Führerheim und die Umfassungsmauern einschließlich der ehemaligen Wachhäuschen.

Es muß an dieser Stelle darauf hingewiesen werden, dass Überbauungen des Geländes von ehemaligen Konzentrationslagern z.B. mit Umgehungsstraßen oder Einkaufszentren an anderen Orten entweder unterlassen wurden oder andernfalls zu starken Protesten und politischen Auseinandersetzungen geführt haben - nicht so in Radolfzell.

Mittlerweile sind die Abgrenzungen der früheren SS-Kaserne im Stadtbild kaum noch wiederzuerkennen.

Offizielle Gedenkpolitik zur SS-Kaserne

Gedenkstätte an der ehemaligen Kaserne

Der Radolfzeller Gemeinderat hat sich in seiner Sitzung vom 11.10.2011 für die Realisierung eines Entwurfs des Pforzheimer Künstlers René Dantes (geb. 1962) zur Gestaltung einer „Erinnerungsstätte“ an der Kaserne (Errichtung voraussichtlich 2012) mehrheitlich entschieden. Die Kosten (EUR 10.000 für vier Informations-Stelen und EUR 30.000 für eine Edelstahl-Skulptur) werden von der Stadt getragen.49)

Der anfänglich gewählte Terminus „Erinnerungsstätte“ anstelle von „Gedenkstätte“ scheint nicht ganz zufällig, angesichts eines Konzeptes, das nur zum Teil Gedenken an die NS-Zeit zum Ziel hat. Auf den Informationsstelen soll merkwürdigerweise im Anschluß an die Dokumentation der Geschichte der SS-Kaserne auch die Nutzung nach 1945 durch die Franzosen und die heutige kommerzielle Nutzung als Industriepark beschrieben werden. Man kann aber nicht gut mit einem Mahn­mal an den Ort einer Waf­fen-​SS-​Ka­ser­ne bzw. ein KZ-​Au­ßen­kom­man­do er­in­nern und gleich­zei­tig Wer­bung für ein mo­der­nes Ge­wer­be­ge­biet (RIZ) ma­chen. Letz­te­res braucht schlech­ter­dings kei­nen Ort des Ge­den­kens. Wer an bei­de Funk­tio­nen und an alle Zeitabschnitte der Geschichte des Ka­ser­nenareals gleichermaßen „erinnern“ will, miss­ver­steht den Zweck, den eine „Gedenkstätte“ zu er­fül­len hat.

In einer städ­ti­schen Ar­beits­grup­pe wurde auch deswegen über ein Jahr lang um jeden Satz ge­run­gen, der auf den vier ge­plan­ten Informationss­te­len vor der ehe­ma­li­gen Ka­ser­ne stehen soll. In öffentlicher Sitzung des Gemeinderats stimmten die Stadträte schließlich am 16.10.2012 u.a. für die von der Arbeitsgruppe erarbeiteten Textentwürfe (Stelen I und IV: Achim Fenner, Stelen II und III: Markus Wolter).50)

Die Gedenkstätte kurz nach ihrer Einweihung 2013. Fotografie: Alfred Heim.

Am 8. September 2013, dem "Tag des offenen Denkmals", der in diesem Jahr unter dem Motto „Jenseits des Guten und Schönen: Unbequeme Denkmale?“ stand, wurde das Ensemble aus Gedenkskulptur und Informationstafeln im Eingangsbereich der ehemaligen SS-Kaserne mit einem Festakt eingeweiht. Es ist zusammen mit den Informations- und Gedenktafeln am Schießstand und dem Gurs-Mahnmal künftig Teil einer dezentralen NS-Gedenkstätte der Stadt Radolfzell.51)

Die Gedenkstätte im Dezember 2018; die Trauerweide fiel 2014 einem Sturm zum Opfer; die verschmutzten Informationstafeln II und III zeigen Ansiedlungen von Flechten und Moos. Fotografien: Markus Wolter.

Die Texte auf den vier Informationstafeln:

Stele I: "Gebaut für die Ewigkeit"

Stele II: "Täter, Opfer, Zuschauer"

Stele III: Die Waffen-SS-Unterführerschule und das KZ-Außenkommando Radolfzell

Stele IV: Aus Besatzern werden Freunde / Eine Investition in die Zukunft - Gewerbegebiet Nord

Politik der Straßenbenennungen

Walter-Schellenberg-Straße

Eine Straße auf dem Gebiet einer ehemaligen SS-Kaserne, die lt. städtischem Bebauungsplan seit 1991 den Namen Walter-Schellenberg-Straße trägt, sorgt für Irritationen. Nicht alle dürften wissen, dass hier nicht der verurteilte Kriegsverbrecher Walter Schellenberg (SS-Brigadeführer, Generalmajor der Polizei und Leiter der vereinigten Geheimdienste von SD und Abwehr im Reichssicherheitshauptamt), sondern der gleichnamige Vorstandsvorsitzende des Radolfzeller Unternehmens Schiesser-AG 1936-1945 gemeint ist. Um diese Irritationen zu vermeiden, müsste eine biografische Zusatzinformation am Straßenschild angebracht werden.52) Spätestens dann müsste allerdings auch die Frage beantwortet werden, welches die „Verdienste“ des Schiesser-Vorstandsvorsitzenden Schellenberg (1910-1992) gewesen sein mögen, die eine Straßenbenennung nach ihm im Jahr 1991 rechtfertigten. So wurde unter Schellenbergs Führung der Schiesser-AG am 1. Mai 1940 im betrieblichen Leistungskampf 1939/40 von der Deutschen Arbeitsfront (DAF) der Titel „Nationalsozialistischer Musterbetrieb“ verliehen. 53) Überdies setzte die Schiesser-AG nach Beginn des Russlandfeldzugs 1941 zahlreiche russische und ukrainische Zwangsarbeiter/innen in ihrer Kriegsproduktion ein.54)

Jakob-Dörr-Straße

In der Nähe der längst abgerissenen KZ-Unterkünfte wurde auf dem ehemaligen Kasernenareal 2004 eine Sackgasse nach dem 1941 von SS-Wachpersonal erschossenen KZ-Häftling Jacob Dörr (1916-1941) benannt. Das Straßenschild blieb ohne Kommentierung, weshalb nicht nur bei den Anwohnern bis heute weitgehend unbekannt blieb, dass mit dieser Straßenbenennung ein Opfer der NS-Gewaltherrschaft in Radolfzell gewürdigt werden soll. Erst auf einer Informationstafel der 2013 eingeweihten Gedenkstätte werden die Hintergründe dargestellt.

Leonhard-Oesterle-Str.

2016 wurde in einem Neubaugebiet im Norden der Stadt eine geplante Straße nach Leonhard Oesterle benannt, der zwischen 1941 und 1943 Häftling im KZ-Außenkommando Radolfzell gewesen war und dem zusammen mit dem tschechischen Mithäftling Oldřich Sedláček die Flucht in die Schweiz gelang.

Landserweg>Fritz-Klose-Weg

Geschichtsklitterung und Renazifizierung 1950-1956 - Von den „ehemaligen Wehrmachtswohnungen“ in der „Kasernensiedlung“ zum „Landserweg“

„Ehem. Wehrm.-Wohnungen“(!). Einwohnerbuch der Stadt Radolfzell, Konstanz, Stadler 1952.

„Landserweg“: Der „Name ehrt den einfachen Soldaten der beiden Weltkriege.“ Einwohnerbuch der Stadt Radolfzell, Konstanz, Stadler 1956.

Die im Rahmen des Kasernen-Neubaus 1937 angelegte „Hans-Cyranka-Str.“, benannt nach dem Hamburger SS-Angehörigen, „Blutzeugen der Bewegung“ und „alten Kämpfer“ Hans Cyranka (1910-1932), führte von der damaligen SS-Wohnsiedlung bis zum Stabsgebäude der SS-Kaserne an der Steißlinger Straße; der heutige „Landserweg“ endet an der „Kasernenstraße“.

Durch Beschluss des Gemeinderates wurde die nach 1945 gebotene Umbenennung der „Hans-Cyranka-Str.“ offiziell erst im Jahr 1956 vorgenommen; wie auch die anderen, nach weiteren „Alten Kämpfern“ benannten Straßen in der ehemaligen SS-Wohnsiedlung war sie zunächst namenlos geblieben. Den Einwohnerbüchern zufolge wurde sie 1950-1956 ohne nähere Straßeneinteilung als „Kasernensiedlung“ bzw. „Wohnsiedlung bei der ehemaligen Kaserne“ geführt. Dass die aufgeführten „Blöcke I, II, IIa, III, IIIa und IV“ dabei fälschlich und offensichtlich wider besseres Wissen als „ehemalige Wehrmachts-Wohnungen“ bezeichnet werden, gibt zu denken und sollte wohl die spätere Namensgebung „Landserweg“ vorbereiten. Der Name bot dem Gemeinderat 1956 keinen Anlass für Kritik; auch nicht die damit verbundene und ausdrückliche „Ehrung des einfachen Soldaten der beiden Weltkriege“.55) Unkritisch und ohne zwischen Reichswehr- und Wehrmachtssoldaten zu differenzieren, bediente und tradierte man stattdessen vor allem das historisch falsche Stereotyp der vermeintlich „sauberen Wehrmacht“, deren Beteiligung an Kriegsverbrechen 1939-1945 man bis heute selbstredend unterschlägt.

Entlang der ehemaligen SS-Kaserne verlaufend, suggerierte der Name zudem, dass es sich um eine Wehrmachtskaserne gehandelt haben könnte, oder aber, bedenklicher noch, dass die hier 1937-1945 stationierten Angehörigen der Waffen-SS eben auch nur „einfache Soldaten“, „Soldaten wie andere auch“ gewesen wären - eine Problematik, die sich 1958 am Kriegerdenkmal fortsetzte und bis heute nicht gelöst ist.

Soldaten der Wehrmacht waren übrigens bis auf wenige Tage im April 1945 zu keiner Zeit in der Radolfzeller Kaserne stationiert.

Außer in Radolfzell gab es in Deutschland wohl keinen weiteren „Landserweg“, „Landserstraße“ oder eine ähnliche Straßen- oder Platzbezeichnung.

Der Begriff „Landser“ wurde und wird vor allem in rechtsextremen Kreisen und Publikationen (v.a. „Der Landser“-Heftromane) als Inbegriff des besagten „einfachen“ Wehrmachtsoldaten 1939-1945 verklärt und heroisiert. Auch eine Rechtsrock-Band aus Berlin trug diesen Namen. Sie war bis zu ihrem Verbot im Jahr 2003 die bekannteste Musikgruppe aus dem neonazistischen Milieu.

Fotografie um 1947, die ehemalige SS-Wohnsiedlung noch im Tarnanstrich. Sammlung Markus Wolter

218 Die SS-Wohnsiedlung 1938 an der „Hans-Cyranka-Str.“, dem späteren „Landserweg“. Fotografie Hillebrecht. Sammlung Markus Wolter

Der Landserweg. Links die alte Kasernenmauer, rechts die ehemalige SS-Wohnsiedlung.

Landserweg 11: Bundespolizeiinspektion Konstanz. Fotografien: Markus Wolter, Dezember 2018.

Eine Umbenennung des „Landserwegs“ wurde vor diesem Hintergrund dringend empfohlen; von Markus Wolter wurde in einer Initiativanfrage an den Gemeinderat „Fritz-Klose-Weg“ vorgeschlagen, nach dem - neben Jacob Dörr zweiten namentlich bekannten KZ-Häftling, der im KZ-Außenkommando Radolfzell gewaltsam zu Tode kam: Fritz Klose (1904-1943).

Straßenumbenennung 2019

Im Juni 2018 war die entsprechende Initiativanfrage an den Ältestenrat des Radolfzeller Gemeinderats übermittelt worden. Am 27. November 2018 beschloss der Gemeinderat, den „Landserweg“ in „Fritz-Klose-Weg“ umzubenennen. Der Beschluss wurde am 1. Februar 2019 u.a. mit dem Anbringen der neuen Straßenschilder umgesetzt.

Kasernenstraße

Karte

Die SS-Kaserne liegt im Nordwesten von Radolfzell am Stadtrand. Sie ist über die Steißlinger Straße (L226) erreichbar.

Durch Selektion der verschiedenen Checkboxen auf der rechten Seite können verschiedene Marker in der Karte zu- oder weggeschaltet werden. Die linke Seite bietet einen Schieberegler, mit dem die Karte gezoomt werden kann. Das Anklicken der Marker öffnet Kurzinfos mit weiterführenden Links.

Bildergalerie

Stabsgebäude (Südseite), Einfahrt mit den vorgelagerten Wachhäuschen

Stabsgebäude (Nordseite)

Stabs- und Mannschaftsgebäude (Ostflügel)

Großansicht (1600 x 350 Pixel)

SS-Runen im Treppengeländer des Stabsgebäudes, 2004 entfernt

Aufnahme aus dem Jahr 2003.

Das Mannschaftsgebäude 1, Innenaufnahmen Flur und Treppenhaus, 1938/2014, anlässlich der Ausstellung „Kunst in der Kaserne: Damals-heute“.

Mannschaftsgebäude I, Schießübungen auf dem Exerzierplatz, Fotografie Ganzenmüller 1938, Sammlung Markus Wolter.

Fotografie Hillebrecht 1938, Sammlung Markus Wolter

In den Wandnischen befanden sich ursprünglich die Gewehrhalter.

Die alte, originale Eingangstür des Mannschaftsgebäudes I, rechte Hälfte. Fotografie: Markus Wolter, 2018.

Blick in das Treppenhaus des ehemaligen Mannschaftsgebäudes IV, linke Hälfte. Fotografie: Markus Wolter.

Turn- und Exerzierhalle

Kasernenmauer (West)

SS-Führerheim

Der Sportplatz der Kaserne, dahinter die ehemalige SS-Wohnsiedlung am späteren „Landserweg“, rechts die Ruine des ehemaligen SS-Führerheims. Fotografie um 1947, zeitgenössische Ansichtskarte aus einem Leporello zur Caserne Vauban.

Bei Einmarsch der Franzosen am 25. April 1945 wurde das sogenannte „Führerheim“ der Radolfzeller Waffen-SS durch Granatenbeschuss stark beschädigt. Die Ruine des Gebäudes wurde im November 1950 bis auf die Grundmauern abgetragen; anschließend bauten die Franzosen unter Wiederbenützung der Trümmersteine das Offiziers-Casino wieder auf (Richtfest: 18. Juli 1951); bis heute blieb das ehemalige „Casino“ nahezu unverändert.56)

SS-Wohnsiedlung

Die von Kasernen-Architekt Hermann Alker gebaute Wohnsiedlung für SS-Führer und deren Familien; hinter dem Sportplatz der Kaserne, entlang der Kasernenmauer an der damaligen „Hans-Cyranka-Straße“, 1938. Fotografie: Hillebrecht, Sammlung Markus Wolter.

Die Wohnblöcke 80 Jahre später, Dezember 2018. Vom Landserweg abzweigend: vorne der Schiedelenweg und hinten der Keltenweg. Fotografien: Markus Wolter.

Historische Abbildungen

SS-Kaserne, Stabsgebäude (Südseite)

Großansicht (1200 x 683 Pixel)

SS-Kaserne, Durchfahrt durch Stabsgebäude, Wirtschaftsgebäude im Hintergrund. Fotografie von Friedrich Franz Bauer (SS-Fotograf)

SS-Kaserne, Stabsgebäude, Einfahrt, mit SS-Beflaggung. Privatarchiv Dost

SS-Kaserne, Mannschaftsgebäude IV, Exerzierplatz. Gelöbnis und Fahneneid von Angehörigen der III./SS-VT „Germania“, 1938 / Fotografie Ganzenmüller

SS-Kaserne, Führerheim. Fotografie / Bildkarte von Friedrich Franz Bauer

Historische Fotografien: Sammlung Markus Wolter, Freiburg.

Quellen


2) Klöckler, Jürgen: Ein Hort der Nazi-Ideologie, Südkurier, 8.10.2010
3) Vgl. Roos, Dorothea: Der Karlsruher Architekt Hermann Reinhard Alker, Bauten und Projekte 1921 bis 1958, Tübingen, Wasmuth 2011, S. 296.
5) Exner, Georg: Experte berichtet Neues zur SS-Gewalt, Südkurier 03.11.2010
7) Bloch, Erich: Die Ge­schich­te der Juden von Kon­stanz im 19. und 20. Jahr­hun­dert. Eine Do­ku­men­ta­ti­on. Stad­ler 1996. S. 145 - 150
8) Gläser, Dietrich: Die Nacht in der die Fenster klirrten - Die Pogromnacht vom 9./10. November in Konstanz und im Hegau. In: Hegau. Zeitschrift für Geschichte, Volkskunde und Naturgeschichte des Gebietes zwischen Rhein, Donau und Bodensee, Bd. 64, Singen, 2007, S. 185-210
10) Friesländer-Bloch, Berty: Unsere Deportation. In: Friedrich, Eckhardt (Hrsg.); Schmieder-Friedrich, Dagmar (Hrsg.): Die Gailinger Juden. Materialien zur Geschichte der Jüdischen Gemeinde Gailingen aus ihrer Blütezeit und den Jahren der gewaltsamen Auflösung. Konstanz, 2010, S. 111-121
11) Fidler, Helmut: Es geschah am hellichten Tag, Südkurier 22.10.2010
12) Wiehn, Erhard Roy (Hg.): Camp de Gurs - Zur Deportation der Juden aus Südwestdeutschland 1940. Neuausgabe, Konstanz, 2010.
14) Steinbach, Peter: Das Leiden – zu schwer und zu viel. Zur Bedeutung der Massendeportation südwestdeutscher Juden. In: Tribüne – Zeitschrift zum Verständnis des Judentums. 49. Jg. Heft 195. 3. Quartal 2010, S. 109 – 120
16) Vgl. Köhler, Hans: Die SS-Buben von Radolfzell. Ein Erlebnisbericht, in: Bd. 63. Hegau - Menschen - Schicksale, 2006; ferner: Exner, Georg: Experte berichtet Neues zur SS-Gewalt, Südkurier 03.11.2010
18) Meyer, Fredy: Wahlwies. Ein Dorf und seine Geschichte. Stähle Druck und Verlag. Engen 1990, S. 146
19) Wiedeking, Elmar: Das Ende - Eine Spurensuche im Hegau, am Bodensee, in Vorarlberg. Selbstverlag des Autors 2013, S. 145ff
21) Rathke, Hartmut: Stockach im Zeitalter der Weltkriege. (Hegau-Bibliothek Bd. 123), Konstanz 2004, S. 282ff
23) Wiedeking, Elmar: Das Ende. Eine Spurensuche im Hegau, am Bodensee, in Vorarlberg. Selbstverlag, Sipplingen 2013, S. 145f
24) Schreiben der Radolfzeller Polizei vom 8.09.1967. Bundesarchiv Außenstelle Ludwigsburg, B162/16384
25) So die Erinnerung des USR-Absolventen Walter Scheinpflug, Februar-Juni 1944, in einem Schreiben im Dezember 2012 an den Vf., M.Wolter
26) Recherchen u.a: Markus Wolter, Freiburg und Emmendingen, 2010-2019
27) Vgl. hierzu grundlegend: Dagmar Lieske: Unbequeme Opfer? „Berufsverbrecher“ als Häftlinge im KZ Sachsenhausen. Metropol Verlag, Berlin 2016.
28) Julius Ueltzhöffer wurde 1947 von einem amerikanischen Militärgericht in einem Dachauer Folgeprozess(Case 50-2-69 (PDF)) wegen begangener Kriegssverbrechen zu lebenslanger Haft veurteilt. Ueltzhöffer war mehrere Jahre in verschiedenen Konzentrations- und Vernichtungslagern eingesetzt: Auschwitz, Mauthausen, Ravensbrück, Natzweiler, Dachau und Außenlager, darunter 1943 in Radolfzell.
29) Durch Archivrecherchen 2019 (Markus Wolter) identifiziert als Dr. Walter Fischel, geb. 20.10.1908 in Düsseldorf, gest. 29.5.1977 in Berlin (DDR). Studium der Humanmedizin 1927-1933 LMU München, 1934 Promotion LMU München, 30. Juli 1934. Diss.: Die Resorption der Fette bei Pankreasinsuffizienz. Würzburg, Stürz 1934. NSDAP-Mitglied seit 1.7.1937; Waffen-SS-Mitglied erst seit 3. Mai 1944, NSDÄB seit 25.10.1939. Vom 1. Juni 1936 bis 30. April 1939 Oberarzt, Heil- und Pflegeanstalt Werneck; dort u.a. für Anzeigen/Anträge zur Zwangssterilisation vermeintlich erbkranker Anstaltspatienten nach Maßgabe des GzVeN verantwortlich; Insulin-Schockbehandlungen. Nach eigenen Angaben in Fischels Personalakte 1948 ff., Landesarchiv Berlin, C Rep.118, Nr. 1414): 19.12.1938: Anerkennung als Facharzt für Psychiatrie und Neurologie; Oktober 1939 bis Ende Januar 1940: Innere Abt., Virchow-Krankenhaus, Berlin; 1940 „zur Luftwaffe eingezogen“ (Höchster erreichter Dienstgrad in der Luftwaffe: Hauptmann / Stabsarzt); 14.8.1940-13.6.1941: Luftwaffen-Lazarett Stolpmünde; 13.6.1941-7.4.1942: Luftwaffen-Lazarett Berlin, Neurochirurgie, Prof. Wilhelm Tönnis; 1.12.1942-12.7.1943: Luftwaffen-Lazarett Le Havre. Seine Mitgliedschaft in NSDAP, die Übernahme in die (Waffen-)SS als SS-Haupturmführer (3. Mai 1944) und die Mitgliedschaft im NSDÄB verschweigt Fischel dabei ebenso wie seine Oberarzttätigkeit in Werneck 1936-1939 und 1943 als Truppenarzt (Stabsarzt) der Waffen-SS: „In den [1942] nachfolgenden Kriegsjahren war ich wieder Internist und als Abteilungsarzt in verschiedenen Lazaretten, meist in Frankreich eingesetzt“. Auch dass er seit 1946 in amerikanischer Internierungshaft in Ludwigsburg-Oßweil (Lager I.C.74) und in Lager 76 auf der Festung Hohenasperg war, aus der er 1948 - als „Kriegsgefangenschaft“ bezeichet - entlassen wurde(damalige Wohnadresse in München-Stockdorf), ist seiner Lücken aufweisenden Personalakte nicht zu entnehmen. Laut eigenen Angaben: 1.9.1943-7.6.1944: Lazarett Turnhout-Beerse, Belgien und Lazarett in L'Aigle (Aube), Frankreich;[8.6.1944-1948: keine Angaben]; 15.5.1948-7.10.1948: Rot-Kreuz-Krankenhaus Bad Reichenhall und Kaufbeuren, Inn. Abt. Anfang 1949 Wechsel nach Berlin (Ost). Dort ab 1.4.1949 Chefarzt, Innere Abt., im „Krankenhaus der Volkspolizei“. 1955-1959 Facharzt für innere Krankheiten, Chefarzt, Innere Abteilung des “Regierungskrankenhauses der DDR“, Scharnhorststr. 36, Berlin; 1959-1966 Chefarzt der Zentrale für Herz-Kreislaufkranke, Klosterstr. 71 (Berlin-Ost). 1977 begraben auf dem Dorotheenstädtisch-Friedrichswerderschen Friedhof I, Berlin
30) Akten der Oberstaatsanwaltschaft Konstanz, StAF F 178/4 Tote 1 JS 1468/43]]
32) Markus Wolter: Vor 70 Jahren: Die KZ-Häftlinge Oldrich Sedláček und Leonhard Oesterle fliehen aus dem Dachauer KZ-Außenkommando Radolfzell in die Schweiz; Südkurier, 15.11.2013
33) Kluwe, Sigbert E.: Glücksvogel. Leos Geschichte, Baden-Baden 1990
34), 35), 36) Recherchen von Markus Wolter
37) Zusammenstellung und Artikel-Ergänzungen: Markus Wolter, 2014-2019
38) Vgl.: Strittmatter, Wolf-Ulrich: Bernhard Dietsche - „Ich blieb ein Bergsteiger und Wanderer in Uniform, auch während des Krieges“, in: Proske, Wolfgang (Hg.). Täter, Helfer, Trittbrettfahrer. Band 4, NS-Belastete aus Oberschwaben, Kugelberg Verlag, Gerstetten 2015, S. 84-97
39) Recherche: Markus Wolter, 2011-2017.
40) Recherche: Markus Wolter, 2011-2017.
41) Recherche: Markus Wolter, 2018.
42) Vgl.: Westemeier, Jens: Hans Robert Jauß. Jugend, Krieg und Internierung. Konstanz University Press, Konstanz 2016, S. 55 ff.
43) Recherche: Markus Wolter, 2019.
45) Recherche: Markus Wolter, 2019
46) Recherche: Markus Wolter, 2017.
47) Recherche Markus Wolter, 2019.
48) Abgebildet in: Franz Götz: Geschichte der Stadt Radolfzell. Schrift- und Bilddokumente, Urteile, Daten. (= Hegau-Bibliothek. Band 12). Radolfzell 1967.
53) Vgl. Badens Betriebe im Leistungskampf. Auszeichnung zum Nationalen Feiertag des deutschen Volkes, in: Freiburger Zeitung, 1. Mai 1940; Digitalisat UB Freiburg
54) Vgl. hierzu: Christian Ruch, Myriam Rais-Liechti, Roland Peter: Geschäfte und Zwangsarbeit: Schweizer Industrieunternehmen im «Dritten Reich», Zurich 2001.
55) Im Grund stellt diese Benennung einen nachträglichen Verstoß gegen Direktive Nr. 30 des Alliierten Kontrollrats dar, die die Entfernung aller Symbole des alten Regimes und seiner militärischen Tradition zum 1. Januar 1947 angeordnet hatte: „Von dem Zeitpunkt des Inkrafttretens dieser Direktive an ist untersagt und als gesetzeswidrig erklärt die Planung, der Entwurf, die Errichtung, die Aufstellung und der Anschlag oder die sonstige Zurschaustellung von Gedenksteinen, Denkmälern, Plakaten, Statuen, Bauwerken, Straßen- oder Landstraßenschildern, Wahrzeichen, Gedenktafeln oder Abzeichen, die darauf abzielen, die deutsche militärische Tradition zu bewahren und lebendig zu erhalten, den Militarismus wachzurufen oder die Erinnerung an die nationalsozialistische Partei aufrechtzuerhalten, oder ihrem Wesen nach in der Verherrlichung von kriegerischen Ereignissen bestehen“. Dies sollte sich bereits beziehen „auf Kriegshandlungen nach dem 1. August 1914 zu Lande, zu Wasser oder in der Luft und auf Personen, Organisationen und Einrichtungen, die mit diesen Handlungen in unmittelbarem Zusammenhang stehen.“ Als allerdings der „Landserweg“ 1956 Straßenname in Radolfzell wurde, war die besagte Kontrollrats-Direktive breits seit einem Jahr durch Artikel 2 des Gesetzes Nr. A-37 der Alliierten Hohen Kommission vom 5. Mai 1955 (ABl. AHK S. 3268) „außer Wirkung“ gesetzt.
56) Vgl.: Exner, Georg: Als auch in Radolfzells Kaserne der Friede einzog, in: Südkurier, 31. August 2016

Hinweis

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Termine

Täter-Helfer-Trittbrettfahrer: Prof. Dr. Eugen Fischer (1874-1967)

Eugen Fischer: Der völkische Staat, biologisch gesehen. Berlin 1933. Fotografie: Wikipedia

Vortrag:

Dr. Wolfgang Proske (Hrsg.) / Markus Wolter:

Prof. Dr. Eugen Fischer (1874–1967). Die Freiburger Schule des Rassenwahns

Zeit und Ort:

Dienstag, 28. Mai, 20 Uhr, HS 1009 (Uni Freiburg KGI)

Veranstaltet vom Referat gegen Antisemitismus, Studierendenrat der Universität Freiburg, in Kooperation mit der Fachschaft Geschichte und der Fachschaft Medizin.

https://www.stura.uni-freiburg.de/gremien/referate/gegenantisemitismus

http://www.ns-belastete.de/band_9.html

2019/05/15 16:43 · Markus Wolter · 0 Kommentare

Vier Filme zum Nationalsozialismus in Überlingen, Radolfzell, Schwarzwald

Gedenkveranstaltung in Überlingen änlässlich des 74. Jahrestages des Kriegsendes

Anlässlich des 74. Jahrestages des Endes des Zweiten Weltkrieges bringt die KulturKiste Überlingen e. V. am Sonntag, 12. Mai 2019 im Rahmen ihrer jährlichen Gedenkveranstaltung „Vier Filme zum Thema Nationalsozialismus in Überlingen, Radolfzell und im Schwarzwald“.

Zu Überlingen werden die beiden Dokumentarfilme über den „Goldbacher Stollen“ „Unter Deutschlands Erde“ von Didi Danquart (BRD 1983) (10.00 Uhr + 19.00 Uhr) sowie „Wie Dachau an den See kam …“ von Jürgen Weber (D 1995) (11.00 Uhr + 18.00 Uhr) gezeigt.

Der Film "Leichen im Keller" von Günter Köhler (D 2010) handelt von Radolfzell im Nationalsozialismus sowie den späteren Umgang damit. (12.00 Uhr + 17.00 Uhr). Darüber hinaus wird um 13.00 Uhr, sowie um 15.00 Uhr der Spielfilm „Viejud Levi“ von Didi Danquart gezeigt, der den Nationalsozialismus in einem Schwarzwaldtal behandelt.

Das Gesamtprogramm findet sich unter: www.kulturkiste-ueberlingen.eu

Wann: Sonntag, 12. Mai 2019

Wo: Kulturbahnhof Nussdorf / Die Rampe, Nussdorfer Str. 100, Überlingen

Eintritt Frei / Spende erwünscht

2019/05/05 14:56 · sw · 0 Kommentare

Eröffnung der Ausstellung: "Ein Panzer gegen die hässliche Zeit" - Hermann Hesses "Glasperlenspiel" im "Dritten Reich"

„1943 veröffentlichte Hermann Hesse seinen letzten Roman in kleiner Auflage in der Schweiz, erst Ende 1946 wurde „Das Glasperlenspiel“ auch einem größeren Publikum in Deutschland bekannt. Ursprünglich hätte „Das Glasperlenspiel“ schon 1942 in Berlin erscheinen sollen, doch die NS-Behörden verweigerten die Druckgenehmigung. Seinem Sohn Heiner teilte Hesse 1942 resigniert mit, „dass das Buch nun also die Leser, für die es bestimmt war, nicht erreicht“.“

Ort: Hesse Museum, Kapellenstr. 8, Gaienhofen

Zeit: 17. März 2019, 11.00 Uhr

http://www.hesse-museum-gaienhofen.de

2019/03/16 09:23 · Markus Wolter · 0 Kommentare

"Wie Dachau an den See kam..."

Filmvorführung und Gespräch mit der Zeitzeugin Dr. Grete Leutz und dem Regisseur Jürgen Weber am 27. Januar 2019 in Konstanz

Am Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz, dem internationalen Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus, wird in einer Gedenkveranstaltung der regionalhistorische Dokumentarfilm „Wie Dachau an den See kam …“ zur Geschichte des KZ-Außenlagers in Überlingen gezeigt.

Es ist geplant, dass an diesem Abend neben dem Filmemacher Jürgen Weber auch die Überlinger Zeitzeugin Dr. Grete Leutz anwesend sein wird. Als junge Frau wurde sie fast täglich Zeugin des Zuges der KZ-Häftlinge vom Lager Aufkirch zur Überlinger Stollenanlage. In der Außenstelle Überlingen des KZ Dachau mussten ab Oktober 1944 rund 800 Häftlinge einen Stollen in den Molassefelsen treiben, um die Friedrichshafener Rüstungsindustrie am Bodensee „bombensicher“ unterzubringen. Bis April 1945 liefen viermal pro Tag die Kolonnen der Häftlinge - schwer bewacht durch die SS - durch den Überlinger Westen.

Der Film zeichnet mit Aussagen zweier ehemaliger Häftlinge, mit den Erinnerungen von damals jungen Menschen aus Überlingen und mit Fachleuten die Geschichte der KZ-Außenstelle Überlingen nach. Aufgrund seiner regionalhistorischen Bedeutung und teilweise einmaliger Interviews mit Zeitzeugen und Zeitzeuginnen wurde der Film aus dem Jahr 1995 als Retrospektive 2017 neu in der Reihe „Zeitgeschichtliche Kurz- und Dokumentarfilme“ aufgelegt.

Termin: 27. Januar 2019

Zeit: 19:30 – 21:00 Uhr

Ort: Wolkenstein-Saal (Kulturzentrum am Münster), Konstanz

Veranstalter: Initiative „Stolpersteine für Konstanz – Gegen Vergessen und Intoleranz“, Kulturamt der Stadt Konstanz, vhs Landkreis Konstanz e. V. DIG Bodensee Region, Gesellschaft für Christlich- Jüdische Zusammenarbeit e.V. Konstanz und weitere

Eintritt: frei

2019/02/11 23:45 · sw · 0 Kommentare

Uraufführung: Gerron

Im Stadttheater Konstanz wird am 2.2.2019 das Stück „Gerron“ von Charles Lewinsky uraufgeführt. Regisseurin ist Annette Gleichmann.

Das Stück basiert auf der wahren Geschichte des jüdischen Künstlers Kurt Gerron. Als Frontsoldat und Arzt im 1. Weltkrieg kämpfend, mehrfach schwer verletzt, wurde er später im Nationalsozialismus verfolgt und ermordet. Er floh 1933 zunächst nach Paris, dann nach Österreich, Italien und in die Niederlande, wo er 1943 interniert wurde. Im Jahr 1944 wurden er und seine Familie in das KZ Theresienstadt deportiert. Seine Mitwirkung als Regisseur an dem im KZ gedrehten Propagandafilm “Theresienstadt“ schützte ihn nicht vor der Deportation nach Auschwitz, wo er ebenso wie die 1600 mitwirkenden Kinder nach Ende der Dreharbeiten vergast wurde.

Uraufführung: 2.2.2019, Theaterwerkstatt Inselgasse, 20 Uhr

Ticketreservierung und weitere Spielzeiten: Gerron

Quelle: Stadttheater Konstanz

2019/02/02 13:14 · sw · 0 Kommentare
 
ss-kaserne.txt · Zuletzt geändert: 2019/07/23 12:44 von mw
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