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2026

  • August 2026 "Tiefer Eintauchen" - Als Teil der Umsetzung der Gemeinderatsbeschlüsse vom 10. März 2026 (siehe nachfolgend) wurde auf der städtischen Internetseite die bisherige Überblicksdarstellung zur "Stadtgeschichte" resp. zur NS-Zeit um zwei Unterseiten ergänzt:

    1. "Radolfzell im Nationalsozialismus"
    2. "NS-Kriegerdenkmal"

    Für die Texte, denen der AK Erinnerungskultur des Gemeinderats zugestimmt hatte, zeichnet das Stadtarchiv Radolfzell verantwortlich.
     
  • 10. März 2026 Radolfzell: Gemeinderatssitzung. Abstimmung über drei Anträge der Freien Grünen Liste (FGL) betr. "Historische Verantwortung in Bezug zur NS-Zeit". Beschlussvorlage, RIS, 10. März 2026.

    1. "Textliche Änderungen an der Bürgermeistergalerie und auf der Internetseite": bei den Bürgermeistern Eugen Speer, Josef Jöhle und August Kratt soll der Zusatz "Nicht demokratisch gewählt" durch den Zusatz "Von der NSDAP zum Bürgermeister ernannt" ersetzt werden.

    Beschluss: In der Bürgermeistergalerie wird der bisherige Text: „Nicht demokratisch gewählt“ ergänzt durch den Satz „Von der NSDAP zum Bürgermeister ernannt.

    Anmerkung zur Umsetzung: Es dauerte mit mehreren Zwischenschritten bis September 2026, bis dieser Beschluss - in leicht verändertem Wortlaut - zumindest in der Internet-Präsenz der Stadt umgesetzt wurde: Auf www.radolfzell.de/stadtgeschichte wurde zunächst bei den Nazi-Bürgermeistern Eugen Speer und Josef Jöhle, erst nach ausdrücklicher Erinnerung dann auch bei August Kratt und schließlich bei Rainer Schlegel der Zusatz ‚Nicht demokratisch gewählt‘ durch den Satz ergänzt: "Die Bürgermeister des dritten(!) Reiches waren nicht demokratisch gewählt, sondern von der NSDAP ernannt".

    2. Förderung des Jüdischen Museums Gailingen: "Die Stadt Radolfzell fördert in historischer Verantwortung von den Gräueltaten und Judenpogrome in unserer Region, die von der SS-Kaserne in Radolfzell ausgingen, die museumspädagogische Arbeit des Jüdischen Museums mit jährlich 10.000 Euro."

    Beschluss: "Die Stadt Radolfzell fördert in historischer Verantwortung vor den Gräueltaten und Judenpogrome in unserer Region, die von der SS-Kaserne in Radolfzell ausgingen, die Erinnerungskultur zielgerichtet für Radolfzeller Jugendlichen (Besuch von Gedenkstätten und Bildungsprojekte) mit jährlich 10.000 €." Bildungsprojekte mit dem Jüdischen Museum in Gailingen sind in dem Beschluss mit aufgenommen worden.

    3. Der FGL-Antrag vom 6. Juni 2025, modifiziert durch einen neuen Antrag von Gemeinderat Siegfried Lehmann (FGL) vom 21. November 2025: "Die Namenstafeln am Kriegerdenkmal werden abgehängt und dem Stadtarchiv zur ständigen Verwahrung übergeben"; sollte dieser Antrag keine mehrheitliche Zustimmung finden, wird beantragt, die Namen der beiden "nachweislichen Kriegsverbrecher" aus den Reihen der auf den Tafeln genannten, insgesamt 102 Radolfzeller SS-Angehörigen, Heinrich Koeppen und Joachim Rumohr, von den Tafeln zu entfernen. "Auf einer gesonderten Tafel, die am Luisenplatz anzubringen ist, soll in diesem Fall auf die Verbrechen von Koeppen und Rumohr und die Entfernung von den Gedenktafeln hingewiesen werden."

    Beschluss: "Die Namen der nachweislichen SS-Kriegsverbrecher Heinrich Koeppen und Joachim Rumohr, die auf den Gedenktafeln bei der Neugestaltung der Gedenktafeln am Luisenplatz im Jahr 1958 auf Vorschlag des damaligen Stadtrats Konrad Dombrowski (ehemaliges NSDAP-Mitglied) zusätzlich angebracht wurden, werden entfernt. Auf einer gesonderten Tafel, die am Luisenplatz anzubringen ist, wird auf die Verbrechen von Heinrich Koeppen und Joachim Rumohr und die Entfernung von den Gedenktafeln hingewiesen."

    Der im Vorfeld der GR-Sitzung zur "Beratung", "vertiefenden Diskussion und Konsensfindung" tagende "Arbeitskreis Erinnerungskultur" hatte zu den besagten Anträgen keinen Konsens gefunden und keine Empfehlungen ausgesprochen.

    Vgl.: Sebastian Ridder: Diskussion um Schuld von SS-Soldaten. Gemeinderat beschließt 10.000 Euro für Erinnerung und Änderungen an Erinnerungstafeln, Wochenblatt, 11. März 2026.