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Spuren der NS-Herrschaft in Radolfzell


Opfer rechter Gewalt

Todesopfer rechter Gewalt 1990-2010



Stolpersteine in Radolfzell

"Ein Mensch ist erst vergessen,
wenn sein Name vergessen ist"
Gunter Demnig, 1997

"Das Vergessen der Vernichtung
ist Teil der Vernichtung selbst"
Jean Baudrillard

In Radolfzell sorgte die Initiative „Stolpersteine in Radolfzell“ 2012-2017 für die Verlegung von Stolpersteinen nach dem Kunstprojekt von Gunter Demnig und organisierte mehrere Gedenkveranstaltungen und Vorträge zum Thema. Nach jeweils intensiven Vorbereitungen wurden im Juni 2014, September 2015 und Juli 2016 insgesamt 23 Stolpersteine verlegt. Sie sollen an die Verfolgten in der Zeit des Nationalsozialismus erinnern.

Am 28. Juni 2014 und am 11. September 2015 fanden die ersten Stolpersteinverlegungen in Radolfzell statt. Zur dritten Stolperstein-Verlegung kam es am 2. Juli 2016.

Vgl.: Wikipedia: Liste der Stolpersteine in Radolfzell.

Orte der Stolpersteine in Radolfzell

Orte der Stolpersteine in Radolfzell

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Auflösung der Gründungsinitiative „Stolpersteine in Radolfzell“

Am 26.11.2017 hat sich die Gründungsinitiative „Stolpersteine in Radolfzell“ aufgelöst. Mit folgendem Anschreiben wurden im Februar 2018 Angehörige von NS-Opfern, Stolperstein-PatInnen und sonstige Interessierte und UnterstützerInnen über die Hintergründe informiert und auch darüber, wie es weiter geht.

Anschreiben

Am 9. Januar 2018 konstituierte sich - teils mit alten, teils mit neuen Mitgliedern - die Initiative "Stolpersteine-Radolfzell" .

Verlegung von 7 Stolpersteinen am 2. Juli 2016

Für folgende Personen wurden 2016 in Radolfzell Stolpersteine verlegt (in der Reihenfolge der Verlegungen):

Vortragsveranstaltung am 28.6.2016, Teggingerschule

Am 28.Juni 2016 sprach Dr. Gabriel Richter, Chefarzt am Zentrum für Psychiatrie (ZfP) Reichenau, in der Teggingerschule zum Thema:

„Euthanasie“ in Baden am Beispiel der seinerzeitigen Heil- und Pflegeanstalt bei Konstanz.

Mit den Stolpersteinen für Albertine Hässig, Walter Josef Böhler, Frieda Armbruster und Berta und Elisabeth Welschinger wird nach der Stolpersteinverlegung 2015 für Anna Maria Ronkat an weitere fünf Radolfzeller Opfer der zehntausendfachen NS-„Euthanasie“- und Krankenmorde 1940/41 erinnert, die nach der Adresse der Berliner Planungs- und Organisationszentrale (Tiergartenstr. 4) unter dem Tarnnamen „T4“ durchgeführt wurden.

Mit Ausnahme der Kinder Walter Josef Böhler (1934-1940) und Elisabeth Welschinger (1931-1940) - „Pfleglinge“ der St. Josefsanstalt Herten - waren die Radolfzeller „Euthanasie“-Opfer Patienten der damaligen Heil- und Pflegeanstalt Reichenau, bevor sie 1940 in der NS-Tötungsanstalt Grafeneck ermordet wurden.

Vor diesem Hintergrund hatte die Initiative „Stolpersteine in Radolfzell“ zu diesem Vortrag eingeladen, der die regionalen Strukturen und Dimensionen der „Aktion T4“ am Beispiel der Heil- und Pflegeanstalt Reichenau beleuchtete.

9. November 2015: Reichspogrom-Gedenktag in Radolfzell

Die Initiative „Stolpersteine in Radolfzell“ beteiligte sich auch dieses Jahr am 9. November an der bundesweiten Mahnwache zur Reichspogromnacht.

Um 18 Uhr trafen wir uns auf dem Seetorplatz beim Gurs-Stein. Es wurde an die Opfer des 9. und 10. Novembers 1938 erinnern. Damals gingen von der ehemaligen Radolfzeller SS-Kaserne die Zerstörungen der Synagogen in Konstanz, den Landgemeinden der Höri und im Hegau sowie die Misshandlungen zahlreicher jüdischer Einwohner aus.

Danach schloss sich die Radolfzeller Stolpersteininitiative der bundesweiten Mahnwache an und gedachte aller Opfer des nationalsozialistischen Regimes mit einer öffentlichen Reinigung der 16 Stolpersteine, die im Juni 2014 und im September 2015 in Radolfzell verlegt worden waren.

Bericht: Südkurier, 4.11.2015

Verlegung von 8 Stolpersteinen am 11. September 2015

Für folgende Personen wurden dieses Jahr in Radolfzell Stolpersteine verlegt.

  • Julius Fuchs (Zangererstr. 10)
  • Wilhelm Haaf (Seetorstr. 1)
  • Pauline Kindler (Bismarckstr. 3)
  • Hermann Klein (Johannisstr. 7)
  • Ernst Ludwig Kreer (Allweilerstr. 31/1, Hinterhaus)
  • Anna Maria Ronkat (Ratoldusstr. 37)
  • Karl Teufel (Konstanzer Str. 30/1, Hinterhaus)
  • Gustav Troll (Ratoldusstr. 39)

Alle Hintergrundinformationen befinden sich auf dieser Seite:

Verlegung am 11. Sept. 2015.

Vortrag von Thomas Stöckle „Grafeneck 1940 – Geschichte und Erinnerung“

Der Historiker Thomas Stöckle, Leiter der Gedenkstätte Grafeneck, sprach am 8.9.2015 in Radolfzell über das Thema „Grafeneck 1940 – Geschichte und Erinnerung“.

Mit dem Stolperstein für Anna Maria Ronkat wurde - 75 Jahre nach den NS-„Euthanasie“- und Krankenmorden in Grafeneck 1940 - erstmals an ein Radolfzeller Opfer dieser unsäglichen Verbrechen erinnert.

Vor diesem Hintergrund lud die Initiative „Stolpersteine in Radolfzell“ zu diesem Vortrag mit anschließender Diskussion ein. Ort der Veranstaltung war die Aula der Teggingerschule Radolfzell.

"Grafeneck 1940 – Geschichte und Erinnerung“

http://www.gedenkstaette-grafeneck.de/

Update: Bericht über den Abend vom Südkurier und von der Stolperstein-Initiative.

Pressemitteilungen

Stolpersteine Guide für Radolfzell

Die bisher in Radolfzell verlegten Stolpersteine können auch mit mobilen Geräten erkundet werden.

Dazu kann eine App heruntergeladen werden: für Apple/iOS im AppStore und für Android bei Google Play.

Die Apps wurden vom nichtkommerziellen Projekt Stolpersteine Guide entwickelt und von unserer Initiative mit den Radolfzeller Inhalten gefüllt.

Über 17 weitere Städte, darunter auch Konstanz, haben ihre Stolpersteinverlegungen hier dokumentiert.

Mahnwache am 9.11. vor ehem. SS-Kaserne und bei den im Juni verlegten Stolpersteinen

Die Initiative „Stolpersteine in Radolfzell“ beteiligte sich dieses Jahr am 9. November erstmalig an der bundesweiten Mahnwache zum Gedenken der Reichspogromnacht. Die Mahnwache stand unter dem Motto „Den Toten ehrendes Gedenken und Mahnung für heute!“ und fand gleichzeitig in zahlreichen deutschen Städten statt.

Die Mitglieder der Stolperstein-Initiative erinnerten zunächst am Mahnmal vor dem RIZ an die Opfer des 9. und 10. Novembers 1938. Damals gingen von der Radolfzeller SS-Kaserne die Zerstörungen der Synagogen in Konstanz, in den Landgemeinden der Höri und im Hegau aus sowie die Misshandlungen zahlreicher jüdischer Einwohner. Es wurde dazu ein Auszug aus Erich Bloch: Das verlorene Paradies. Ein Leben am Bodensee 1897 - 1939. S. 118-122 (Kapitel „Das Ende einer Illusion. Der 9. November 1938 in Konstanz und auf der Höri.“) verlesen. Ein kleines Ensemble der Stadtkapelle hat die Gedenkveranstaltung musikalisch umrahmt.

→ Berichte im Südkurier, 10.11.2014 und Singener Wochenblatt, 12.11.2014

Für die Zeit von 18 Uhr bis 18:30 Uhr rief die Stolperstein-Initiative zum gemeinschaftlichen Putzen der Stolpersteine auf, die im Juni dieses Jahres in Radolfzell verlegt worden waren. Die Stolpersteine wurden geputzt, es wurden Kerzen entzündet und mit Passanten über die Verfolgungsgeschichten der Personen gesprochen.

Anschließend trafen sich alle Beteiligten im Gemeindesaal der Evangelischen Kirchengemeinde Radolfzell, Brühlstr. 5.

Verlegung der ersten 8 Stolpersteine in Radolfzell und Vortrag von Gunter Demnig

Am 28. Juni 2014 verlegte Gunter Demnig die ersten 8 Stolpersteine für Opfer des Nationalsozialismus in Radolfzell. Begonnen wurde um 14 Uhr mit der Verlegung des Stolpersteins für Alice Fleischel am Seetorplatz. Weitere Steine wurden sodann verlegt für Ernst Gnirß (Seestraße 53), Alma und Ludwig Deuring (Seestraße 59), Lotte und Josef Bleicher (Höllstraße 1), Georg Alfred Grein (Schützenstraße 37) und Josef Paul Bayer (Schwertstraße 44).

Abends hielt Gunter Demnig einen gut besuchten Vortrag zu seinem Kunstprojekt in der Tegginger Schule.

Über hundert Radolfzellerinnen und Radolfzeller sowie Interessierte aus dem ganzen Kreis Konstanz nahmen an den Stolpersteinverlegungen teil! Die Stolperstein-Initiative dankt allen für ihr Kommen und die breite Unterstützung in den letzten drei Jahren. Ohne die tatkräftige Begleitung durch eine Vielzahl von Bürgerinnen und Bürgern hätte dieses Projekt nicht realisiert werden können.

Videodokumentation

Günter Köhler hat die Verlegungen aufgezeichnet und einen Kurzfilm veröffentlicht. Auch die Abendveranstaltung hat er in einem Film zusammengefasst.

Download des Plakats

Einstimmige Genehmigung von Stolpersteinverlegungen in Radolfzell

In seiner öffentlichen Sitzung vom 13.2.2014 hat der Kulturausschuss des Radolfzeller Gemeinderats über den Genehmigungsantrag der Initiative „Stolpersteine in Radolfzell“ beraten und abgestimmt. Er wurde einstimmig angenommen! Der Initiativgruppe wurde die Möglichkeit eingeräumt, in einem Kurzreferat nochmals das Gedenkkonzept und die biografischen Recherchen den Ausschussmitgliedern vorzustellen.

Die in der Sitzung leicht abgewandelte Beschlussvorlage findet sich im Informationsportal des Gemeinderats zur Einsicht.

Bericht im Südkurier vom 15.2.2014

Bericht bei LinksRhein am 28.2.2014

Film "Stolperstein" im Universum Kino

Die Initiative „Stolpersteine in Radolfzell“ zeigte am 12.12.2013 den Dokumentarfilm „Stolperstein“ von Dörte Franke im Universum-Kino.

Ein Film für alle, die sich aus erster Hand über das Gedenkkonzept, den Künstler Gunter Demnig und die Radolfzeller Initiative hinter den nun auch in Radolfzell geplanten Stolpersteinverlegungen informieren wollten.

Plakat (PDF, 1,8 MB)

Universum Nostalgie-Kino

Film: Stolperstein (Wikipedia)

Antrag zur Verlegung von Stolpersteinen eingereicht

Am 8. November 2013, hat die Initiative „Stolpersteine in Radolfzell“ bei der Stadtverwaltung einen Antrag auf Genehmigung der Verlegung von Stolpersteinen in Radolfzell eingereicht und um freundliche Unterstützung ihres Anliegens gebeten. Der Antrag soll an den Kulturausschuss weitergegeben werden, damit eine Beschlussvorlage für den Gemeinderat erstellt werden kann. Die Initiative würde sich freuen, das Kunstprojekt und beispielhaft einige Opferbiografien im Gemeinderat vorstellen zu dürfen.

Nach Genehmigung der Beschlussvorlage wird die Initiativgruppe dem ausführenden Künstler Gunter Demnig die Biografien für die ersten 12 Stolpersteine zukommen lassen und deren Fertigung in Auftrag geben.

Informationsflyer der Initiative "Stolpersteine in Radolfzell"

Benefiz-Veranstaltung für Stolperstein-Initiative

Am Freitag, den 27.09.13, fuhr das Solarschiff HELIO stündlich von 14 – 17 Uhr vom Radolfzeller Hafen aus in den Untersee. Während der Fahrt wurden die Gäste über die Initiative „Stolpersteine in Radolfzell“ informiert.

Den Erlös des Fahrkartenverkaufs spendierte die Bodensee-Solarschifffahrt GmbH für die Installation der Stolpersteine.

Info-Veranstaltung Mitte 2013

Die Veranstaltung am 18.6.2013 war gut besucht, was die Initiative in ihrem Vorhaben, Stolpersteine in Radolfzell zu verlegen, bestärkt hat.

Auf Wunsch aus dem Publikum stellten die OrganisatorInnen die Agenda kurzfristig um und zogen die Selbstdarstellung der Initiative, den Bericht über den Stand der Recherchen und die Erfahrungen der Konstanzer Initiative vor.

Den größten Teil des Abends nahm die ausführliche Darstellung der Verfolgungsgeschichten von Josef Paul Bayer (Kommunist) und der jüdischen Familie Bleicher (Lotte Bleicher, geb. Goldberg sowie Josef Bleicher) ein. Hervorzuheben ist an dieser Stelle, dass zwei Angehörige von Josef Paul Bayer anwesend waren. Dem Historiker Markus Wolter gelang es, mit eindrücklichen Worten eine Ahnung der Qualen von „Schutzhaft“, KZ-Aufenthalt, Zwangsarbeit und menschenmordendem Lagersystem im Fall von Josef Bayer sowie von Demütigung, Entrechtung, Vernichtung der Existenzgrundlage und letztlich der Flucht ins Ausland (Haifa, Palästina) im Fall der Familie Bleicher zu vermitteln. Es wurde still im Saal, als Markus Wolter eine historische Aufnahme des von Nazis belagerten Konfektionswarengeschäfts der Fam. Bleicher zeigte. Die Aufnahme stammt vermutlich vom 1. April 1933, als deutschlandweit jüdische Geschäfte boykottiert wurden.

Es nahmen u.a. Vertreter des Stadtrats, der Israelitischen Kultusgemeinde Konstanz, Lehrer von Radolfzeller Schulen, Gymnasiasten sowie Journalisten des Wochenblatts und des Südkuriers an der Veranstaltung teil.

Leider war es in der Zeit, in der der Raum uns zur Verfügung stand, nicht mehr möglich, den wirklich sehr guten Film zu zeigen. Das soll baldmöglichst in einem echten Kino in Radolfzell nachgeholt werden.

Plakat zur Veranstaltung

Berichte im Südkurier:

Info-Veranstaltung Mitte 2010

Bereits im Jahr 2010 hatte die APO (Außerparlamentarische Opositon) eine dahingehende Informationsveranstaltung mit einem Vertreter der Konstanzer Stolperstein-Initiative, Hendrik Riemer, organisiert. 1)2) 3)

Aufruf

Wer Interesse hat, sich an einer Stolperstein-Initiative für Radolfzell zu beteiligen, Steinpatenschaften zu übernehmen oder Recherchearbeit zu leisten, kann sich über das Kontaktformular melden.

Quellen


2) N.N.: Erster Schritt zu Stolpersteinen, Südkurier 18.05.2010
3) Jarausch, Gerald: Erinnerung an Nazi-Opfer, Südkurier 19.05.2010

Einzelnachweise

Hinweis

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Termine

Nachholtermin - Vortrag: "Dr. med. Ludwig Finckh und die NS-Rassenhygiene"

Gauschulungslager des NS-Lehrerbundes (NSLB), Gaienhofen. „5. Lehrgang, Sonderkurs in Erbbiologie und Rassenkunde“, 1935. Ansichtskarte eines Kursteilnehmers an seine Familie in Pforzheim

Über Dr. med. Ludwig Finckh (1876-1964) wäre vermutlich längst das letzte Wort gesprochen und der Autor vergessen worden, wenn es sich bei ihm nur um den sogenannten „Heimat-Dichter“, den „Rosendoktor“ von der Höri gehandelt hätte. Als virulenter Nationalsozialist gibt Finckh stattdessen heute noch Anlass, sich mit seinem Fall kritisch auseinanderzusetzen. Teils als Vordenker, teils als Vortragsredner in Sachen NS-„Rassenhygiene“, betätigte sich Finckh u.a. als „Weltanschauungslehrer“ des NS-Lehrerbundes am Gauschulungslager des NSLB in Gaienhofen und an der Waffen-SS-Unterführerschule in Radolfzell. Neueste Recherchen belegen die Teilnahme von Finckhs Gauschulungslagern an eugenischen Tagungen der Heil- und Pflegeanstalt Reichenau in den Jahren 1934-1938. (Text: Markus Wolter)

Referent: Markus Wolter, MA

Ort: VHS Konstanz, Katzgasse 7, Astoria Saal

Datum: 23. November 2020 (ursprünglicher Termin: 24. März 2020)

Zeit: 19.30 - 21.00 Uhr

Anmeldung: VHS-Konstanz

2020/10/19 18:10 · Markus Wolter · 0 Kommentare

Die Deportation der badischen und saarpfälzischen Juden nach Gurs 1940 - Gedenkveranstaltung zum 80. Jahrestag, 22. Oktober 2020

Camp de Gurs, Ende 1940.

Am 22. Oktober 2020 jährt sich die Deportation von über 6500 badischen und saarpfälzischen Jüdinnen und Juden in das südfranzösische Internierungslager Camp de Gurs 1940 zum 80. Mal.

Der Jahrestag der sogenannten "Wagner-Bürckel-Aktion" wird in Radolfzell auch in diesem Jahr mit einer Gedenkveranstaltung der Initiative Stolpersteine am Gurs-Mahnmal, zugleich Verlegeort des Stolpersteins für Alice Fleischel, am Seetorplatz begangen.

Datum: 22.10.2020

Uhrzeit: 17:00 Uhr

Ort: Radolfzell, Seetorplatz

ABSAGE: Die Gedenkveranstaltung wurde vor dem Hintergrund der aktuellen Corona-Lage von den Veranstaltern abgesagt.

Programm: Initiative Stolpersteine-Radolfzell

2020/10/15 21:53 · Markus Wolter · 0 Kommentare

4. Stolperstein-Verlegung in Radolfzell, 24. September 2020

Am 24. September des Gedenkjahres - 80 Jahre „Euthanasie“-„Aktion T4“ - kommt es zur Verlegung von fünf weiteren Stolpersteinen im Stadtgebiet von Radolfzell. Sie gelten Josefa Trost, geb. Klaus, Opfer der „Euthanasie“-„Aktion T4“ 1940, sowie Hermine Bauer und den |Geschwistern Josefine Fetzer, Anna Fetzer und Agnes Zimmermann, geb. Fetzer, die nach Maßgabe des „Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuches“ zwischen 1934 und 1939 zwangssterilisiert wurden.

Vgl.: Informationssystem des Radolfzeller Gemeinderats, Beschluss in der GR-Sitzung vom 5. Juni 2020.

Vgl.: Initiative Stolpersteine-Radolfzell

Ad personam: Josefine Fetzer

Screenshot von www.klepperle.de vom 17. Februar 2020; dort nach dem SK-Artikel vom 19. Februar 2020 gelöscht.

Radolfzeller „Brauchtumspflege“: Narrenvers „Dreschmaschine“. Er wird an der Fastnacht intoniert und verhöhnt ein Opfer des Nationalsozialismus - Josefine Fetzer (1910-1991) - bis heute; in diesem Jahr (2020) außerdem als Spottbild auf dem käuflich zu erwerbenden Narren-"Brettle" der "Narrizella Ratoldi" (Bild).

Vgl. weiterhin auf: "Heischeverse und Narrensprüche". Zit.: „Hier findest Du die wirklich wichtigen Dinge der alemannischen Fasnacht.“(!)

Vgl.: Dominique Hahn: Neue „Stolpersteine“ für Radolfzell, Wochenblatt, 16. September 2020; Online.

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Neuerscheinung

Markus Wolter: Die Radolfzeller Ärzteschaft im Nationalsozialismus. Das Fallbeispiel Dr. med. Hans Foerster (1894-1970).

In: Schriften des Vereins für Geschichte des Bodensees und seiner Umgebung, 138. Heft 2020, Thorbecke Verlag 2020, S. 157-192; hier u. a. zu den Zwangssterilisationen der Geschwister Fetzer, zur Verantwortung der Ärzteschaft, zum NS-Ärztebund und zur Rolle der staatlichen Gesundheitsämter.

2020/08/24 12:30 · Markus Wolter · 0 Kommentare

Vor 80 Jahren: "Aktion T4" - Zum Gedenken an die Opfer des NS-"Euthanasie"-Programms 1940

Im Rahmen der staatlich angeordneten und durchgeführten Massenmorde ("Aktion T4") an psychisch kranken und behinderten Menschen, die vor 80 Jahren in Deutschland begannen, wurden in den Monaten Mai bis November 1940 allein 214 Männer und 242 Frauen aus der „Heil- und Pflegeanstalt bei Konstanz“ (Reichenau) in die Tötungsanstalt Grafeneck gebracht und dort in einer Gaskammer ermordet. Im Dezember 1940 und Januar/Februar 1941 erfolgte in drei weiteren Transporten die „Verlegung“ von 69 Reichenauer Patient/inen in die als Zwischenanstalt fungierende Anstalt nach Wiesloch, von wo aus die meisten in die Tötungsanstalt Hadamar verbracht wurden. Die Reichenauer Anstalt wies damit eine „Tötungsrate“ von über 50 % ihres Krankenstandes (869 Patient/innen) von Anfang 1940 auf.

Insgesamt konnten 14 „T4“-Opfer aus Radolfzell und den Ortsteilen ermittelt werden; an ihr Leben erinnern in Radolfzell bislang sechs Stolpersteine, die 2015 und 2016 verlegt wurden. Die Frauen, Männer und Kinder waren Patient*innen der Heil- und Pflegeanstalten Reichenau, Emmendingen und Wiesloch, der Kreispflegeanstalt Geisingen, der Universitätsnervenklink Freiburg und/oder „Pfleglinge“ der St. Josefsanstalt Herten und davor in Kinderheimen in Freiburg, Konstanz und Sigmaringen untergebracht.

2020/06/10 14:59 · Markus Wolter

Kundgebung zum 8. Mai 2020 auf dem Luisenplatz

Anlässlich des 75. Jahrestages des Endes des deutschen Nationalsozialismus organisierte das Feministische Antifaschistische Kollektiv (FAK) auf dem Radolfzeller Luisenplatz eine Kundgebung unter dem Motto “Entnazifizierung – Heraus zum 8. Mai!”, die erst von der Radolfzeller Stadtverwaltung verboten, später dann doch noch mit Auflagen zugelassen wurde. Mehrere regionale Gruppen wie die Konstanzer Seebrücke, das OAT Konstanz, die VVN-BdA, die Linksjugend, das Rojava-Bündnis und die Singener Teestube riefen mit zur Kundgebung auf und hielten teils eigene Reden. Ca. 40 Personen waren gekommen und informierten sich anhand von Texttafeln z.B. über das unsägliche Gedenkmal das heute noch gefallene SS-Angehörige als „Opfer“ ehrt. Die Namen der SS-Angehörigen waren mit pinker Kreide hervorgehoben worden - auf den Stufen vor dem Denkmal stand „Deutsche Täter sind keine Opfer“. Das Kriegerdenkmal wurde mit VVN- und Antifafahnen verziert.

Bericht beim Feministischen Antifaschistischen Kollektiv

2020/05/09 15:34 · sw · 0 Kommentare
 
stolpersteine_fuer_radolfzell.txt · Zuletzt geändert: 2019/02/23 08:57 von mw
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