- 15.12.2010: Dem früheren NSDAP-Kreisleiter, Gauinspektor und Bürgermeister von Radolfzell, Eugen Speer, wird die Ehrenbürgerschaft aberkannt. Speer galt als korrupt und als brutaler Machtmensch. Im Juli 1932 eröffnete er die Wahlkampfkundgebung von Hitler vor 35.000 ZuhörerInnen im Mettnau-Stadion. Sein Amt als Bürgermeister übte er von Februar 1934 bis Juni 1935 aus. Nicht zuletzt seiner Initiative hat Radolfzell es zu verdanken, dass sie Standort für eine SS-Kaserne wurde. → vgl. Südkurier 8.10.2010
- November 2010: Eintrag der SS-Kaserne und der SS-Schießanlage beim Online-Kartendienst OpenStreetMap als Gedenkort.
- 14.11.2010: Im Anschluss an den Festakt und als kritische Antwort auf das offizielle Gedenken werden Flyer verteilt und die Initiative zum Offenen Gedenken vorgestellt. Es wird zur Mitarbeit u.a. an dem Wiki Radolfzell zur NS-Zeit“ unter http://radolfzell-ns-geschichte.von-unten.org/ eingeladen.
- 14.11.2010: Der Festakt zum Volkstrauertag in Radolfzell wird entsprechend dem Konzeptvorschlag der Arbeitsgruppe vor dem von der Waffen-SS geweihten Kriegerdenkmal am Luisenplatz durchgeführt. OB Schmidt beschreibt in seiner Rede die Auseinandersetzung des letzten Jahres um die Art und Weise des offiziellen Gedenkens. → vgl. Südkurier 15.11.10
- 28.10.2010: vhs-Vortrag von Achim Fenner: Südkurier 03.11.2010
- 28.10.2010: Das neue Konzept zur Begehung des Volkstrauertages am 14.11.2010 wird von der damit befassten Arbeitsgruppe im Gemeinderat vorgestellt und diskutiert. Das Ergebnis: der Gedenkort bleibt der alte, die Inschrift soll nun lauten: „Radolfzell gedenkt der Opfer der Gewaltherrschaft und der Toten aller Kriege“ → vgl. Südkurier 29.10.2010 und eine Kritik
- 13.10.2010: Begehung der SS-Schießanlage zusammen mit einem Vertreter der für das Gelände zuständigen Bundesanstalt für Immobilienaufgaben. Die Bundesanstalt legt der Stadt Radolfzell nahe, das Gelände zu kaufen. Eine Sanierung wurde mit 70.000 Euro veranschlagt.
- 28.09.2010: Im Stadtmuseum Radolfzell wird in einem Raum die Dauerausstellung „Radolfzell gestern“ eröffnet, in der u.a. die SS-Kaserne, der SS-Schießstand, der Besuch von Hitler im Mettnaustadion, etc. zur Sprache kommen. Die Ausstellung wird durch 4 Vortragsveranstaltung mit Stadtarchivar Achim Fenner Ende September begleitet.
- 22.06.2010: Gemeinderatsdebatte zur Gestaltung des Volkstrauertages am 14.11.2010 → vgl. Singener Wochenblatt 23.06.2010 und Südkurier 24.06.2010
- 16.06.2010: Installation einer Gedenktafel in der ehemaligen SS-Schießanlage, auf private Initiative zurückgehend → vgl. Südkurier 21.06.2010
- 10.06.2010: Das Schweigen durchbrechen. Die schwierige Aufarbeitung der NS-Geschichte in Radolfzell. Vortrag der Ausserparlamentarischen Opposition von Radolfzell und Filmvorführung „Leichen im Keller“ von Günter Köhler an der Universität Konstanz. Eingeladen hat der Antifaschistische Freundeskreis von Konstanz zusammen mit der Alternative Hochschulgruppe Konstanz
- 17.05.2010: Die Jugendgruppe APO informiert im JuZe über die Stolpersteineaktion. → Südkurier 14.05.2010, 19.05.2010
- 29.4.2010: Filmvorführung von "Leichen im Keller" von Günter Köhler
- 16.4.2010: Filmvorführung von "Leichen im Keller" von Günter Köhler und anschliessende Podiumsdiskussion im ehem. Milchwerk → Bericht
- 18.04.2010: Zweistündiges Radiofeature zu Radolfzell in der NS-Zeit im Offenen Politkanal, Radio Lora, Zürich. Wiederholung der Ausstrahlung am darauf folgenden Donnerstag.
- April, Mai, Juni 2010: Das Theaterstück "Die Flüsterstadt" von Gerd Zahner, wird mit großem Erfolg in Radolfzell im Scheffelhof aufgeführt → Besprechung des Stücks