- Dezember 2012: Im Rahmen der übernahmevertraglich festgeschriebenen „Altlastensanierung“ durch die bisherige Eigentümerin (BfIA) begann die Entfernung und „Entsorgung“ der schwermetallhaltigen Kugelfangsande (ca. 600 Tonnen) am Schießstand. Für die Zufahrt mit LKW und Bagger wurde ein Wall der Langbahnen in Höhe der Informationstafel auf mehreren Metern geöffnet und einzelne Bäume auf dem Terrain gefällt. Ohne nachvollziehbare Begründung wurden außerdem die Schalenbretter des Langbahnkugelfangs restlos entfernt. Nach Aushebung der Sande kam es zu keiner Neuverfüllung, u.a. mit dem Ergebnis, dass das Bodenniveau vor den Kugelfangmauern, der Gedenktafel und dem - nun unerreichbar „in der Luft“ hängenden - Gedenkbuch um etwa 2 m tiefer liegt als zuvor. Der ausgehobene Sand wurde auf dem Wendeplatz vor den Kurzbahnen zwischengelagert und mit einer Plane abgedeckt. (Stand 25.12.2012)
- 16.11.2012: Am ehemaligen SS-Schießstand wurde die neue Informationstafel durch Oberbürgermeister Dr. Jörg Schmidt der Öffentlichkeit übergeben. Unter den geladenen Gästen waren u.a. Anna-Katrin Oesterle-Stephan und Miryam Stephan, Tochter und Enkelin des am 15. November 1943 aus dem Radolfzeller KZ-Außenkommando geflüchteten Häftlings Leonhard Oesterle. Jiří Sedláček, der Sohn des mit Oesterle zusammen geflüchteten Freundes und Mithäftlings Oldrich Sedláček, verfasste eine sehr persönliche Rede mit Erinnerungen an seinen Vater, die zu diesem Anlass verlesen wurde. → vgl. Südkurier, 17.11.2012
- 16.10.2012: In öffentlicher Sitzung des Gemeinderats stimmen die Stadträte für die von Achim Fenner und Markus Wolter erarbeiteten Textentwürfe für die Informationsstelen an der ehemaligen SS-Kaserne. Außerdem votieren sie für die Umsetzung der von der „Projektgruppe Radolfzeller Gedenkstätten“ konzipierten Informationstafel - Markus Wolter (Text), Alfred und Evelyn Heim (Gestaltung, Layout) - am ehemaligen SS-Schießstand. Die Gedenkstätte an der Kaserne soll im Frühjahr 2013 eingerichtet werden. Die Realisierung einer kommentierenden Umgestaltung des Kriegerdenkmals am Luisenplatz wird hingegen auf das Jahr 2014 verschoben. → vgl. Südkurier, 18.10.2012
- 20.03. und 28.02.2012: Sitzungen und Beschluss des Gemeinderats über den Kauf des Schießplatz-Areals. Was im Herbst 2011 bereits beschlossene Sache zu sein schien, ist nun doch wieder Gegenstand von Bedenken und Verhandlungen. Der Gemeinderat konnte und wollte in seiner Sitzung vom 28. Februar 2012 den zur Frage und Annahme stehende Kaufvertragsentwurf über die Schießanlage zunächst nicht beschließen. Stattdessen wurden Bedenken wegen der Altlasten-Sanierung und möglicher Folgekosten laut und die Entscheidung wurde auf den 20.03.2012 vertagt. Ergebnis der Sitzung vom 20.3.2012: Unter der Voraussetzung von „Kaufvertragskorrekturen“, d.h. einer von der bisherigen Eigentümerin, BfIA, ausdrücklich getragenen Bodensanierung und nach Untersuchung des Terrains durch den „Kampfmittelbeseitigungsdienst“, habe der Verwaltungs- und Finanzausschuss mehrheitlich beschlossen, das Gelände zum bekannten Preis von 57.000 EUR zu kaufen. Dass aber „weder die Verwaltung noch der Gemeinderat wüssten, was sie mit dem Gelände anfangen sollen“ (Zit. OB J. Schmidt), gibt zu denken. Der Oberbürgermeister, der sich gegen den Kauf aussprach, sehe die Stadt überdies „nur eingeschränkt in einer historischen Verantwortung, Rechtsnachfolger der NS-Zeit bleibe die Bundesrepublik. Sein Votum gegen den Kauf des Geländes begründete er mit dem Hinweis auf die nicht geklärte Nutzung.“ → vgl. Südkurier, 01.03.2012, Südkurier, 21.03.2012 und Südkurier, 22.03.2012
- 23.02.2012: Der Stadt Radolfzell liegt nun das Kaufvertragsangebot der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben für das Gelände der SS-Schießanlage vor. Der Kaufpreis für das 69.216 m² große Areal beträgt 57 000 Euro. Der Kaufvertragsentwurf sieht auch vor, dass die Entsorgung der vor allem mit Blei kontaminierten Sande der Kugelfänge durch die Bundesanstalt übernommen wird. Der Kaufvertragsentwurf wird am Dienstag, 28. Februar, in der um 16.30 Uhr beginnenden Sitzung des Verwaltungs- und Finanzausschusses nochmals diskutiert. Das letzte Wort in der Sache hat danach das Plenum des Gemeinderats. → vgl. Südkurier, 23.02.2012