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2016

  • 11.10.2016 Der Kulturauschuss des Radolfzeller Gemeinderats beschließt einstimmig, auf eine „weitere künstlerische Maßnahme“ am Luisenplatz zu verzichten, keinen Gestaltungswettbewerb auszuschreiben, und an der bisherigen „Gestaltung des Volkstrauertages“ am Kriegerdenkmal mit Kranzniederlegungen an den Namenstafeln der „Opfer“ festzuhalten. Der Beschlusstext im Wortlaut: „Beibehaltung der jetzigen Gestaltung am Luisenplatz mit den informativen Tafeln ohne weitere künstlerische Maßnahmen. Beibehaltung der regelmäßigen Aktionen zur Betonung des Friedensgedankens am Luisenplatz, z.B. Fahnenaktion, Begehung des Weltfriedenstages, aktuelle Gestaltung des Volkstrauertages, etc.“ (vgl. Niederschrift der KA-Sitzung vom 11.10.2016).
  • 02.10.2016 Im Rahmen der diesjährigen „Kulturnacht“ wurden auf dem Luisenplatz 38 u.a. von Radolfzeller SchülerInnen gestaltete „Friedensfahnen“ rund um das „Kriegerdenkmal“ aufgestellt, die bis zum 13. November 2016 (Volkstrauertag) installiert bleiben sollten, um, so die Konzeption der städtischen Gedenkpolitik, dem historisch belasteten, aus der NS-Zeit stammenden Gedenk-Ensemble eine neue Bedeutung zu geben und den Luisenplatz in Zukunft zu einem „Platz des Friedens“ umzugestalten. Bereits in der Nacht vom 3. auf den 4.10.2016 wurden sämtliche Fahnen von bislang unbekannten Tätern entfernt bzw. gestohlen. Am Tatort fanden sich Flugblätter und Aufkleber der rechtsextremistischen Partei "Der III. Weg". Die Stadtverwaltung Radolfzell erstattete Strafanzeige gegen unbekannt. Im Juni 2016 hatte eine Demonstration von Mitgliedern der Neonazipartei durch die Innenstadt von Radolfzell für Aufsehen und die verspätete Information über die Anmeldung Unmut im Gemeinderat gesorgt; bereits am 8. Mai 2015 und auch 2016 war es am Kriegerdenkmal zu revisionistischen, volksverhetzenden „Heldengedenk“-Aktionen“ gekommen. In der Vergangenheit fanden sich im Stadtgebiet auch immer wieder Flugblätter in Briefkästen und fremdenfeindliche, rassistische Aufkleber auf Laternenmasten. Erst im August 2016 waren der Stolperstein für Alice Fleischel und die Gurs-Gedenktafel am Seetorplatz mit solchen Aufklebern überklebt und geschändet worden, was seinerzeit von einer Privatperson zur Anzeige gebracht wurde.
  • 04.10.2016 Um diesen Aktionen in Zukunft auch präventiv entgegenzutreten, verabschiedete der Radolfzeller Gemeinderat in seiner Sitzung vom 4. Oktober 2016 eine Resolution „gegen jede Form von Gewalt, Diskriminierung, Rassismus, Antisemitismus, politischen Extremismus, Faschismus und Antiziganismus“(die Erklärung im Wortlaut). Anmerkung: Derzeit nicht abrufbar.
    Vgl. Lisa Jahns: "Nach Diebstahl von Friedensfahnen: Stadt erstattet Anzeige gegen rechtsextreme Partei", Südkurier, 6.10.2016.
  • 02.07.2016 Verlegung von sieben Stolpersteinen in Radolfzell und Markelfingen
  • 28.6.2016 Vortrag von Dr. Gabriel Richter, ZfP Reichenau: "Euthanasie" in Baden am Beispiel der seinerzeitigen Heil- und Pflegeanstalt bei Konstanz